Die täglichen Bedürfnisse

Glaubensimpuls 207

Wer kennt seine täglichen Bedürfnisse nicht? Du hast sie, ich habe sie. Sie gehören ganz einfach zu unserem Menschsein. Manchmal können wir sie gar nicht definieren. Du bist hungrig, ich bin hungrig. Hungrig nach Liebe, Geborgenheit, Anerkennung, Sicherheit, Wohlwollen, Heilsein. So lebt jeder von uns in einem bestimmten Umfeld, in seinem sozialen Gefüge.

Das auserwählte Volk wurde aus der Knechtschaft Ägyptens in die Freiheit entlassen. Doch der Weg der Gemeinde, die JaHuWaH mit Abraham ins Dasein gerufen hatte, führte direkt in die Wüste. Es mangelte ihnen bald einmal an den Grundbedürfnissen. Sie waren Menschen wie du und ich, was die Grundbedürfnisse angeht. Wir lesen in 2Mo 16,1-4a: „Und sie brachen von Elim auf, und die ganze Gemeinde der Söhne Israel kam in die Wüste Sin, die zwischen Elim und Sinai liegt, am fünfzehnten Tag des zweiten Monats nach ihrem Auszug aus dem Land Ägypten. Da murrte die ganze Gemeinde der Söhne Israel gegen Moshe und Aaron in der Wüste. Und die Söhne Israel sagten zu ihnen: Wären wir doch durch die Hand des JaHuWaH im Land Ägypten gestorben, als wir bei den Fleischtöpfen sassen, als wir Brot assen bis zur Sättigung! Denn ihr habt uns in diese Wüste herausgeführt, um diese ganze Versammlung an Hunger sterben zu lassen. Da sprach JaHuWaH zu Moshe: Siehe, ich will euch Brot vom Himmel regnen lassen..!

Etwas weiter lesen wir „..am Morgen werdet ihr satt sein von Brot“ (2Mo 16,8): Hunger haben und Hungers sterben müssen, solche Leiden waren in unseren Ländern während des Zweiten Weltkrieges keine Seltenheit. Vor allem jüdische Kinder verhungerten grausam auf Gassen, in Wäldern, Einöden und Verstecken, wohin sie verzweifelte Eltern vor der Vernichtung zu retten versuchten. Das alles scheint in weiter Ferne zu liegen. Heute muss sich in diesen Ländern keiner vor Häschern verzweifelt verstecken und Hungers sterben.

Die Gemeinde Israel, die Gemeinde des JaHuWaH, die er sich selbst über Abraham aus Liebe erwählt und erworben hatte (vgl. 1Mo 12,1ff; 5Mo 7,6-8), war in arge Nöte geraten. Der Hunger war bitter. Es fehlte an Brot. In dieser Not reagierte die ganze Gemeinde: „Da murrte die ganze Gemeinde der Söhne Israel gegen Moshe und Aaron in der Wüste“ (2Mo 16,3). Es war kein Spaziergang durch die Wüste. An Entbehrungen und Herausforderungen fehlte es wahrlich nicht! Grund zu murren gab es immer wieder.

Viele Leser dieser Glaubensimpulse haben ihr „Ägypten“ verlassen. Denn dort wo wir heute im Vertrauen (Glauben) stehen und leben, dort standen und lebten wir früher nicht. Wir sind aus der „Sicherheit“ der nichtbiblischen „Gemeinde“ ausgezogen. Wir sind aus der „Gemeinde“ der Kirchenväter herausgeführt worden und zu der Gemeinde Abrahams gekommen, zu der übrigens auch der Jahushua von Nazareth und seine Schüler (Apostel) gehörten, nicht aber die Kirchenväter. Ist das nicht wunderbar und grandios? Ob das den Menschen passt oder nicht, es gibt nur eine biblische Gemeinde. Sie heisst Gemeinde Abrahams oder Gemeinde der Söhne Israel oder Gemeinde des Moshe oder Gemeinde der Propheten, wie auch immer wir sie bezeichnen mögen. Nun, Jahushua und seine Schüler (Apostel) gehörten zu dieser Gemeinde, da ist nichts zu machen! Sie lehrten und predigten diese Gemeinde. Sie lebten nie in der Trennung von JaHuWaH und seiner Gemeinde. Für sie wäre eine hellenistische Pseudogemeinde nach den neutestamentlichen Schriften der Kirchenväter undenkbar und unvorstellbar gewesen. Stellen wir uns dieser Tatsache. Das kann anfänglich sehr schmerzhaft sein. Doch der Schmerz wird sich in Freude verwandeln.

