„Geht aus ihr hinaus, mein Volk“ (Offb 18,4) Teil 2

Glaubensimpuls 84

Wen meint Jahweh mit „mein Volk“? Gehören nicht alle Völker Jahweh? Hat er sie nicht alle geschaffen? Ist Jahweh parteiisch, ein Rassist? Bervorzugt er etwa das israelitisch-jüdische Volk? Ist diese Aussage nicht bloss dem israelitisch-jüdischen Fanatismus zuzuordnen? Vor Jahweh sind doch alle Menschen gleich? Fragen über Fragen, die nicht wenige im Zusammenhang dieser Aussage beschäftigen. Ernsthafte und oberflächliche Bibelleser, Kirchgänger und der Kirche Fernstehende, Gläubige wie Ungläubige.

Die Herrscher grosser Reiche und die Führer grosser Religionen, allen voran die Kirchenväter, das Papsttum und die christlichen Kirchen, durch die der Islam im Judenhass theologisch und philosophisch inspiriert worden ist, wollten und wollen das auserwählte Volk Jahwehs vernichten. Die Ablehnung Jahwehs und seiner Ordnungen, die uns zum Wohlergehen dienen würden, der dekadente Eigenwille, Neid, Missgunst und Hass der Völker sind die treibenden Kräfte in diesem Vorhaben. Da ihnen dies nicht gelingen konnte und nicht gelingen kann behaupten sie immer wieder, dass sie das Volk des höchsten Gottes seien. Das ist die Lehre des Vatikans, des  Papstes, die des iranischen Achmadinedschad und vieler anderer. Doch alle diese Schachzüge sind zum Scheitern verurteilt. Die Völker schneiden sich damit nur ins eigene Fleisch.

„Die Kirche ist das Volk Gottes“ lehren die grossen Staatskirchen, aber auch die meisten Freikirchen. Andere Gruppen, die nichts mit den Kirchen zu tun haben wollen, sagen: „wir sind das Volk Gottes. Wir sind ja schliesslich auf den Namen Jesus getauft und nehmen die Bibel wortwörtlich ernst“. Sie alle sind sich jedenfalls in der irrigen Meinung einig, dass die Nachkommen Abrahams, also das israelitisch-jüdische Volk, nicht mehr das Volk Jahwehs ist, weil dieses Volk, und damit alle Juden, Jahshua abgelehnt hätten. „Die Juden haben Jahsua abgelehnt und Gott gekreuzigt“, so lautet die nicht den geschichtlichen und biblischen Fakten entsprechende ideologisierte Behauptung und Anklage der Kirchen. Jahweh hätte darum (gleich einem Rachegötzen) sein Volk ein für allemal verworfen und habe die Kirche, das heidnisch-hellenistische Christentum, an die Stelle Israels als sein Volk berufen und mit der Kirche einen neuen Bund geschlossen, mit der er nun das Heil für die Völker wirke. Diese dämonisierende und dogmatisierte Irrlehre, die dem Willen und der Offenbarung des himmlischen Vaters Jahweh, und damit dem prophetischen Wort der Bibel, eindeutig widerspricht, sitzt seit der Zeit der frühen Kirchenväter in den Köpfen der Kirchenmenschen und prägt die Denk- und Redekultur einer Masse von Menschen, auch im politischen Leben.

Solange der Vatikan nicht zu der biblischen Offenbarung und dem prophetisch zusammenhängenden Wort zurückkehrt und umsinnt, wie das in den Anfängen der Fall war, und dieses Dogma nicht widerruft und aufhebt werden auch die Ostkirchen, die Freikirchen und der überwiegende Grossteil der politischen Weltelite an dieser ersatztheologischen Irrlehre festhalten. Da nützen alle interreligiösen Gespräche, päpstlichen Synagogenbesuche und noch so viele Pro-Israel-Veranstaltungen und  Kundgebungen vieler Freikirchen nichts (vgl. Gim 44; 48). Die Umsinnung muss aus dem biblisch-prophetischen Wort des himmlischen Vaters heraus geschehen und ihr müssen glaubens- und lehrmässig Taten folgen. Wo bleiben diese Konsequenzen zur Ehre unseres Schöpfers Jahweh?

Es werden zwei biblische, bzw. geschichtliche Tatsachen übersehen. Erstens glaubten und hörten damals die meisten Juden auf Jahshua, nur ein kleiner Teil lehnte ihn ab (vgl. Gim 42; 76). Zweitens liess das brutale römische Rechtssystem keinen König und kein neues Reich neben dem bestehenden zu. Die Pfählung Jahshuas nach dem Gesetz der Römer und die Tausender von Juden hat nichts mit der Einstellung der Juden Jahshua gegenüber zu tun (vgl. Gim 76).

