„Dies tut zu meinem Gedächtnis“ (Lk 22,19; 1Kor 11,24-25).

Glaubensimpuls 80

Wir stehen mitten in der Sederwoche, der Woche der ungesäuerten Brote (29. 3. 13). Das Fest wird Pessach (Vorübergehen) genannt. Es beginnt mit dem Passamahl. Dieses Fest hat Jahweh allen die an ihn glauben, die in Beziehung mit ihm leben, für alle Zeiten zum Gedenken an den Auszug aus Ägypten mit auf den Weg gegeben. Es ist voller prophetischer Heilszusammenhänge und enthält die tiefsten Heilsreichtümer. Darum hat  Jahweh unser himmlischer Vater seinem auserwählten Volk und damit allen die mit ihm in Beziehung stehen geboten dieses Fest als sein jährliche Fest  für allezeit als Gedächtnis, als Erinnerung, zu feiern.

Wir erinnern uns an das letzte Passahmahl, an das feierliche  Abendessen, das Jahshua mit seinen Freunden, den Aposteln genoss. Während dieses Mahles wurden vier Kelche oder Gläser mit Wein gereicht. Sie erinnerten die Feiernden an die drei Befreiungsschritte aus Ägypten und an die Annahme der zwölf Stämme als Volk durch den himmlischen Vater Jahweh (vgl. 2Mo 6, 6-7). Ihre Herzen waren voll Freude und voll des Dankes.

Beim ersten Segensbecher wurde der Herausführung aus dem Land  Ägypten gedacht, beim zweiten der Errettung (Befreiung) aus dem Arbeitsjoch in die Freiheit, beim dritten der Erlösung mit ausgestrecktem Arm durchs Schilfmehr und die Wüste bis hin ins verheissene Land. Beim vierten Becher wurde der vollkommenen und unwiderruflichen Annahme des auserwählten Volkes durch Jahweh gedacht. Er hatte sich als der einzig EINE den Vätern und damit auch ihnen als ihr Erlöser für alle Zeit geoffenbart. Er hatte sie gelehrt, dass dies für immer unantastbar so bleiben würde, damit einmal alle Menschen ihr tägliches Vertrauen allein auf ihn setzen würden und  damit frei von jeder religiösen Versklavung leben könnten, in Freiheit und Eigenveranwortung.

Als Jahshua beim Festessen mit seinen Jüngern zu Tische lag und am Anfang den Segensspruch über die ungesäuerten Brote sprach und beim  dritten Segensbecher, dem Becher der Erlösung, der Erlösung aus Ägypten gedachte, machte er einen kleinen Zusatz. Die Jünger sollten zu diesem jährlichen Gedächtnis der Erlösung durch Mose aus Ägypten auch der Erlösung der „verlorenen“ zehn Stämme durch ihn gedenken. Er bat seine Jünger, dass sie jedes Jahr, wenn sie das Passahfestessen begehen würden, zu Beginn, beim Segensspruch über das Brot und im Verlauf des Abends, beim Segensspruch über den dritten Becher, seiner Sendung und seines Erlösungswerkes gedenken sollten: „Dies tut zu meinem Gedächtnis (zu meiner Erinnerung)“ (vgl. Lk 22,19; 1Kor 11, 24-25). Er selbst würde das Passahmahl sicher nicht mehr feiern bis er es neu mit ihnen im Reich des Vaters (d.h. im neuen Himmel und auf der neuen Erde) feiern werde (vgl. Lk 22,16; Mk 14,25; Mt 26,29).

Jahshua hat nie ein Abendmahl oder Herrenmahl im Sinne des protestantischen oder freikirchlichen Abendmahles oder sogar einer Messe, bzw. eines Messopfers, eingeführt und befohlen. Und wenn schon, dann hätte er es nie ohne Verbindung mit der Einahme von Speisen, also verbunden mit einem Essen, getan, so wie es beim israelitisch-jüdischen Volk immer Sitte war.

