“Denn ich gebe ihnen Zeugnis, dass sie Eifer für Gott haben, aber nicht mit [rechter] Erkenntnis” (Röm 10,2). Teil 1

Glaubensimpuls 369

Auf den Gim 366 folgte eine Reaktion auf die ich eingehen möchte. Ich schrieb: “Wir verstehen nun auch warum Paulus grossmundig predigt: ““Denn Christus ist der Weisungen JaHuWaHs (Gesetzes) Ende….”” (Röm 10,4). Die Weisungen JaHuWaHs brauchen wir nicht mehr, sondern derjenige ist ein Erlöster, ist Gott gleich, der durch das vergossene Blut der Christus-Gottheit errettet ist. Aber auch hier erteilt Jahushua von Nazareth dem Paulus eine glasklare Abfuhr” Ich zitierte dazu Mt 5,17-19.

Der Leser ist Mitglied einer Messianischen Gemeinde. Was heisst das? Messianische Christen sind überwiegend Juden die glauben, dass der Jahushua von Nazareth der Messias Israels war und ist, der aber von den Juden gemartert und getötet wurde. Darum konnte das Messianische Reich nicht anbrechen. Mit anderen Worten heisst das: JaHuWaH vermochte seinen Willen nicht zu verwirklichen!, weil die Juden ihn daran hinderten. Darum fand er eine Zwischenlösung, indem er Jahushua, als Messias von den Toten auferweckte und in den Himmel aufnahm. Doch umgehend, gleich, in Kürze, sollte er auf die Erde zurückkehren (wiederkommen) um das Messianische Reich einzuleiten und seine Herrschaft über die ganze Welt anzutreten (vgl. 1Thess 4, 13-18; Offb 1,1; 22,20 u.a.m.).

Da er aber nicht mehr zurückkam – wie verheissen, setzte er sich angeblich zur Rechten des Vaters. Dort wartet er schon über 2000 Jahren auf das grüne Licht des Vaters zur Wiederkunft. Das ist aber – im Lichte des biblisch-prophetischen Wortes – eine äusserst abartige Vorstellung über den biblisch verheissenen Messias, bzw. das Messianische Reich. Paulus beruft sich bei solchen Lehren nicht auf das gesamtprophetische biblische Wort, sondern auf Visionen Jesu in denen dieser zu ihm sprach. So sagt er, um die gleich bevorstehende Wiederkunft des gepfählten Jahushua zu rechtfertigen: “Denn dies sagen wir euch in einem Wort des Herrn..” (als Wort des Herrn) (1Thess 4,15). Das ist sehr abartig, reine Willkür, Unwissenheit oder Boshaftigkeit!

Die Messianischen Christen sind, wie alle anderen Christen auch, davon überzeugt, dass nur durch Menschenblut, also durch das Blut Jesu Christi, des wahren Menschen und des wahren Gottes, und zwar Gott in Person (vgl. 2Kor 5,19), dem einzelnen Menschen Vergebung der Sünden, Versöhnung mit JaHuWaH und das ewige Leben vermitteln kann. Entsprechend der Heilsdogmen aller Christen lehren auch sie, dass derjenige der Jesus Christus und sein vergossenes Blut nicht gläubig annimmt (in einem Übergabegebet oder -ritual, z.B. Taufe) in die Hölle kommt aus der es kein Entrinnen mehr geben wird. Schätzungsweise müssten nach der Heilslehre der Christen 98% der gesamten Menschheit in der Hölle enden, denn rund 98% der gesamten Menschheit glaubte und glaubt nicht an den Erhalt des ewigen Lebens über den römischen Folterpfahl an dem nicht nur Jahushua von Nazareth sondern Abertausende Juden qualvoll hingerichtet worden waren.

Sie sind in den Lehren des Paulus verstrickt, wie wir das vor wenigen Jahren auch noch waren. Denn Paulus lehrt, dass Jesus Christus die ganze Welt mit dem Vater versöhnt hätte (vgl. 2Kor 5,19). Diese Lehre widerspricht der obigen Aussage, dass jeder einzelne Mensch nur durch den persönlichen Glauben an das Blut eines Menschenopfers mit JaHuWaH versöhnt werden kann. Die Bibel, der TaNaCH, aber spricht vom Vertrauen Abrahams als Rechtfertigung vor JaHuWaH. Das ist der erlöste Mensch der im Rhythmus des Lebens den inneren Frieden finden und bewahren kann.

