“Aber ich habe gegen dich, dass du deine erste Liebe verlassen hast. Denke nun daran, wovon du gefallen bist, und sinne um und tue die ersten Werke! Wenn aber nicht, so komme ich dir und werde deine Menora (den siebenarmigen Leuchter) von seiner Stelle wegrücken, wenn du nicht umsinnst” (Offb 2,4-5). Teil 7

Glaubensimpuls 89

Lasst uns mit tiefer Dankbarkeit und in froher Gewissheit weiter im Worte unseres himmlischen Vaters forschen. Sagt uns doch der Schreiber des Hebräerbriefes, dass „Jahweh vielfältig und auf vielerlei Weise ehemals zu den (unseren) Vätern geredet hat in seinen Propheten und am Ende dieser Tage zu uns geredet hat im Sohn“, d.h. sein Wort bestätigt hat durch Jahshua HaMashiach (Jahshua den Gesalbten) (vgl. Hebr 1,1-2; Mt 5,17-19). Durch Jeremijah sagt der himmlische Vater: „Wer..mein Wort hat, rede mein Wort in Wahrheit“ (Jer 23,28). Darum lautet das Zeugnis der jüdischen Mitgenossen über Jahshua: „wir wissen..du..lehrst die Wahrheit“ (Mk 12,14). „Die Rechtsbestimmungen Jahwehs sind Wahrheit“ (Ps 19,10). „Sende dein Licht und deine Wahrheit; sie sollen mich leiten“ (Ps 43,3). Der Vater führt uns in die volle Wahrheit, d.h. in den vollen Sinn des Lebens hinein, d.h. wir dürfen weiter wachsen, hineinwachsen in die Fülle des geoffenbarten Wortes, in den Willen des Vaters, schrittweise, aber voller Dankbarkeit und Freude.

Vieles, das wir einmal für wahr hielten, als die Wahrheit glaubten, kann durch das geoffenbarte Wort als falsch erkannt werden. Wir sollten uns nicht entmutigen lassen von Menschen, die das nicht nachvollziehen können. Das Motto des katholischen Geistes, das von abtrünnigen Kirchenvätern unter der Leitung des römischen Kaisers dogmatisiert worden ist, lautet, was ein berühmter Bischof (später der Papst) einmal erkannt hat und zur Lehre erhoben hat muss so, und nur so, als unumstössliche Wahrheit von allen Mitgliedern und schliesslich von allen Menschen geglaubt werden, denn das ist nach deren Blindheit die zwingende Wahrheit die für alle und für immer gilt. Daran darf nicht gerüttelt werden. Dieses Motto haben die meisten freikirchlichen und unabhängigen christlichen Gemeinschaften übernommen. Was der Gründer einer Kirche, der Führer der Glaubensallianz, der Pfarrer, der Pastor oder der Prediger als Wahrheit erkannt hat, das ist unantastbar und darf nicht hinterfragt werden. Und wer es dennoch tut, weil ihn die Bibel dazu auffordert und ermutigt, auf den wartet ohne Zweifel die immerwährende Hölle, die mit inbrünstiger Gier und kirchlichem Genuss auf das abtrünnige Opfer wartet, das es gewagt hat eine kirchliche Autorität und deren Lehren zu hinterfragen um glaubensmündig nach dem Wort des Schöpfers leben zu können. Darum gibt es so viele dogmatisierte christlich-kirchliche Wahrheiten, die nur durch zahllose, mühevolle religiöse Akte, der Welt ein verzerrtes Bild der wirklichen Einheit vorgaukeln.

