Was wäre aus den biblischen Prophetien über die Juden der Endzeit geworden, wenn im 4. Jahrhundert alle Juden Christen geworden wären?

Glaubensimpuls 163

Haben sich Christen diese Frage schon einmal gestellt? Auf den ersten beiden Konzilien 325 n.u.Z. in Nizäa und 381 n.u.Z. in Konstantinopel, trafen die Väter des Christentums, zusammen mit dem römischen Kaiser, eine schockierende Entscheidung mit entsetzlichen Folgen. Mit dieser Entscheidung verwarf die Kirche das gesamte prophetische biblische Fundament. Damit entstellte sie das ganze geordnete Offenbarungsgebäude bis zur Unkenntlichkeit. Nach dem Willen des himmlischen Vaters JaHuWaH ist des ganze Weg des Heils allein auf diesem Fundament zusammenhängend aufgebaut. Für einen denkenden bibeltreuen Menschen, der sich schrittweise in die Zusammenhänge des geoffenbarten Wortes hineinarbeitet und die geschichtlichen Abläufe im Lichte dieses Wortes prüft und überdenkt, bleibt diese Entscheidung unerträglich. Was trafen sie nun für eine Entscheidung?

Sie, die Juden, hätten Gott umgebracht. Gemeint ist allerdings der damals auf den erwähnten Konzilien neu definierte trinitarische Jesus-Gott, der, gemäss heidnischem Muster, einer der drei christlichen Gottheiten ist, zugleich aber auch der eine Gott, der in Gestalt eines Menschen Fleisch wurde. Das Urteil: Wer Gott umbrachte ist selbst des Todes. (Ein absurdes heidnisches Philosophenkonstrukt, das man nach der christlichen Überzeugung einfach glauben muss um selig werden zu können!!)

Damit war die Sache für die Kirchengründer und Kaiser Konstantin, später Kaiser Theodosius, ein für allemal geklärt. Sie wurde für alle Ewigkeit dogmatisiert. Was heisst das? Diese „Wahrheit“ ist nach christlichem Verständnis eine „Wahrheit“, die vom „Heiligen Geist“ auf diesen Konzilien eingegeben worden ist. Diese „Wahrheit“ darf darum von keinem Menschen jemals angetastet, infrage gestellt oder aufgehoben werden! Sie zu glauben ist zum Heile notwendig. Wer diese „Wahrheit“ nicht überzeugend glaubt und danach handelt kann nicht gerettet werden! Der Gipfel der Ironie: man behauptete der Gott der Juden hätte durch seinen Geist diese Philosophie ein für allemal auf den Konzilien geoffenbart!

Da die Juden ihren im Fleisch gekommenen Gott umgebracht hätten, hätte ihr eigener Gott, den sie umgebracht hätten, sie für immer verworfen. Was die Juden für ihn waren, was er ihnen gab und verhiess wurde jetzt – über den Weg des römischen Kaisers und der führenden Kirchenköpfe – Eigentum und Besitztum des neuen römisch-päpstlichen Kaiserreiches, das sich bis heute Kirche (Gemeinde) nennt. Ausserhalb dieses Erbes, ausserhalb der Zugehörigkeit zu dieser Kirche, gibt es kein Heil, für keinen Menschen, schon gar nicht für einen Juden! Das ist die Grundbotschaft und -entscheidung dieser Konzilien.

Wie wir sicher schon wissen wird diese abstruse, biblisch niemals haltbare und begründbare Entscheidung der Kirchenväter und die damit verbundene unrechtmässige Aneignung des geoffenbartes Glaubensgutes durch die Kirchenväter Ersatz- oder Enterbungstheologie genannt. Die Kirche sieht und propagiert sich als Ersatz – an Stelle – der Juden. Die Kirche hat die Juden enterbt. Sie gibt sich seither als die rechtmässige Erbin aller biblischen Verheissungen aus! In dieser Aussage war der Verlust des Existenzrechtes aller Juden mit eingeschlossen.

Wäre durch die Folgen dieser Entscheidung nicht nur die Juden, sondern die ganze Menschheit durch ein unsägliches Elend getrieben worden, könnten wir über einen solchen dogmatischen Glaubenssatz von religiösen Fanatikern, wie die Kirchenväter sie waren, nur lachen! Doch der religiöse Fanatismus setzt ungeahnte und unberechenbare Kräfte frei. Da vergeht jedem das Lachen – siehe die tief religiösen fanatischen islamischen IS-Krieger!

