Der biblische Weg der Vergebung der Sünden und der Versöhnung mit dem Vater im Himmel

Glaubensimpuls 203

Im Gim vom 201 habe ich über die Vergebung der Sünden und die Erlösung geschrieben. Thema war: „Warum klaffen Judentum und Christentum in den zentralen Lehren über das Leben, den Glauben und den Segen so sehr auseinander?“ Dieser Gim war geschrieben worden, weil einige Leser empört darüber waren, was ich im Gim vom

  1. Juli 2015 schrieb, nämlich: „Ich werde meine Thora in ihr Inneres legen und werde es auf ihr Herz schreiben. Und ich werde ihr Erlöser sein, und sie werden mein Volk sein. Dann wird nicht mehr einer seinen Nächsten oder einer seinen Bruder lehren und sagen: Erkennt JaHuWaH (seine Gedanken)! Denn sie alle werden mich erkennen von ihrem Kleinsten bis zu ihrem Größten, spricht JaHuWaH. Denn ich werde ihre Schuld vergeben und an ihre Sünde nicht mehr denken“ (Jer 31,31-33).

Darum wollen wir uns auch in diesem Gim erneut damit auseinandersetzen. Es hat sich gezeigt, dass diese Auseinandersetzung notwendig ist. Das Interesse ist da. Einige wirft das biblisch-prophetische Zeugnis aus der Schiene ihrer bisherigen Überzeugung, andere haben sich schon länger mit dieser Wahrheit beschäftigt und sind zum gleichen „Ergebnis“ geführt worden wie ich. Das freut mich sehr und erfüllt mich mit tiefer Dankbarkeit.

Es gibt zwei kirchlich geprägte Vergebungs- und Versöhnungstraditionen im christlichen Glauben. Beide basieren auf der Grundlehre der Kirchenväter. Bei beiden ist der Abba JaHuWaH, der Vater im Himmel, ausgeschaltet. Bei beiden wird nicht auf den Juden Jahushua von Nazareth gehört. An der Stelle des Vaters im Himmel trat das Gebilde einer neuen Gott-Person, nach dem Muster heidnischer Traditionen. Sie wurde in Verbindung mit dem Jahushua von Nazareth gebracht und Jesus genannt. Die neue Gott-Person „Jesus“ hat natürlich nichts mit dem Juden Jahushua von Nazareth zu tun.

Wie alle Rabbis lehrte Jahushua von Nazareth seine Zuhörer und Jünger niemanden anders anzubeten als den Vater im Himmel und zwar so wie er sich über die Propheten geoffenbart hatte. Sie sollten nicht wie die Heiden anbeten, die den Vater im Himmel nicht anbeten, die nicht zu ihm beten, sondern jemanden anderen anbeten und damit den Willen des JaHuWaH nicht suchen. Der Wille des Vaters befreit uns vom Joch der religiösen Menschen und ihren ausgeklügelten Fangnetzen. Sie sollten auch nicht jemanden anders anbeten und daneben auch noch den Vater, wie das Juden immer wieder taten. Wer jemand anderen anbetet als den Vater im Himmel, der ist ein Plapperer, ein sinnloser Schwätzer. „Seid ihnen (den Plapperern) nun nicht gleich.. Betet ihr nun so: Unser Vater, der du bist in den Himmeln, geheiligt werde dein Name; dein Reich komme; dein Wille geschehe, wie im Himmel so auch auf Erden.. und vergib uns unsere Schulden“ (Mt 6,8-12).

Er lehrte sie unmissverständlich den Vater für die Vergebung der Sünden zu bitten, niemanden sonst: „und vergib uns unsere Schulden (Sünden)“. Die Vergebung der Sünden und die Versöhnung mit dem Vater im Himmel geschieht in der direkten Beziehung mit dem Vater im Himmel, so lehrt uns das Jahushua wie alle gläubigen Juden. Dieser Weg ist der einzig korrekte und befreiende Weg der Vergebung und der Wiederherstellung des Friedens mit meinem Schöpfer JaHuWaH.

Im Christentum ist dieser Weg, die direkte Beziehung zu dem Vater im Himmel, abgebrochen, abgeschnitten. Sie geschieht nur in und durch die heidnische zweite Gott-Person Jesus, die innerhalb der drei Gott-Personen die Führung der Erlösung übernommen hat. Das widerspricht der Lehre des Juden Jahushua von Nazareth!

Ohne diese zweite Gott-Person, die der ersten in nichts nachsteht, erhält nach der christlichen Lehre kein Mensch Vergebung seiner Sünden und erfährt auch keinen Frieden mit dem Vater im Himmel. Diese zweite Gott-Person hat alle Macht der Erlösung von der ersten empfangen. Die erste Gott-Person hat sich selbst auf Kosten der zweiten Gott-Person als Erlöser entmündigt. Darum ist nur sie, die zweite Gott-Person, ausschlaggebend für das Heil. Das ist die Grundlehre des Christentums, die allen gemeinsam ist. Sie erinnert uns an die Dramen der griechischen Gottheiten.

