Der Gedenktag – Jom Jerushalajim am 28. Ijar 5777 (24. Mai 2017). Die ewige Stadt ist 50 Jahre wiedervereinigt! Teil 1

Glaubensimpuls 296

Dieser besondere Gedenktag löst bei Menschen, die nach Bibeltreue streben, tiefe Gefühle aus. Die Bibel kann nur im Zusammenhang mit den Juden und ihrer ewigen Stadt Jerushalajim in ihrer gesamten heilsgeschichtlichen Bedeutung verstanden werden. Jede Teilung der beiden – der Juden von ihrer ewigen Stadt – ist ein Gewaltakt mit unvorstellbaren zerstörerischen Auswirkungen für die ganze Menschheit.

“In jener Zeit wird man Jerushalajim den Thron JaHuWaHs nennen, und alle Nationen werden sich zu ihr versammeln wegen des Namens JaHuWaH in Jerushalajim. Und sie (die Nationen) werden nicht mehr der Verstocktheit ihres bösen Herzens folgen. In jenen Tagen wird das Haus Juda mit dem Haus Israel zusammengehen, und sie werden miteinander aus dem Land des Nordens in das Land kommen, das ich euren Vätern zum Erbteil gegeben habe” (Jer 3,17-18). “Und es wird geschehen: Alle Übriggebliebenen von allen Nationen (nach dem Dritten Weltkrieg), die gegen Jerushalajim gekommen sind, die werden Jahr für Jahr hinaufziehen, um den König, JaHuWaH der Heerscharen, anzubeten und das Laubhüttenfest zu feiern” (Sach 14,16). Das steht der Menschheit noch bevor!

Gerade waren die Juden der totalen Vernichtung durch die europäische Politik (Holocaust/Shoa) entgangen, da begann schon der nächste Angriff auf sie – mit der Absicht ihrer Ausrottung. Mitte Mai 1967 erklärte eine arabische Allianz unter der Führung Ägyptens Israel den Krieg. Ägypten vertrieb die UNO-Friedenstruppen am Sinai und ging in Kriegsstellung. Andere arabische Staaten folgten. Ein arabisches Heer, mit einem nicht überschaubaren Waffenarsenal, rollte zur Vernichtung Israels an. Israel versuchte über den diplomatischen Weg Jordanien von dieser Kriegsallianz abzuhalten.

Seit 1948 hielt Jordanien das biblische Kernland Judäa, Shomron (Samaria) und Ostjerushalajim – mit der Altstadt – besetzt!! Trotz aller diplomatischen Bemühungen griff Jordanien Tel Aviv und Westjerushalajim an. Obwohl international im Stich gelassen gewann das kleine Land Israel diesen Krieg. Ein Wunder! Dieser Krieg wird der Sechstagekrieg genannt. Als Folge davon verlor Jordanien seine besetzten Gebiete. Die Juden nahmen am 7. Juni 1967 den von Jordanien besetzten Ostteil Jerushalajims mit der Altstadt ein. Tief ergriffen und voller Danksagung standen die meist jungen Soldaten vor haKotel, Westmauer oder Klagemauer genannt. Seit der Zerstörung des Tempels durch die Römer im Jahre 70 n.u.Z. und der Vertreibung der meisten Juden aus der ewigen Stadt Jerushalajim, waren die Gebete der Juden erhört und erfüllt worden. Fast zweitausend Jahre lang wurde jedes Jahr am Ende des Sederabends mit tiefster Inbrunst und ergriffen die Sehnsucht hinausgebetet: “Nächstes Jahr in Jerushalajim”.

Als Katholiken waren wir im Religionsunterricht und in den vielen Gottesdiensten sehr antijüdisch erzogen worden. Uns wurde allezeit und bei jeder Gelegenheit das grausame Leiden des Mensch gewordenen Gottes Jesus vor Augen geführt, das die Juden ihm offenbar angetan hatten. Das allerschlimmste und nicht verzeihbare, war ihr angeblicher Mord an Gott. Vergebung würden sie nur finden wenn sie sich auf die drei Gott-Personen taufen lassen und damit katholisch werden würden. Der ganze Vatikan, alle Kirchen, Kapellen, Basiliken, Kathedralen, Klöster, Abteien und Wallfahrtrsorte erinnern in allen ihren Darstellungen an die angeblichen Verbrechen der Juden. Wir waren von diesen Verbrechen der Juden an unserem Gott vollkommen überzeugt. Nicht im Entferntesten hätte jemand irgendwelche Zweifel daran gehabt, so sehr waren wir von der kirchlichen antijüdischen Ideologie indoktriniert.

Tief betroffen war ich darum über die Aussage meines Vaters. Es war der 7. Juni 1967. Wir waren so ca. um 16.00 Uhr von einer Gartenarbeit ausserhalb des Dorfes nach Hause gekommen. Die Mutter hatte uns einen kleinen Imbiss vorbereitet, denn der Vater hatte noch einen langen Arbeitsabend vor sich. Wir sassen am Tisch als das Radio gerade den Sieg der Juden über die arabischen Kriegstreiber und die Rückeroberung Jerushalajims durch die Juden meldete. Mein Vater freute sich sehr und sagte voller Dankbarkeit: Was haben sich denn die Araberlis eingebildet”! Sein Verhalten und seine Bemerkung machte mich sehr betroffen und verlegen. Ich brachte kein Wort hervor. Wir wechselten das Thema.

Damals war ich bald 20 jährig. Mein Vater war im Monat darauf, am 10. Juli, verstorben. Sein Verhalten und seine Bemerkung zum Sechstagekrieg haben mich nie mehr losgelassen. Sie passten einfach nicht zu einem gläubigen Katholiken, denn nach der katholischen Theologie, besser Ideologie, werden die Juden Jerushalajim nie mehr bewohnen. Das ist eine Wahrheit die vom Vatikan dogmatisch für alle Zeiten unantastbar verankert worden ist und darum für einen Christen zu glauben heilsnotwendig ist, denn der Heilige Geist hat diese Wahrheit dem Papst persönlich geoffenbart. Nun, inzwischen habe ich eine ganze Menge an schrecklicher Kirchenideologie verarbeiten und überwinden können und die Bibel als das prophetisch-heilsgeschichtliche, nicht überbietbare Buch, kennenlernen dürfen. Darüber bin ich unendlich froh und dankbar. Diese Freude darf ich mit einer wachsenden Zahl von Menschen teilen. Das ist wunderbar!

“An den Strömen Babels, da sassen wir und weinten, wenn wir an Zion dachten. An die Pappeln dort hängten wir unsere Zithern. Denn die uns gefangen hielten, forderten dort von uns die Worte eines Liedes, und die uns wehklagen machten, forderten Freude: `Singt uns eins der Zionslieder! Wie sollten wir JaHuWaHs Lied singen auf fremder Erde? Wenn ich dich vergesse, Jerushalajim, so werde vergessen meine Rechte! Es klebe meine Zunge an meinem Gaumen, wenn ich deiner nicht gedenke, wenn ich Jerushalajim nicht zu meiner höchsten Freude erhebe!” (Ps 137,1-6).

Von Herzen wünsche ich allen einen tiefgreifenden Gedenktag Jom Jerushalajim und eine wachsende, vertiefte und frohmachende Liebe zu JaHuWaH und seinen heilsgeschichtlichen Offenbarungen. Shalom!

Gregor Dalliard