„..damit die Verheissung durch den Glauben, der in dem Jahshua HaMashiach war den Glaubenden (jenen, die in die Beziehung zu Jahweh zurückkommen) gegeben werde“ (Gal 3,22).

Glaubensimpuls 132

Ein wunderbarer Vers! Seine Wirklichkeit ist ein wahrer Segen! In unseren Übersetzungen bildet dieser Vers die zweite Hälfte des ausserordentlich wichtigen Satzes: „Aber die Schrift (Thora) hat alles unter die Sünde (den Ungehorsam, die Abwendung von Jahweh und das darauf folgende Gericht) eingeschlossen“.

Wie wir in den letzten Gim bereits sahen gilt der Urteilsspruch im ersten Teil dieses Verses 22 zuerst einmal allen Ungehorsamen der zwölf Stämme und deren Nachkommen, die sich von der Thora, von dem Bundesschluss und den Verheissungen an Abraham, zum Teil oder ganz lösen und damit der Jahwehlosigkeit, dem Heidentum, verfallen.

Dann gilt er auch den ultraextremen Juden, die sich zwar auf die Thora berufen, aber ihre Rechtfertigung vor Jahweh in der Erfüllung ihrer Auslegungen der Thora und damit in ihren Überlieferungen suchen, und zwar ohne eine persönliche Beziehung mit Jahweh aufgebaut zu haben, die allein in dem Geist der Thora gründet.

Dieser Urteilsspruch bezieht sich damit, wie wir bereits sahen, auch auf die christlichen Kirchen und Gemeinschaften, die sich ebenfalls auf die Thora berufen, sie aber in ihren wesentlichen und fundamentalen Aussagen ignorieren und sogar verwerfen, wie etwa in der Lehre eines dreieinigen Gottes in drei Personen. Denn auch sie bauen auf den Lehren abtrünniger Kirchenväter und deren Gesetze auf, die sich bewusst von der Gemeinde Jahwehs getrennt haben. Die Gemeinde Jahwehs ist nämlich die Gemeinde der Thora, der Propheten. Jahshuas und die Apostel gehörten nie zu einer andern Gemeinde. Sie gehörten nie zur christlichen Kirche. Die christliche Kirche wurde erst im 4.Jh. offiziell geboren. Eine Gemeinde, die sich auf die Bibel beruft, aber sich nicht voll und ganz Jahweh, seiner Thora, den Propheten, Jahshua und den Aposteln verpflichtet weiss, ist keine Gemeinde Jahwehs. Da kommen wir niemals drum herum!

Im weitesten Sinne gehören auch die Muslime (Islam) dazu. Sie berufen sich zwar nicht auf die Thora direkt, aber berufen sich auf Abraham und Ismael, auf Beschneidung und Enthaltung von Schweinefleisch und vieles mehr. Alles das haben sie der Thora entnommen, doch sie verwerfen die Thora ähnlich wie die Christen.

Aber – und das wollen wir nie vergessen –, ebenso untrennbar gehört auch die wunderbare Verheissung im zweiten Teil dieses Verses (22b) zu den von Jahweh Abgefallenen, Ungehorsamen. Diese beiden Aussagen im Vers 22 gehören untrennbar zusammen. Einfach umwerfend! Welch eine Botschaft für unsere suchenden Herzen, die sich nach Ruhe und Frieden sehnen. Es ist über Abraham in unsere Herzen gelegt, dass wir nur bei Jahweh Ruhe und Frieden finden. Die Menschheitsgeschichte beweist uns dies zur Genüge. Nur in seinen Weisungen ist uns der letzte Sinn unseres Lebens, die Zukunft Israels und der Menschheit, erschlossen.

