Während Kepha (Petrus) noch diese Worte redete, fiel (die Beziehung Jahwehs) der heilige Geist auf alle, die das Wort hörten“ (Apg 10,45

Glaubensimpuls 71

Wegen der Fragen zum letzten Gim 70 möchte ich erst im nächsten Gim 72 auf Simon den Zauberer eingehen. Hier die Fortsetzung vom letzten Gim. Nachdem Kepha und Jochanan in Shomron also „das Wort Jahwehs bezeugt und geredet hatten“ (Apg 8,25), legten sie den Berufenen von Shomron die Hände auf. Die Jünger waren Juden und als solche wussten sie – mehr als jemand anders – dass zuerst das Wort Jahwehs, das uns in der Thora, Propheten und Schriften geschenkt ist, in seinem heilsgeschichtlichen Zusammenhang bezeugt und geredet werden musste. Nur so konnten sie, und können auch wir, die wunderbaren Wege Jahwehs verstehen, die er sich vorgenommen hat. Erstens für sein Volk, d.h. für verirrte aus Juda und für die „verlorenen“ Schafe Israels (Israel-Nationen) und damit zweitens auch für uns und drittens für alle Menschen, d.h. für die übrigen aus den verheideten Israel-Nationen und alle Heiden und viertens für seine ganze Schöpfung (vgl. Apg 15,13-17; Ps 22,28-30; 1Kor 15,20-28; Phil 2, 9-11; Röm 8,18-23 u.a.m.). Wer sich auf die Bibel beruft aber aus diesem prophetischen Heilsgefüge ausbricht, beschreitet eigene gefährliche Wege und endet in den radikalen fundamentalistischen Lehren, die zum Antijudaismus (Ersatztheologie, Enterbungstheologie d.h. die Kirche, bzw. die Kirchen sind an die Stelle Israels, bzw. der Juden, getreten und der Jesus der Kirchen sei der Jahshua der Bibel) führen, so wie wir sie in den Lehren der Kirchen und christlichen Gemeinschaften allgemein vorfinden. Das ist der Weg ins religiöse Chaos, der Weg des Anti-Mashiach, des Anti-Messias, verständlicher: des Antichrist. Das ist nicht der Wille Jahwehs.

Weil die Jünger also um diese prophetischen Heilszusammenhänge wussten, führten sie die ihnen Anvertrauten mit höchstem Verantwortungsbewusstsein, in Treue und Liebe zum Wort, in diese geoffenbarte Heilsfülle hinein. Sie wussten genau, dass Jahweh allein die Herzen jener öffnet, die gerettet werden sollen. „Jahweh aber tat täglich hinzu, die gerettet werden sollten (Apg 2,47; 4,4; 5,14; 6,7; u.a.m.). Jene, deren Herz Jahweh öffnete (vgl. Lydia Apg 16,14, die Juden in Beröa Apg 17, 10 u.a.m.) gingen bereitwillig auf das ein was die Apostel verkündeten. Sie sogen das Gesagte, das ihnen prophetisch zusammenhängend und fundiert vermittelt wurde, buchstäblich in sich auf. Sie wurden von innerer Betroffenheit, Freude und Dankbarkeit überwältigt. Während dieses Prozesses lässt Jahweh seinen Geist fliessen, giesst ihn über und mit dieser Botschaft in die Herzen der Hörenden: „Der Geist Jahwehs ruht auf mir“ (Jes 61,1). Diese Botschaft löst eine Fülle von Freude und Dankbarkeit aus, die im Augenblick alles andere zurückstellt.  Auf das bereitwillige Hören und das gehorsame Aufnehmen des prophetischen Wortes liegt der Geist Jahwehs und damit sein besonderer Segen. Ein Segen der durch den praktischen Alltag führt, bleibend trägt und hält. Die Handauflegung war kein unabhängiger Akt, losgelöst von der Verkündigung des Wortes. Das verkündete Wort überzeugte und überführte die Zuhörer zutiefst und setzte sie frei. Mit diesem Prozess verbunden können Wunder und Heilungen geschehen – innere und äussere. Das verkündete Wort und das Ergriffen-sein von oben, von Jahweh, löste einen übersprudelnden Jubel der Danksagung aus und kann durchaus in ein Zungenreden münden. Die Handauflegung war also ein abschliessender Akt dieses Segens, ein äusserer Akt der auch die Bestätigung der Zugehörigkeit zum Vater bekundete.

