„Gib mir, mein Sohn, dein Herz, und deine Augen lass an meinen Wegen Gefallen haben“ (Sprüche 23,26).

Glaubensimpuls 218

Im Gim 213 habe ich etwas zur Aussage Jahushuas geschrieben: „..damit ihr Söhne eures Vaters seid..“ (Mt 5,45). Diese Aussage Jahushuahs von Nazareth deckt sich mit dem was JaHuWaH über Moshe dem Pharao sagen lässt: „So spricht der JaHuWaH: Mein erstgeborener Sohn ist Israel, – und ich sage dir: Lass meinen Sohn ziehen, damit er mir dient!“ (2Mo 4,22-23). Der Sohn besteht aus dem ganzen auserwählten Volk, auch die Frauen und die Kinder gehören dazu. Doch mit der Dazugehörigkeit zur Sohnschaft ist eine segensreiche Aufgabe verbunden die verpflichtet. Es sei hier aber auch auf die Zurechtweisung des „Sohnes“ hingewiesen, wenn er falsche Wege beschreitet, Wege des Unrechts und der Ungerechtigkeit!

Das wollte Jahushua klar bezeugen. Es ist das was alle Propheten und Gerechten Israels (gläubige, praktizierende Juden) vor ihm bezeugten: Der Sohn ist derjenige Mensch, der JaHuWaH vertraut, derjenige Mensch der mit ihm lebt. Ich kann wohl sagen, „als Jude bin ich der erstgeborener Sohn, ich bin der Sohn“ oder „als Jude gehöre ich zum Glauben Abrahams“! Diese Aussagen wären nur die halbe Wahrheit. Was macht die ganze Wahrheit aus? Es sind die Werke, die aus dieser Gemeinschaft mit JaHuWaH gelebt werden. Es ist das was den erstgeborenen Sohn im Alltagsleben auszeichnet, das was er im Vertrauen (Glauben) auf JaHuWaH – wie Abraham – lebt. Das gehört wesentlich zur Sohnschaft.

Den Werken geht das voraus was wir „die Gnade“ nennen. Gnade ist die Voraussetzung, die JaHuWaH schuf, damit wir an seinen Wegen Gefallen finden. Sie legte die Basis auf der wir unser Verantwortungsbewusstsein für Recht und Gerechtigkeit schärfen und zu leben vermögen. Damit wollen wir sagen, dass kein Mensch, noch irgend ein Wesen, diese Gnade als Voraussetzung schaffen konnte. Es war und ist das souveräne Werk des himmlischen Vaters JaHuWaH. Das ist einfach wunderbar! Er hat die Voraussetzung geschaffen, damit auch wir zur Sohnschaft hinzukommen durften. Aus dem Glauben Abrahams heraus zeugte und gebar (vgl. 5Mo 32,18) er das Volk der zwölf Stämme als seinen Sohn. Damit schuf er für alle Menschen die Möglichkeit Sohn zu werden: „Und ich will segnen, die dich segnen, und wer dir flucht (dich unrechtmässig verurteilt), den werde ich verfluchen (entsprechend richten); und in dir (Abrahams Glauben, Vertrauen und Leben) sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde!“ (1Mo 12,3). Das ist einfach aussergewöhnlich wunderbar!!

Wir lesen über seine Souveränität: „Denn du bist JaHuWaH, deinem Erlöser, ein heiliges (vom Heidentum ausgesondertes) Volk. Dich hat JaHuWaH, dein Erlöser, erwählt, dass du ihm als Eigentumsvolk gehörst aus allen Völkern, die auf dem Erdboden sind. Nicht weil ihr mehr wäret als alle Völker, hat JaHUWaH sich euch zugeneigt und euch erwählt – ihr seid ja das geringste unter allen Völkern -, sondern wegen der Liebe JaHuWaHs zu euch, und weil er den Eid hielt, den er euren Vätern geschworen..“ (5Mo 7,6-8).

„Erstgeborener Sohn sein“, „im Vertrauen Abrahams zu JaHuWaH stehen“ ist also zuerst das Werk JaHuWaHs selbst. Es ist die nicht umkehrbare Tatsache, die uns schliesslich Sicherheit und Geborgenheit vermittelt. Erst aus dieser Voraussetzung heraus erwächst als zweites ein neues Alltagsleben, das nicht verborgen bleiben kann. Unser innerer Mensch wird neu auferbaut. Beides miteinander ist das Zeichen der Wiedergeburt. Jetzt erst lebe ich als erstgeborener Sohn, als Sohn. Jetzt setze ich mit grosser Freude und Dankbarkeit den Willen des Vaters in die Tat um. Was vielleicht mit vielen Widerständen im eigenen religiösen traditionellen Umfeld und in mühsamen kleinen Schritten beginnt, wird allmählich als Segen erfahren, den keiner mehr missen möchte. Damit erfüllt sich die Bedingung die alle Propheten und Rabbis, so auch Jahushua von Nazareth, an die Sohnschaft verknüpften. Jetzt sind wir Söhne, „..damit ihr Söhne eures Vaters seid..“

