„Denn den Namen Jahweh rufe ich aus: Gebt Ehre unserem Erlöser (d.h. Gott). Der Fels, vollkommen ist sein Tun, gerecht und gerade ist er!“ (5Mo 32, 3-4).

Glaubensimpuls 77

Dieser Vers gehört zum sogenannten Lied des Mose, das er kurz vor seinem Tod vor der ganzen Versammlung Israels ausrief. Das ganze Kapitel 5Mo 32 geht jedem bibeltreuen Menschen durch Mark und Bein. Diese Worte gehen ins Herz, sie treffen die Mitte unseres Lebens. Doch die Kapitel 5Mo 28-31 gehen in spezieller Weise diesem Kapitel 32 voraus. Die ganze Heilsgeschichte des auserwählten israelitisch-jüdischen Volkes, das der Welt das Wesen und die Ordnungen Jahwehs und damit das Heil vermittelt, ist in diesen Kapiteln prophetisch und zukunftsweisend enthalten, sein Auf und Ab, sein Hin und Her, Fluch und Segen. Doch bei allem was sein wird, der Fluch (d.h. im aramäisch-hebräischen biblischen Sinn immer nur die Wiederherstellungsgerichte), führt von Vernichtung zum Leben, von Zerschlagenheit zu Heilung – und alles das geht nur von Jahweh aus. „Seht nun, dass ich es bin und kein anderer Gott (d.h. Erlöser) neben mir ist! Ich, ich töte und ich mache lebendig, ich zerschlage und ich, ich heile; und es gibt keinen, der aus meiner Hand rettet“ (5Mo 32,39).

Entsprechend seiner einzigartigen Erwählung und Berufung, entsprechend der ihm für diesen Dienst in Besonderheit geschenkten Gaben und Fähigkeiten um entsprechend seiner Aufgabe Jahwehs Ehre allezeit hochzuhalten und den Menschen seinen Segen durch seine heilsamen Ordnungen zu vermitteln, die ein zufriedenes und friedliches  Zusammenleben erst ermöglichen, wird Israel allezeit entsprechend gerichtet, d.h. dem Prozess der Wiederherstellung unterworfen (vgl. Hos 5 – 6,1-6), damit es seine führende heilsgeschichtliche Rolle in dieser Welt immer wieder neu wahrnehmen und einnehmen kann.

Diese Stellung ist diesem Volk von Jahweh her für immer zugesprochen und übergeben. Sie wird in der Menschheitsgeschichte auch nie rückgängig gemacht werden. Die Kirchen werden nie die Stellung Israels ersetzen können, wie sie das bis heute immer noch irrtümlich dogmatisch lehren und auf Biegen oder Brechen daran festhalten wollen. Diese Anmassung und Überheblichkeit der Kirchen ist die geschichtlich folgenschwere Ersatztheologie die besagt, dass die Kirche, bzw. die Kirchen, anstelle von Israel vor Jahweh stehen und von Jahweh angenommen sind, weil Jahweh sein Volk für immer verworfen haben soll. Im biblischen Zusammenhang ist eine solch schreckliche Lehre völlig unhaltbar! Sie hat schrecklichste Greueltaten hervorgebracht. Die Geschichte seines Volkes, das immer noch existiert und das Leben, vor allem das des Papsttums, beweisen uns heute mehr denn je, dass die Bibel doch recht hat.

Also bei allem was geschah, geschieht und geschehen wird, Jahweh nahm und nimmt sein Volk immer wieder neu unter seine Fittiche (vgl. 5Mo 30, 1-15; Hebr 8,8-13 in Anlehnung an Jer 31,31-34; 33,8; Jes 59,20-21 u.v.a.m.). Während die Menschheit nach dem Sinn des Lebens lechzt und sich orientierungslos von den Kirchen abwendet, weil sie wie leere Zisternen dastehen, findet in Israel und weltweit unter Juden ein neues bibelorientiertes Umsinnen statt. Wir sind heute mehr denn je mit aufgefordert im Geiste der gerechten Juden, der Propheten, Jahshuas und der Apostel die Ehre Jahwehs wieder herzustellen und konkrete Zeichen zu setzten.

