„Geht aus ihr hinaus, mein Volk, damit ihr nicht an ihren Sünden teilhabt und damit ihr nicht von ihren Plagen empfangt..“ (Offb 18,4). Teil 1

Glaubensimpuls 83

Diese herzzerreissende Aufforderung unseres himmlischen Vaters hat für sein Volk an Aktualität nichts verloren. Jochanan (Johannes), vielleicht war es auch ein Schüler des Jochanan, erhielt  diese Aufforderung im Geiste und in der Gesinnung Jahshuas zur Zeit des Kaisers Domitian (röm. Kaiser 81-96 n.u.Z.) auf Patmos, der Insel der Verbannten (heute griechische Insel). Damals durfte ein Schüler den Namen seines Lehrers benutzen um seiner Botschaft das entsprechende Gewicht zu vermitteln. Von Patmos aus wurde diese Botschaft auf Geheimwege zu den Gemeinden Kleinasiens (heute westlichster Teil der Türkei) geschmuggelt.

Die Offenbarung an Jochanan war in den übrigen Gemeinden anfänglich eher unbekannt. Im Zuge der reichsweiten Verfolgung der Juden und damit auch der Mashiachgläubigen (Christenverfolgungen) durch die römischen Kaiser trat sie mehr und mehr für alle Gemeinden in den Mittelpunkt. Als mit dem römischen Kaiser Konstantin, der angeblich der erste christliche Kaiser war, die Wende eintrat und sich die Christen von ihren messianischen Muttergemeinden, den messianischen Juden und den Juden endgültig gelöst hatten wurde der Inhalt dieser Offenbarung von kirchlichen Führern nicht mehr in seiner zusammenhängenden Tragweite verstanden. Irrtümlicherweise wurde sie allein auf die Zeit der Christenverfolgung durch die römischen Kaiser beschränkt. Die fortlaufende Verfolgung der Juden und der messianischen Juden interessierte die Christen, die einen eigenen unbiblischen Weg beschritten, nicht mehr. Da also die Offenbarung an Jochanan nach der kirchlichen Vorstellung, ab Kaiser Konstantin, der Vergangenheit angehörte wurde sie im 4. Jh. definitiv in das von der Kirche neu gesammeltes Schrifttum aufgenommen. Dieses gesammelte Schrifttum setzten sie dann als Kanon, als Neues Testament, den Bundesschriften (BuS = AT) gegenüber.

Die Kirche übersah die Tatsache, dass die Offenbarung an Jochanan gerade von ihr spricht, von ihrer sonderbaren Abartigkeit als Weltkirche, die sich durch die Trennung von den Juden und durch die Verschmelzung mit dem heidnisch-hellenistischen Geist und mit dem römischen Machtgeist zu einem Ungeheuer entwickeln würde.

Zur Erinnerung sei gesagt: Bekannte Schriftteile des heutigen Neuen Testamentes wurden in den Gemeinden gelegentlich als Bekenntnisschriften vorgelesen. Sie wollten die Prophetien der BuS (AT) bestätigen. Sie wurden nie als Teil der Bibel oder als Bibel und schon gar nicht als Extrakanon gegenüber den BuS verstanden. Offiziell wurden diese und andere Schriften erst ab dem 4. Jh. Kanon, als sich die Kirche definitiv aus dem biblischen Offenbarungsgut und den Juden auspfropfte (vgl. Röm 11,16 – 22). Diese Bekenntnisschriften sind wichtig als Zeugnis, als Bekenntnis, die uns den Inhalt der BuS bestätigen wollen, aber sie wollten und wollen  nie ein Gegensatz zu den BuS (AT) darstellen. Durch die Überarbeitung und Anpassung dieser Texte an die jeweilige Dogmenentwicklung bis zum 4.Jh., von Seiten der einflussreichen Kirchenväter und des Bischofs („Papst“) von Rom, entstanden zum Teil wesentliche Widersprüche zur eigentlichen Bibel, zur Thora, den Propheten und Schriften (BuS = AT), zur Bibel Jahshuas und der Apostel.