Was die katholische Kirche, und zum Teil auch orthodoxe und protestantische Kirchen, von einigen Freikirchen und christlichen Gemeinschaften unterscheidet, ist die Notwendigkeit der Taufe. Ohne das Taufritual gibt es keine Versöhnung mit dem Vater im Himmel. Das Taufritual darf in regulären Zeiten nur von einer geweihten Amtsperson vollzogen werden, sonst ist die Versöhnung nicht wirksam.

Im Christentum basiert die Philosophie der Erlösung ohne Zweifel auf traditionelle heidnische Heilskulte und auf der platonischen, stoisch-epikuräischen Philosophie griechischer Gelehrter. Wie schon oft gesagt, übergab ihnen der Kaiser Konstantin, der einer ihrer Anhänger war, die Aufgabe eine Kirche zu gründen, die sich von der Gemeinde des JaHuWaH, von der Gemeinde der Bibel, fundamental unterscheiden sollte. Mit dem ersten ökumenische Glaubensbekenntnis auf dem ersten Kirchenkonzil 325 n.u.Z. in Nizäa entstand offiziell die christliche Kirche, das Christentum. Es entstand als Ersatz für die Juden, die angeblich den Gott der Christen, den Schöpfer Himmels und der Erde, nach dem römischen Gesetz an den römischen Marterpfahl schlugen und damit ermordeten. Unfassbar, dass wir einen solchen widersprüchlichen chaotischen Irrsinn so lange glauben konnten!! Diese Kirche steht im Widerspruch zur Bibel des Jahushua von Nazareth.

Was heisst das? Das angebliche neue Volk Gottes, das die Juden ersetzen sollte bestand aus zahllosen Splittergruppen. Sie alle waren unendlich zerstritten. Diese Zerstrittenheit entstand weil sie sich alle von der Bibel des Jahushua von Nazareth gelöst hatten, vom Tanach (Thora, Propheten und Schriften). Bald jeder Bischof oder fromme Philosoph lehrte etwas anderes über den neuen Gott Jesus. Das ist nur verständlich, denn sie kamen aus unterschiedlichen heidnischen Traditionen. Jeder wollte den neuen Gott Jesus in sein traditionelles Glaubensschema pressen. Dies führte zu heftigen Auseinandersetzungen, die nicht selten in gewalttätige Ausschreitungen unter den Bischöfen, Philosophen und ihren Anhängern mündeten. Diese Gewalttaten häuften sich immer öfterers und erschwerten dem Kaiser das Regieren. Das römische Reich sollte nun eine einheitliche Lehre bekommen, damit Kriegsgefahren gebannt und das Reich leichter regiert werden konnte.

In Nizäa nun wurde 325 die kaiserliche Kirche geboren. Sie sollte als das einige Volk Gottes unter der Führung des römischen Kaisers auftreten. Darum sollten im Glaubensbekenntnis des neuen Gottesvolkes (Kirche) alle heidnischen Lehransichten der einflussreicheren Bischöfe und Philosophen soweit wie möglich mit einbezogen werden. Die Bibel sollte den Juden entzogen und soweit wie möglich entjudaisiert werden. Sie sollte damit in den definitiven Besitz der Kirche übergehen. Die rechtmässige Auslegung der Bibel stand von nun an nur den vom Kaiser ernannten Kirchenvätern zu, später den Päpsten.

Das Glaubensbekenntnis war die Geburtsstunde der christlichen Kirche, bzw. der Kirchen. Einzig die rechtmässigen Vertreter und „Besitzer“ der Bibel, die Juden, waren von der Teilnahme ausgeschlossen. Ihr Rat war nicht gefragt!! Sowohl JaHuWaH als auch sie wurden auf diesem Konzil verflucht.

Nun zeigt uns die Bibel Jahushuas, der Tanach, an vielen Stellen schlicht und einfach auf, wie die Vergebung der Sünden und die Versöhnung mit dem Abba JaHuWaH geschieht. Nehmen wir die Ereignisse um David. Wir lesen im ersten Buch Shmuel, Kapitel 11, von Davids schwerem Vergehen. Er verging sich zuerst an Batsheba. Als diese schwanger wurde verging er sich an ihren Mann, den Hethiter Urijahu, der zum Judentum übergetreten war. Er liess ihn an die Front stellen, damit er sterben sollte. Er starb! Der Prophet Natan stellte David zur Rede. Was tat David?

„Da sagte David zu Nathan: Ich habe gegen JaHuWaH gesündigt. Und Nathan sagte zu David: So hat auch JaHuWaH deine Sünde hinweggetan, du wirst nicht sterben. Nur weil du den Feinden JaHuWaHs durch diese Sache Anlass zur Lästerung gegeben hast, muss auch der Sohn, der dir geboren ist, sterben. Und Nathan ging in sein Haus zurück (2Sam 12,13-15). David bekannte sich schuldig vor JaHuWaH.