Zwei wichtige biblisch-prophetische Tatsachen erklären uns warum sich  Jahweh ein Volk erwählt, berufen und von allen Völkern ausgesondert hat. Unser himmlischer Vater, der Schöpfer allen Lebens, aus dem und durch den und von dem alles Leben geworden ist und zu dem alles Leben zurückkehrt (vgl. Röm 11,36; 1Kor 15,28), will erstens seine Schöpfung vollkommen wiederherstellen. Das ist seine zentrale frohe Botschaft an die Menschen. Es ist sein Evangelium an seine Schöpfung, an die Menschen, an die Tiere, an alles Gewächs, an alles Sichtbare und Unsichtbare, an alles Lebende und alles Tote. „Jahweh ist nicht ein Erlöser der etwas im Tode belässt (nicht ein Gott der Toten), sondern zum Leben führt (sondern der Lebenden)“ (Mt 22,32; vgl. 5Mo 32,39; Jes 26,19; Hes 37, 5-6; Ps 22, 28-30; Ps 90, 1-3; Röm 5,18-19; 11, 8, 19-23; 32-36; 1Kor 15,20-28; Offb 21,5 u.a.m.).

Zweitens vollzieht und erreicht Jahweh diese Wiederherstellung durch Menschen und zwar durch sein auserwähltes Volk, das er extra, wie kein anderes Volk, dazu prädestiniert und mit besonderen Gaben ausgerüstet hat, ob uns das passt oder nicht! Die Erwählung und Ausstattung dieses Volkes soll allen Völkern zugute kommen und ihnen zum Segen gereichen. Darin wird uns die hohe Verantwortung dieses Volkes Jahweh und den übrigen Völkern der Welt gegenüber bewusst gemacht aber auch die entsprechenden Gerichte, wenn es die Beziehung zu Jahweh vernachlässigen, abbrechen und von seiner Aufgabe und Bestimmung abkommen oder wenn es sich, zerstreut unter den Völkern, assimiliert. Bei weitem sind nicht alle leidvollen Wege und Erlebnisse des israelitisch-jüdischen Volkes von Jahweh bestimmte Gerichte. Diese geoffenbarte Tatsache dürfen wir nicht ignorieren.  Nicht etwa weil sich dieses Volk durch besondere Verdienste hervorgetan hätte und die Zuneigung Jahwehs erworben hätte hat Jahweh es ausgesondert aus allen Völkern, sondern allein wegen der Gnade Jahwehs zu ihm (vgl. 5Mo 7,6-8) und  wegen seiner Liebe zu allen irregeleiteten Menschen die allezeit sein Ebenbild sind und bleiben.

Kein geschichtskundiger Mensch kann den Segen des jeweiligen Überrestes des auserwählten Volkes im Laufe der Geschichte übersehen. Der Einfluss auf die Völker der Welt zeigt sich vor allem in der Übernahme grosser Bereiche der israelitisch-jüdischen Rechtsordnung und Ethik. Ebenso das Prinzip der Nächstenliebe, das Massen von Menschen irrtümlicherweise, aber unbewusst, als christliches Prinzip verherrlichen, das sie aber von dem israelitisch-jüdischen Volk übernommen haben. Die soziale, medizinische, wirtschaftliche, technische und kulturelle Entwicklung und der Aufschwung der Völker insgesamt verdanken wir dem Segen Jahwehs den er über dieses sein ausgesondertes Volk stetig weiterreicht. Ein starker Überrest hat in seiner Treue zu Jahweh diesen Segen unter grössten Opfern weiter geleitet und tut dies auch heute noch, selbst wenn abtrünnige Juden an der Spitze des Bösen stehen können (vgl. 5Mo 28).

Alle Völker haben und werden durch die Juden des geistigen und materiellen Reichtums und der Wiederherstellung Jahwehs teilhaftig.  Mit innerer Betroffenheit und tiefer Danksagung dürfen oder müssen wir diese Tatsache zur Kenntnis nehmen und unser Glaubensleben neu ordnen, wollen wir nicht die Plagen (Gerichte) der religiösen Hure empfangen (vgl. Offb 18,4). Sie hat als religiöse Institution fast alle Ordnungen Jahwehs getarnt und trickreich, offiziell ab dem 4. Jh., auf den Kopf gestellt, indem sie diese mit Lügen und Widerspruch vermischte und die Menschen durch ihre religiöse und politische Macht  unter ihr Joch zwang. Sie gab und gibt diese Irrtümer als Worte und Ordnungen Jahwehs aus. Das tut sie fortwährend, auch durch das getarnte Verhalten des gegenwärtigen Jesuitenpapstes. Man muss nur die bestehenden und bleibenden Dogemen, den Codex Iuris Canonici (Kirchenrecht) und die Jesuitenregeln kennen, dann wissen wir woran wir sind! Gerade das ist ihr Kennzeichen und macht sie zur Hure und zum Antimashiach (Antichrist).

