Die Israeliten, bzw. die Juden, von JaHuWaH verworfen? “..aber nicht mit rechter Erkenntnis” (Röm 10,2). Teil 8

Glaubensimpuls 376

Wir halten fest, im Christentum gibt es einen ganz bestimmten Weg der zur Errettung, zur Wiedergeburt, zur Vergebung der Sünden, zu einem neuen Leben und zum ewigen Leben führt. Es ist der Weg über den Christus des Paulus, ein Weg, wie er in der heidnischen Welt der Antike und in jenen Tagen gelehrt wurde.

Es ist ein Weg der rein gar nichts mit der Bibel, dem TaNaCH, und damit auch rein gar nichts mit der biblisch bezeugten Wiedergeburt (im Glauben, Vertrauen Abrahams) zu tun hat. Diesen Christus (vgl. Gal 1,1.11-15) hat er aus seinen Visionen und frommen Phantasien heraus geschaffen (Apg 9,1-9), mit biblischen Zitaten vermischt und als schriftgemäss gepredigt. Wir erinnern uns an seine Lehre: “..wenn wir Christus auch nach dem Fleisch gekannt haben, so kennen wir ihn doch jetzt nicht mehr so” (2Kor 5,16b). Paulus konnte, trotz vieler Behauptungen und berichte des “Neuen Testamentes”, der Bibel der Christen, und trotz vieler theologischer Kommentare, kein Jude sein, der im TaNaCH unterwiesen war. Das verrät unzweideutig seine Unkenntnis und zusammenhanglose Auslegung des prophetischen Wortes, des TaNaCH, in allen seinen Briefen. Dass er aus einer jüdischen Familie stammen konnte, ist durchaus möglich. Er war aber in Tarsus griechisch gebildet worden und in dieser Kultur gross geworden, das verrät vor allem auch seine Umpolung des Jahushua von Nazareth in die heidnischen, griechisch-römischen Mysterien- und Kaiserkulte.

Seine zentrale Botschaft sagt uns unmissverständlich: Wir haben den Jahushua von Nazareth so verändert, dass der Jude in ihm nicht mehr erkennbar ist. Wir haben den Jahushua von Nazareth den gegenwärtigen heidnischen Göttersöhnen (den Christussen) im römischen Reich gleich gemacht. Wir haben den Jahushua von Nazareth nicht nur zu einer heidnischen Christus-Gottheit gemacht, d.h. zum göttlichen König, wir haben ihn als Christus sogar über sie alle gesetzt, indem wir den Gott Israels, der sich als der EINZIG EINE offenbarte, als derjenige der über allen Göttern steht, den Juden weggenommen haben und ihn zum Erzeuger und Vater des Christus machten. (Hier wird möglicherweise seine Beziehung zum Judentum sichtbar). Für uns ist er damit kein Jude mehr. Als Jude ist er für uns bedeutungslos geworden. An ihm ist nichts Jüdisches mehr zu suchen, auch nichts mehr zu finden.

Mit diesem Christus sind auch alle Weisungen des Lebens, die JaHuWaH gab, auch die 10 Worte (Gebote), und alles andere mehr, gestorben (vgl. Röm 10,4), denn wir sind in Christus frei gemacht, von alledem entbunden, denn in Christus ist alles gleichsam aufgesogen, das heisst: “Denn Christus ist des Gesetzes (der Weisungen JaHuWaHs) Ende, jedem Glaubenden zur Gerechtigkeit (Röm 10,4). “Für die Freiheit hat Christus uns freigemacht” (Gal 5,1). Er sagt auch klar von was die Christen frei gemacht sind. Es waren ja Juden die auf Jahushua von Nazareth hörten und zu JaHuWaH umkehrten. Als Paulus, oder wer immer darunter zu verstehen ist, Jahushua zu einer heidnisch-römischen Gottheit gemacht hatte, versuchte er vor allem jene Juden wieder von JaHuWaH zu trennen und zu Christusanhänger zu machen. Wir kommen darauf zurück.

Das ist eine krasse und äusserst verwegene Entjudaisierung des Jahushua von Nazareth, der in allem ein ausgesprochener Jude war. Damit verwarf Paulus selbstverständlich die Juden und ihren Glauben. In Lehre und Predigt verteufelte er sie fortan im ganzen römischen Reich – und darüber hinaus. Kein Raub war in der Geschichte jemals verwegener und für die Juden und die ganze Menschheit folgenschwerer. Abermillionen von Menschen sind im Laufe der letzten 2000 Jahre als Folge dieses religiösen Irrwahns gedemütigt, gefoltert, entwürdigt, ihres Menschseins beraubt und massakriert worden.

Und wie gesagt, Paulus kann sich bei seiner Umpolung des Rabbis und Pharisäers Jahushua von Nazareth in einen auferstandenen heidnischen Gottessohn, deren es damals viele gab, auf kein prophetische Wort der Bibel berufen. Wie fängt er die Menschen ein, die nicht im biblisch-prophetischen Wort gegründet waren, vielleicht waren sie es nur oberflächlich oder überhaupt nicht? Er beruft sich auf ein Geheimnis (Mysterium), auf etwas, das keiner nachprüfen kann. Das ist die Methode die alle religiösen Fanatiker anwenden und sie kommen damit bei den unwissenden Menschen an, ob intelligent oder nicht. Die Folge ist Entmenschlichung, Entzweiung, Krieg und Zerstörung.