Letzthin sagte mir eine fromme Frau, wie kommt es, Gregor, dass du vor Jahren in deinen Freundesbriefen das und das noch so gelehrt  hast, wie wir das immer noch sehen, weil die alten Brüder es nie anders gelehrt haben und diese haben es doch auch von ihren alten Brüdern übernommen und so steht es doch in der Bibel. Ich versuchte ihr zu erklären, dass man jeden Satz der Bibel aus dem Zusammenhang reissen kann und mit jedem Satz der Bibel eine neue Lehre und eine neue Kirche gründen kann und ein neues dogmatisches Glaubenssystem aufbauen kann und Menschen für seine Sache begeistern kann. Wichtig ist es aber, dass wir die von unserem himmlischen Vater jeweils geoffenbarten und gesprochenen Worte in ihrem geschichtlichen Zusammenhang verstehen lernen. Wann hat er sie wem geoffenbart, in welchem Zusammenhang, unter welchen Umständen? Wie dachten die Menschen zu jener Zeit, was verstanden sie unter diesem und jenem Wort, Ausdruck usw. Dann erschliesst sich uns eine Fülle des Lebens und wir dürfen erkennen, dass die Bibel wahrlich die Gabe unseres Schöpfers an seine Geschöpfe ist. „Durch sie wird der Mensch, der sie tut, Leben haben. Ich bin Jahweh“ (3Mo 18,5). Jahweh hat immer konkret mit den Menschen gelebt, zu jeder Zeit, in der ganzen Geschichte, immer im Hier und im Jetzt! Darum wachsen wir demütig in die Wahrheit hinein und lassen Verkehrtes liegen. Das bereichert unser Leben von Tag zu Tag. Nur so können wir die Aufforderung in allen Schriften verstehen, den Willen des Vaters (das Angesicht des Vaters) suchen und tun, ihm folgen wie die Propheten, Jahshua und in seiner Erkenntnis wachsen. Das alles geschieht zu unseren Gunsten. Anders geht das nicht! Doch dies verlangt von uns Demut und Durchhaltebereitschaft, weil die religiös festgefahrene, gebundene und versklafte Gesellschaft diese Mobilität und Flexibilität auf unseren Schöpfer hin nicht verstehen kann. Den meisten Mitgliedern von Kirchen, Freikirchen und Gemeinschaften ist es nicht gestattet glaubensmündig zu werden. Sie sind alle so angelegt, dass sie dieses Wachstum schon bei Säuglingen und Kindern verhindern und abmurksen. Darum können wir jene Menschen, die davon geprägt sind durchaus verstehen und uns ihnen gegenüber auch entsprechend verhalten.

Aber jetzt zu unserem Thema zurück! Der Kampf der Jahwehtreuen und der Brüder, der gerechten Juden, zog sich in Kleinasien über Jahrhunderte dahin. Endgültig wurde er von den abgefallenen Gemeinden erst im 5./6. Jh. zum Erlöschen gebracht. Er endete in einer absolut radikalen Weise. Jahweh hatte das Wort wahr gemacht und die Minora von ihrer stelle gerückt (vgl Offb 2,5). Nicht nur in Ephesus, sondern in allen Gemeinden. Zuerst lösten sich die Abtrünnigen von den gerechten gläubigen Juden, den wahren und wirklichen Gemeinden, die seit Mose bestanden, von denen Jahshua selbst gesagt hatte, dass sie seiner Gerechtigkeit nicht bedurften. Warum? Weil sie durch den Vater selbst und im Glauben Abrahams gerechtfertigt waren. Dann entledigten sie sich jener Juden, die vom Vater selbst für den Dienst an den „verlorenen“ zehn Stämmen vorherbestimmt worden waren. Damit trennten sie sich auch von den Aposteln und ihrer Lehre. Diese sollten ja hinausgehen und das Ende des ca. sechshundert Jahre dauernden Gerichtes über die zehn „verlorenen“ Stämme verkündigen. Sie sollten überall Jahshua predigen, mit dessen Kommen ohne Frage das  Ende dieses langen Gerichtes der Jahwehlosigkeit angebrochen war. Sie sollten verkündigen, dass Jahshua vom Vater als der gute Hirte bestimmt war,  gesalbt (zum Christus gemacht) und extra für sie gesandt worden war, um ihnen als die Tür und der Weg den vollen Zugang zurück in die Gemeinschaft mit dem Vater wieder zu ermöglichen.