Welch ein Trost für uns, die wir die Liebe und Hilfe Jahwehs, seine unverdiente Barmherzigkeit, Vergebung und Führung allezeit so sehr benötigen. Welch eine Entspannung und Geborgenheit wird uns hier geschenkt. Wir brauchen sie im Alltag. Lassen wir uns von dieser Verheissung vollkommen segnen, denn diese Verheissung ist uns zuteil geworden: „..von alters her.. hörte kein Ohr und kein Auge sah je einen Gott (Erlöser) ausser dir, der sich wirksam erweist für den, der auf ihn harrt“ (Jes 64,3)

Einige Verse davor schreibt Shaul, dass Jahshua seine Sendung und seinen Dienst der Wiederherstellung mit Jahweh und seinen gerechtfertigten und treuen Juden mit dem Tod vollendete. Lasst uns etwas beim Tod Jahshuas verweilen, bevor wir Gal 3,13-16 zitieren. Jahshua vollendete also seine Sendung und seinen Dienst mit dem Tod am Holz, dem üblichen römischen Folterwerkzeug. Das Todesurteil am Holz (Pfahl) wurde von den Römern ausnahmslos über alle jene ausgesprochen und vollzogen, die gegen die römische Staats- und Götterordnung verstiessen. Abertausende Juden, die treu zu Jahweh und zur Thora hielten erlitten unter der Herrschaft des Pilatus diesen äusserst qualvollen Tod. Auch Jahshua war bereit aus Liebe zu Jahweh und zu seiner Sendung der Wiedervereinigung „Verlorener“ in die Gemeinde Jahwehs diesen Weg bis in den Tod zu gehen.

Jahshua wich von seiner Treue zu Jahweh, der Thora, seiner Sendung und seinem Dienst keinen Millimeter ab, darum musste er als Prophet aussergewöhnlich früh sterben, denn die römischen Besatzer verfolgten jeden „Querulant“. Sie waren ihm laufend auf den Versen. Sie handelten grausam, unbarmherzig und gnadenlos. Sie rächten sich an dem unschuldigen Volk, wenn sie einem solchen „Querulanten“ Unterschlupf boten. Jahshua hatte darum keine feste Wohnstätte, denn er war vor den Römern dauernd auf der Flucht. Darum sagte er: „Die Füchse haben Höhlen und die Vögel des Himmels Nester, aber der Menschen Sohn (d.h. auch Prophet) hat nicht, wo er das Haupt hinlege“ (Mt 8,20).

Viele thoratreuen Pharisäer schützen ihn. Unter dem Schutz ihrer jüdischen Männer konnten viele jüdische Frauen Jahshua Unterschlupf geben und ihn vor den römischen Häschern schützen: „..und viele andere (Frauen), die ihnen mit ihrer Habe dienten“ (Lk 8,3). Wer also Jahshuas Sendung und Dienst folgen wollte, musste sich diesen Schritt, diese Entscheidung, sehr gut überlegen und sich bewusst werden auf was er sich da einliess. Die Umstände waren äusserst hart. Es konnten Frauen und Kinder, Familienangehörige, Hab und Gut von den Römern beschlagnahmt werden und so grausame Rache vollzogen werden.

Das war nicht gerade einladend! So etwas musste eher abschreckend wirken. Trotzdem sind zur Zeit des grausamen Herrschers Pilatus in Judäa rund 6000 Männer und Jünglinge auf diese qualvolle Weise am Pfahl umgebracht worden. Viele von ihnen waren thoratreue Juden.

Als das auserwählte Volk ein Höchstmass an Erniedrigung durch die Römer erlebte, stellte sich Jahshua offen zu seinen Brüdern. Er zog demonstrativ in Jerusalem ein und zwar auf einem Fohlen. Das Volk bejubelte ihn als den grossen Propheten und schrie nach Hilfe. Doch wenige Tage danach wurde er nach römischem Gesetz grausam gepfählt.

Der Reiter mit Fohlen war Sinnbild für die Verheissungen Jahwehs an sein Volk. Sie können selbst durch die äussersten Demütigungen und den grausamen Tod Vieler nicht zunichte gemacht werden. Das wollte Jahshua mit seinem Ritt auf dem Fohlen durch Jerusalem und hinauf zum Tempel signalisieren. Das Volk verstand dieses Zeichen. Es wurde neu ermutigt auszuharren – bis in den Tod. Die Verheissungen und Zusprüche Jahwehs werden sich durch dieses Volk erfüllen. Er wird es nicht zulassen, dass sein Volk jemals ausgerottet werden wird, selbst wenn unter solchen Herrschaften aussergewöhnlich viele sterben müssen.

