Die Thora in das Innere der Menschen lege (vgl. Jer 31,33b). JaHuWaH hat einen Plan für jeden.

Glaubensimpuls 198

Wir Menschen sehnen uns nach dem Segen des Lebens. Was immer wir darunter verstehen mögen und was immer an unerfüllten Wünschen und Erwartungen unseren Alltag bestimmen. Wir sind froh und dankbar wenn es uns gut geht. Das Leben eines jeden Menschen verläuft anders als von uns ausgedacht und vorgeplant. Es verläuft ausnahmslos nach einem Plan den wir nicht geplant haben. Haben wir Pläne, Wünsche und Erwartungen an Menschen, die uns anvertraut sind, ihr Leben verläuft anders. Ganz einfach nach einem andern Plan, den wir nicht immer verstehen, manchmal überhaupt nicht.

Das ist nichts Neues. Diese Erfahrung machten die Menschen schon lange vor uns. Auch die israelitisch-jüdischen Propheten und Prophetinnen wussten davon und redeten davon: „Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht JaHuWaH. Denn so viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken. Denn wie der Regen fällt und vom Himmel der Schnee und nicht dahin zurückkehrt, sondern die Erde tränkt, sie befruchtet und sie spriessen lässt, dass sie dem Sämann Samen gibt und Brot dem Essenden, so wird mein Wort sein, das aus meinem Mund hervorgeht. Es wird nicht leer zu mir zurückkehren, sondern es wird bewirken, was mir gefällt, und ausführen, wozu ich es gesandt habe“ (Jes 55,8-11).

Seit Menschen nach dem Sinn des Lebens suchen und seit dem die Offenbarungen aufgezeichnet und als Bibel zusammengefasst in den Händen der Menschen liegen gibt es rege Diskussionen! Ist nun alles vorgeplant? Funktionieren wir nur als Marionetten? Wie weit sind wir mitbeteiligt an dem was wir erleben? Dieses Thema ist unerschöpflich. Die Bibelleser werden in diesem Punkt nie zu einem einheitlichen Konsens finden. Das aber soll uns keineswegs beunruhigen: „Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht JaHuWaH“.

JaHuWaH hat ganz einfach andere Gedanken und andere Wege für unser Leben, anders als wir. Was wir als Unglück erachten führt bei ihm zum glückseligen guten Endziel. „Seht nun, dass ich, ich es bin und kein Erlöser neben mir ist! Ich, ich töte und ich mache lebendig, ich zerschlage und ich, ich heile; und es gibt keinen, der aus meiner Hand rettet!“ (5Mo 32,39). „Du läßt den Menschen zum Staub zurückkehren und sprichst: Kehrt zurück, ihr Menschenkinder!“ (Ps 90,3). Ist das nicht ein wunderbarer Plan den JaHuWaH für jeden von uns hat? Sind das nicht Wege des Heils, selbst wenn Situationen in unserem Leben alles andere als gut sind? Und dann heisst es klar:

„So spricht JaHuWaH, der Heilige Israels und sein Bildner: Wollt ihr mich etwa wegen meiner Kinder fragen und über das Werk meiner Hände mir Befehl geben? Ich, ich habe die Erde gemacht und den Menschen auf ihr geschaffen. Ich war es, meine Hände haben die Himmel ausgespannt, und all ihrem Heer habe ich Befehl gegeben. Ich, ich habe ihn erweckt in Gerechtigkeit, und alle seine Wege ebne ich. Er wird meine Stadt bauen und meine Weggeführten freilassen, nicht für einen Kaufpreis und nicht für ein Geschenk, spricht JaHuWaH der Heerscharen.

Berichtet und bringt Beweise herbei! Ja, sollen sie sich miteinander beraten! Wer hat dies von alters her hören lassen, schon längst es verkündet? Nicht ich, JaHuWaH? Und sonst gibt es keinen Erlöser ausser mir. Einen gerechten und rettenden Erlöser gibt es ausser mir nicht! Wendet euch zu mir und lasst euch retten, alle ihr Enden der Erde! Denn ich bin Erlöser und keiner sonst. Ich habe bei mir selbst geschworen, aus meinem Mund ist Gerechtigkeit hervorgegangen, ein Wort, das nicht zurückkehrt: Ja, jedes Knie wird sich vor mir beugen, jede Zunge mir schwören und sagen: Nur in JaHuWaH ist Gerechtigkeit und Stärke. Zu ihm wird man kommen, und es werden alle beschämt werden, die gegen ihn entbrannt waren. In JaHuWaH werden gerecht sein und sich rühmen alle Nachkommen Israels“ (Jes 45,11-13.21-25).

Diese prophetischen Worte sind ganz einfach umwerfend. Das sinnlose Chaos in der Welt lässt auch keinen andern Schluss zu. JaHuWaH lässt rein gar nichts vor die Hunde gehen. Die Bibel zeigt uns beides auf. Einerseits hat JaHuWaH unser Schöpfer andere Gedanken über uns und unsere Zukunft, anderseits sind wir verantwortlich für unser persönliches Leben und den Umgang mit den Mitmenschen.

Achten wir nur einmal darauf welche Gedanken die Kirchen und Freikirchen über die Menschen und ihre Zukunft haben. Lesen wir ihre Glaubensbekenntnisse, ihre Glaubenssatzungen, Statuten und Credos. Erforschen wir sie. Dann ist z.B. eine selbstdefinierte immer währende Hölle das Letzte für einen Menschen, der im Versagen stirbt. Ebenso für einen Menschen der ihre Sakramente des „Heils“ nicht kannte, der den Gott Jesus nicht kannte, nicht „annehmen“ konnte oder nicht annehmen wollte. Für einen solchen Menschen gibt es keine Erlösung. Das sind völlig andere Gedanken, als diejenigen die unser Schöpfer über uns und seine Schöpfung hat.