Wie wir von dem Kirchenhistoriker Sokrates Scholastikus aus dem 5. Jh. wissen feierten viele Gemeinden zumindest noch im 5.Jh. – am 14. Nisan – das Passahmahl, also einmal im Jahr, sonst nicht. Sonst feierten sie das Shabbatmahl und brachen dabei das Brot in den Häusern, wie das heute noch bei den gläubigen Juden am Shabbat üblich ist: „Sie verharrten in der Lehre der Apostel (d.h. in der Lehre der Thora und der Propheten) und in der Gemeinschaft, im Brechen des Brotes und in den Gebeten (gemeint sind die Shabbatgebete) (vgl. Apg 2,42; 1Kor 11,17-34). Wie die Juden brachen sie auch täglich das Brot beim Essen in ihren Häusern: „Täglich verharrten sie einmütig im Tempel und brachen zu Hause das Brot, nahmen Speise mit Frohlocken und Schlichtheit des Herzens, lobten Jahweh und hatten Gunst beim ganzen Volk. Jahweh aber tat täglich hinzu, die gerettet werden sollten (die dazu bestimmt waren)“ (vgl. Apg 2,46). Aber das Passah Festessen feierten sie nach der biblischen Ordnung wie die Juden, Jahshua und die Apostel, wie das noch viele Gemeinden im 5.Jh. taten, bis das Papsttum bald danach die letzten dieser treuen Gemeinden ausgelöscht hatte. Das Festmahl wurde mit dem Segensspruch über das Brot eröffnet wie das alle gläubigen Juden bis heute tun. Dann wurde gemeinsam gegessen. Während des Essens wurde auch der dritte Kelch der Erlösung gesegnet. Dabei wurde aber bei diesem Kelch zusätzlich der Sendung und der Hingabe Jahshuas gedacht – als Erinnerung an sein Erlösungswerk.

Der Auftrag des himmlischen Vaters hatte Jahshua sein Leben gekostet und zwar bis zum letzten Blutstropfen. Das wusste Jahshua im voraus (vgl. Gim 76). Die Erfüllung seiner Sendung, nämlich die „verlorenen“ Schafe des Hauses Israel zum Hause des Vaters zurück zu holen, bezahlte er mit seinem Blut. Heilsgeschichtlich wird zuerst nur eine Auswahl aus den „verlorenen“ Verheissungsträgern zu Miterben, zu Miteinverleibten und zu Mitteilhabern des auserwählten Volkes gezählt und damit zu Hausgenossen und zu Miterben Jahwehs gerechnet (vgl. Eph 2,18 – 3,6; Röm 8,17). Darum heisst es in diesem Kontext zuerst einmal, dass  sein Blut „für euch vergossen wird“ (Lk 22,20; 1Kor 11,24) oder „für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden“ (d.h. die Sünde der Jahwehtrennung und der damit verbundenen Sünden) (vgl. Mk 10,45; 14,24; Mt 20,28; 26,29). Aber letztlich sind alle durch den Mashiach Jahshua bereits gerechtfertigt. Alle Knie werden Jahweh ungeteilt anbeten und ihm huldigen und dienen (vgl. Röm 5,18; 11,36; 1Kor 15, 20-28, Phil 2, 10-11; Offb 21,5; 5 Mo 32,39; 1Sam 2,6; Ps 22,28-30 auf die korrekte Übersetzung achten! u.a.m.), wenn auch durch Gerichte, was nichts anders heisst als Wege des Zurechtbringens gehen.

Wir gehen ja vom Glauben an Jahshua zum Glauben des Jahshua. Im Glauben des Jahshua lernen wir den Weg des Eingepfropftwerdens gehen. Damit steigen wir voll in den Bund ein, den Jahweh mit den Glaubensvätern schloss. „Denn dies ist mein Blut des Bundes“ (Mt 26,28; Röm 11,16-36). Damit können wir wieder Gemeinschaft mit dem Schöpfer des Lebens haben, weil wir wieder in den Verheissungen und in den Heils- und Lebensordnungen Jahwehs zu leben beginnen. Diese Tatsache ist wunderbar aber auch mit einer grosser Verantwortung im Alltag verbunden.

Wie wir aus dem ersten Korintherbrief entnehmen können arteten diese Festessen mit den entsprechenden Gedächtnis- und Erinnerungseinlagen in Korinth am Shabbat völlig aus. Bevor nämlich mit dem traditionellen jüdischen Segensgebet über das Brot und dessen Brechen offiziell begonnen werden konnte, hatten einige schon vorweg mit dem Mahl, dem Essen, und mit dem Trinken aus dem Becher begonnen. Einige waren darum beim offiziellen Beginn schon satt und andere betrunken, während die anderen noch zuwarteten, also noch hungrig waren (vgl. 1Kor 11, 17-21). Der Apostel Shaul war darüber schockiert. In seinem Frust und Ärger über diese Zustände in den Gemeinden von Korinth schreibt er: „Habt ihr denn nicht Häuser um zu essen und zu trinken? Oder verachtet ihr die Versammlung des Abba Jahweh und beschämt die welche nichts haben? Was soll ich euch sagen? Soll ich euch loben? Hierin lobe ich nicht“ (1Kor 11,22). Mit den Korinthern erlebte Shaul einen Frust nach dem anderen.  Mich nimmt wunder was wohl im dritten Brief Shauls an die Korinther geschrieben steht? Doch diesen Brief haben die katholischen Kirchenväter im 4.Jh. –  wie so viele andere –  nicht in ihren offiziellen neutestamentlichen Kanon aufgenommen. Vielleicht ruht er, wie die meisten andern nicht veröffentlichten Briefe und Evangelien, ganz tief unten in der riesigen geheimen Vatikanbibliothek! Aber was soll’s!

