"Da wir nun gerechtfertigt worden sind aus Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus" (Röm 5,1-5).

Glaubensimpuls 251

Leser der wöchentlichen Glaubensimpulse (Gim) haben ihre Fragen. Ich versuche immer wieder Antworten in die “Gims” einfliessen zu lassen. Im sogenannten “Neuen Testament” finden wir zwischen chaotischen, widersprüchlichen und der Bibel, dem TaNaCH, widersprechenden Aussagen immer wieder wunderbare ursprüngliche, typisch israelitisch-jüdische, Aussagen. Eine davon wäre Röm 5,1-5. “Da wir nun gerechtfertigt worden sind aus Glauben (Vertrauen), so haben wir Frieden mit JaHuWaH (Gott) durch unseren Herrn Jahushua HaMashiach (Christus, Gesalbter) durch den wir mittels des Glaubens auch Zugang erhalten haben zu dieser Gnade, in der wir stehen, und rühmen uns in der Hoffnung der Herrlichkeit JaHuWaHs (Gottes). Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch in den Trübsalen, da wir wissen, dass die Trübsal Ausharren bewirkt, das Ausharren aber Bewährung, die Bewährung aber Hoffnung; die Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden, denn die Liebe JaHuWaHs (Gottes) ist ausgegossen in unsere Herzen durch seinen Geist (Heiligen Geist), der uns gegeben worden ist” (Röm 5,1-5).

In diesen Versen ist das biblische Zeugnis enthalten. Schauen wir auf das zusammenhängende Zeugnis der Bibel (TaNaCH). Es geht im ganzen Zeugnis der Bibel um den Frieden mit JaHuWaH (Gott). Über alle seine treuen Propheten und die Treuen aus dem auserwählten Volk, denen JaHuWaH die Wege des Lebens und des Friedens offenbarte, geht es JaHuWaH letztlich darum die Menschen zum Frieden mit sich zu führen. Das war und ist der Weg der Wiedergeburt wie ihn Abraham erlebte und wie ihn die Treuen JaHuWaHs ohne Unterbruch, bis zu dieser Stunde, weiter vermittelten. Bis heute ist diese wunderbare Botschaft aktuell. Sie hat rein gar nichts von ihrer Kraft und Wirksamkeit verloren. Bei aller Ernsthaftigkeit ist diese Tatsache umwerfend und zugleich berauschend.

Abraham war gerechtfertigt aus Glauben, d.h. im Vertrauen auf JaHuWaH, dem logischerweise Werke folgten. Aus dieser Beziehung folgten Schritte, Konsequenzen. Sie stellten sein bisheriges Leben buchstäblich auf den Kopf. Aber damit verbunden waren die Versöhnung und der Frieden mit JaHuWaH, dem Schöpfer des Lebens. Damit verbunden waren Segen und Verheissungen – für die ganze Menschheit. Wunderbar!

Auch Shaul, der Jude, aus dem Stamm Benjamin, wusste um diesen Frieden mit JaHuWaH, der durch nichts ersetzt werden kann. Seit Abraham lebten und leben in jeder Generation Menschen des auserwählten Volkes in diesem Frieden mit JaHuWaH, m.a.W., in dieser Wiedergeburt. Bis heute ist es eine zahllose Menge geworden. Später werden es, gemäss Zeugnis der Propheten, mehr und mehr werden, bis sich am Ende alle Völker danach sehnen werden ihr Leben nach den Rechtsbestimmungen, Weisungen, Ordnungen und den Shabbaten JaHuWaHs auszurichten – weil sie nicht mehr ohne diesen Frieden leben wollen. Gegenwärtig sieht es in dieser Welt allerdings nicht danach aus. Es muss zuerst noch chaotischer werden. Das aber soll uns keineswegs beunruhigen. Wir haben den sicheren biblischen Zuspruch und die bleibenden Verheissungen an Abraham (vgl. 1Mo 12,3), die von allen Propheten und Treuen Israels beharrlich weitergetragen worden sind – bis zum heutigen Tag.

Irritieren könnte uns die Aussage: “durch unseren Herrn Jesus Christus (Jahushua HaMashiach, Gesalbter) durch den wir mittels des Glaubens auch Zugang erhalten haben zu dieser Gnade, in der wir stehen” (Röm 5,1-2). Im letzten Gim haben wir gesehen wie viele Menschen des auserwählten Volkes unter der Herrschaft der Römer litten, gefoltert wurden und durch Pfählung grausam hingerichtet worden waren. Abgeschreckt durch diese grausame Praxis der Römer und die anhaltende Unterdrückung gaben viele ihre Wiedergeburt, ihre Beziehung mit JaHuWaH auf, passten sich den Römern an oder fragten ganz einfach allem nichts mehr nach. Der junge tiefgläubige Jude Jahushua von Nazareth konnte das nicht länger mit ansehen. Wie viele Zeugen vor ihm wusste er sich vom Wort und Geist JaHuWaHs getrieben diesen Verlorenen des Hauses Israel nachzugehen – wie ein guter Hirte seinen versprengten Schafen nachgeht. Sie alle wollte er zurück in die Beziehung, in den Frieden mit JaHuWaH und in die damit verbundenen Verheissungen zurückführen, was wir inzwischen wohl verstanden haben:

“Er aber antwortete und sprach: Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel” (Mt 15,24). Seine Schüler sollten einmal selbst die Entferntesten erreichen, von Generation zu Generation. Sie sollten nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gehen (Joh 10,13-16; Mt 10,6). Wohlgemerkt: Sie hatten keinen Auftrag zu “Massenbekehrungen” der Heiden an einen Jesus-Gott, indem sie diese auf drei Gott-Personen taufen sollten!! Gerade diese Tatsache stellten die Kirchenväter bewusst auf den Kopf (vgl. Mt 28,16-20), wie sovieles andere auch! Sie alle, diese verlorenen Schafe des Hauses Israel, sollen zu dem einen Hirten JaHuWaH zurückgebracht werden, damit sie wieder ihren Frieden haben. Wunderbar! JaHuWaH kennt die Seinen. Sie werden auf diese Botschaft entsprechend reagieren, wie das bei immer mehr Menschen der Fall ist. Später wird die Zeit kommen, dass die Menschen von Innen gedrängt werden und nach der Wahrheit suchen werden (vgl. u.a. Sach 8,20ff; Kap. 14; Jer 31,31ff; Jes 2,2ff u.a.m.).

Jahushua ging diesen Weg mit der aussergewöhnlichen Dynamik und Konsequenz eines jungen biblisch fundierten Mannes, der ein klares Ziel verfolgt, mag es kosten was es will. Seine Hingabe an JaHuWaH war ausserordentlich, ebenso seine Liebe und Treue zu den Bestimmungen und Verheissungen JaHuWaHs (vgl. Mt 5,17-19). Nicht minder gross war seine Liebe zu seinen “verlorenen” Brüdern und Schwestern im Judentum. Es gab nichts zu verlieren. Er wusste, dass sein Dienst nur von kurzer Dauer sein würde. Ein solches Engagement war unter den Römern strengstens untersagt. Es wurde als Rebellion gegen die römische Staatsmacht konsequent geahndet. Nach dem bestehenden römischen Gesetz endete ein solches Engagement mit der Pfählung (Kreuzigung). Das Feuer seiner Sendung drückte sich etwa in der folgenden Bemerkung aus: “Und ein Schriftgelehrter kam heran und sprach zu ihm: Rabbi, ich will dir nachfolgen, wohin du auch gehst. Und Jahushua spricht zu ihm: Die Füchse haben Höhlen und die Vögel des Himmels Nester, aber der Sohn des Menschen hat nicht, wo er das Haupt hinlege” (Mt 8,19-20). Was heisst das? Bedenke, was du damit auf dich nimmst, wir müssen vor den Römern dauernd auf der Flucht sein! Mal hier, mal dort, damit sie uns nicht erwischen.

Jahushua konnte hier die Schwiegermutter des Kepha besuchen, dort eine Hochzeit mitfeiern, aber unter ständiger Vorsicht. Er verschwand nicht selten in die Berge oder floh mit dem Boot über den See. Mit verzagten, nach Ermutigung suchenden “Schafen”, traf er sich in abgelegenen Gegenden. Sie durften kein Picknick mitnehmen, denn das wäre aufgefallen. Frauen von Pharisäern versorgten ihn und seine Mitstreiter laufend heimlich mit dem Nötigsten. Wahrlich kein leichtes Leben, das nur von kurzer Dauer sein konnte. Aber in dieser kurzen Zeit erreichten Jahushua und seine Mitkämpfer viele Juden, die sie wieder in die Lebenskräfte der Thora, und damit zu JaHuWaH, zurückzuführen vermochten (vgl. Apg 21,20). Einfach gewaltig, was mit Furchtlosigkeit und Zielstrebigkeit zu erreichen möglich ist. Alle wurden sie Eiferer für die Rechtsbestimmungen, Weisungen, Ordnungen und Shabbate (Gesetz) JaHuWaHs, in Verbindung mit den wunderbaren Verheissungen die für die ganze Welt bestimmt sind.

Darum kann Röm 5,1-5 von dem Juden Shaul geschrieben worden sein. Darin ist nichts Abwegiges zu finden. Durch die grossen Gestalten Abraham, Sara, Itzak, Rebekka, Jakob, Lea, über die Propheten Elijahu, Elisha, Jeshajahu, Jirmejahu und viele andere mehr, sind unzählige “Schafe” zum Frieden mit JaHuWaH, dem Schöpfer unseres Lebens, zurückgeführt worden, so auch durch den Juden Jahushua von Nazareth. Wir hoffen auch durch unseren kleinen Dienst, durch unsere Präsenz im Alltag. Sollte durch uns wenig oder nichts Bewegendes geschehen, dann soll uns das nicht weiter beschäftigen. Wir wollen uns täglich ganz einfach freuen und dankbar bleiben über die Gemeinschaft mit dem Abba JaHuWaH, dem Geist unseres Lebens und der Lebensordnungen.

