„Gepriesen sei, der da kommt im Namen Jahwehs! Gepriesen sei das kommende Reich unseres Vaters David! Hosianna in der Höhe! Und er (Jahshua) zog in Jerusalem ein, in den Tempel“ (Mk 11, 9b – 11b).

Glaubensimpuls 51

Es ist unvorstellbar mit welcher Freude und mit welchem Jubel die Juden Jahshua in Jerusalem aufnahmen. Alle Tempeleingänge wurden geöffnet, die Priester standen Spalier, die Menschen breiteten ihre Kleider vor Jahshua aus, so zog er unter dem Jubel des Volkes als König der Juden in den Tempel ein. Es erfüllten sich die profetischen Worte Jahwehs an den Profeten Maleachi: „Siehe ich sende meinen Boten, damit er den Weg vor mir (Jahweh) bereite. Und plötzlich kommt zu seinem Tempel der Gesalbte, den ihr sucht, der Bote des Bundes, an den ihr Gefallen habt“ (Mal 3,1). Er verwies die sadduzäischen Händler an ihre Plätze. „Und er lehrte täglich im Tempel“ (Lk19,47).

Einem anderen hätten die Priester und das Volk keinen solchen Willkommensjubel bereitet. Es hielt ja eine grosse Menge von Priestern zu Jahshua und glaubten an seine Sendung (vgl. Apg 6,7). Drei Jahre lang erlebten sie  ihren Jeshua von Nazareth als den Jahshua , d.h. als den Mashiach, den Gesalbten des himmlischen Vaters Jahweh. Schon lange hatten die Juden erkannt, dass Jeshua der Jahshua, (Jahweh Shua, Jahweh rettet), der Gesalbte (Christus) Jahwehs ist, darum wollten sie ihn immer wieder zum König ausrufen. Bis dahin hatte sich Jahshua aber  vor den Besatzern, den Römern, laufend verstecken müssen.

Eine solche Begebenheit ist uns im Johannesevangelium berichtet. Nach dem Brot- und Fischbrechen für rund fünftausend Männer, mit Frauen und Kindern werden es wohl an die fünfzehn- bis zwanzigtausend Juden gewesen sein, wollten sie, was der Messiaserwartung und -offenbarung, glaubens- und verheissungsmässig entsprach, Jahshua zum König ausrufen. Seine Zeit aber war noch nicht gekommen, seine Aufgabe noch nicht erfüllt, darum versteckte er sich nach einem Menschenauflauf auch immer ganz schnell (vgl. Joh 6, 14-15), denn die Römer hätten ihn nach dem kaiserlichen Gesetz in Rom sofort verhaften und nach einem kurzen Prozess pfählen müssen. Den Römern war längst klar wie sehr die Juden den Monotheismus, den Jahwehglauben, über alle Gottheiten, ja sogar über die Kaisergottheit in Rom stellten und darum nichts unversucht lassen würden dieses Ziel durch einen Gegenkönig, einen Gesalbten (Christus) Jahwehs zu erreichen. Die bisherige Geschichte im Umgang mit dem israelitisch-jüdischen Volk bestätigte ihnen dieses unumstössliche Faktum.

Als für Jahshua nun die Zeit angebrochen war, liess er sich, entsprechend seines Auftrags und seiner Sendung, als König der Juden ausrufen und feiern. Er sollte das Reich, der Herrschaft Davids entsprechend, wiederherstellen.  Darum riefen ihm die Pharisäer und das Volk zu: „Gepriesen sei das kommende Reich unseres Vaters David! Hoshia nna (Hosianna), übersetzt: Hilf doch Jahshua! Jahshua hat Pilatus auch entsprechend geantwortet: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt.. jetzt aber ist mein Reich nicht von dieser Welt“ (Joh 18,36). Diese Aussage wird in fast allen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften aus dem profetischen Kontext gerissen, also nach kirchlichem, ersatztheologischem Verständnis gelehrt und gepredigt.

Man behauptet Jahshua hätte damit gesagt, dass sein Reich nicht auf dieser Welt wäre, sondern im Himmel. Das widerspricht der ganzen biblischen Pofetie und auch dem Denken und Handeln Jahshuas. Was sagte er damit im profetischen Kontext? Der Jahweh Shua, der Gesalbte (Christus), herrscht im anbrechenden Reich Jahwehs auf dieser Erde nicht wie die irdischen Kaiser und Könige, die sich zu Gottheiten machen und als Gottheiten über ihre Untertanen herrschen und sie ausnehmen. Er wird nach dem Willen und Wohlgefallen Jahwehs, in Gerechtigkeit, Liebe und Wahrheit herrschen. Das ist eine völlig andere Herrschaft! Pilatus fragte Jahshua: „Also bist du doch ein König? Jahshua antwortete: Du sagst es, dass ich ein König bin. Ich bin dazu geboren und dazu (vom Vater Jahweh) gesandt worden, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege“ (Joh 18,37).