Wir können in die Gedanken JaHuWaHs hineinwachsen. Wir können sie kennenlernen und im Alltag versuchen umzusetzen. Dabei spielt der Umgang mit dem Nächsten eine zentrale Rolle. Als der König von Babel vor den Toren Jerushalajims stand sagte der Prophet Jirmejahu (Jeremia) im Auftrag JaHuWaHs:

„Und zu diesem Volk sollst du sagen: So spricht JaHuWaH: Siehe, ich lege euch den Weg des Lebens vor und den Weg des Todes. Wer in dieser Stadt bleibt, wird sterben durch das Schwert und durch den Hunger und durch die Pest. Wer aber hinausgeht und zu den Chaldäern, die euch belagern, überläuft, wird leben und seine Seele als Beute haben. Denn ich habe mein Angesicht gegen diese Stadt gerichtet zum Bösen und nicht zum Guten, spricht JaHuWaH. Sie wird in die Hand des Königs von Babel gegeben werden, und er wird sie mit Feuer verbrennen“ (Jer 21,8-10).

Dann weist der Prophet auf den Grund der Katastrophe hin, auf das was in den Gedanken JaHuWaHs fundamental wichtig und zentral ist. Er weist auf den Grund der bevorstehenden Zerstörung der Stadt und des Tempels hin. Es ist die Unterdrückung und Beraubung der Untergebenen, jener die den Höheren ausgesetzt sind. Es fehlt der gerechte Umgang mit dem Nächsten: „Und zum Haus des Königs von Juda sollst du sagen: Hört das Wort des JaHuWaH Haus David, so spricht JaHuWaH: Haltet jeden Morgen Gericht und befreit den Beraubten aus der Hand des Bedrückers, damit mein Grimm nicht ausbricht wie ein Feuer und unauslöschlich brennt (keine Barmherzigkeit, kein Gerichtsabbruch bis das Gericht völlig ausgekostet ist) wegen der Bosheit eurer Taten!“ (Jer 21,8-12). Keine Bedrückung des Nächsten. Das ist echte und wahre Liebe zu JaHuWaH. Das ist der Wandel in den Gedanken JaHuWaHs, unseres Schöpfers.

JaHuWaH wird dieses Ziel erreichen. Er wird Israel und die Menschen dahin bringen, dass sie in seinen Gedanken und Wegen wandeln werden. Seine Gedanken und Wege sind Gedanken und Wege des gesegneten Zusammenlebens, Gedanken des Heils. Die Wege und Gedanken JaHuWaHs brachten das auserwählte Volk immer wieder vor neu Herausforderungen. Ging es den Obrigkeiten gut wurden sie recht oft übermütig. Schnell vergassen viele von ihnen die Gedanken JaHuWaHs. Sie vergassen in ihnen zu leben. Ungerechtigkeit, Unterdrückung und Ausbeutung des Schwächeren, derer die ihnen auf Gedeih und Verderben ausgesetzt waren, folgten. Dann folgte schnell das Gericht. Mit dem Überrest besannen sie sich neu auf die Gedanken JaHuWaHs.

Doch das wird ein Ende haben: „Siehe, Tage kommen, spricht JaHuWaH, da schliesse ich mit dem Haus Israel und mit dem Haus Juda einen neuen Bund: nicht wie der Bund, den ich mit ihren Vätern geschlossen habe an dem Tag, als ich sie bei der Hand fasste, um sie aus dem Land Ägypten herauszuführen, – diesen meinen Bund haben sie gebrochen, obwohl ich doch ihr Erlöser war, spricht JaHuWaH. Sondern das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel nach jenen Tagen schliessen werde, spricht JaHuWaH: Ich werde meine Thora in ihr Inneres legen und werde es auf ihr Herz schreiben. Und ich werde ihr Erlöser sein, und sie werden mein Volk sein. Dann wird nicht mehr einer seinen Nächsten oder einer seinen Bruder lehren und sagen: Erkennt JaHuWaH (seine Gedanken)! Denn sie alle werden mich erkennen von ihrem Kleinsten bis zu ihrem Größten, spricht JaHuWaH. Denn ich werde ihre Schuld vergeben und an ihre Sünde nicht mehr denken“ (Jer 31,31-33).

Das wird er tun aufgrund des immer gültigen und bleibenden Bundes mit Abraham. Alle werden dann in den Gedanken JaHuWaHs wandeln. Keiner mehr wird den andern betrügen, ausbeuten, missbrauchen. Jeder wird um das Wohl des Nächsten besorgt sein. Keiner mehr wird den andern ermahnen müssen nach den Ordnungen JaHuWaHs zu leben. Alle werden JaHuWaHs Gedanken kennen und danach handeln. Gewaltig!

Dieser zukünftigen Ära des Zusammenlebens geht noch manches Gericht voraus. Betrug und Ausbeutung, Lüge und Ungerechtigkeit, Hinterlist und Irreführung erleben im Augenblick eine Hochblüte. Doch so wird es nicht bleiben. Das sagen uns die Gedanken JaHuWaHs.

In dieser Freude wünsche ich allen ein Herz voller Zuversicht und einen gesegneten Shabbat. Shalom!

Gregor Dalliard