Hier auf Erden gibt es für uns Geschöpfe wohl keine tiefsinnigere Aufgabe als die Ehre unseres Schöpfers, des Abba Jahweh, mit aller unserer Bereitschaft und mit ganzem Herzen wieder herstellen zu helfen, jeder nach seiner Möglichkeit. Es soll uns eine Ehre sein an dieser Aufgabe teilhaben und mitarbeiten zu dürfen. Innere Freude und frohe Gewissheit möge uns dabei tragen und führen. Dabei wollen wir nicht vergessen: Was von den grundsätzlichen biblischen Aussagen und Zusammenhängen im Alltag nicht laufend und immer wieder verinnerlicht wird, führt uns ins Nichts, in die innere Erschöpfung und Sinnlosigkeit. Das moderne Leben ist zu hektisch und so sehr flatterhaft, gleichzeitig aber auch sehr anspruchsvoll. Wir stehen ständig in Gefahr von dem wesentlichsten Sinn unseres Lebens, von der tiefen tragenden Jahwehbeziehung und der einfachen praktischen Konsequenz daraus, abgelenkt zu werden und uns dauernd mit etwas beschäftigen zu müssen, so dass uns jede geistige und notwendige Nahrungszuführung zur Verinnerlichung dieser Beziehung abhanden kommt und auf der Strecke bleibt.

Lassen wir es in unserem Leben zu, in allem zuerst die Ehre Jahwehs zu suchen. Alles andere ergibt sich daraus und wirkt uns zum Besten mit. Dabei dürfen wir uns von unseren eigenen Schwachheiten und gelegentlichen Schiffbrüchen im Alltagsleben nicht aufhalten lassen, schon gar nicht von Menschen, die uns wegen unserer Überzeugung anfeinden und sich quer stellen. Wir wollen bei aller beharrlichen und notwendigen Kritik auch das nötige Verständnis für ein solches Verhalten aufbringen, denn es ist die Frucht einer fast zweitausendjährigen Hetztheologie.  Jahweh sieht unser Herz an und das soll uns genügen. Damit kommt Vision in unser Leben. Sie entspricht der biblischen Vision die Jahweh, unser Schöpfer, uns, seinen Geschöpfen, ins Herz gelegt hat. Sie macht uns fähig durch alle Übel der Zeit hindurch zu sehen und bei diesem täglichen Kampf die Freude am konkreten Leben nicht zu verlieren.

Darum lasst uns die Ehre Jahwehs allezeit frohen Herzens suchen und wieder herstellen helfen. Unser kleiner und unscheinbarer Weg hier auf Erden wird von der Gegenwart Jahwehs erfüllt, getragen und geführt bleiben. Damit haben wir alles um verantwortungsbewusst und zufrieden leben zu können. Wir dürfen uns mit Jahweh eins wissen, so wie die gerechten Juden, Jahsua und die Apostel. Es bleibt dennoch ein Weg voller Herausforderungen mit manchen unvorhergesehenen Überraschungen. Das gehört zu jedem Leben! Wir bleiben einfach dran, denn alles wirkt denen zum Besten mit, die Jahweh lieben, weil sie nach seinem Vorsatz berufen sind (vgl. Röm 8,28). „Ein Gott (Erlöser) der Treue und ohne Trug, gerecht und gerade ist er“! (5Mo 32,3). Ist das nicht fantastisch?

Unser freudiges Bemühen um die Wiederherstellung der Ehre Jahwehs unseres Schöpfers hat heilsgeschichtlich unweigerlich mit der Wiederherstellung unserer Beziehung zu seinem auserwählten Volk, den Juden, zu tun. Diese Forderung Jahwehs in der Bibel hat mir früher gar nicht gepasst. Lange habe ich mich, von der kirchlich-antijüdischen Dogmatik und Ersatztheologie geprägt, die übrigens im Faschismus ihren Höhepunkt erreichte, geweigert, mit den Juden etwas gemeinsam haben zu müssen. So etwas widersprach mir absolut. Über Jahre konnte ich meine Abneigung nicht verhehlen.

Doch ich wollte mich der Offenbarung meines Schöpfers in der Bibel und damit seinem fantastischen, alles überbietenden prophetisch- geschichtlichen Heilszusammenhang nicht versperren. Die Sehnsucht und Neugierde nach einem tieferen Lebenssinn liess mich immer tiefer in das von fast aller Welt genannte Buch der Bücher, in die Bibel, hineinschauen und forschen. Ich wollte zwar die Bibel unbedingt haben und lernte sie als junger Priester immer mehr kennen und schätzen, weil ich als Priester in der Jugendarbeit von jungen Menschen herausgefordert wurde. Sie faszinierte mich mehr und mehr, doch die Juden wollte ich nicht.

