Die biblische Gemeinde. Zur Entstehung der Pseudogemeinde. Teil 5

Glaubensimpuls 246

Wir schlossen den letzten Gim mit der folgenden Aussage ab: „Einzig die Liebe zu JaHuWaH verändert den Menschen. Die Thora lehrt die JaHuWaH-Liebe, die mit der Nächstenliebe einherschreitet, als die höchste und wichtigste Weisung im Leben eines Menschen. Was alle gläubigen Juden, alle Propheten und Rabbis bis dahin bestätigten, das bestätigte auch Jahushua von Nazareth.“ Gerne wollen wir uns an diese Grundregel, die ein erbauliches Zusammenleben immer wieder neu ermöglicht, erinnern und sie mit grosser Bereitwilligkeit umsetzen:

„Und einer der Schriftgelehrten, der gehört hatte, wie sie miteinander diskutierten, trat hinzu, und da er wusste, dass er ihnen gut geantwortet hatte, fragte er ihn: Welche Weisung (Gebot) ist die erste von allen? Jahushua antwortete ihm: Das erste ist: Höre, Israel: JaHuWaH, unser Erlöser, ist der einzig EINE; und du sollst JaHuWaH, deinen Erlöser (Gott), lieben aus deinem ganzen Herzen und aus deiner ganzen Seele und aus deinem ganzen Verstand und aus deiner ganzen Kraft. Das zweite ist dies: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Grösser als diese ist keine andere Weisung (Gebot). Und der Schriftgelehrte sprach zu ihm: Recht, Lehrer, du hast nach der Wahrheit (Thora) geredet; denn er ist einzig EINER, und es ist kein anderer ausser ihm; und ihn zu lieben aus ganzem Herzen und aus ganzem Verständnis und aus ganzer Seele und aus ganzer Kraft und den Nächsten zu lieben weil er ist wie ich (die gleichen Bedürfnisse hat wie ich), ist viel mehr als alle Brandopfer und Schlachtopfer“ (Mk 12,28-33).

Die beiden Schriftgelehrten und Pharisäer, Jahushua von Nazareth und der nicht namentlich genannte, diskutierten also über die wichtigsten Inhalte des Tanach, der Bibel. Sie waren sich mit den übrigen Pharisäer darin einig. Die Gemeinde JaHuWaHs muss darum auf diese Inhalte der Thora achten, sie wertschätzen, pflegen, hegen und weitervermitteln. Wir sind unendlich froh und dankbar haben uns die Juden diese Grundregeln des Lebens, wie sie in der Bibel stehen, vermittelt. Sie sind für jedes dauerhafte menschliche Auskommen das eigentliche und ausnahmslos notwendige Fundament, für jeden Bereich des Zusammenlebens.

Die Lehrinhalte und die Glaubenspraktiken des Christentums sind letztendlich nichts anderes als ein perfektes Gemisch der unterschiedlichsten heidnischen Kulte mit biblischen Wahrheiten. Es war das Ziel des römischen Kaisers Konstantin und der späteren Kaiser eine einzige Religion im römischen Reich durchzusetzen, eine jüdisch-bibblische Ersatzgemeinde, die ihm willfährig sein sollte. Sie sollte die wahre Gemeinde JaHuWaHs, die abrahamitische, israelitisch-jüdische, diffamieren, verdrängen, auslöschen und ersetzen. Die römischen Kaiser, bzw. Könige, duldeten in ihrem Reich keinen andern Kaiser oder König. Niemand durfte einem andern dienen ausser dem Gott-Kaiser und seinen Göttern. Die wahre Gemeinde war nach dem römischen Recht die Gemeinde der Götter, das Volk der Götter, regiert vom Kaiser-Gott. Die vielen Religionen in einem so grossen Reich bargen das Risiko von Bürgerkriegen in sich. Vor allem die sich ständig streitenden Christen, die sich über das Wesen des neuen König/Kaiser, den entjudaisierten Gott Jesus, in die unterschiedlichsten Auffassungen und Richtungen positionierten und radikalisierten, drohten in Bürgerkriege auszuarten.

Um dieses drohende Unheil abzuwenden riefen die Kaiser nacheinander sämtliche christliche Kirchen im ganzen römischen Reich in Konzilien zusammen. Unter der Beratung der herbeigerufenen angesehensten heidnischen Philosophen wurde eine Christus-Gottheit geschaffen die alle Elemente der religiösen heidnischen Traditionen und biblische Aussagen miteinander in sich barg und miteinander verband. Es wurde eine Weltkirche geboren, als Gegengemeinde zu der bestehenden biblischen Gemeinde. Auf dem ersten Kirchenkonzil, das 325 v.u.Z. in Nizäa vom römischen Staat einberufen worden war, wurde diese Bestimmung ohne Wenn und Aber festgelegt. Auf diesem politischen antijüdischen Regelwerk ist das Neue Testament überarbeitet worden, so wie wir es heute lesen.