Die Juden wurden gedemütigt, betrogen, verspottet, verhöhnt und ausgebeutet. Sie durften versklavt werden. Sie mussten wie Tiere behandelt werden, mussten immer wieder in menschenunwürdigen Ghettos leben, wo Hunger und Seuchen sie laufend dezimierten und Neugeborene kaum überlebten. Wurden ihre Kinder in einem Augenblick der Unachtsamkeit von einem Christen, z.B. an einer Strassenecke, mit ein paar Wassertropfen auf den Namen der drei christlichen Gottheiten getauft, dann mussten diese Kinder zwangsweise den Eltern entzogen und für immer in ein christliches Kinderheim gesteckt werden. Dort mussten sie als gerettete Wesen die entsprechende gesunde Lehre und Erziehung im Geiste der Kirchenväter über sich ergehen lassen! Der Schmerz der Eltern übertraf alles! Ja, die Liste Der Folgen einer solchen Entscheidung liesse sich tagelang fortsetzen! Sie durchzieht die ganze lange Kirchen- und Menschheitsgeschichte.

Diese Entscheidung, die das auserwählte Volk rund tausendsechshundert Jahre lang einer gnaden- und erbarmungslosen Willkür der Menschen aussetzte, schreit nach Gerechtigkeit und Wiedergutmachung – wenn sie denn von Seiten der Menschen, besser der christlichen Kirchen, überhaupt jemals gutgemacht werden kann! Dieses Ausmass an Elend und Leid findet in dieser Welt nichts seinesgleichen und es wird auch nie jemals seinesgleichen gefunden werden können, selbst wenn in unseren Tagen das Leid der Juden eine neue globale Dimensionen annimmt. Die Kirchen werden nie gewillt sein dieses Verbrechen gegen die Menschheit, welches das Verbrechen ist, dass alle andern Verbrechen gegen die Menschen dieser Welt in den Schatten stellt, offen einzugestehen und tiefgründig aufzuarbeiten. Sie werden nie die entsprechende aufrichtig Busse erbringen und den Weg der biblischen Versöhnung gehen. Damit stünde das Christentum auf dem Spiel. Das will und wird sie nicht riskieren. Wie soll diese Behauptung, besser, diese Tatsache, belegt werden?

Erstens ist die Ersatz- oder Enterbungstheologie bis heute fest verankertes Dogma in den Rechts- und Lehrbüchern der offiziellen Kirchen geblieben, ebenso der Freikirchen und christlichen Gemeinschaften. Dies trotz aller verbalen Beteuerungen von Liebe zu den Juden als dem älteren Bruder von Seiten der offiziellen Kirchen, trotz aller Israelwerke und Israelliebe von Seiten vieler Freikirchen, trotz aller interreligiösen Bekundungen und Anlässe, trotz der päpstlichen Synagenbesuche, trotz..!

Das zeigt sich zweitens gerade in der Gesinnung und Praxis der Christen den Juden gegenüber. Es ist immer noch, nach der Lehre der Ersatz- und Enterbungstheologie, gebotene Praxis Juden für den trinitarischen oder nicht trinitarischen Jesus-Gott der Kirchen umzustimmen, zu bekehren! Eine Schar von christlichen Missionaren unterhält Missionswerke und Einrichtungen mit dem klaren Ziel Juden von JaHuWaH zu trennen. Viele Missionare sind sich allerdings ihres verkehrten dämonischen Weges nicht bewusst. Mangels Kenntnis der biblisch-prophetischen Zusammenhänge sind sie blind gemacht für den Willen des Abba JaHuWaH und machen Menschen blind!

Drittens nennen sich viele Organisationen, die dem Jesus-Gott der Heiden huldigen „Messianische Juden“. Sie wollen damit sagen, dass sie die Wiederkunft ihres Jesus-Gottes immer noch erwarten. Das ist gegenüber jenen Juden, die von JaHuWaH erwählt, gezeugt und (wieder)geboren sind (vgl. 5Mo 32,6.18; 7,6-8), und die treu den Weg mit ihm gegangen sind und gehen, ein demütigendes und in höchster Weise verabscheuenswertes Verhalten. Der Name „Messianischer Jude“ will aber im Prinzip nichts anderes sagen, als dass die Juden nicht an das von JaHuWaH verheissene Friedensreich (messianische Reich) glauben, sondern nur jene Juden, die an den wiederkommenden Jesus-Gott glauben. Jeder bibeltreue Jude glaubt aber an die Verheissungen der Propheten, die vom Anbruch des Friedensreiches (dem messianischen Reich) sprechen. Das steht ausser Zweifel!

