«Es ist gut, JaHuWaH zu preisen und deinen Namen, du Höchster, zu besingen; am Morgen zu verkünden deine Gnade, und deine Treue in den Nächten..» (Ps 92,2-3).

Glaubensimpuls 40

Wer in einer Bibelkonkordanz (Nachschlagewerk) das Wort Gnade sucht, ist überrascht! Das Wort Gnade wird aussergewöhnlich oft im Umgang JaHuWaHs mit seinem auserwählten Volk genannt, sowohl in den Bundesschriften (AT) als auch in den Bekenntnisschriften (NT). Was uns noch mehr berührt sind die Zusammenhänge in denen das Wort Gnade vorkommt.

Zum Wort Gnade kommt noch  Barmherzigkeit, Güte, Milde, Annahme, Wiederherstellung  (für immer, von Ewigkeit zu Ewigkeit, d.h. von Zeitalter zu Zeitalter, griech.: eis tus aionas ton aionon; eis aionas aionon) u.v.a.m. hinzu.

Natürlich sind die gerechten Gerichte  in diesen Aussagen impliziert (eingeschlossen, enthalten). In Liebe und Gerechtigkeit, über Einsicht, Erkenntnis und Wiedergutmachung führt und begleitet uns der himmlische Vater auf den richtigen, rechten Weg (d.h. richten im aramäisch-hebräischen Verständnis). All diese Aussagen zeigen uns das wirkliche Wesen unseres lebendigen Vaters JaHuWaH auf. Nur bei ihm finden wir alle diese Eigenschaften. Es gibt keine Gottheit oder religiöse Orientierung, bei der wir diese Eigenschaften, diese einzigartigen Wesenszüge finden könnten. Ein demütiger Mensch wird diese Erfahrung sowohl aus den Bundesschriften (AT), als auch aus den Bekenntnisschriften (NT) erkennen und daraus schöpfen.

Der Apostel Shaul (der von JaHuWaH Erbetene) war in seinem früheren Leben ein temperamentvoller fanatischer religiöser Mensch, der unter die fanatischen extremen ultra-orthodoxen Juden («Talibanjuden») geriet. Es war eine kleine unerträgliche Sekte, die zur Zeit Jahushuas mit dem sadduzäischen Hohepriester den Hohen Rat beherrschte. Religiöse Gewalt gehörte zu ihrem Eifer für ihr Gesetz (Menschengebote) im Unterschied zur Thora (Lehre und Unterweisung, fälschlicherweise mit nomos, Gesetz übersetzt) (vgl. Mt 15,3.6-9.14). Sie kannten keine Gnade, keine Barmherzigkeit und Treue im Unterschied zum Abba JaHuWaH, der seine Gnade und Treue durch Jahushua auch dieser Sekte gegenüber veranschaulichte. Sie übten nur an jenen Treue, die ihr Gesetz (Menschengebote) hielten. Dies kommt z.B. im Umgang mit der Ehebrecherin zum Ausdruck: «Wer von euch ohne Sünde ist, werfe zuerst den Stein auf sie» (Joh 8,7). Dieses Ereignis mit der Aussage Jahushuas rechtfertigte zwar nicht den Ehebruch und stellte ihn damit keineswegs als nachahmenswertes Geschehen dar. Jahushua wollte den «Talibanjuden» und damit auch uns vielmehr helfen in unser eigenes Herz hineinzuschauen. Um dessen Beschaffenheit ist es gar nicht gut bestellt.

Shaul sprach nach seiner Begnadigung und Berufung wie kaum jemand von der Gnade, Barmherzigkeit und Treue JaHuWaHs: «Als es aber dem, der mich von meiner Mutterleibe an ausgewählt (abgesondert) und durch seine Gnade berufen hat, gefiel, seinen Sohn in mir zu offenbaren..» (Gal 1,15-16), «..der ich zuvor ein Lästerer und Verfolger und Gewalttäter war, aber mir ist Barmherzigkeit (Treue JaHuWaHs) zuteil geworden, weil ich es unwissend im Unglauben (ohne Beziehung zu JaHuWaH und seiner Thora und den Profeten) getan hatte; überströmend aber war die Gnade unseres Erlösers JaHuWaH mit Glauben ( über die Beziehung) und Liebe, die in dem Mashiach Jahushua sind» (1. Tim 1,13-14).