Es war die Sendung und der Auftrag Jahshuas hier in dieser Welt die Herrschaft Jahwehs aufzurichten. Dies geschieht in deinem und meinem Herzen! Darum lösen wir uns von jeder  staatskirchlichen oder sonst einer religiösen Herrschaft. Denn die Herrschaft Jahwehs ist durch Jahshua in uns aufgerichtet worden! Dieses Geschenk wollen wir in keiner Weise wieder preisgeben. Im Gegenteil, wir wollen tiefer in diesen Reichtum hineinwachsen und daraus viel Segen erfahren. Wir wollen erkennen, was an ersatztheologischen kirchlichen Hindernissen in unserem Glaubensleben noch wirksam ist.

Übrigens waren die rund viertausend oder fünftausend Männer, die bei der sogenannten Brot- und Fischvermehrung Jahshuas anwesend waren, alles Juden, mit vielleicht einigen wenigen Ausnahmen. Bei Markus und Matthäus sind es um die viertausend, bei Lukas und Johannes um die fünftausend Männer. Das spielt ja für uns auch keine Rolle, jedenfalls waren es Juden, was in christlichen Kreisen gerne vertuscht wird.  Viele jüdische pharisäische Frauen setzten mit ihren Familien ihr Leben für den Mashiach ein (vgl.Lk 8,3; Mt25,55), mit dem Risiko, dass ihre Männer von den Römern gepfählt und sie selbst zur Prostitution in eine der Kasernen verbannt würden.

Nach dem strengen römischen Gesetz, der Lex Julia Majestatis, musste ein nicht von Roms Gnaden ernannter König nach ein paar Formalitäten sofort gepfählt werden. Da gab es keine längere Gerichtsverhandlung mit dem Fehlbaren, schon gar nicht mit den Juden. Nach dem kaiserlichen Gesetz hatte sich Jahshua eigenmächtig zum König der Juden ausrufen und feiern lassen. Das galt als das allerschwerste Verbrechen gegen die römische Obrigkeit, gegen die Kaisergottheit, gegen die kaiserlichen Gesetze. Das war ein Staatsverbrechen, das sofort strengstens geahndet werden musste und zwar mit dem Tod durch Pfählung. In diesem Fall war der ruchlose Prokurator Pontius Pilatus für die Pfählung zuständig. Wer zum Tod durch Pfählung verurteilt war, wusste um sein grausames und qualvolles Leiden und Sterben. Die Römer wandten bei allen Juden, die sich als Messias (Befreier) proklamierten und ihren männlichen Anhängern diese grausame Marterqual als Form der Abschreckung an. Die Zahl der Juden, die aus Liebe zu Jahweh, für den Eingottglauben (Monotheismus) und um der Verheissungen und ihres Auftrags willen an der Menschheit, diesen grausamen Tod oder ähnliche Grausamkeiten im Laufe der Geschichte auf sich nahmen, ist unvorstellbar.

Die Römer vermochten trotz der grausamsten Methoden die grössere Menge der Juden, die aus Pharisäern bestand, nicht vom himmlischen Vater und dessen Zielen abzubringen, auch nicht von Jahshua und seiner Beziehung zum himmlischen Vater und dem Tenach, d. h. von den Bundesschriften,  den Thoraweisungen, den Profeten und Schriften (in unserer Umgangssprache fälschlicherweise Altes Testament genannt). Wie ich im Glaubensimpuls 42 darlegte, war Jerusalem um das Jahr 56, also Jahrzehnte nach der Pfählung Jahshuas, trotz der brutalen Verfolgung der Römer und auch des späteren Apostels Shaul, übersät von Juden, die dem Mashiach Jahshua (fälschlich Christus Jesus genannt) vertrauten und eine tiefere Beziehung zum himmlischen Vater Jahweh aufbauten. Es waren Myriaden die glaubten, dass der Jeshua von Nazareth vom himmlischen Vater Jahweh zum Jahshua, zum Mashiach, zum Wiederhersteller Israels gesandt war (vgl. Apg 21,20).