Nehmen wir nun an, dass spätestens im 4. Jahrhundert der letzte Jude, auf Grund dieser kaum zu ertragenden gemeinsamen Entscheidung der religiösen und weltlichen Führung der damaligen Welt, seinen Widerstand gegenüber den Gründern des Christentums aufgegeben hätte und Christ geworden wäre! Alle hätten, bis auf den letzten Juden, den Jesus-Gott angenommen, dann gäbe es seit rund tausendsechshundert Jahren keine Juden mehr. Das auserwählte Volk wäre buchstäblich verschwunden.

Was wäre mit den vielen noch ausstehenden Prophetien, von denen JaHUWaH z.B. durch die Propheten Jeshajahu (Jesaja), Jirmejahu (Jeremia); Jecheskel (Hesekiel), Haggai; Sacharjahu, Malejachi und all die andern spricht, die vor allem und zuerst von den Juden als Juden in unseren Tagen sprechen, vom kommenden Friedensreich, das der Vater ihnen und nicht einer Kirche oder irgendwelchen Christen übergeben werden wird? Dass JaHuWaH seit Jahrzehnten sein Volk in Israel sammelt, weil er dieses Geschehen vor über zweitausend Jahren durch seine Propheten verheissen hat, ergäbe keinen Sinn wenn sie alle Christen geworden wären. Es gäbe den neu erstandenen Staat Israel nicht, wenn sie alle zu Christen gemacht worden wären.

Das prophetische Wort Sacharjahs, dass JaHuWaH Jerushalajim zum Stemmstein für die Völker ringsum und für alle Völker machen werde, was wir ja gegenwärtig erleben, wäre hinfällig, ergäbe keinen Sinn, wenn sie sich alle schon längst zu Christen hätten machen lassen!

Wie sollten sie am Ende der Tage den JaHuWaH in Jerushalajim, bei seinem Erscheinen auf dem Ölberg, „sehen“, den viele ihrer Väter im Laufe der Geschichte durchstochen, bitter enttäuscht haben, wenn es sie offenbar als Juden nicht mehr gäbe, weil sie sich alle zum Christentum „bekehrt“ haben? Es würde keine Erweckung durch die Juden hin zu JaHuWaH, zu seinen Ordnungen, Rechtsbestimmungen und Shabbaten geben. Wären alle Juden zu Christen gemacht worden würden am Ende der Tage keine Vertreter aus allen Völkern Jahr für Jahr nach Jershalajim hinaufziehen um zusammen mit ihnen Sukkot zu feiern, wie dies JaHuWaH für die Endzeit voraussagt!

Wenn es keine Juden mehr geben würde, dann wären diese und all die vielen andern Prophetien die reinste Lüge. Im Gim 160/Teil 19 habe ich auf eine ganze Reihe von Prophetien hingewiesen, die JaHuWaH durch seine Propheten vor über zweitausend Jahren für die Endzeit offenbarte. Die Prophetien sprechen von den Juden und nicht ein einziges Mal von einer Kirche oder irgend welchen Christen die vorher entrückt werden und darum nicht anwesend sein könnten! Das sollten wir uns unbedingt zu Herzen nehmen! Ohne treugebliebene, gläubige Juden wäre der Bundesschluss mit Abraham und die vielen damit verbundenen Verheissungen und Prophetien und der Glaube sämtlicher gerechtfertigter und gerechter Juden eine wüste Irreführung. JaHuWaH hätte sich selbst und sein auserwähltes Volk vor aller Welt zum Lügner gemacht. Dann wäre das Christentum, als der noch grössere Betrug, wohl die bessere Lösung zum überleben, denn immerhin gehört ihm eine Masse von mehr als zwei Milliarden Menschen an, die nichts zu fürchten hat!

Nun, nach einer so langen Zeit würde es wohl keine Thora und keine Schriften der Propheten mehr geben. Die Bibel (die Thora, Propheten, Psalmen und Schriften) wäre, wie das im Christentum üblich ist, bedeutungslos geworden. Das sogenannte „Neue Testament“, als die Bibel, hätte sie vollkommen verdrängt. Wir hätten ein radikal entjudaisiertes NT als die Bibel in unseren Händen. Die wahre Bibel würden wir nicht kennen. Wir wüssten nichts vom Wesen und dem Willen unseres Schöpfers.

JaHuWaH liess es nicht zu sein Wort, seine Bibel, aus der Welt zu schaffen. Die Kirchenväter zerstörten Beth Haknesseth (Synagogen), suchten überall in der Welt nach Thorarollen um sie zu vernichten. Sie nötigten Kaiser und Obrigkeiten Gesetze zu erlassen die das Lesen der Thora verboten und die Menschen aufforderten nach den Thorarollen zu suchen um sie zu vernichten. Da die Ausrottung der Juden und die Vernichtung der Bibel nicht zu schaffen war, versuchten die christlichen Führer die Bibel umzudeuten, zu entjudaisieren – angefangen bei den Kirchenvätern bis hin zu Hitlers Entjudungsinstitut (1939 – 1945), der „Zentralabteilung zur Entjudung des religiösen und kirchlichen Lebens“.