Nach dem Tode Salomos hatte Jerobeam, der erste König der zehn Nordstämme, das Volk in den abgrundtiefen Götztendienst geführt, was schliesslich zu ihrer grauenvollen Umsiedlung geführt hatte. Jahweh hatte durch den Propheten Hosea dieses Gericht angedroht, sollten sie nicht zu ihm zurückkehren. Shaul und Kepha nehmen in ihren Briefen Bezug auf Hoseas Aussagen wenn sie von uns sprechen! Einfach umwerfend!! (Die Umsiedlung der Oberschicht in die Gebiete des heutigen Irak, Iran bis hin nach Afghanistan, von wo aus sie sich in Massen in Richtung Norden bewegten und die Entstehung des Volkes von Shomron (Samaritaner) im zehn Stämmegebiet durch die Vermischung der Zurückgebliebenen mit den neu Angesiedelten kann in 2Kö 17,24-41 nachgelesen werden, siehe auch Paralleltexte).

Der Vater hatte Jahshua aus dem treuen jüdischen Volk die zwölf Apostel, die siebzig Jünger und andere, Männer und Frauen zugeordnet, damit Jahshua sie für ihre Augabe, nämlich die Rückführung einer Auswahl aus den Schafen der zehn „verlorenen“ Stämme in die volle  Gemeinschaft mit dem Vater zubereite und geistig ausrüste. Für diese besondere Aufgabe waren also nicht alle Juden vom Vater bestimmt worden, nur eine Auswahl. Diese Tatsache wird im ersatztheolgischen Denken der katholischen Kirchenväter nicht nur von der katholischen Kirche eiskalt ignoriert, sondern auch von den allermeisten Freikirchen und Gemeinschaften. Das macht unvoreingenommene Bibelleser so fassungslos!! Jahshua sagt doch selbst: „Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat ihn zieht“ (Joh 6,43). „Darum habe ich euch gesagt, dass niemand zu mir kommen kann, es sei ihm denn von dem Vater gegeben“ (Joh 6,65; s. dazu die entsprechenden Zeugnisse in der Apg über jene und wie viele jeweils hinzugetan wurden). Wie können seine Worte so sehr ignoriert werden von denen die doch vorgeben sie glauben Jahshua, sie würden ihm folgen und seines Geistes sein? Was soll das eigentlich?

Erst zu Beginn des Friedensreiches werden alle Juden und eine bestimmte Zahl der Eingepfropften aus den zehn „verlorenen“ Stämmen für die Weltevangelisation gebraucht und eingesetzt werden: „Und viele Völker und mächtige Nationen werden kommen, um Jahweh der Heerscharen in Jerusalem zu suchen und Jahweh anzuflehen. So spricht Jahweh, der Erlöser der Heerscharen: In jenen Tagen, da werden zehn Männer aus den Völkern mit ganz verschiedenen Sprachen zugreifen, ja, sie werden den Rockzipfel eines jüdischen Mannes ergreifen und sagen: Wir wollen mit euch gehen, denn wir haben gehört, dass Jahweh mit euch ist“ (Sach 8,22-23; vgl. Jes 45,22-25; Ps 22,28; Apg 15,17; Offb 15,4).

Vor seiner Hinrichtung dankte Jahshua dem Vater für jene Juden, die er ihm für seinen Dienst und Auftrag gegeben hatte: „Dein waren sie (also gläubige, vom Vater gerecht gemachte Juden), und mir hast du sie gegeben, und sie haben dein Wort bewahrt (also treue Juden).. Ich bitte für sie; nicht für die Welt bitte ich (die Weltevagelisation ist noch nicht dran!), sondern für die, welche du mir gegeben hast“ (Joh 17,6b.9).