So manches auf unserem Weg, beim Auszug aus unserem „Ägypten“, war und ist nicht einfach. Mancher mag in seinem stillen „Kämmerlein“ schon geseufzt, gemurrt und sich gesagt haben: „Ach wäre ich doch in ‚Ägypten‘, in meiner Kirche oder Gemeinde, geblieben. Dort lief alles so normal, d.h. dort hatte ich meine tägliche Ration Brot, ohne darum kämpfen zu müssen. Wäre ich doch in ‚Ägypten‘ gestorben!“ Vergessen wir nicht: Wer auszieht und einzieht geht einen Weg voller Herausforderungen, manchmal verbunden mit vielen Entbehrungen. Der „Pharao“ und seine „Priester“ schauen nicht einfach so untätig zu, wenn wir Abschied von ihren Götzen, von der religiöse Sklaverei, nehmen! Wie das ausziehende Volk aus Ägypten lernen musste sich allein auf JaHuWaH und seine Worte zu verlassen und darauf zu stützen, so lernen auch wir uns allein auf JaHuWaH und seine Verheissungen zu verlassen und zu stützen. Wir vertiefen dabei laufend unsere Beziehung zu JaHuWaH. Dazu dienen uns diese Herausforderungen. Sie sind wichtig. Sie dienen uns. Sie fördern unsere Beziehung zu JaHuWaH und zu seinem Wort. Die Propheten lehren uns, dass dies alles zu unserem Besten und zum Besten der gesamten Menschheit dient.

Um den praktischen Alltag unter den „Zurückgebliebenen“ in „Ägypten“ so richtig frei ausleben zu können gab JaHuWaH seiner Gemeinde das beste Rezept des Lebens: „Und er demütigte dich (lehrte dich Demut) und liess dich hungern. Und er speiste dich mit dem Man, das du nicht kanntest und das deine Väter nicht kannten, um dich erkennen zu lassen, dass der Mensch nicht von Brot allein lebt. Sondern von allem, was aus dem Mund des JaHuWaH hervorgeht, lebt der Mensch“ (5Mo 8,3). Die Erziehungswege des JaHuWaH sind genial, umwerfend. Wie oben erwähnt, JaHuWaH hat auch uns auf dem Weg geprüft, uns zur Demut erzogen, d.h. „er demütigte dich“. Das tut er immer noch!

Ohne Prüfung und Bewährung ist uns der Segen der geistigen Grundbedürfnisse nicht beschieden. Das bestätigt sowohl die Bibel als auch die Geschichte. Einfach wunderbar! Also lernen wir uns über die Herausforderungen zu freuen. Gestatten wir ihnen nicht über uns zu herrschen und uns Angst einzuflössen. Dann werden sie zu lähmenden Lasten, die bei uns keine Aufnahme finden. Wir gestatten ihnen nicht sich häuslich bei uns einzurichten.

Das ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Das Manna war notwendig und erfüllte die Grundbedürfnisse der Ausziehenden. Wir brauchen es jeden Tag. Genau so erfüllt das Wort des JaHuWaH unsere geistigen Grundbedürfnisse. Sie befruchten unsere ganze Seele, d.h. deine und meine Person durch und durch. Lasst uns die Worte der Weisen aus der Gemeinde des JaHuWaH mit Dankbarkeit und Freude im Herzen erwägen: „..da unterwies er mich und sprach zu mir: Dein Herz halte meine Worte fest! Beachte meine Gebote und lebe! Erwirb dir Weisheit, erwirb Verstand, vergiss sie nicht! Und weiche nicht von den Reden meines Mundes! (Sprüche 4,4-5).

In dieser grossen Freude und Zuversicht grüsse ich alle herzlich und wünsche allen einen gesegneten Shabbat. Shalom!

Gregor Dalliard