Er hatte sich gegen die Lebensordnungen JaHuWaHs, die in der Thora niedergeschrieben sind, zutiefst verfehlt. Er erkannte das Vergehen an JaHuWaH wie auch an seinem Nächsten. Die Liebe zu JaHuWaH und die Achtung des Lebens und der Grundrechte meines Nächsten, mit allem was dazugehört, kann von der Thora her nicht getrennt werden. Beide gehören untrennbar zusammen, zueinander. Sie sind ineinander verflochten.

David wurde sich dessen bewusst. Er erkannte die Schande die er damit über JaHuWaH gebracht hatte, möglicherweise auch über die Verwandten des Ermordeten und die Treuen im Volk. Er erkannte die Schwere seiner Sünde und das öffentliche Ärgernis. Er bereute zutiefst. Darum konnte der Prophet die Vergebung und Versöhnung mit dem Vater bestätigen. Sie entsprach dem Geist der Thora, d.h. dem Geist des Schöpfers JaHuWaH, dem das Leben jedes einzelnen Menschen absolut wichtig ist. David suchte von da ab umso mehr die Ehre des JaHuWaH, des Vaters im Himmel. Unter schwerem Leid, mit Fasten und Gebet überstand David die Folgen seiner Sünde, den Verlust des Kindes und vieles mehr. Das Verhältnis zu JaHuWaH wurde inniger.

Das ist das was auch Jahushua von Nazareth seine Zuhörer lehrte, nichts anderes: „Betet ihr nun so: Unser Vater, der du bist in den Himmeln, geheiligt werde dein Name ..und vergib uns unsere Schulden (Sünden)“ (Mt 6,6.12). David brauchte keine griechische Gottheit mit Namen „Jesus“ anzunehmen, um Vergebung der Sünden, Versöhnung mit dem Vater im Himmel und das ewige Leben zu erhalten. Natan brauchte ihm kein Sakrament der Taufe zur Vergebung einer angeblichen Erbsünde und zur Vergebung seiner Vergehen zu spenden, um das ewige Leben zu erhalten, d.h. um die Versöhnung mit dem Vater im Himmel zu finden.. Er wurde nie getauft, wurde nie erlöst von einem Jesus-Gott. Er brauchte von Natan auch keine Absolution seiner Sünden im Namen von dreieinigen Gott-Personen. Er war versöhnt mit dem Vater im Himmel und kam zu neuen Lebenskräften: „..und vergib uns unsere Schulden (Sünden)“ (Mt 6,12).

David war bei der Erkenntnis seiner schweren Schuld krank geworden. Nachdem er alles durchlitten und überstanden hatte konnte er JaHuWaH wie nie zuvor preisen, vor allem Volke. Er konnte die Vergebung und Barmherzigkeit seines Erlösers JaHuWaH lauthals und ohne Furcht bekennen: „Preise JaHuWaH, meine Seele, und all mein Inneres seinen heiligen Namen! Preise JaHuWaH, meine Seele, und vergiss nicht alle seine Wohltaten! Der da vergibt alle deine Sünde, der da heilt alle deine Krankheiten. Der dein Leben erlöst aus der Grube, der dich krönt mit Gnade und Erbarmen. Der mit Gutem sättigt dein Leben“ (Ps 103, 1-5).

Es gab für ihn keinen andern Weg der Erlösung aus seinen Sünden als nur über JaHuWaH, den Erlöser von Sünde und Schuld. Was viele Jahrhunderte später der Prophet Jeshajahu (Jesaja) bezeugt, bezeugten bereits Moshe, David und die vielen Zeugen des wahren Lebens: „So spricht JaHuWaH, der König Israels und sein Erlöser, der Erlöser der Heerscharen: Ich bin der Erste und bin der Letzte, und ausser mir gibt es keinen Erlöser (Gott).. Und ihr seid meine Zeugen: Gibt es einen Erlöser (Gott) ausser mir? Es gibt keinen Fels, ich kenne keinen“ (Jes 44,6.8).

Ist dieses Beispiel und Zeugnis nicht nicht wegweisend für uns? Wegweisend für alle, die die Bibel (Tanach) des Jahushua und wie Jahushua lieben und lesen. Alle die das Leben lieben. Alle, die die Ehre des JaHuWaH, ihres Erlösers, suchen – wie Jahushua von Nazareth? Kann es etwas Erquickenderes und Aufbauenderes geben? Keine Lebensphilosophie und –theologie der Menschen und keine Lehre der Christen kommt an diesen Reichtum heran. Lasst uns im nächsten Gim dieses Thema fortsetzen.

In diesem Gnadenbad der Umkehr und der Vergebung sind wir voller Danksagungen und geniessen den inneren wie den äusseren Shabbat (Ruhe und Frieden) seiner Gnade. Shalom!

Gregor Dalliard