Die Bischöfe wurden gezwungen mit ihren Unterschriften ihre Unterwerfung unter den staatlich verordneten Konsenz, unter der neuen Reichsreligion, dem Christentum, zu bezeugen. Daraus erwuchs die Weltkirche unter der Führung des Bischofs von Rom, des Papstes. Wer nicht unterschrieb wurde verbannt, vergiftet, ermordet. Das ist die Basis des Christentums! Diese Praxis wurde in unseren katholischen Gegenden noch vor nicht zu langer Zeit praktiziert. Der erste heidnische Alleinherrscher, Kaiser Konstantin (Kaiser 306-337), der um die politische Stabilität seines Reiches und um seinen Machterhalt besorgt war, trat zuvor, unter dem Einfluss seiner Mutter Helena, rein formell, äusserlich, zum Christentum über.

Als Christ, Mitglied der neuen Gemeinde, lehnte er die Taufe bis kurz vor seinem Tod ab, obwohl sie, nach der christlichen Lehre, den Heiden erst zum erlösten Menschen, d.h. zum Christen machte. Er glaubte was die Pseudogemeinde der Christen lehrte: durch das Taufritual des Priesters würden alle Sünden auf der Stelle abgewaschen und dem feierlichen Einzug in den Himmel stünde durch das vollbrachte Menschenopfer des Gottes Jesus nun nichts mehr im Wege. Warum dankt die christliche Pseudogemeinde den Juden nicht, dass sie ihren angeblichen Jesus-Gott ermordeten? Wie hätte denn Kaiser Konstantin, und Milliarden Christen nach ihm, Vergebung der Sünden erlangen und den freien Einzug in den Himmel schaffen sollen</strong> ohne das vergossene Blut ihres Jesus-Gottes? Darüber müssten die christlichen Kirchen und Gemeinschaften endlich einmal etwas nachdenken und der Welt eine ehrliche Antwort geben!

In seinem Denken und Handeln blieben die römischen Kaiser, wie übrigens das ganze Christentum, den antiken Gottheiten verpflichtet. Das bestätigen seine Verbrechen an seinen Familienangehörigen, nachdem er offiziell Christ geworden war. Das römische Reich war in der Gottheit Sol invictus, lat. „unbesiegter Sonnengott“ vereinigt. Diese römische Reichsgottheit entspricht dem griechischen Helios und wird im 3.Jh. mit Zeus gleichgesetzt. Kaiser Aurelian hatte 274 den Sonnengott Sol zum „Herrn des Römischen Reichs“ (dominus imperii Romani) erhoben und richtete für ihn den offiziellen Staatskult ein.

Dass er rein äusserlich, aus einer zweckbestimmenden Motivation heraus, das Christentum definitiv formte, d.h. der paulinischen Religion den vollständigen heidnischen Hut aufsetzte, beweist seine unveränderte Anbetung, die er der Gottheit Sol invictus, lateinisch: „unbesiegter Sonnengott“, unter dem Namen der Gottheit „Jesus“, weiterhin entgegenbrachte. Der Geburtstag des „Sol invictus“, des Sonnengottes, wurde ab 274, am 25.Dezember, als der „dies natalis Solis invicti“ begangen, d.h. als der „Tag der Geburt der unbesiegbaren Sonne“. Diese Gottheit wurde nun in Jesus oder Christus oder auch Jesus Christus, umbenannt. Ihr war der Sonnentag, d.h. der „Sonntag“ geweiht. Der Sonnengott galt als Gott der Auferstehung. Darum wurde der entjudaisierte Jahushua von Nazareth zur auferstandenen Jesus-Gottheit erklärt und in die Rolle des täglich und alljährlich auferstehenden Sonnengottes geschoben.

Geschickt, und mit einem unermesslichen Aufwand, wusste schon der Kirchenvater Paulus den entjudaisierten Jesus-Gott in das Verständnis und in die Rolle der alten antiken Staatsgottheiten einzufügen. In absoluter perfekter Weise wusste er diesen neuen Jesus-Gott in den alt eingesessenen Invictus-Kult einzubauen. Das ist ihm in einzigartiger Weise gelungen. Diese Verführung gelang ihm ausserordentlich perfekt. Dagegen aber wehrten sich alle jene, die der Gemeinde treu blieben! Dieser absoluten Verführung der heidnisch-christlichen einflussreichen Kirchenväter musste widersprochen werden. Das ging nur, indem sich die Verteidiger der biblischen Gemeinde und der Wahrheit auf die zusammenhängende biblisch-prophetische Botschaft beriefen.