Ein sehr bewegendes Ereignis, das den Wiederherstellungsprozess zwischen Juda und den „verlorenen“ zehn Stämmen veranschaulicht ist uns in der Geschichte der Apostel in Kap. 10 – Kap. 11,18 berichtet. Kepha wurde von Jahweh berufen Kornelius und sein Haus in die volle Beziehung zu Jahweh zurückzuführen. Kornelius ein römischer Hauptmann einer militärischen italischen Einheit, „fromm und jahwehfürchtig mit seinem ganzen Haus, der dem Volk viele Almosen gab und allezeit zu Jahweh betete – sah in einer Erscheinung ungefähr um die neunte Stunde des Tages deutlich, wie ein Engel (Bote) Jahwehs zu ihm hereinkam und zu ihm sagte: Kornelius! Er aber sah ihn gespannt an und wurde von Furcht erfüllt und sagte: Was ist, Herr (Engel)? Er sprach aber zu ihm: Deine Gebete und deine Almosen sind hinaufgestiegen zum Gedächtnis vor Jahweh. Und jetzt sende Männer nach Joppe und lass Simon holen; dieser beherbergt bei einem Gerber Simon, dessen Haus am Meer ist..“ (Apg

  1. 2-6). Männer, die nicht beschnitten waren, aber zu Jahweh beteten nannte man Jahwehfürchtige (Gottesfürchtige). Ein Jude betrat nie das Haus eines Unbeschnittenen, darum weigerte sich Kepha zuerst vehement gegen die Botschaft Jahwehs (vgl. Apg 10, 11-14).

Obwohl dieser Hauptmann mit seinem Haus jahwehfürchtig war und zu Jahweh betete fehlten ihm doch die prophetisch-heilsgeschichtlichen Kenntnissse und Zusammenhänge. Es fehlte ihm die tiefe wortgegründete Beziehung von Jahweh und zu Jahweh. Es fehlte ihm die Kenntnis über den Sinn und Zweck der Sendung Jahshuas. Darum gebot ihm ein Engel Kepha zu rufen.

Kornelius sagte zu Kepha und seinen Begleitern: „Jetzt sind wir nun alle vor Jahweh zugegen, um alles zu hören, was dir von Jahweh aufgetragen ist“ (Apg 10,33). Kepha sagte unter anderem: „..mir hat Jahweh gezeigt, keinen Menschen gemein oder unrein zu nennen.. In Wahrheit begreife ich, dass Jahweh die Person nicht ansieht, sondern in jeder Nation (Israel-Nationen, „verlorene“ zehn Stämme) ist, wer ihn fürchtet und Gerechtigkeit wirkt,  ihm angenehm“ (Apg 10,28b.34-35). Jahweh hatte Kepha nämlich geoffenbart, als er sich weigerte in das Haus eines Unbeschnittenen zu gehen: „Was Jahweh gereinigt (ausgesondert) hat, mach du nicht gemein erklär du nicht für nicht ausgesondert“ (Apg 10,15). Kepha lernte verstehen, dass es der Wille Jahwehs ist über Jahshua und den Dienst der Apostel und den Dienst aller zukünftigen Verkündiger, die „verlorenen“ Schafe Israels zu sich heimzuholen, d.h. zur Sohnschaft zurückzuführen, aber, wie Shaul schreibt: „Jeder aber in seiner Ordnung“ (1Kor 15,23, vgl. Apg 15, 13-17). Kepha konnte nun ohne Hemmungen das Haus des Kornelius betreten und von diesem Heilswillen Jahwehs, den er durch Jahshua hat wirksam werden lassen, sprechen: „Das Wort, das er den Söhnen Israels gesandt hat, indem er Frieden verkündigte durch Jahshua HaMashiach – dieser ist aller Herr -, kennt ihr: die Sache, die, angefangen in Galiläa, durch ganz Judäa hin geschehen ist, nach der Taufe, die Jochanan (Johannes) predigte: Jeshua von Nazareth, wie Jahweh ihn mit heiligem Geist und mit Kraft gesalbt (zum Jahshua = Jahweh rettet gemacht) hat, der umherging und wohltat und alle heilte, die von dem Teufel überwältigt waren; denn Jahweh war bei ihm..“ (Apg 10, 36-38).

Im Zentrum der Botschaft Jahshuas stand immer die Rückführung der „verloren“ Schafe aus den zehn Stämmen zu Jahweh dem himmlischen Vater um Frieden zu schaffen zwischen Juden und den (Israel-) Nationen (vgl. Mt 15,24; Jo 10,16; 11, 51-52 u.a.m.) Die Träger der Verheissungen an Abraham sind diejenigen die einmal die Menschheit für Jahweh evangelisieren werden. Zuvor aber muss eine Auswahl zurück zum Vater geführt werden. Von den längst verheideten Israel-Nationen (zehn „verlorene“ Stämme) wusste und weiss niemand mehr etwas von seiner Herkunft und von den wunderbaren heilsgeschichtlichen Bündnissen und Verheissungen an Abraham. Doch diese Bündnisse und Verheissungen sind vom himmlischen Vater nie aufgehoben worden. Für den himmlischen Vater, die Propheten, Jahshua, die gerechten Juden und die Apostel bleiben sie für immer unwiderruflich (vgl. Ps 89, 34-35; Jer 31,31-34; Hebr 8,8-13; Röm 3,3-4; 9,5-6; 11,29 u.a.m.).