Die Offenbarung an Jochanan bildet hier eine Ausnahme, weil sie ganz im Stile der Propheten dargestellt ist und sich im geschichtlichen Ablauf auch bestätigte und bestätigt. Dabei schauen wir auf den tatsächlichen Untergang der sieben Gemeinden in Kleinasien und die Eingliederung der übrigen Gemeinden in das vom römischen Geist getragene kirchliche Fangnetz. Wichtig sind dabei die Prophetien an Daniel, die diesen Zusammenhang bestätigen, aber auch die Prophetien an Hesekiel, Jesajah u.a.

„Und ich hörte eine Stimme aus dem Himmel sagen: Geht aus ihr hinaus, mein Volk, damit ihr nicht an ihren Sünden teilhabt und damit ihr nicht von ihren Plagen empfangt, denn ihre Sünden sind aufgehäuft bis zum Himmel, und Jahweh hat ihrer Ungerechtigkeiten gedacht. Vergeltet ihr, wie auch sie vergolten hat, und verdoppelt es ihr doppelt nach ihren Werken..“ (Offb 18,4-6). Jahweh, unser himmlischer Vater fordert sein Volk auf aus Babylon hinauszugehen, Babylon zu verlassen. Der Begriff Babylon zu verlassen heisst im übertragenen Sinn überall dort hinauszugehen wo Jahweh nicht die alleinige Anbetung und Ehre gegeben wird. Hinauszugehen aus Kirchen und Gemeinschaften wo jemand neben Jahweh sein geistiges Vertrauen auch noch auf jemand anderem setzt, anbetet oder anruft. Das war auch die Überzeugung, die Predigt, die Lehre und die Haltung Jahshuas und der Apostel. Jahweh sagt von sich: „Ich bin Jahweh, das ist mein Name. Und meine Ehre gebe ich keinem andern..“ (Jes 42,8). „So spricht Jahweh, der König Israels und sein Erlöser, Jahweh der Heerscharen: Ich bin der Erste und der Letzte, und ausser mir gibt es keinen Erlöser (Gott)“ (Jes 44,6). „Um meines Knechtes Jakob willen und Israels, meines Auserwählten, habe ich dich (Kyrus) bei deinem Namen gerufen. Ich gebe dir einen Ehrennamen, ohne dass du mich gekannt hast. Ich bin Jahweh und sonst keiner. Ausser mir gibt es keinen Gott (Erlöser)“ (Jes 45, 4-5.)

Wir könnten hier noch viele andere Aussagen hinzufügen, die die alleinige Anbetung Jahwehs bezeugen. Die Aufforderung Jahweh allein anzubeten, ihm allein zu vertrauen ist also gar nicht so schwer zu verstehen, aber für viele Bibelleser schwer umzusetzen, weil  menschliche Überlegungen und Prägungen das Leben so mancher Christen bestimmen, mehr als die Offenbarung und die Aufforderung des himmlischen Vaters. Versuchen wir von den katholischen Drei-Personen-Gottheiten weg zu kommen. Sie sind die Eisspitze einer verworrenen, widersprüchlichen religiösen Weltkirche, die unzählige Menschen krank gemacht hat und krank macht. Die Bibel kann uns ganz einfach dazu helfen. Blicken wir beim Bibellesen im Geiste auf zu unserem Schöpfer – wie Jahshua dies tat. Eine unvorstellbare Befreiung vom bisherigen babylonischen Kirchennetz wirkt wie Balsam auf unserer Suche nach der Wahrheit. Jahshua sagte schon im voraus: „..und die Wahrheit wird euch frei machen“ (Jo8,32). Damit stand Jahshua ganz auf der Linie des himmlischen Vaters und der Propheten.

In der frohen Zuversicht, dass noch viele Bibelleser den Mut haben werden, sich vom himmlischen Vater Jahweh, unserem Schöpfer, in die Glaubensmündigkeit führen zu lassen wünsche ich allen einen gesegneten Shabbat. Zum nächsten Shabbatbeginn folgt Teil 2. Mit einem herzlichen Shabbat Shalom

Gregor Dalliard