Eines ist gewiss, die Trennung des Brotbrechens von der Mahlfeier am Shabbat wurde aus vermeintlich vorbeugenden Massnahmen und im Zuge des wachsenden Antijudaismus in der nachapostolischen Zeit immer grösser bis dies Trennung radikal vollzogen war und alles auf den Sonntag verlegt wurde, obwohl Jahshua an einem Shabbat auferweckt worden war. Damit passten sich die katholischen Kirchenväter dem Denken der Heiden an und machten daraus Versammlungen (Kirchen) bei denen den Anwesenden durch den Vorsteher und seine religiösen Handlungen angeblich die Vergebung der Sünden und das Heil vermittelt wird. Darum darf ja keiner von dem Brot essen und von dem Kelch trinken, der sich nicht selbst für würdig erachtet, nach dem Verständnis und Willen der kirchlichen Oberhäupter. Das ist religiöse Knechtschaft, genau das wollte Jahweh niemals. Gegen solche Tendenzen hat sich Shaul vehement gewehrt: „Denn so viele durch den Geist Jahwehs geleitet werden, die sind Söhne Jahwehs. Denn ihr habt nicht einen Geist der (religösen) Knechtschaft empfangen, wieder zur Furcht, sondern einen Geist der Sohnschaft habt ihr empfangen, in dem wir rufen: Abba, Vater“ (Röm 8, 14-15).

Diese wunderbaren gemeinsamen Festessen mit dem einleitenden Segensgebet über das Brot und dem Brechen desselben und dem Herumreichen des Weinbechers während des Essens, in Erinnerung an die Erlösung aus Ägypten und in Erinnerung an unsere Erlösung aus unserer Jahwehlosigkeit und unser Wiedereingepfropftsein in die Gemeinschaft mit unserem Abba Jahweh und den Brüdern sind darum langsam zu toten, nichts sagenden liturgischen, rituellen und spiritistischen Abendmahlskulten und zu okkulten Messopferzeremonien verkommen. Und ich möchte wiederholen, darum sind diese Kulte  spiritistisch und okkult weil sie angeblich durch die Handlung des Vorstehers und den Genuss der Elemente von Brot und Wein Vergebung der Sünden und das Heil vermitteln sollen und dabei von der Würdigkeit des Einzelnen abhängig gemacht werden.  Das ist ein äusserst schändlicher Missbrauch dessen was uns der himmlische Vater durch seine Propheten in der Bibel geoffenbart und in Jahshua geschenkt und durch ihn bestätigt hat. Dadurch sind Abermillionen Menschen zu unmündigen religiösen Sklaven gemacht worden – bis zum heutigen Tag! Etwas Niederträchtigeres können wir uns wohl kaum vorstellen. Die Heilsvermittlung und die Vergebung der Sünden liegt ganz allein im Willen und in den Händen des Abba Vaters. Kein Mensch darf sich zwischen unserem Schöpfer und uns stellen. Jahweh schaut diesbezüglich unser Herz an, allein unsere ganz persönliche Beziehung zu ihm ist entscheidend, wie bei Abraham, Jahshua und vielen andern Gerechten.

Die sehr erfreuliche Seite heute ist die, dass sich überall auf der Welt bibeltreue Menschen von kirchlichen Abensmahlsfeiern und Messopferkulten lösen und wieder nach der Lehre der Propheten, Jahshuas und der Apostel das Brotbrechen und das Herumreichen des Bechers oder des Kelches innerhalb eine Mahles vollziehen und zwar als Gedächtnis und zur Erinnerung dessen, was schon lange uns zum Heile geschehen ist. Es braucht manchmal ein Weilchen und auch Geduld und Verständnis bis wir die alten irrigen rituellen Heilstraditionen der katholischen Kirchenväter überwunden haben. Seien wir guten Mutes, denn damit leisten wir einen weiteren konsequenten Schritt zur Wiederherstellung der Ehre unseres Schöpfers Jahweh, Jahshuas und der Apostel. Dadurch wirken wir an der gebührenden Wiederherstellung unserer Beziehung zu den Juden mit, die sich nicht mit dem allgemeinen kirchlich-frommen Israelgeschwätz, das ohne Konsequenzen bleibt, begnügen darf.

Wir bleiben einfach dran, suchen und forschen weiter in den Reichtümern der biblisch-prophetischen Zusammenhänge und zwar nach der Weisung Jahshuas, nämlich Jahweh zu „lieben aus deinem ganzen Herzen und aus deiner ganzen Seele und aus deinem ganzen Verstand und aus deiner ganzen Kraft“ (Mk 12,30). Das macht unser Glaubensleben erst sinnvoll, abwechslungsreich und fruchtbar. In diesem Sinne wünsche ich allen Gimlesern Segen und Freude für die restlichen Sedertage. Mit einem herzlichen Shalom

Gregor Dalliard