„..er (Jahweh), der Erkenntnis lehrt den Menschen“ (Psalm 94,10b)

Glaubensimpuls 5

Das Wort Gottes ist unerschöpflich. Wer in die Bibel hineingeht, begibt sich gleichsam auf eine weite Reise. Sie ist voller Überraschungen, voller Entdeckungen, voller Herausforderungen. Sie weckt unser Staunen und fordert unsere Entscheidung. Die Reise verändert den Betreffenden laufend. Sie bringt ihn näher zum Ziel, dabei wächst die Freude. Von oben gezeugt wachsen wir immer tiefer hinein in die Erkenntnis der Gedanken und des Willens unseres himmlischen Vaters Jahweh. Sie lassen uns ein Ziel erwarten, das alle menschlichen Vorstellungen bei weitem übersteigt. Dabei begegnen wir auf dieser Reise im Wort Gottes den beiden grossen übereinstimmenden Linien von Vorhersage und Erfüllung in den Ereignissen der Menschheitsgeschichte. Das ist aber noch nicht alles! Da ist die Menschheitsgeschichte als Ganzes. Auch sie ist in ihrer Gesamtheit im Wachstum begriffen.

Wir können dieses Wachstum auch mit einem Samenkorn vergleichen, das in die Erde hineingelegt wird. Es wächst und wächst. Es verändert sich laufend. Es bleibt nicht seinem anfänglichen Zustand verhaftet und stehen. Es würde sofort verfaulen, stinken und zerfressen werden. Das Samenkorn will hinwachsen zu einer Frucht, die dem Schöpfer gefällt, die der Schöpfer in das Korn hineingelegt hat. Wir haben den Eindruck, dass das Samenkorn die Erkenntnis des Schöpfers in sich trägt und darum hinwächst zu seiner Reife.

Nimmt Gott uns in sein Wort hinein, dann verändert uns sein Wort. Unser Denken, unser Wissen, unser Umgang mit den Mitmenschen, ja überhaupt unser ganzes Leben lässt sich von ihm unaufhaltsam verändern. Die ganze Menschheitsgeschichte gleicht einem Samenkorn. Unaufhörlich verändert sie sich ihrem Ziel entgegen. Sie wächst auf ihre Bestimmung hin, bis die vollkommene Frucht erbracht ist (Psalm 22,28-30; Römer 11,32-36; 1. Korinther 15,20-28 u.a.m.).

Nachdem der Apostel Shaul von dem Vertrauen (Glauben), einiger in Kolossä gehört hatte, schrieb er ihnen in seiner brennenden Verantwortung gegenüber Jahweh und seinem geoffenbarten Wort, dass sie zur Erkenntnis Jahwehs, des Gottes Jahshuas kommen und damit auch dessen Heilswillen- und ziele erkennen mögen. Diese Erkenntnis wirkt sich nämlich fruchtbringend auf unseren ganzen Lebenswandel aus. „Deshalb hören auch wir nicht auf, von dem Tag an, da wir es gehört haben, für euch zu beten und zu bitten, dass ihr mit der Erkenntnis seines Willens erfüllt werdet, in aller Weisheit und geistlichem Verständnis, um Jahwehs würdig zu wandeln, zu allem Wohlgefallen, fruchtbringend in jedem guten Werk und wachsend in der Erkenntnis Gottes…“ Kolosser 1,9-10). Ebenso schreibt er im Brief an die Epheser: „Deshalb höre auch ich, nachdem ich von eurem Vertrauen (Glauben) an den Herrn Jahshua und von eurer Liebe zu allen Heiligen (Ausgesonderten) gehört habe, nicht auf, für euch zu danken, und ich gedenke eurer in meinen Gebeten, dass der Gott unseres Herrn Jahshua HaMashiach, der Vater der Herrlichkeit, euch gebe den Geist der Weisheit und Offenbarung zur Erkenntnis seiner selbst“ (Epheser 1,15-17).