Wie ich andernorts schon erwähnte, vermitteln uns die Evangelien, vor allem das Johannesevangelium, das um 100 n.u.Z. verfasst worden ist, den Eindruck, dass die Juden, allen voran die Pharisäer, gegen Jahshua gewesen wären. Wir lesen meistens „die Juden“, „die Pharisäer“ usw. Warum diese Veränderungen vorgenommen worden sind habe ich in meinen Arbeiten „Redet die Wahrheit“ versucht in etwa darzulegen. Auch im Glaubensimpuls 43 ging ich darauf ein.

Erst müssen diese Widersprüche innerhalb der Bekenntnisschriften (fälschlicherweise NT genannt) geklärt sein. Erst dann können wir dem Willen des himmlischen Vaters gerecht werden, was seine Erwählung, Bestimmung und die bleibende Bundestreue seinem israelitisch-jüdischen Volk und seinem eigenen Wort gegenüber betrifft. Es gilt also unsere Bibelkritik, die wir mit der kirchlichen Muttermilch in uns aufgesogen haben, die uns im kirchlichen Traditionsnebel als so normal erscheinen mag, abzulegen.

Die geschichtliche Entwicklung der Kirche hin zum widergöttlichen Antijudaismus und der Ersatztheologie zeigt uns die Gründe auf, die zur  Überarbeitung, Anpassung und zu falschen Zitatangaben in den sogenannten neutestamentlichen Schriften und schliesslich zu deren Kanonbildung im 4. Jahrhundert durch die Kirchenväter und Papst Damasus führte. Es war der bewusste Bruch der Kirche mit  Jahweh und der Bruch mit seinem auserwählten Volk, der zu diesem schrecklichen Antjudismus führte, der in der Ersatztheologie seine unrühmliche Krönung fand. Ersatztheologie heisst: Die Kirche schnitt sich im 4. Jh. offiziell vom geoffenbarten Wort Jahwehs ab, trotz Zeugnis und Warnung des Jahshua HaMashiach (Jesus Christus) und der Apostel (vgl. Röm 11). D.h.die neu gebildete heidnisch-christliche Kirche ersetzt jetzt die Juden vor Jahweh. Sie ist das neue Israel, das wahre Volk Jahwehs. Lehren, Ordnungen und Festzeiten Jahwehs sind darum grundlegend verändert worden. Die Ersatztheologie beinhaltet darum Verdammung, Verfolgung und Ausrottung der Juden.

Ersatztheologie heisst auch Entjudaisierung. Der himmlische Vater Jahweh wurde von den Kirchenvätern, Kaiser Konstantin, vielen Bischöfen und den späteren Päpsten entjudaisiert. Die Dreipersonengottheiten werden der unwissenden Masse als der Erlöser Jahweh der Bibel vorgetäuscht. Ebenso wurde der waschechte Jude Jahshua entjudaisiert, indem die Kirche ihn aus seinem Judesein, aus seiner dortigen Stellung, herausnahm, und aus ihm eine innertrinitarische Gottheit, d.h. eine heidnische Gottheit machte. Auch er wird als der Jahshua der Bibel vorgetäuscht. Ebenso wurde die jüdische Mirjam entjudaisiert, indem die Kirche aus ihr eine heidnische Muttergottheit machte. Auch diese Muttergottheit wird als die jüdische biblisch bezeugte Mirjam dargestellt! usw.

Wie tief Hitler, als Mitglied der katholischen Kirche, in diesem Denken verwurzelt war, zeigt neben seinem Kreuzeswahn auch sein tiefes religiöses Interesse an der Bibel und dem Katechismus. Er wollte, wie er sich einmal einem katholischen Würdenträger gegenüber äusserte, die Sache mit den Juden im Geiste der Kirche gründlicher vorantreiben! Er liess nicht einfach Bibel und Katechismus verbieten, sondern gründete 1939 in Eisenach (D) das Entjudungsinstitut, das bis 1945 tätig war. Die Bekenntnisschriften (NT) und der Katechismus sollten noch gründlicher entjudaisiert werden, ebenso das Glaubensbekenntis. Führende Kräfte an dieser frevelhaften Arbeit waren einflussreiche, kirchliche Führer, denen das Volk blind vertraute, die auch nach dem Krieg unschuldig und ohne mit den Wimpern zu zucken führende Posten in der Kirche versahen.

