Die Israeliten, bzw. die Juden, von JaHuWaH verworfen? “..aber nicht mit [rechter] Erkenntnis” (Röm 10,2). Teil 6

Glaubensimpuls 374

Auf das was ich in diesen Glaubensimpulsen hinweise ist wahrlich nichts Schönes und ärgert manche Christen, weil viele all das nicht für möglich halten. Das ist ein allgemeines Verhalten des Menschen: Jeder Mensch wächst in einem religiös geprägten Kulturkreis auf, mit einem bestimmten Gottesbild, das einst von religiösen Führern geschaffen worden ist. Automatisch hält er diese Kultur, die über viele Jahrhunderte hinweg das Zusammenleben der Menschen beeinflusste und heute noch prägt, als die einzig wahre und gute Kultur. Er denkt darüber nicht weiter nach, weil alles einmal von Religionsgründern so festgesetzt worden ist und dann über einen sehr langen langen Zeitraum hindurch immer so geblieben ist! Allem anderen begegnet er mit grosser Skepsis und bisweilen abweisend, es ist ihm fremd, er kennt es nicht oder sieht es in seiner religiös-traditionellen Gewohnheit als minderwertig an.

Wenn die Herzen und Köpfe einer Masse von Menschen über viele Jahrhunderte hindurch mit anhaltender Diffamierung einer anderen Glaubensgemeinschaft in der Liturgie und über die Sakramente vollgestopft worden sind und ihren religiösen Alltag bestimmen, wie in unserem Fall die bald 2000 Jahre lang anhaltende Diffamierung der Juden, dann kann die Sache im Laufe der Zeit immer wieder ausser Kontrolle geraten. Die zahllosen Pogrome der Christen durch alle Jahrhunderte hindurch, bis hin zum Holocaust, der uns immer wieder fassungslos macht, sind es dann nur noch kleine Schritte. Für viele Christen ist es heute aussergewöhnlich schmerzhaft, erfahren zu müssen wie sie bald 2000 Jahre lang von ihren antijüdischen christlichen Führern – unter dem frommen Deckmantel eines Christus, der eine Kopie einer heidnischen Gottheit ist und darum nie existiert hat – respektlos und würdelos indoktriniert und für ihre Hetzjagden auf Juden in schändlicher Weise missbraucht worden sind.

Die Zeit ist uns aber von JaHuWaH gegeben diesen Dingen Schritt für Schritt auf den Grund zu gehen. Und da stellt sich Folgendes heraus: Das Christentum hinterlässt in seiner Geschichte lauter Spuren des Hasses, der Völkermorde, zahlloser Verbrechen, kriegerischer Auseinandersetzungen, ein finsteres Mittelalter, Inquisition, Scheiterhaufen und Verbrennungen von unliebsamen Menschen die sich nach Menschlichkeit sehnten und dafür ihr Leben riskierten und zwei grauenvolle Weltkriege mit dem Holocaust in der jüngeren Geschichte, u.v.m.

Letzthin sagten mir einige junge Menschen, am Rande eines Sportevents, die sich auch mit Geschichtsforschung beschäftigen: Christentum ist Kriminalgeschichte. Wir gehören zwar zur christlichen Kultur, machen zwar rein äusserlich mit, werden auch unsere Kinder taufen lassen, kirchlich heiraten und was so dazu gehört, aber wir werden niemals mit dem Herzen dabei sein. Wir machen nur deswegen mit, weil wir nicht diskriminiert werden möchten. Werden unsere Kinder einst nicht mit der christlich-kirchlichen Kultur, dem kulturellen Christentum, mitgehen, werden sie in der Gesellschaft diskriminiert oder ausgeschlossen. Das ist auf dem Lande einfach nicht anders möglich.

Nun ja, Marianne und ich haben mit unseren Kindern – in einem katholischen Dorf auf dem Lande – einen anderen Weg gewählt. Wir haben ihnen die menschliche Seite der Bibel erschlossen, so wie sie uns JaHuWaH durch die Propheten und Gerechten Israels überliefert hat. Wir haben ihnen dennoch immer wieder die freie Wahl gelassen, ob sie sich taufen lassen wollen, ob sie an der Erstkommunion, Firmung und an den christlichen Festen und Feiern usw. teilnehmen wollen. Sie verstanden aber sehr früh wie das Christentum in sich selbst voller widersprüche ist. Offensichtlich ist, wie es die Menschen mit seinen Heilslehren seit seinen Anfängen entmündigt, kraftlos und rückständig hält und jede gesunde Entwicklung des menschlichen Lebens im Keime erstickt. Dies im Unterschied zu der biblischen Botschaft im TaNaCH, die das Leben als sehr gut bezeichnet und uns auffordert das Leben zu wählen und zu entfalten, zum Segen aller Menschen.