Jahshua legte mit seiner Aktion das offene Bekenntnis für Jahweh und seine Verheissungen ab. Jahweh und seine Verheissungen stehen bleibend über allem. Der Bekennende bezeugt diese Tatsache im vollen Bewusstsein des bevorstehenden sicheren Todes. Jahshua hatte seinen Tod mehrmals vorausgesagt. Er wusste, dass der Messias der Endzeit allen irdischen Herrschaften ein Ende setzen würde und nicht sterben würde. Mit seinem prophetischen Ritt als Prophet wollte er das Volk zum Durchhalten, zum Ertragen all der schrecklichen Leiden ermutigen und auf den endzeitlichen Sieg Jahwehs hinweisen. Er wies mit seiner Handlung auf den Propheten der Endzeit hin, mit dem sich alles ändern würde.

In Sach 9,9-10 wird nämlich verheissen, dass mit dem Messias der Endzeit alle Herrschaft über das auserwählte Volk ein Ende haben würde und die Herrschaft der Heiligen beginnen wird. Er kannte die Schriften der Propheten sehr gut.

Darum sagte Jahshua ganz klar und unumwunden: „Wenn jemand mir nachfolgen will (meine Sendung und meinen Dienst der Wiederherstellung der Gemeinde Jahwehs unterstützen will) und nicht zurückstellt (riskiert) seinen Vater und seine Mutter und seine Frauen und Kinder und seine Brüder und Schwestern, dazu aber auch sein eigenes Leben, so kann er nicht in meine Sendung und Dienst treten; und wer nicht sein Joch (dieses Joch) trägt und mir nachkommt, kann nicht in meine Sendung und Dienst treten. Denn wer unter euch, der einen Turm bauen will, setzt sich nicht zuvor hin und berechnet die Kosten..“ (Lk 14,26-28).

Das hat nichts mit einer frommen gemütsvollen Lebensübergabe an einen trinitarischen Jesus-Gott zu tun. Das ist mehr als Jesus annehmen und ihm sein Leben übergeben. Die Sache ist viel zu ernst, als dass sie mit solch verwerflichen Praktiken wie Kindertaufe, Lebensübergabe an einen Jesus-Gott und dergleichen frommen Unsinn ins Lächerliche gezogen werden darf. Jahshua nachfolgen heisst im Geiste der Thora und Jahshuas sein Leben ganz in den Dienst der Gemeinde Jahwehs stellen. Das kann uns alles kosten! Die Worte Jahshuas haben in unseren Tagen nichts von ihrer Gültigkeit und Verbindlichkeit verloren!

Nun lasst uns Gal 3,13-16 zitieren: „Der Mashiach (Gesalbte) hat uns losgekauft von dem Gericht (Fluch) des Ungehorsams (des Gesetzes), indem er ein Gericht (Fluch) für uns geworden ist – denn es steht geschrieben: ‘Verflucht ist jeder, der am Holz hängt‘ –, damit der Segen Abrahams durch den Mashiach Jahshua zu den (Israel-)Nationen komme, damit wir die Verheissung des Geistes durch die Beziehung (Glauben) zu Jahweh empfingen“.

Der Vers 13 hat schon viele unnötige Diskussionen entfacht. Können Fleisch und Blut eines Menschen oder eines Tieres die von Jahweh Getrennten stellvertretend versöhnen, d.h. die Beziehung zu Jahweh für einen andern, der im Ungehorsam mit Jahweh und damit im Gericht lebt, ersetzen? Auf keinen Fall sagt die Thora. Jahweh will die persönliche Umkehr und Beziehung zu ihm. Sie ist ein geistiger Vorgang, der ganz persönlich, im Herzen jedes einzelnen Ungehorsamen geschehen muss.