Kepha nun konnte ihnen alles erklären. Er konnte ihnen diese heilsgeschichtlichen Zusammenhänge anhand des prophetischen Wortes aufdecken und darlegen. Bisher galten Kornelius und sein Haus als „entfremdet dem Bürgerrecht Israels und Fremdlinge hinsichtlich der Bündnisse der Verheissung..“ (Eph 2,12). Shaul weist wie Kepha auf dieses zentrale wunderbare Heilsgeschehen hin: „Jetzt aber, in der Jahwehbeziehung des Jahsshua HaMashiach, seid ihr, die ihr einst fern wart, durch das Blut (d.h. durch die bedingungslose Treue Jahshuas zum Vater und zu seinem Auftrag bis zum letzten Blutstropfen) des Mashiach nahe geworden. Denn er ist unser Friede (brachte uns in den Sohnesstand zurück). Er hat aus beiden (Juda und Israel) eins gemacht (indem er uns zurückbrachte), und die Zwischenwand der Umzäunung (unser Götzendienst, Gerichtszeit, Zeit ohne Jahweh) abgebrochen. Mit seinem Fleisch (d.h. in seinem Leben, Dienst und Zeugnis) hat er die Menschengebote (Gesetze von Menschen, z.B. ultraorthodoxer Juden, vgl. Mt 15, vor allem Verse 3 und 6) beseitigt um die zwei – Frieden stiftend –  durch seinen Dienst zu einem neuen Menschen (auf Jahweh hörend vereint) zu schaffen und die beiden als ein Leib, als Sohn, vor Jahweh zu bringen, durch das Holz (durch seine Hingabe bis zum letzten Blutstropfen), durch das er die Feindschaft getötet hat. Und er kam und hat Frieden verkündigt euch, den Fernen (Entfremdeten, Israel) und Frieden den Nahen (Juda). Denn durch ihn haben wir beide (nun zusammen mit solchen aus den „verlorenen“ zehn Stämmen, die eingepfropft werden vgl. Röm 11,17ff) im Geist den Zugang zum Vater..“ (Eph 2, 13-18). Gewaltig diese Zeugnisse! Wir tun gut daran von Vers 18 an weiter zu lesen bis und mit Kap. 3! Diese Botschaft ist umwerfend. Ein Grund zu bleibender Freude und Danksagung.

So etwas hatte das Haus des Kornelius noch nie gehört – auch ich nicht, als ich noch Priester und Kirchenmensch war. Diese Botschaft erfüllte das ganze Haus des Kornelius. Sie wurden wie berauscht. „Während Kepha noch diese Worte redete, fiel der heilige Geist (die Beziehung Jahwehs) auf alle, die das Wort hörten. Und die in Beziehung zu Jahweh stehenden aus der Beschneidung (Juden), so viele ihrer mit Kepha gekommen waren, gerieten ausser sich (vor Freude), dass auch auf die (Israel-) Nationen die Gabe des heiligen Geistes ausgegossen worden war; denn sie hörten sie in Zungen reden und Jahweh erheben. Dann antwortete Kepha: Könnte wohl jemand das Wasser verwehren, dass diese nicht getauft würden, die den heiligen Geist (die Jahwehbeziehung) empfangen haben wie auch wir? Und er befahl, dass sie getauft würden auf den Namen Jahshua HaMashiach. Dann baten sie ihn einige Tage zu bleiben“ (Apg 10, 44-48).

Das letzte Sätzchen von Vers 45 bezeugt das Ziel: „.. denn sie hörten sie.. Jahweh erheben“! Das ist genau das was alle Propheten, Jahshua und die Apostel wollten. Das war die Absicht und das Ziel aller Lehre, Unterweisung und Verkündigung. Bei der Tempelweihe nahm Salomo dieses prophetische Wort in den Mund „..damit alle Völker der Erde deinen Namen erkennen..“  (2 Chr 6,33; Ps 86,9; Jes 2,2ff; vgl. Jo 17,3).

Nicht die Taufe oder sonst ein Ritual stand im Vordergrund, sondern die Beziehung von Jahweh zu ihnen und ihre Beziehung zu Jahweh und zu seinem Heilsplan. Das kann in kirchlichen Kreisen nicht genug betont werden. Die Taufe folgte danach und zwar als Zeichen der aufrichtigen Jahwehbeziehung, als Zeichen des Gehorsams gegenüber Jahweh und als Zeichen der Sohnschaft in Jahweh. Handauflegung  (Zungenreden) und Wassertaufe sind und bleiben immer äussere Zeichen die ein inneres Geschehen mit Jahweh, eine innere Beziehung zu Jahweh vorausschicken und bestätigen und damit die Zugehörigkeit zu Jahweh zum Ausdruck bringen.

Lasst uns immer wieder neu – jeder auf seine Weise und nach seinen Möglichkeiten – Jahweh erheben. In dieser Freude danken wir für die mutigen und treuen Zeugen vor rund 2000 Jahren. Jetzt ist „unsere“ Zeit! Mit einem herzlichen Shabbat Shalom

Gregor Dalliard