Die Gnade JaHuWaHs hatte Shaul verändert. Er hatte dazu nichts beigetragen. Er hatte sich also nicht bekehrt. Wer sagt «ich habe mich bekehrt», lebt noch nicht aus der Gnade. Er ist von den menschlichen Vorstellungen und Lehren der katholischen Kirchenväter über JaHuWaH und Jahushua nicht abgestorben, losgelöst. Ein Mensch muss nicht aus Unwissenheit über JaHuWaH und sein Wesen so tief fallen wie Shaul, um die unverdiente Gnade und Treue JaHuWaHs zu erkennen und zu erfassen. Wer demütig nach dem Erlöser JaHuWaH sucht, wird seinem begnadigenden Wesen begegnen. Jahushua antwortete darum jenem Mann, der ihn gut nannte, sehr demütig und realistisch: «Was nennst du mich gut? Niemand ist gut, als nur _einer,_ JaHuWaH» (Mk 10,18, vgl. Lk 18,19). Damit bekannte Jahushua, dass auch er allein von der Gnade und Treue des himmlischen Vaters abhängig war. Darum ist die Treue Jahushuas zum himmlischen Vater eine lebendige Antwort auf dessen Treue zu ihm (vgl. Hebr 3,1-6). Wie alle Profeten verkündigte er darum die heilende, wiederherstellende Gnade des himmlischen Vaters, welche das heilsame, von JaHuWaH begleitende wiederherstellende Gericht enthält.

Die Freude Shauls an der Thora, an der Lehre und den Weisungen JaHuWaHs, die uns seine unverdiente Erwählung und Berufung, und damit die unverdiente Gnade und Treue aufschliessen, ging ihm durch Mark und Bein. Er, der ehemalige religiöse Verbrecher, dem das Gesetz (Menschengebote im Unterschied zur Thora, vgl. Mt 15,3.6-9.14) wichtiger war als die Thora JaHuWaHs, wusste, dass ihn Jahushua zurück zu der unverdienten, nicht zu kaufenden Gnade und Treue JaHuWaHs geführt hatte: «Denn ich weiss, dass in mir, das ist mein Fleisch, nichts Gutes wohnt; denn das Wollen ist bei mir vorhanden, aber das Vollbringen des Guten nicht. Denn das Gute, das ich will, übe ich nicht aus, sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich» (Röm 7,18-19).

Früher, als Diener des Gesetzes (Menschengebote), meinte er, man könnte durch Kasteiung, Selbstopferung und mit der Steigerung von  religiösen Vorschriften und deren Erfüllung sich seiner Erfolge vor dem himmlischen Vater rühmen und sich von ihm Zuwendung und Akzeptanz erkaufen. Aber er durfte durch die unverdiente Gnade JaHuWaHs erkennen, dass solche Lehren und Praktiken nur die Selbsttäuschung vermehren und unbarmherzig machen. Voll Freude und Danksagung kann er später den Heiligen (Ausgesonderten)  in Ephesus schreiben: «Denn aus Gnade seid ihr errettet durch Glauben (JaHuWaHbeziehung zu uns), und das nicht aus euch, JaHuWaHs Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand sich rühme. Denn wir sind sein Gebilde, in dem Mashiach Jahushua geschaffen zu guten Werken, die JaHuWaH zuvor bereiten hat, damit wir in ihnen wandeln sollen» (Eph 2,8-10).

Lasst uns darum, die wir der Liebe, Gnade und Treue des Abba Vaters bedürftig sind, diese Verse aus Psalm 92 zu Herzen führen.

Mit einem herzlichen Shabbat Shalom

Gregor

Ankündigungen

Voranzeige: Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen (in der Nähe von Bern) ein: Sonntag, 15. Dezember, 14.00 Uhr. Übernachtungsmöglichkeiten sind gegeben.
Anmeldung: k.hunzinger@sunrise.ch / Tel.: 032 396 34 03 und frmazo@hispeed.ch / Tel.: 031 991 69 12.