“Gerühmt muss werden; zwar nützt es nichts, aber ich will auf Erscheinungen und Offenbarungen des Herrn kommen. Ich weiss von einem Menschen in Christus, dass er vor vierzehn Jahren - ob im Leib, weiss ich nicht, oder ausser dem Leib, weiss ich nicht; Gott weiss es -, dass dieser bis in den dritten Himmel entrückt wurde. Und ich weiss von dem betreffenden Menschen - ob im Leib oder ausser dem Leib, weiss ich nicht; Gott weiss es -, dass er in das Paradies entrückt wurde und unaussprechliche Worte hörte, die auszusprechen einem Menschen nicht zusteht. Über diesen will ich mich rühmen; über mich selbst aber will ich mich nicht rühmen, nur der Schwachheiten. Denn wenn ich mich rühmen will, werde ich doch nicht töricht sein, denn ich werde die Wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber dessen, damit nicht jemand höher von mir denke, als was er an mir sieht oder was er von mir hört, auch wegen der Überschwänglichkeit der Offenbarungen..” (2 Kor 12, 1-7).

Mit diesen verworrenen Aussagen übergeht Paulus die Zusammenhänge des prophetischen Wortes in der Schrift total. Er spricht den Juden ihren Glauben ab. Ein Glaube, der über Jahrtausende hindurch aus dem Glauben Abrahams heraus gewachsen ist. Ein Glaube, der sich mit JaHuWaH zusammen entwickelte und von Generation zu Generation weiter aufgebaut worden war, erwachsen aus den bewussten Auseinandersetzungen mit den Dingen im Alltagsleben und das zum Wohlergehen und Segen der Menschen. Seit Abraham sind diese Grundzüge des Lebens als Fundament des menschlichen Zusammenlebens prophetisch verankert und zwar als Segen für alle Völker der Zukunft. Paulus wirft alles das über den Haufen, über Bord. : “Brüder!.. Denn da sie Gottes Gerechtigkeit nicht erkannten und ihre eigene aufzurichten trachteten, haben sie sich der Gerechtigkeit Gottes nicht unterworfen. Denn Christus ist des Gesetzes Ende (des TaNaCHs Ende, das Ende der Prophetien auf das Kommende), jedem Glaubenden zur Gerechtigkeit.. Das Wort ist dir nahe, in deinem Mund und in deinem Herzen. Das ist das Wort des Glaubens, das wir predigen, das, wenn du mit deinem Mund Jesus als Herrn bekennen und in deinem Herzen glauben wirst, dass Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, du errettet werden wirst. Denn mit dem Herzen wird geglaubt zur Gerechtigkeit, und mit dem Mund wird bekannt zum Heil. Denn die Schrift sagt: Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zuschanden werden (Röm 10, 1.3-4.9-11). Das beeindruckt Unwissende! Alles gehört jetzt diesem Christus und den Christen. Jeder kann den ganzen Text für sich nachlesen.

In keinem einzigen Text eines Propheten oder Lehrers der biblischen Schriften (TaNaCH) finden wir solche Aussagen. Kein Prophet kündigt die paulinische Lehre an. Paulus aber lehrt unverfroren, dass das was er lehre die Schrift voraussage. Keiner aber spricht jemals von einer kommenden Gottheit, die Christus oder Jesus heissen würde, den heidnischen Göttersöhnen gleich, und die von JaHuWaH aus den Toten auferweckt werde und dass, wenn jemand sie mit seinem Munde nennt und in seinem Herzen glaubt errettet werden würde. Das ist der reinste Unsinn, die reinste Katastrophe. Das ist der Zusammenbruch der von JaHuWaH gegebenen und bereits weit entwickelten Vernunft im Alltagsleben der Juden. Der Schöpfer JaHuWaH schenkt diese Gabe allen Menschen. Sie ist ein Beitrag seiner Liebe die als Segen für das menschliche Zusammenleben eingesetzt werden soll.

Paulus verleugnet das Wort der Propheten, das zum Leben führt. In schändlicher Weise missbraucht er das Wort der Schrift um Unwissende mit seinen menschenverachtenden Offenbarungen ihrer Freiheit und ihrer persönlichen Verantwortung zu berauben, sie in religiöse Ketten zu legen und der Willkür und Ausbeutung seiner werdenden Kirche auszusetzen. In Röm 10,8 schmuggelt er ein Wort des Propheten Moshe in seine wirren Aussagen, vgl. 5 Mo 30,12-14. In Röm 10,11 mischt er ein Wort der Schrift aus Ps 25,3 und Jes 28,16 unter seine chaotischen Lehren.