Es ist wohl anzunehmen, dass der Schöpfer Himmels und der Erde den Römern und ihren Foltermethoden keine solche Wertschätzung beimisst, wie das die Kirchen und die christlichen Gemeinschaften bis heute tun. Im Prinzip hätten die Römer mit ihren Gräueltaten die Erlösung der ganzen Welt und die Versöhnung mit JaHuWaH ausgelöst und bewirkt. Sie müssten in der christlichen Literatur den ersten Platz einnehmen, das tun sie ja zum Teil, denn im Johannesevangelium wird Pontius Pilatus bereits rehabilitiert und das entgegen den römischen Rechtsbedingungen zu jener Zeit denen Pilatus strengstens unterworfen war. Sie liessen gegenüber einem Juden keine solche Gerichtsprozesse zu wie uns das die Kirchengründer im Johannesevangelium glaubhaft machen wollen. Kurz darauf sprach die Koptische Kirche Pilatus heilig! Von alledem ist nichts geschrieben im verbindlichen prophetischen Wort des TaNaCH.

Und wenn die Christen die Juden des Mordes an ihren Messias bezichtigen, wie konnten sie den Juden vom 4. Jh. an bis heute so viele Gräueltaten antun? Hätten die Juden nicht gerade durch die Hinrichtung Jahushuas allezeit die Hochachtung der Christen verdient? Wie anders hätte denn die ganze Welt erlöst werden sollen? Paulus lehrt doch: “..dass Gott in Christus war und die Welt (am Kreuz) mit sich selbst versöhnt hat.” (2Kor 5,19). Das wäre doch das unvorstellbare Wunder in der Geschichte der Menschheit gewesen. Die Christen hätten die Juden vor lauter Dankbarkeit von Anfang an, überall und allezeit, auf Händen tragen müssen. Doch das folgenschwere Gegenteil war und ist der Fall. Welch ein schreckliches Heils- und Lehrchaos begegnet uns im Neuen Testament, in der Heilslehre der Christen!

JaHuWaH, von dem die Propheten in der Bibel sprechen, hat nie davon gesprochen, dass es eine Erlösung mittels der Hilfe der Römer geben werde. Er sprach nie von einer solchen Notwendigkeit. Nie sprach er nur ein einziges prophetisches Wort über das Hilfsmittel der römischen Foltermethoden über die den Menschen der Weg zu Vergebung der Sünden, zu Umkehr und Erlösung möglich sein würde. Alle wissen wir längstens welches der Weg zum Frieden mit unserem Schöpfer ist.

Für Messianische Juden ist darum das Neue Testament, wie für alle anderen Christen auch, jener Teil der Bibel in dem bewiesen wird, dass sich das prophetische Wort des TaNaCH mit der Jesus-Gottheit erfüllte. Da die Juden im prophetischen Wort, wie niemand anders verankert sind, lehnten sie die paulinische Erlösungslehre, die Lehre der Kirchengründer, konsequent, ohne Wenn und Aber, ab. Der TaNaCH sei mit dem Kommen des Jahushua von Nazareth erfüllt worden und hätte seine Bedeutung verloren, weil mit der Erlösung der Menschheit durch das Blut des Jahushua von Nazareth am Folterpfahl der Römer alles bewirkt worden sei was der TaNaCH vorhersagte. Der TaNaCH sei nur insofern noch Teil der christlichen Bibel um beweisen zu können, dass die Gottheit Jesus Christus der Erlöser der ganzen Welt sei. Doch jeder aufrichte Leser des TaNaCH muss dieser Lehre widersprechen, wie das die Juden immer getan haben, denn wir finden nichts davon im gesamten prophetischen Wort des TaNaCH. Der TaNaCH zeigt einen völlig anderen Weg des Lebens, der Erlösung und der Errettung und des inneren Friedens auf.

Die Lehre des Paulus in Rö 10, 1-3 ist nichts anderes als ein verwerflicher Irrtum, der in den – bald 2000 – Jahren unsägliches Leid über die Juden und die ganze christliche Welt brachte (Ersatztheologie). Christen lehren bis heute die von Blut triefende Ersatztheologie: “Denn da sie Gottes Gerechtigkeit nicht erkannten und ihre eigene aufzurichten trachteten, haben sie sich der Gerechtigkeit Gottes nicht unterworfen. Denn Christus ist der Ordnungen/Weisungen (Gesetzes) Ende, jedem Glaubenden (an das erlösende Blut Jesu) zur Gerechtigkeit” (Röm 10, 3). Wir müssen – ohne Wenn und Aber – sagen, dass die Kirchen, bzw. die Christen, bis heute die Gerechtigkeit JaHuWaHs nicht erkennen!

Allen wünsche ich einen gesegneten Shabbat. Mit herzlichen Grüssen und einem ebenso herzlichen Shalom

Gregor Dalliard