„Und ich sah etwas wie ein gläsernes Meer, mit Feuer gemischt, und sah die Überwinder über das Tier und über sein Bild und über die Zahl seines Namens an dem gläsernen Meer stehen..“ (Offb 15,2) Teil 13c

Glaubensimpuls 99

Lasst uns weiter mit Freude und Dnkbarkeit einige wichtige Dinge im Zusammenhang von Offb 15,2 betrachten. Im heilsgeschichtlichen Sinn ist also das Bild von Feuer oder der Vergleich mit dem Feuer oder einem Feuersee oder einem gläsernen Meer immer als ein Bild zu verstehen, das einen Reinigungsprozess im Sinne der Wiederherstellung darstellt. In der Gegenwart Jahwehs, d.h. im Lichte (Feuer) Jahwehs wird alles offenbar gemacht (durchsichtig, hell). Wer gerichtet, also wieder hergestellt wird, ob Engel oder Mensch, soll das Wesen Jahwehs erkennen, in Beziehung zu ihm treten und seine Ordnungen, als die Ordnungen eines gerechten und liebenden Erlösers (d.h. Gott) verstehen lernen. “ Der Fels (Abba Jahweh) vollkommen ist sein Tun; denn alle seine Wege sind recht. Ein Erlöser der Treue hält und ohne Trug ist er, gerecht und gerade sind seine Wege“ (5Mo 32,4; Hi 34,10-15).

Von solchen Aussagen und Bekenntnissen ist die Bibel randvoll. Die Bibel zeigt uns auf, dass wir diese wunderbaren Aussagen über Jahweh nur auf das Endziel hin verstehen können, d.h. auf die Wiederherstellung aller Dinge hin. Ansonsten würden wir an all dem Leid und aller Ungerechtigkeit in der Welt, und vielleicht im ganz persönlichen Leben, irre werden an unserem Schöpfer. Wir würden vor lauter Enttäuschungen von Resignation, Bitterkeit und Aggressionen aufgefressen, weil wir keine gerechte Antwort auf die unzähligen Verbrechen und Ungerechtigkeiten erhalten. Das einzelne Geschöpf wird zu seinem Schöpfer, zu seinem Wesen, zu seinen Gedanken, Heilabsichten und -zielen zurückgeführt.

Das kann in dieser Welt oder nach dem Tod, im Sheol, im Angesicht Jahwehs, geschehen. Freuen wir uns, wenn uns der Zugang zu diesem heilsgeschichtlichen Reichtum Jahwehs bereits zugänglich gemacht ist. Wir wollen auch versuchen Verständnis für jene aufzubringen, die sich Christen nennen aber in den Dogmen der katholischen Kirchenväter und Päpste verfangen haben und darin gefangen bleiben. Denn für sie gilt, wer ihren Jesus, d.h. ihre Kirche mit ihren Einrichtungen und ihrer Theologie nicht annimmt, sich darin nicht unterwirft, kann niemals gerettet werden und wird in einem konkreten Höllenfeuer unendlich schmoren müssen, andere lehren die sofortige Vernichtung. Solche Lehren sind grauenvoll und verlästern Jahweh in einer nicht zu fassenden Weise. Künstlich muss man sich in diesen Kreisen als erlöst vermitteln, was auf die Aussenstehenden absolut abstossend wirkt, denn die Menschen haben von ihrem Schöpfer ein natürliches Empfinden mitbekommen, das eine solche verkehrte Frömmigkeit recht gut einzuordnen vermag.  Solche Lehren widersprechen dem Gesamtzusammenhang des Wortes Jahweh völlig. Darum zerbrechen und scheitern so viele Menschen in diesen Kreisen.

Ein Bereich im Sheol ist das Bild von dem was aussieht wie ein gläsernes Meer mit Feuer vermischt oder wie ein Feuersee. Ich möchte wieder und wieder an Psalm 22 erinnern: „Es werden daran gedenken und zu Jahweh umkehren alle Enden der Erde; vor dir werden niederfallen alle Geschlechter der Nationen. Denn Jahweh gehört das Königtum, er herrscht über die Nationen. Nur ihm werden huldigen alle in der Erde Schlafenden (gemeint sind mit Schlafenden die Leiber in der Erde, vgl. 1Mo 3,19. Sie sind nach dem äusseren Aussehen, als Leib, in unserer Erinnerung. Der Leib ist für uns das Erkennungszeichen des Verstobenen, über das Aussehen des Leibes erinnern wir uns an die Person, wie wir sie kannten. Der Geist kehrt zu Jahweh zurück, vgl. Ps 90.3; Pred 12,7; Hi 34,15), vor ihm werden sich beugen alle die in den Staub hinabfuhren (d.h. alle die sterben), und der, der seine Seele (sein Leben) nicht am Leben erhalten konnte (dessen Leben durch Krieg, Katastrophen, Verbrechen, Krankheit u.a.m. abgebrochen worden ist)“ (Ps 22, 28-30).