Weder der Psalmist noch der Prophet Jeshajahu sprechen hier von einem Jesus Christus, sondern von JaHuWaH. Gerade der grosse Prophet Jeshajahu (Jesaja) kämpfte für die absolute Treue und Hingabe an JaHuWah allein. Damit verbunden waren untrennbar – Hand in Hand – die Weisungen und Regeln für ein Leben in Gerechtigkeit und Liebe unter den Menschen, die immer wieder das Wohlergehen des gerade schwächsten Gliedes der damaligen Gesellschaft im Auge behielten: das Wohlergehen von Witwen und Waisen. Diese wunderbaren hilfreichen Weisungen der Thora (des Gesetzes) drohten im Volk immer wieder in Vergessenheit zu geraten. Das ist eine Gefahr die im Zusammenleben unserer Tage nicht minder präsent werden kann, wenn wir nicht durch gesunde hilfreiche Gesetze und Verfassungen stets daran erinnert werden. Bei Gefahr, erinnerten die Propheten die Obrigkeiten und das Volk an diese wunderbaren Weisungen der Thora (des Gesetzes), sie kämpften dafür, damit jedem im Volk eine verantwortungsvolle Freiheit gesichert blieb.

Skrupellos verwirft Paulus das alles. So missbraucht er die Aussagen dieses Propheten für seine absurden Lehren. Nach den qualvollen Ereignissen unter den Babyloniern und der Deportation eines grossen Teiles der jüdischen Oberschicht geht es dem Propheten um den Überrest des verbliebenen Volkes und zwar im Blick auf ihre Aufgabe der Unterweisung (Lehrdienst) im zukünftigen Messianischen Friedensreich. Darum geht es den Propheten zuerst um die Wiederherstellung der Beziehung zu JaHuWaH und zu den gesunden Regeln des Lebens, innerhalb des auserwählten Volkes, um die Wiederherstellung von Recht und Gerechtigkeit. Dieses – in jeder Generation neu – wiederhergestellte auserwählte Volk wird in Zion zu einem Grundstein in Recht und Gerechtigkeit für alle Völker werden: “Darum, so spricht JaHuWaH: Siehe, ich lege in Zion einen Grundstein, einen bewährten Stein, einen kostbaren Eckstein, felsenfest gegründet. Wer (JaHuWaH) glaubt, wird nicht ängstlich eilen, d.h.: “Jeder, der an ihn (JaHuWaH) glaubt, wird nicht zuschanden werden”. Und ich werde das Recht zur Richtschnur machen und die Gerechtigkeit zur Waage” (Jes 28,16-17, vgl. Sach 13,9; Mal 3,1-3) u.a.m.). Das ist der Offenbarungsschatz des Lebens, den die Juden weitertrugen und immer weitertragen sollen, durch alle Generationen hindurch.

Dieses Zeugnis durchzieht die ganze Botschaft der Schrift: “Und es wird geschehen am Ende der Tage, da wird der Berg des Hauses des JaHuWaH feststehen als Haupt der Berge und erhaben sein über die Hügel; und alle Nationen werden zu ihm strömen. Und viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns hinaufziehen zum Berg des JaHuWaH, zum Haus des Erlösers Jakob, dass er uns auf Grund seiner Wege belehre und wir auf seinen Pfaden gehen! Denn von Zion wird Weisung ausgehen und das Wort des JaHuWaH von Jerushalajim” (Jes 2,2-3, 11,1-10; Sach 8,20-23 u.v.m., vgl. Joe 3,5). Niemand wird dann noch an eine paulinische oder christliche Christus-Gottheit und deren Glaubenssätze glauben. Von wem muss wohl gesagt werden: “..aber nicht mit rechter Erkenntnis” (Röm 10,2)?

Den meisten Christen fällt der Zugang zu den biblischen Schriften äusserst schwer. In ihrer paulinischen Verdorbenheit, Verbohrtheit und Gefangenschaft weigern sie sich, sich mit anderen darüber auszutauschen. Mögen alle Texte der Propheten in ihrem Zusammenhang gelesen werden. Das ist etwas das Paulus nicht verstand. Die christlichen Führer weltweit verweigern sich bis zu dieser Stunde ihrer Verantwortung, trotz des heutigen Wissens über die Pervertierung des prophetischen Wortes durch Paulus. Paulus pickte laufend wahllos Zitate aus der Schrift heraus, ebenso jene die die Evangelien und die übrigen “neutestamentlichen” Schriften für römische Gepflogenheiten tauglich machten. Seinem Wesen folgen die Päpste, die christlichen Theologen, Pfarrer und Prediger bis zu dieser Stunde. Sie berufen sich dauernd auf die Bibel, aber verweigern sich jeder Wahrheit. Wie wohltuend hört sich da die Botschaft aller Propheten und Rabbiner an, so auch die von Jahushua von Nazareth: “So erkenne denn heute und nimm dir zu Herzen, dass JaHuWaH der alleinige Erlöser (Gott) ist im Himmel oben und auf der Erde unten, keiner sonst!” (5Mo 4,39).

In dieser erlösenden Erkenntnis grüsse ich alle herzlich und wünsche allen einen frohmachenden Shabbat und gesegnete Chanukka-Tage. Shalom!

Gregor Dalliard