Diesen jahwehlosen verkehrten religösen Denkstrukturen müssen wir uns stellen. Erst dann vermögen wir den jahwehgefälligen und aufbauenden Nutzen aus der Bedeutung und der Stellung der Juden im heilsgeschichtlichen Willen und Plan Jahwehs zu ziehen. Helfen wir mit, den unsäglichen Missbrauch der biblischen Botschaft, der in der Verkündigung der meisten Kirchen unaufhaltsam fortgesetzt wird entgegen zu wirken. Entkirchlichung der Bekenntnisschriften (NT), zurück auf ihren profetischen Zusammenhang und Gehalt, Wiederherstellung und Wiedergutmachung Jahweh, Jahshua, den Aposteln und den Juden gegenüber ist ein Gebot der Stunde. Wie anders könnten wir behaupten die Bibel sei Fundament unseres Glaubens? Doch die Erkenntnis um diese Zusammenhänge und das Wachstum daraus verläuft bei jedem unterschiedlich. Hier braucht es Verständnis und Geduld.

Wir werden verstehen können, warum Shaul im Brief an die Hausversammlungen in Rom schreibt: „Wenn aber einige der Zweige ausgebrochen worden sind und du, der du ein wilder Ölbaum warst ( d.h. ein verwildeter Ölbaum geworden bist), unter sie eingepfropft und der Wurzel und der Fettigkeit  des Ölbaums (des auserwählten Volkes) mit teilhaftig geworden bist, so rühme dich nicht gegen die Zweige (d.h. so löse dich nicht von den Zweigen, den Juden). Wenn du dich aber gegen sie rühmst (dich von ihnen löst) – du trägst nicht die Wurzel (Verheissungen und Zusprüche an Israel), sondern die Wurzel dich. Du wirst nun sagen: Die Zweige („einige“ vgl. Röm 3,3; 11,17) sind ausgebrochen worden, damit ich eingepfropft würde. Richtig; sie sind ausgebrochen worden durch Beziehungslosigkeit (Unglauben) zu Jahweh (einige Sadduzäer und einige radikale pharisäische Eiferer die nur ihre Lehrtradition gelten liessen (vgl.Mt 15,1-20); du aber stehst durch die Beziehung die Jahweh zu dir hat (Glaube, Gnade vgl Eph 2, 1-10). Sei nicht hochmütig, sondern fürchte dich! Denn wenn Jahweh die natürlichen Zweige nicht geschont hat, wird er auch dich nicht schonen; sonst wirst auch du ausgeschnitten werden“ (Röm 11,17 – 22). Mit Ölbaum ist nur das Zwölfstämmevolk, dem die Verheissungen über Isaak und Jakob gegeben sind gemeint).

Also lasst uns alle bisherige kirchliche Überheblichkeit und Trennung durch konsequente Schritte ablegen. Wir schulden diese Umkehr sowohl unserem himmlischen Vater Jahweh als auch den Juden, die um unseretwillen soviel Leid erdulden mussten. Lasst uns konsequente Zeichen setzen, indem wir bemüht bleiben alle Widersprüchlichkeit zum biblischen Wort abzulegen. Unsere Beziehung zu Jahweh, unserem himmlischen Vater, wird mit Segen und Danksagung erfüllt sein.

Dieser Weg ist herausfordernd. Wenige kirchlich geprägte Menschen werden uns verstehen und diesen Weg der Wiederherstellung und Wiedergutmachung, durch Entkirchlichung unserer Jahwehbeziehung, nachvollziehen können. Wir wollen diesen Menschen verständnisvoll begegnen, ohne mit der erkannten Wahrheit zurück zu halten. Wir wollen auch nicht vergessen, dass Millionen von Katholiken und Freikirchler unwissend, über viele Jahrhunderte hin, diesem unseligen kirchlichen System verfallen sind, weil sie dessen Hintergründe nicht zu fassen vermögen. Es gibt eine Masse von redlichen und lieben Menschen in diesen religiösen Systemen, denen wir mit Achtung und Respekt begegnen wollen.

In der Freude und Dankbarkeit Miterben, Miteinverleibte und Mitteilhaber (vgl. Eph 2,12-3,1-13) am geoffenbaten Reichtum seiner Gnade an seinem auserwählten Volk und damit unter sie eingepfropft zu sein (vgl. Rom 11, vor allem 11, 16-36) wünsche ich allen, wenn möglich, einen besinnlichen und geruhsamen Shabbat. Shabbat Shalom

Gregor Dalliard