Nun ja, das ist so, unser kulturelles Leben ist immer noch sehr tief vom Einfluss der Kirche geprägt. Die Folgen einer bald 2000jährigen Indoktrination sind nicht einfach so abzuschütteln, vor allem deswegen nicht, weil diese paulinische Christus-Ideologie ab dem 4. Jh. mit den grausamsten Mitteln und Methoden den Menschen aufgesetzt worden ist. In unseren Tagen vervielfältigt sich der Judenhass in Europa durch eine Masse von Arabern und Moslems. Mit unsäglichen finanziellen Mitteln unterstützen die Europäer die Hamas (ein IS-Ableger) in Gaza und anderswo, obwohl in ihren Schulbüchern die Vernichtung Israels ganz offen propagiert wird . Nach einer bald 2000 jährigen konstanten Indoktrination der christlichen Welt gegen die Juden und nach einem hartnäckigen Festhalten der Christen an ihren antijüdischen Heilslehren, wird der christliche Irrwahn des Judenhass wohl nicht mehr aus der christlichen Welt verschwinden, bis die Weltlage die Menschen dazu treiben wird, definitiv den Weg der biblisch-prophetischen Weisungen einzuschlagen und zu suchen (vgl. z.B. Sach 8,20-23; Mi 4,2; Jes 2,2-5; Jer, 3,17; Ps 102,23; Sach 14 u.v.m.).

Ist es aber nicht gerade das Christentum, das sich selbst als die Religion der Liebe propagiert? Sagt nicht das Christentum, dass es Jahushua von Nazareth in allem nachfolgt und repräsentiert? Dass es der sichtbare Christus auf Erden repräsentiert? Schaut es nicht seit bald 2000 Jahren verächtlich auf die Juden und ihren TaNaCH herab? Haben solches etwa die Propheten und Rabbiner jemals gelehrt?, zur Zeit Jahushuas von Nazareth gepredigt? In allen seinen Heils- und Lehrdogmen hält das Christentum nach wie vor an seinen antijüdischen Heilsdogmen fest, in denen es die Juden für nicht würdig und fähig erklärt JaHuWaHs auserwähltes Volk zu sein und zu bleiben. Nach diesen bis heute nicht aufgehobenen Heils- und Lehrdogmen musste JaHuWaH die Juden verwerfen und die Christen an ihre Stelle setzen, als das neue auserwählte vollkommene Volk. Die Christen würden in allem ein Gott gefälliges Volk sein, das vollkommen und demütig den Willen Gottes lebt, ganz anders als die Juden.

Sicher gab es in allen Generationen des Christentums Menschen die viel Gutes taten, aber sie sind im Lichte der bald 2000jährigen kriminellen Kirchengeschichte kleine Lichtlein geblieben. Das Christentum muss sich endlich seiner unerträglichen Arroganz, Selbstüberschätzung, Selbstgerechtigkeit, seiner Selbsttäuschung und der Täuschung einer Masse von Anhängern bewusst werden. Umso mehr da der Spiegel der Geschichte unverwechselbar bleibt.

Wo es möglich ist dürfen wir den Menschen den reichen Schatz der Bibel, des TaNaCH, die gute Nachricht, weitergeben. Hätten das die israelitisch-jüdischen Propheten, ihre Frauen und ihre Nachfolger, die Rabbiner und Pharisäer, wie Jahushua von Nazareth einer war, und alle die Gerechten (vor JaHuWaH Gerechtfertigten) nicht von Generation zu Generation getan, wären wir immer noch von der tiefsten religiösen Finsternis gefangen gehalten. Wir sässen immer noch im finsteren christlichen Mittelalter, ohne Hoffnung, ohne Zukunft und Trost. Also lasst uns täglich mit viel Dankbarkeit schätzen was uns JaHuWaH über sein Volk an Leben, Erkenntnis und Menschlichkeit geschenkt hat. Das war nur möglich, weil sie trotz aller Gräuel, die ihnen in den letzten 2000 Jahren widerfuhren standhaft blieben und JaHuWaH die Treue hielten: “An jenem Tag wird in Jerushalajim gesagt werden: Fürchte dich nicht, Zion, lass deine Hände nicht erschlaffen!, dein Erlöser JaHuWaH, ist in deiner Mitte, ein Held, der rettet; er freut sich über dich in Fröhlichkeit, er schweigt in seiner Liebe, er jauchzt über dich mit Jubel” (Zeph 3,16-17).

In diesen Jubel einsteigend grüsse ich alle herzlich und wünsche allen einen gesegneten Shabbat. Shalom!

Gregor Dalliard