Aber ohne die Bereitschaft die Juden verstehen lernen zu wollen, Sinn und Zweck ihrer Erwählung, ihrer Berufung, ohne ihre Geschichte, ihre Heilsgeschichte, ohne ihre Entwicklung, die grausamen Verfolgungen, denen sie fast zweitausend Jahre durch die Macht und den Einfluss der Kirchen und christlichen Gemeinschaften ausgesetz waren und sind, mit dem konstanten und demütigenden Rufmorddogma Gott gekreuzigt zu haben, und mit der totalen Verkennung ihres Standes in den Augen des allmächtigen Abba Jahweh verstehen lernen zu wollen, kann man keinen Satz in der Bibel korrekt verstehen und im Leben zur Ehre Jahwehs anwenden. Ihre Heilsgeschichte ist auch unsere Heilsgeschichte. Das zu realisieren ist eine harte Nuss, die es aber zu knacken gilt! Diese Überwindung wurde mir bis heute zum grossen und unermesslichen Segen. Ich durfte meinen Schöpfer in einer völlig neuen Weise kennen lernen und darf ihn heute im Geiste Jahshuas und der Apostel in aller Freiheit und mit viel Danksagung verherrlichen.

Der Apostel Shaul sagt es so: „Denn so viele durch den Geist Jahwehs geleitet werden, die sind Söhne Jahwehs. Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft (der Unterdrückung, im Glauben abhängig zu sein von einer religösen Institution, vom Heilsstress der Dogmatik und Ersatztheologie irgend einer Kirche) empfangen, wieder zur Furcht, sondern einen Geist der Sohnschaft habt ihr empfangen, in dem wir rufen Abba, Vater!“ (Röm 8, 14-15).  Die Zahl jener Menschen, die den gleichen oder einen ähnlichen Weg geführt worden sind und geführt werden, unabhängig voneinander, nimmt weltweit täglich zu. Das lässt uns voll Dankbarkeit und Freude aufhorchen und aufjubeln.

Heute ist mir klar, warum der Jude Jahshua lehrte: „Ich bin der Weg.. niemand kommt zum Vater als durch mich“ (Jo 14,6). Mit niemand meinte Jahshua hier die „verlorenen“ Schafe des Hauses Israel, nicht die gerechten und treuen Juden. „Ich bin nicht gekommen Gerechte zu rufen, sondern Sünder“ (Mt 10,5ff u.a.m.). Etwas anderes gibt der biblische Kontext nicht her. Im letzten Gim 76 habe ich auf die Aufgabe Jahshuas hingewiesen. In diesem Kontext konnte Shaul in Athen sagen: „Nachdem Jahweh die Zeiten der Unwissenheit übersehen hat, gebietet er jetzt allen Menschen, dass sie alle überall Busse tun sollen (auf Jahweh umsinnen)“ (Apg 17,30). Für die Israel-Nationen, die nach den Verheissungen an Abraham, Isaak und Jakob heute eine Menge von Völkern ausmachen, laufen seit Jahshua die Gerichte schrittweise aus. Seither werden sie gerufen. Wer dazu gehört wird auch entsprechend auf diesen Ruf hören, eingehen und in seinem Leben klare Konsequenzen ziehen. Stellen wir uns aufrichtig und demütig diesem biblischen Zusammenhang, dann vollziehen wir den ersten Schritt aller Wiederherstellungs- und Wiedergutmachungsprozesse in unserem Leben und dies in Bezug auf die Ehre Jahwehs, aller gerechten Juden, der Propheten, Jahshuas, der Apostel und  seines gesamten auserwählten Volkes. Eines hängt mit dem andern zusammen und kann nicht ohne schwerwiegende Folgen voneinander getrennt werden.

Mit dieser gesunden und notwendigen Auseinandersetzung werden wir schrittweise in den Reichtum des zusammenhängenden Offenbarungsgutes hineingeführt. Damit werden wir von der antibiblischen und antimessianischen (verständlicher unter dem Begriff antichristlich, Anti-Christ) Hirnwäsche der katholischen Kirchenväter geheilt werden, die heute noch die Dogmatik und das Denken des Kirchentums und damit auch des weltlichen Abendlandes wie Sauerteig beherrscht.

Es gibt mindestens zwei Grundpfeiler im biblischen Offenbarungsgut, die unser Glaubensleben (unsere Jahwehbeziehung) tragen müssen und mit denen wir uns auseinander setzen müssen, soll unser Leben zur Ehre Jahwehs gereichen und für uns ein Segen sein. Aber darüber wollen wir uns im nächsten Glaubensimpuls unterhalten.

Mit der Aufforderung des Apostels Shaul „..tut alles zur Ehre Jahwehs“ (1.Kor 10,31) möchte ich allen Frieden und Segen wünschen und eine erholsame Shabbatruhe, wenn nicht, wenigstens das stille Gedenken daran.

Gregor Dalliard