Jesajah sagt über die Treulosen des auserwählten Volkes: „Denn siehe, Jahweh kommt im Feuer, und wie der Sturmwind.. um seine Gerichte der Wiederherstellung (Zorn) auszulassen in Glut und sein Drohen in Feuerflammen. Denn mit Feuer hält Jahweh Gericht..“ (Jes 66,25-16). Achten wir darauf wie Shaul Bezug nimmt auf die Propheten wenn er in 1Kor 3,13-15b schreibt: „.. denn der Tag wird es klarmachen, weil er in Feuer geoffenbart wird. Und wie das Werk eines jeden beschaffen ist, wird das Feuer erweisen. Wenn jemandes Werk bleiben wird, das er darauf gebaut hat, so wird er Lohn empfangen; wenn jemandes Werk verbrennen wird, so wird er Schaden leiden, er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer“. Das Feuer als Bild muss im israelitisch-jüdischen Verständnis mit dem scheinbar nebensächlichen Sätzchen „er selbst aber wird errettet werden, doch so wie durchs Feuer“, verstanden werden. (Nebenbei bemerkt ist auch in 1Ko 5,5 dasselbe ausgesagt). Das entspricht absolut dem heilsgeschichtlichen Offenbarungsgut in allen Bundesschriften (AT).

Das auserwählte Volk und seine Nachkommen können vom biblischen Bundesverständnis her niemals für immer von Jahweh getrennt leben oder endgültig von ihm abgeschnitten werden und für immer verloren gehen. Sie sind Sohn, sind vom Vater gezeugt und geboren (vgl. 5Mo 32,18). Jahweh nennt sein auserwähltes Volk der damaligen Weltmacht Ägypten gegenüber, seinen erstgeborenen Sohn: „Mein erstgeborener Sohn ist Israel“ (2Mo 4,22). Der Begriff erstgeborener Sohn beinhaltet erstens die unantastbare Rechtfertigung durch den Vater. Der Sohn ist gerechtfertigt durch den Vater, ob er in den Ordnungen und Wegen des Vaters geht oder nicht. Geht er sie nicht treten Gerichte (Feuer Jahwehs) in Kraft, im Sinne einer liebevollen und zielgerichteten Erziehung, die durchaus auch heftig und schockierend sein kann (vgl. 5Mo 8,5; 1,31; Hi 5,17-18; Spr 3, 11-12; Hebr 12,4-8; Offb 3,19). Die Sohnschaft eines Sohnes ist immer von seinem Vater (bzw. Mutter) her gerechtfertigt, niemand kann sie jemals verleugnen, absprechen oder aufheben. Das ist unmöglich. Sie kann durch Ungehorsam, Untreue und Götzendienst in Vergessenheit geraten (Gericht), aber die Söhne werden durch erzieherische Gerichte, nach der vom Vater verordneten Zeit, wieder zurückgeführt zum Vater und können so wieder ihre Sohnschaft erkennen (vgl. Hos 2,1-2.25; Röm 9,4.24-26; 1Petr 2,10.25 u.a.m.) Jahshuas Sendung und Dienst hat auch uns wieder zurückgebracht.

Zweitens beinhaltet die Aussage „mein erstgeborener Sohn“ die Tatsache, dass weitere Söhne folgen werden, zweitgeborene, drittgeborene usw., bis einmal alle als Söhne Jahweh in Dankbarkeit und Freude huldigen werden (vgl. Ps 22,28-30; Apg 15,13-17 u.a.m.), denn jeder Mensch ist von Jahweh geschaffen. Er lässt sich nichts nehmen. Er wartet trotz schwerster Feuergerichte mit Geduld auf den einzelnen Sohn (vgl. Lk 15,11-32). Letztlich schafft sich jeder Sohn durch seinen Ungehorsam und sein Aufbegehren gegen Jahweh seine eigenen Feuergerichte, wie uns dies Jahshua ebenfalls in der Darstellung des „verlorenen“ Sohnes in Lk 15,11-32) anschaulich vermittelt.

Die Aussagen in 1Kor 3,13-15b dürfen nicht voneinander getrennt werden, niemals. Sie stehen in Einklang mit der ganzen Schrift. Trennen wir diese Aussagen und verkehren sie ins Gegenteil und lehren die Menschen anders, laden wir schwerstes Gericht auf uns, denn die Folgen dieser Irrlehre, die im 4. Jh. von der christlichen Kirche geschaffen worden ist sind unermesslich. Sie haben unermessliches Leid über die unwissenden Massen der Kirche gebracht. Diese Masse war religiös krank terrorisiert. Es war ihnen unter Folter und Tod verboten sich mit Glaubensfragen auseinanderzusetzen. Wie anders ist doch Jahweh und sein Wort. Wir werden aufgefordert mit Jahweh zu gehen und mit ihm über Glaubensfragen nachzudenken und in der Schrift allezeit zu forschen. Ist das nicht wunderbar? Heute dürfen wir unsere Verantwortung für unseren Glauben wahrnehmen. Wir dürfen Verantwortung tragen, zusammen mit Jahweh. ich kann dies vor Freude und Dankbarkeit kaum fassen. Darum freuen wir uns mit dem Psalmist und bekennen mit ihm: „Glücklich ist der Mensch, dessen Stärke in dir ist“ (Ps 84,6).

Gregor Dalliard