Die erklärte Absicht der Kirchen war und ist durch alle Jahrhunderte hindurch dieselbe geblieben: die Trennung von allem Jüdischen konsequent in allen ihren Tätigkeitsbereichen zu vollziehen. Am besten und effektivsten gelang dies durch Vermischung von Wahrheit und Heidentum!

Zur Zeit Hitlers arbeiteten christliche Hirten an der Herausgabe des judenfreien Katechismus unter dem Titel „Deutsche mit Gott“. Das war ein weiterer Schritt in die Katastrophe. Hätte Hitler die ganze Welt erobert gäbe es keine Juden mehr. Die Bibel wäre als das böse Gesetzt, mit seinem bösen Gott JaHuWaH, als Grund aller Übel in dieser Welt, endgültig aus dem Leben und dem Gedächtnis der Menschheit verschwunden. Der Vatikan, die Kirchen und die christlichen Gemeinschaften zeigten von ihrer offiziellen Seite her wenig Interesse sich dem Geiste Hitlers zu widersetzen. Sich auf die Seite JaHuWaHs und des auserwählten Volkes zu stellen, auf die Seite des Lebens, war für die Kirchen nicht lohnenswert. Doch aus dem allgemeinen Volk erhoben sich Menschen gegen die Praktiken Hitlers. Manche riskierten ihr Leben, andere wurden beseitigt!

Die vielen Prophetien der Endzeit können und dürfen immer nur im Zusammenhang des ganzen Offenbarungsgutes verwaltet werden. Dieses gesamte Gut ist von JaHuWaH allein und bleibend dem auserwählten Volke zur Verwaltung übergeben worden. Sie haben den Lebensreichtum empfangen der die Menschen zum Leben führt – ausnahmslos. Es geht von daher immer nur mit und nie ohne die Juden, ob uns das passt oder nicht. Es wird nach dem Zeugnis der Bibel und der Geschichte nie eine Heilskörperschaft, eine Kirche, eine Freikirche oder eine christliche Gemeinschaft geben, die für sich das Recht beanspruchen kann ausserhalb dieser Ordnung das Heil vermitteln zu können, mit JaHuWaH versöhnen zu können.

Alle Verheissungen sind durchgehend den Juden zur Verwaltung und zum Leben gegeben. Nur wer sich in das geoffenbarte Leben einpfropfen lässt, das JaHuWaH allein seinem auserwählten Volk anvertraute, darf sich als versöhnter Mensch wissen und von Herzen, mit Freude und Dankbarkeit seines Weges gehen. Darum hat er dieses Volk auserwählt. Er selbst richtet über sein Volk, dem er den Reichtum seines Heils für alle Völker anvertraut hat – nicht wir. Versuchen wir nach den Ordnungen JaHuWaHs zu leben sind wir höchstens dazu aufgefordert, JaHuWaH-lose (gottlose) laue und gleichgültige Juden zur Umkehr aufzufordern.

JaHuWaH hat sich durch die lange Zeit von rund tausendsechshundert Jahren immer seinen treuen Überrest bewahrt, der den christlichen Heiden und ihren „Missionaren“ tapfer widerstand. Viele von ihnen dienten ihm voller Hingabe unter den unvorstellbarsten Umständen. Trotz aller Gräuel und unter äussersten Gefahren retteten sie sein heiliges prophetisches Wort, das Wort des Lebens, zu uns herüber.

Jeder Versuch einen von JaHuwaH selbst gezeugten und gerechtfertigten Juden in die Jesus-Gott-Falle zu ziehen, zum Christentum bekehren zu wollen, ist ein Angriff auf den Abba JaHuWaH selbst. Es ist als würde jemand JaHuWaH und sein bleibendes Wort verfluchen. „Und ich will segnen, die dich segnen, und wer dir flucht (von JaHuWaH und seinem Wort abspenstig macht), den werde ich verfluchen, und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde“ (1Mo 12,3).

Von Herzen wünsche ich allen Lesern einen gesegneten Shabbat und ein Herz voller Gelassenheit, d.h. ein Herz, das in der Ruhe und sicheren Geborgenheit JaHuWaHs die Dinge des Alltags angeht. Shalom!

Gregor Dalliard