Der Kirchenvater Paulus konterte und lehrte entsprechend: „Wenn aber gepredigt wird, daß Christus aus den Toten auferweckt sei, wie sagen einige unter euch, dass es keine Auferstehung der Toten gebe? Wenn es aber keine Auferstehung der Toten gibt, so ist auch Christus nicht auferweckt; wenn aber Christus nicht auferweckt ist, so ist also auch unsere Predigt inhaltslos, inhaltslos aber auch euer Glaube. Wir werden aber auch als falsche Zeugen Gottes erfunden, weil wir gegen Gott bezeugt haben, daß er Christus auferweckt habe, den er nicht auferweckt hat, wenn wirklich Tote nicht auferweckt werden. Denn wenn Tote nicht auferweckt werden, so ist auch Christus nicht auferweckt. Wenn aber Christus nicht auferweckt ist, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden. Also sind auch die, welche in Christus entschlafen sind, verlorengegangen. Wenn wir allein in diesem Leben auf Christus gehofft haben, so sind wir die elendesten von allen Menschen. Nun aber ist Christus aus den Toten auferweckt, der Erstling der Entschlafenen..“ (1Kor 15,12-20).

Die Auferstehungsfeiern der Christen an Ostern sind nichts anderes als die Feier der alljährlich wiederkehrenden Sonnenwendtraditionen. Dazu gehören die entsprechenden Rituale. Das Sonnenwendfest zur Ehre des Sonnenottes „Sol invictus“ wird heute auch Osterfest genannt, Tag der Auferstehung zur Ehre des Sonnengottes, der nun Christus heisst. Der Sonnenchristus musste auferstehen. Wäre er nicht auferstanden, dann wäre er mit den aufgehenden Sonnengottheiten, die im „Sol invictus“ vereinigt worden waren, nicht identifizierbar gewesen. Er musste darum sehr früh, bei der anbrechenden Morgenröte, der noch versteckten aufgehenden Sonne, auferstehen, damit die Frauen früh am Morgen das Grab leer finden konnten. „Und sie kommen sehr früh am ersten Wochentag zu der Gruft, als die Sonne aufgegangen war“ (Mk 16,2).

Die Morgenröte ist im Christentum Symbol der Auferstehung. Der Jesus-Gott ist als die Sonne auferstanden, aufgegangen und zwar an keinem andern Tag als am Tag des grossen römischen Staatsgottes Sol invictus, am Sonnentag, Sonntag. Wenn wir die Pessachfeier nach dem jüdischen Kalender verfolgen, dann hätte Jahushua am Montag auferstehen müssen. Sonst stimmen alle sogenannten Aussagen über die Auferstehung des Jesus-Gottes am dritten Tag überhaupt nicht. Hier haben wir es ein weiteres Mal mit einem Verwirrspiel der Kirchenväter zu tun!

Der römische Sonnengott „Sol invictus“ erschien darum Kaiser Konstantin in der Form des Jesus-Gottes, in der Form eines Kreuzes in der Sonne, bzw. in den Wolken neben der Sonne. Damit war für die römische Masse der Beweis erbracht, dass der Sonnengott niemand anders sein konnte als der entjudaisierte Jahushua von Nazareth, der gekreuzigt, gestorben und auferstanden sein musste. Wie anders hätte er dem Kaiser als aufgehender Sonnengott erscheinen können! Mit diesem Zeichen offenbarte er dem Kaiser den Sieg über alle Völker. Eine Ähnlichkeit finden wir in der mystischen Kreuzeserfahrung Hitlers, der überzeugt war mit dem Kreuzesbanner, mit dem Zeichen des Kreuzes, die Welt zu erobern.

Wie wir bereits wissen, wurde auf den Konzilien aus dem Juden Jaushua von Nazareth definitiv eine heidnische Gottheit entwickelt und den heidnischen Grossgottheiten angepasst. Alle im römischen Reich wurden schrittweise zu dieser heidnischen Staatsreligion verpflichtet. Das was bis dahin noch an biblischen Überresten übrig geblieben war wurde auf den Konzilien von Nizäa und Konstantinopel entweder völlig umgedeutet oder völlig ausgeräumt und den traditionsreichen heidnischen Religionen angepasst. Diese Dinge zu wissen sind wichtig, wollen wir das vergangene Unrecht und die Verbrechen an den Juden wieder gutmachen und den aufkeimenden Judenhass innerhalb der EU-Führung stoppen. Das geschieht nur durch Umkehr zu der biblischen Gemeinde und schenkt uns unermessliche innere Freude.

Mit den folgenden Worten des Der Psalmisten grüsse ich alle herzlich und wünsche allen einen tiefsinnigen erholsamen Shabbat: „Halleluja! Preisen will ich JaHuWaH von ganzem Herzen im Kreis der Aufrichtigen und der Gemeinde. Gross sind die Taten JaHuWaHs, zu erforschen von allen, die Lust an ihnen haben. Majestät und Pracht ist sein Tun, seine Gerechtigkeit besteht ewig. Er hat ein Gedächtnis gestiftet seinen Wundern, gnädig und barmherzig ist JaHuWaH“ (Ps 111,1-4).

Gregor Dalliard