Jahushua wies ununterbrochen auf den Willen des Vaters hin, dass SEIN WILLE gelebt werde: „Und er antwortete ihnen und spricht: Wer sind meine Mutter und meine Brüder? Und er blickte umher auf die um ihn im Kreise Sitzenden und spricht: Siehe, meine Mutter und meine Brüder! Wer den Willen JaHuWaHs tut, der ist mir Bruder und Schwester und Mutter“ (Mk 3,33-35). „Wenn ihr aber betet, sollt ihr nicht plappern wie die von den Nationen (die zu jedem „Heiligen“ und zu jeder ihrer drei Gottpersonen hin- und herplappern). Seid ihnen nun nicht gleich; Betet ihr nun so (zum Vater allein): Unser Vater, der du bist in den Himmeln, geheiligt werde dein Name.. dein Wille geschehe..“ (Mt 6,7-10).

Der Sohn ist bemüht in seinem neuen Alltagslebens Recht und Gerechtigkeit unter den Menschen zu leben und zur Geltung zu bringen. Das gehört zur Grundbasis des Sohnes: „..und deine Augen lass an meinen Wegen Gefallen haben! Sein Wille ist uns in den Weisungen der Bibel dargelegt. Die Forderung nach Recht und Gerechtigkeit für alle Menschen durchzieht die ganze Bibel. Dieses Recht und diese Gerechtigkeit schöpft ihre Kraft aus der ungeteilten Anbetung, d.h. im vollen Vertrauen auf JaHuWaH. Seine Weisungen schenken uns Sicherheit und Geborgenheit unter seinen „Flügeln“! Jeder Mensch, jedes menschliche Geschöpf, braucht Sicherheit und Geborgenheit von seinem Schöpfer und von seinen Mitmenschen. Ohne diese Grundbasis kann auf die Dauer keine Familie, keine Gemeinschaft, kein Volk, hier auf Erden existieren.

Als Mitgestalter der Schöpfung sind wir Menschen beauftragt der ganzen Schöpfung jene Sicherheit und Geborgenheit zu vermitteln, die wir vom Vater haben, damit sie nicht aus den Fugen gerät. Das gehört wesentlich zum Dienst des Sohnes. Schliesslich sind wir nach dem Bild JaHuWaHs geschaffen, d.h. korrekt übersetzt: Mitgestalter der Schöpfung, Verantwortungsträger für die Entwicklung der Schöpfung und alles dessen was innerhalb der Schöpfung an Entwicklung geschieht. Wir weisen noch einmal auf diese Verantwortung hin an die uns der Psalmist mit seinen Worten erinnert: „Du machst ihn zum Mitgestalter über die Werke deiner Hände; alles hast du unter seine Füße gestellt“ (Ps 8,5).

Darum gab er uns seine Wege und unterweist uns in seinen Wegen des Heils für die ganze Welt: „Wer hat den Geist des JaHuWaH ermessen, und wer ist der Mann seines Rates, den er unterwiese? Mit wem beriet er sich, dass er ihm Einsicht gegeben und ihn belehrt hätte über den Pfad des Rechts und ihn Erkenntnis gelehrt und ihn über den Weg der Einsicht unterwiesen hätte? Siehe, Nationen gelten wie ein Tropfen am Eimer und wie Staub auf der Waagschale“ („Jes 40,13-15). Der Vater hat sie aus sich selbst – über die Beziehung mit Abraham – dem erstgeborenen Sohn, Israel, übertragen.

König David wird von JaHuWah als der Erstgeborene der Könige bezeichnet, weil nur unter seinem Königtum alle zwölf Stämme vereint JaHuWaH dienten. Der Psalmist schreibt: „Ich habe David gefunden, meinen Knecht. Mit meinem heiligen Öl habe ich ihn gesalbt. Meine Hand soll beständig mit ihm sein, und mein Arm soll ihn stärken. Kein Feind soll ihn bedrängen und kein Sohn der Ungerechtigkeit ihn bedrücken.. Er wird mich anrufen: Mein Vater bist du, mein Erlöser und der Fels meines Heils! So will ich ihn zum Erstgeborenen machen, zum Höchsten unter den Königen der Erde“ (Ps 89,22-28).

JaHuWaH spricht vom zukünftigen Heil der „verlorenen“ zehn Stämme als von seinem Sohn Ephraim, seinem Kind: „Ist mir Ephraim ein teurer Sohn oder ein Kind, an dem ich Freude habe? Denn sooft ich auch gegen ihn geredet habe, muss ich doch immer wieder an ihn denken. Darum ist mein Innerstes um ihn erregt. Ich muss mich über ihn erbarmen, spricht JaHuWaH“ (Jer 31,20). Darüber ist unsere Freude ausserordentlich gross und unsere Herzen sind voll Dank!

Von Herzen wünsche ich allen einen gesegneten Shabbat mit einem tiefgreifenden Shalom!

Gregor Dalliard