Jahshua selbst sagte, dass Fleisch und Blut diesbezüglich nichts bewirken. Niemand, so lehrt er, kann durch sein Blut einen anderen (Ungehorsamen, im Gericht Stehenden) vor Jahweh als versöhnt darstellen: „Der Geist ist es, der lebendig macht; Das Fleisch (und Blut, Blut ist im Fleisch) nützt nichts. Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und Leben“ (Jo 6,63). Seine Worte waren ein Aufruf der persönlichen Umkehr.

Wunderbar dieser Ausspruch in Jo 6,63! Er fasst die ganze Thora und Propheten zusammen. Alle Opfer, alles Opfer-Blut das jemals geflossen ist, wollte einzig und allein nur die innere Umkehr des Opfernden darstellen und die Schwere des Ungehorsams Jahweh und seiner Thora gegenüber vor Augen führen. Wer sein Leben ganz in den Dienst Jahwehs und des auserwählten Volkes stellte musste seine Hingabe nicht selten mit seinem Blut bezahlen, wie Jahshua, viele Propheten und viele gerechtfertigte treue Juden.

Wie kann dann Shaul in Gal 3,13 eine völlig entgegengesetzte und widersprüchliche Aussage machen? Die Aussage in 5Mo 21,23, die Shaul hier zitiert: „Denn ein Gehenkter ist ein Fluch Jahwehs“, war allen gläubigen Juden ein Begriff. Denn im Vers davor steht geschrieben: „Und wenn bei einem Mann eine Sünde (ein Verbrechen) geschieht, auf die das Todesurteil steht, und er wird getötet und du hängst ihn an ein Holz (Baum)..“ (5Mo 21,22).

Für viele thoratreuen Pharisäer, die Jahshua ehrten und seine Sendung und seinen Dienst mit Leib und Leben mitgetragen hatten, war dieser furchtbare qualvolle Tod Jahshuas am Holz, am Baum, der wie ein Verbrecher gehängt worden war, nicht zu fassen. Sie waren irritiert. Manche sahen in der Art und Weise dieses qualvollen Todes das Gericht Jahwehs. Sie erinnerten sich an die Geschehnisse um König Shaul, dessen Leichnam von den Philistern an die Mauer von Bet-Shean genagelt worden war (1Sam 31,10). „So starb Shaul wegen seiner Untreue“ (1Chron 10,13).

Der Apostel Shaul nimmt diese Thematik auf und weist ganz einfach darauf hin, dass Jahshua in Erfüllung seiner Sendung und seines Dienstes, der die Rückführung der „Verlorenen“ aus den Stämmen Jakobs und deren Versöhnung und Wiedervereinigung mit Jahweh zum Ziele hatte, von jahwehlosen Menschen gehängt, gepfählt, worden war. Darum kann der Tod Jahshuas als unsere Rettung bezeichnet werden. Hätte Jahshua sein Leben nicht vollkommen in diesen Dienst Jahwehs gestellt, der den damaligen Umständen entsprechend den Tod unweigerlich zur Folge haben musste, wäre die Wirkung seiner Sendung, seines Lebens, ausgeblieben.

Ein solcher Fluch (Gericht) ist uns zum Segen geworden. Jahshuas Sendung und Dienst waren nicht umsonst. Sein Tod als Gehängter hebt seine Sendung und seinen Dienst an uns nicht auf, macht Jahshuas Dienst nicht unglaubwürdig. Denn gerade durch seine Treue bis in den Tod ist Jahshua uns zum Segen geworden. Gerade durch seinen Dienst ist der Segen Abrahams zu uns gekommen: „..damit der Segen Abrahams durch den Mashiach Jahshua zu den (Israel-) Nationen komme, damit wir die Verheissung des Geistes durch die Beziehung Jahwehs (durch den Glauben) empfingen“ (Gal 3,14.22b).

In diesem Segen grüsse ich alle herzlich und wünsche allen einen gesegneten Shabbat

Gregor Dalliard