Das Vergehen des “Paulus” (der Kirchenväter), lag darin, dass er erstens diese Sendung Jahushuas aus dem biblischen Zusammenhang riss und, den damaligen heidnischen Vorstellungen und Traditionen entsprechend, aus JaHuWaH und Jahushua zwei griechische antike Gottheiten machte. Die eine Gottheit fordert das Blut der anderen Gottheit. Erst im Glauben an das Träufeln und in dem symbolischen Trinken dieses Menschenblutes (Messe, Abendmahl) erhält der Anhänger dieses Kultes die Versöhnung und den Frieden seiner Gottheit! Wahrlich makaber! Wie wir Frieden mit JaHuWaH haben, zeigt die Bibel (TaNaCH) durchgehend auf – mittels des Vertrauens (Glaubens) auf JaHuWaH. In dieser Gnade stehen wir. Und worin sollten wir uns sonst entsprechend rühmen? ”..und rühmen uns in der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit JaHuWaHs (Gottes)” (Röm 5,2). Also nicht in derjenigen des Jahushua.

Nach dem unangefochtenen Zeugnis der Bibel, des TaNaCH, wird der Mensch immer allein durch das Vertrauen zu JaHuWaH, den Glauben, gerechtfertigt. Aber schon mancher verlor die Beziehung zu JaHuWaH, aus was für Gründen auch immer. Gerade die Propheten, die Rabbis, die Pharisäer als Schriftgelehrten und die Eltern, hatten die Aufgabe diese verlorenen “Schafe” wieder zurück zum Hirten des Lebens, zu JaHuWaH, zu führen. Durch sie, ihre Wirksamkeit, durch die Wirksamkeit jedes einzelnen von ihnen, zu seiner Zeit, an seinem Platz, fanden in jeder Generation viele wieder den Frieden mit JaHuWaH. Sie erkannten ihre Berufung und sahen sich wieder neu als Träger der Verheissungen die Abraham für die Menschheit gegeben worden waren. Dies geschah durch Moshe, durch Elijahu, durch Elisha, durch Natan, durch Jeshajahu (Jesaja), durch Jirmejahu (Jeremia), durch Jahushua (Jesus), durch, durch..!

Der zweite verheerende Irrtum des Paulus (Kirchenväter) lag nun darin, dass er Jahushua aus all diesen Zeugen und aus der Wirksamkeit seiner Zeit herausnahm. Durch Jahushua kamen nur solche zurück zur Herde JaHuWaHs, die mit ihm zu seinen Lebzeiten in Verbindung kamen, niemand davor und niemand danach. Paulus (Kirchenväter) aber stellte ihn nun als denjenigen hin, der nicht nur während der Zeit seiner Wirksamkeit Menschen zu JaHuWaH führte, sondern als eine Gottheit durch die alle Menschen zu JaHuWaH zurückgeführt werden müssen, durch die allein der Mensch den Frieden mit JaHuWaH finden kann.

Damit spricht er allen die persönliche Rechtfertigung aus Glauben an JaHuWaH, die Wiedergeburt in JaHuWaH, ab und bindet die Erlösung des Menschen an den Glauben an die neugeschaffene zweite Gott-Person Jesus Christus. Ohne ihn gibt es, nach dieser neuen (griechischen) Lehre, keine Rechtfertigung vor JaHuWaH mehr. Damit verwirft er die zentralste biblische Botschaft, die bedingungslose Gnade, das bedingungslose Vertrauen auf JaHuWaH, wie Abraham es hatte und worin Abraham vor JaHuWaH gerechtfertigt war (vgl. 1Mo 15,6). Das ist eine neue Lehre. Werkgerechtigkeit wird sie genannt! Weil die Rechtfertigung eines Menschen mit JaHuWaH erstens nur noch über einen Menschen geht und zweitens nur noch über das Werk dieses Menschen, nämlich seine Qualen und sein Blut, das die erste Gott-Person haben muss um sich versöhnen zu lassen. Diese neue Lehre, die aus dem griechischen Götterkulten geboren worden ist, ist schrecklich makaber und absurd! sie widerspricht dem gesamten biblischen Zeugnis!

Damit sind Auseinandersetzungen verknüpft. Das sollte uns nicht irritieren, “denn die Liebe JaHuWaHs (Gottes) ist ausgegossen in unsere Herzen durch seinen Geist (den Heiligen Geist), der uns gegeben worden ist” (Röm 5,5). Wann? Als wir ihm unser Vertrauen schenkten wie Abraham, ihm vertrauten. Seither suchen wir sein Angesicht täglich neu. Gerade weil wir in unseren täglichen Schwachheiten sein Erbarmen brauchen. Mit viel Freude und Dankbarkeit dürfen wir seine Weisungen studieren und umsetzen – so gut es geht und wir das vermögen. Dann folgen in Römer 5 wieder chaotische Aussagen, die dem zusammenhängenden biblisch-prophetischen Wort vollkommen widersprechen. Das aber kann uns nicht mehr erschrecken.

“Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich JaHuWaH über die, die sein Angesicht suchen” (Ps 103,13). Mit diesem Zeugnis wünsche ich allen einen gesegneten Shabbat. Shalom Uvracha, Frieden und Segen!

Gregor Dalliard