Bedenken wir Folgendes. Ein Teil seiner Zuhörer in diesen Hausgemeinden oder jener, die seine Briefe lasen, kamen nicht aus dem Volk Jahwehs, waren also keine Juden, auch keine Gottesfürchtigen (Menschen, die als Unbeschnittene an den Gottesdiensten in der Beth Knesseth [Synagogen] teilnahmen). Sie kamen aus den Nationen, aus dem Götzendienst und hatten anfänglich keine Erkenntnis über den Gott unseres Herrn Jahshua HaMashiach und schon gar nicht über dessen wunderbare allumfassende Heilswege und -ziele. Die Götzendiener und jene, die im religiösen Menschenkult gefangen sind, haben diesbezüglich keine Erkenntnis und Einsicht: „Sie haben keine Erkenntnis und keine Einsicht“ (Jesaja 44,18). Der Apostel Shaul schreibt von diesen religiösen Menschen: „Sie haben eine Form der Gottesverehrung, deren Kraft aber verleugnen sie.. Immer lernen sie und können niemals zur Erkenntnis der Wahrheit kommen“ (2. Timotheus 3,5.7).

Wie oft provozierte das auserwählte Volk Jahweh, seinen Vater. Weil es die einzigartige Erkenntnis über den himmlischen Vater und seine Heilswege, die er ihm allein offenbarte, vernachlässigte, verachtete, verleugnete und vergass, brachte es schwere Gerichte über sich. Durch den Propheten Jeremia sagt Gott Jahweh: „Dumm steht da jeder Mensch, ohne Erkenntnis (über Gott Jahweh)“ (Jeremia 10,14). Das Gericht schmerzt Gott Jahweh. Er spricht über sein erwähltes Volk, dem er seine Heilsgedanken mitteilte: „Mein Volk kommt um an Mangel an Erkenntnis“ (Hosea 4,6). Gott Jahweh ist derjenige, der Erkenntnis über seine Heilswege lehrt: „..er, der Erkenntnis lehrt den Menschen“ (Psalm 94,10b).

Darum dürfen wir mit viel freudiger Spannung und tiefer Danksagung aus der Bibel, der Fülle des Wortes Gottes, das aus dem Munde des himmlischen Vaters kommt, schöpfen, damit wir als Söhne, weiter zur Erkenntnis seiner selbst, heranreifen und diese Erkenntnis auch bezeugen. Die Zeit wird heranbrechen, da auch die übrigen aus dem Haus Israel und aus dem Haus Juda (Sohn, Zwölfstämmevolk, 2. Mose 4,22-23), denen die Erstlingsgabe der Wiederherstellung geschenkt ist, in der Fülle der Erkenntnis über Gott, seine Heilspläne und sein Heilswirken ausgestattet sein werden, noch ist es eine Auswahl, ein Überrest (Jesaja 10,22; Römer 9,27; 11,5-7. 25-36). “Siehe, Tage kommen, spricht Jahweh, da schliesse ich mit dem Haus Israel und mit dem Haus Juda einen neuen Bund.. Ich werde mein Gesetz in ihr Inneres legen und werde es auf ihr Herz schreiben. Und ich werde ihr Gott sein und sie werden mein Volk sein. Dann wird nicht mehr einer seinen Nächsten oder einer seinen Bruder lehren und sagen: Erkennt Jahweh! Denn sie alle werden mich erkennen, von ihrem Kleinsten bis zu ihrem Grössten, spricht Jahweh. Denn ich werde ihre Schuld vergeben und an ihre Sünde nicht mehr denken“ (Jeremia 31,31.33-34; Hebräer 8,6-18). Als Erstlinge lasst uns Gott Jahweh bezeugen, wie es die israelitisch-jüdischen Propheten und Jahshua auch getan haben.

Wir beherzigen dabei die Worte des himmlischen Vaters, die er über den Propheten Jeremia an sein Volk richtete: „So spricht Jahweh, der Weise rühme sich nicht seiner Weisheit, und der Starke rühme sich nicht seiner Stärke, der Reiche rühme sich nicht seines Reichtums; sondern wer sich rühmt, rühme sich dessen: Einsicht zu haben und mich zu erkennen, dass ich Jahweh bin, der Gnade, Recht und Gerechtigkeit übt auf der Erde; denn daran habe ich gefallen“ (Jeremia 9,22-23). Das wünschen wir uns gegenseitig von Herzen.

Gregor Dalliard