Damit das auserwählte Volk Jahweh und seinem Auftrag gerecht bleiben kann, soll und darf es sich nicht den übrigen Völkern und ihren Religionen anpassen. Wenn sich der Grossteil des auserwählten Volkes in der Geschichte doch immer wieder den jeweiligen Völkern angepasst hat und darin „untergegangen“ ist (er verliert sie als Same Abrahams dennoch nie aus dem Auge), ein Überrest hat sich Jahweh immer bewahrt und wird es auch in Zukunft so halten. Wir aus den (Israel-) Nationen dürfen nun teilhaben an ihrem Segensreichtum und Miteinverleibte und Erben sein (vgl. Röm 11,16ff; Eph 3,6). Umwerfend und wunderbar! Nutzen wir diesen Segen!

Jahweh erwählte Abraham, schloss mit ihm einen Bund und gab ihm besondere Verheissungen des Segens und der Wiederherstellung. Diese Bundes-Verheissungen sollten über Abraham allezeit ihre Gültigkeit behalten, auch in, mit und über alle seine Nachkommen (Samen), über Isaak und Jakob. Diese Väter des Glaubens bekamen laufend die Bestätigung des Bundes und der Verheissungen mit dem Zuspruch, dass ihre Nachkommen so zahlreich sein würden wie die Sterne am Himmel, der Sand am Meer und der Staub der Erde. Das sind Bilder, die uns die übergrosse Zahl der Nachkommen (des Samens) Abrahams veranschaulichen wollen. Zwölf Stämme aus denen viele Völker hervorgegangen sind, die aber doch ein Volk sind und bleiben, obwohl sie sich heute gegenseitig kaum oder nicht kennen und obwohl die Mehrheit von ihnen unwissend die Hure Babylons ausmacht. Was macht sie aber trotzdem zu einem Volk? Es ist die Abstammung (Samen) von Abraham, die unweigerlich mit den Segensverheissungen verknüpft bleibt.

Jahweh hat sich bis heute ein Überrest bewahrt und ruft immer wieder Menschen aus diesen Völkern, die unwissend den Samen Abrahams in sich tragen, in die Stellung von Ausgesonderten wie Abraham, Isaak, Jakob, die Propheten, Jahshua, die Apostel und all die treuen Frauen und Männer, Kinder und Jugendliche, die ihn im Alltag ungeteilt lieben und bekennen. Sie sind aufgefordert aus dem Kirchentum hinaus zu gehen, sich von der grossen religiösen Hure zu lösen, dem falschen Messias, dem Antimashiach (Antichrist), der seinen Sitz in der Darstellung der Kirchen und in den verkehrten antijüdischen bzw. antisemitischen Lehren hat. (vgl. Gim 57; 73; 74).

Shaul schreibt im Brief an die römischen Hausgemeinden: „Wie er auch in Hosea sagt: ‚Ich werde Nicht-mein-Volk (die für eine bestimmte Zeit dem Heidentum überlassenen zehn „verlorenen“ Stämme und abtrünnige Juden) mein Volk nennen und die Nicht-Geliebte Geliebte.‘ ‚Und es wird geschehen, an dem Ort, da zu ihnen gesagt wurde: Ihr seid (vorübergehend) nicht mein Volk, dort werden sie Söhne des lebendigen (Gottes) Erlösers Jahweh genannt werden’“ (Röm 9, 25-26, vgl Hos 2,25; 2,1; 1Petr 2,10.25). Bezeichnest du dich als Kind (Gottes) Jahwehs, als Sohn des lebendigen (Gottes) Erlösers Jahweh durch Jahshua und liebst Jahweh ungeteilt wie Jahshua, und wächst in seine Heilsordnungen hinein, dann bist du aus dem Verheissungssamen und -segen Abrahams. Dann freue dich von Herzen!

In dieser Dankbarkeit lasst uns immer tiefer in seine segensreichen Reichtümer hineinwachsen, die uns durch nichts und niemand genommen werden können. In dieser Freude grüsse ich alle herzlich und wünsche allen die sein Volk sind einen zufriedenen und gesegneten Shabbat. Shalom!

Gregor Dalliard