Jahshua aber bittet an Ende seines kurzen Lebens auch für jene, die nach der Zeit der Apostel Menschen zum Vater zurückführen werden: „Aber nicht nur für diese allein bitte ich, sondern auch für die, welche durch ihr Wort an mich Glauben (meiner Sendung glauben werden, weil sie vom Vater vor Grundlegung der Welt dazu verordnet worden sind)“ (Joh 17,20-21). Das ist also eine bestimmte Zahl, die der Vater dazu verordnet hat (vgl. Apg 15,14; Rom 15,25). Seit Jahshua gekommen ist kommt diese Zahl aus allen Generationen der „verlorenen“ zehn Stämme und der abgefallenen Juden – bis die Zahl erreicht ist. Diese Zahl wird von dem Schreiber des Hebräerbriefes als das Haus Jahshua bezeichnet, genau so wie er jene bestimmte Zahl die durch Mose aus Ägypten herausgeführt und erlöst worden ist als das Haus Mose bezeichnet (vgl. Hebr 3,1-3). Sie alle also, die der Vater bestimmt hat, erhalten das ewige Leben durch Jahshua, d.h. über die Sendung und den Dienst Jahshuas. Sie sind vor Grundlegung der Welt dazu verordnet worden (vgl.Röm 8,28-31; Eph 1,3-14 u.a.m.). Darum bat Jahshua für sie alle. Er sagte in seinem Gebet: „..dass er allen, die du ihm gegeben (zugeordnet) hast, ewiges Leben gebe. Dies aber ist das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Erlöser (Gott Jahweh) und den du gesandt hast, Jahshua Ha Mashiach, (seine Sendung) erkennen“ (Joh 17,2b-3).

Das alles geschah aus der ersten Liebe des Vaters Jahweh heraus – auch zu uns: „Und ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun (durch jene, die ihm in Zukunft nachfolgen werden, d.h. gleichen Geistes sein werden), damit die Liebe, womit du mich geliebt hast, in ihnen sei und ich in ihnen“ (Joh 17,26). Jene also, die gleichen Geistes und gleicher Gesinnung wie Jahsua sein werden. Diese erste Liebe Jahwehs und die Gesinnung Jahshuas gaben die kleinasiatischen Gemeinden schliesslich ganz auf, denn auf dem ersten Konzil des Staatskirchentums 325 in Nizäa, unter der Leitung des heidnisch-christlichen Kaisers Konstantin, waren alle Juden und die Treuen aus den Eingepfropften (vgl. Röm 11,18, Eph Kap 2 u. 3 u.a.m.) völlig ausgeschlossen. Damit war der Leuchter, der siebenarmige Leuchter, die Minora aus ihrer Mitte weggerückt (vgl.Offb 2,5. Das Wort Jahwehs in der Thora und in den Propheten als die geoffenbarte Wahrheit, als des Fusses Leuchte, dargestellt als Leuchter, d.h. Minora, leuchtete ihnen nicht mehr. Sie hatten es in ihrer Mitte ausgelöscht. Der  Weg führte sie direkt in die religiöse Finsternis, in den religiösen Fanatismus des kirchlichen Antichrist, dem mehr als 200 Millionen Menschen zum Opfer fielen, nicht zu denken an all die Massen die dabei in Mitleidenschaft gezogenen worden waren. Sämtliche Offenbarungen, Ordnungen, Rechtsbestimmungen, Gebote und Feste Jahwehs wurden offiziell ausser Kraft gesetzt und ersetzt (vgl Dan 7,25; 8,11; 9,27; Offb 13,15-17).

Darum lasst uns umsinnen, die erste Liebe neu entdecken und ihr vollen Einlass in unser Leben gewähren. Dadurch wird die Ehre des himmlischen Vaters Jahweh wieder hergestellt, ebenso wird die Sendung Jahshuas neu erkannt werden, auf dass Jahshua und den Juden endlich Gerechtigkeit wiederfahren kann. In dieser Zuversicht grüsse ich alle herzlich und wünsche allen einen gesegneten Shabbat.

Gregor Dalliard