Die Israeliten, bzw. die Juden, von JaHuWaH verworfen? “..aber nicht mit [rechter] Erkenntnis” (Röm 10,2). Teil 7

Glaubensimpuls 375

Das Christentum baut seinen Glauben auf die Lehren des Paulus auf. Daneben finden wir anfänglich noch die uns von Juden überlieferten Aussprüche und Gleichnisse des Rabbi und Pharisäers Jahushua von Nazareth. In allem schöpfte er aus dem lebensvollen biblisch-jüdischen Glaubensschatz. Alle seine Aussprüche, Gleichnisse und Lehren weichen nicht davon ab. Es ist das was jede Gesellschaft in dieser Welt zusammenhält, wenn denn der Mensch das will. Das ist einfach wunderbar und einzigartig. Seinesgleichen gibt es in der Welt nicht!

Damals, zur Zeit Jahushuas von Nazareth und zu allen Zeiten davor, gab es immer und immer wieder z.T. sehr heftige innerjüdische Diskussionen und Auseinandersetzungen, in Bezug auf die Suche nach gesunden biblischen Auslegungen der Thora, Propheten und Schriften. So ist es bis heute unter den Juden geblieben. Das geschah und geschieht im Willen und im Sinne JaHuWaHs, denn die Menschheit verändert sich laufend. Das musste und muss so sein, damit sich das auserwählte Volk, das Judentum, nicht auf der Glaubenslinie irgendeines berühmten Menschen festlegt, wie das tragischerweise im Christentum mit Paulus geschah. Die paulinische Lehre ist immer noch die unantastbare verbindliche Heilslehre aller Christen – bis zu dieser Stunde.

Das Papsttum legte sich darin fest – bis zu dieser Stunde. Mit ihm natürlich auch alle anderen christlichen Kirchen und Gemeinschaften, die sich im Laufe der Geschichte vom Papsttum trennten. Sie alle aber blieben, trotz der Trennung vom Papsttum, weiter in den Heils- und Glaubensdogmen des Paulus gefangen, die auf den beiden Konzilien im 4. Jh. definitiv festgelegt worden waren. Sie sind das verbindende Element unter den Christen und damit das verbindliche unantastbare, immer gleich bleibende, unveränderbare Bekenntnis aller Christen auf dieser Erde. Alle die sich offenbar im Laufe der Kirchengeschichte von der römisch-katholischen Kirche trennten blieben also römisch-katholisch – bis zu dieser Stunde!, obwohl sie das nicht wahrhaben wollen. Daran gibt es nichts zu rütteln. Paulus ist letztlich die autoritäre Gottheit aller Christen.

Die 4 Evangelien sind eine zusammengestauchte Ausgabe der Kirchenväter. Aus den vielen damals existierenden Evangelien (vgl. Lk 1,1-4) sind sie allein offiziell übrig geblieben. Die hebräischen Urzeugnisse, die wir darin noch finden, also Worte und Taten Jahushuas, die auch mit gesunden innerjüdischen Auseinandersetzungen zu tun haben, wie sie unter den Juden immer schon üblich waren, wurden von den Kirchenvätern vollkommen missverstanden und missbraucht. Das war ihr katastrophales folgenschweres Vergehen, das Verbrechen schlechthin. Was innerhalb der Juden immer schon als normale Auseinandersetzung galt und zum Fortschritt führte, wurde von ihnen fälschlicherweise zu einer abgrundtiefen Feindschaft zwischen Jahushua und den übrigen Pharisäern ausgedeutet, hochstilisiert und dogmatisiert.

Wie gesagt, die hellenistischen Kirchengründer, mit Paulus, wie wir noch sehen werden, kannten diese gesunde Art der Auseinandersetzung unter den Juden, die notwendig zu einem bibelorientierten gesunden Fortschritt führen muss, nicht. Ebenso war es ihnen, von ihrem Denken her, nicht möglich die Wechselbeziehung von Gericht und Wiederherstellung des auserwählten Volkes, als gesundes Handeln JaHuWaHs zu verstehen. Darum kamen sie zu dem irrigen und folgenschweren Schluss, dass JaHuWaH sein Volk Israel für immer verworfen habe und die paulinische Sekte, die Christen, als das neue Volk Israel an deren Stelle gesetzt hätte. Juden würden nur gerettet, wenn sie heute oder irgendwann den paulinischen Christus als ihren einzigen Weg zu JaHuWaH anerkennen würden. Sie deuteten dieses Wechselspiel von Gericht und Wiederherstellung der Juden in der Heilsgeschichte, in der Bibel, als eine ewige Verwerfung. Das ist immer noch so.

Also was machten sie? In ihrem Judenhass, der in den Jahren 66-70 n.u.Z. im ganzen römischen Reich einen absoluten Höhepunkt erreicht hatte, rissen sie den Rabbi und Pharisäer Jahushua von Nazareth aus dem gesunden Gefüge des Judentums heraus (vgl. 2Kor 5,16), machten ihn zum absoluten Feind der Juden und zum Freund der grausamen Römer (s. Johannesevangelium). Und das obwohl Jahushua lehrte: “Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel” (Mt 15,24). Wie könnte sich ein Rabbi und Pharisäer für seine Leute unter den Römern bis zum letzten Blutstropfen hingeben (Tod am Pfahl) und sich gleichzeitig mit den Römern verbinden, die Juden auf das Allerschlimmste beschimpfen, sie Kinder des Teufels nennen und sie in eine immerwährende Hölle verwünschen, und.. wenn er doch, wie die damaligen Rabbiner, gesandt war, sie aus dem schrecklichen Elend der Römer zu befreien und zurück zum Vater zu bringen? Wem fehlt es hier wohl an der rechten Erkenntnis? Die überlieferten – rein jüdischen – Worte, Gleichnisse und Lehren aus dem reichen Schatz der Thora, der Propheten und Schriften wie Jahushua von Nazareth sie vermittelte, wurden zum grossen Teil durch antijüdische Hassreden ersetzt, ergänzt, aufgeschüttet, vollgestopft, bis zur Unkenntlichkeit.

Alle diese Hassreden gegen die Juden legten die Kirchengründer rücksichtslos und in schändlicher Weise Jahushua in den Mund. Es war die Zeit der grossen jüdischen Aufstände und Kriege gegen die Römer, wegen der grauenvollen staatlichen und religiösen Unterdrückung gegen die Juden. Der Perversion der Worte Jahushuas von Nazareth ist hier in skandalöser Weise freien Lauf gelassen worden. Den Judenhass, dem wir im Johannesevangelium, im Matthäusevangelium, und wo immer wir in den Evangelien hinschauen, begegnen, kann durch nichts überboten werden. Das sind die 4 Evangelien wie sie uns bekannt sind und wie sie der römisch-katholischen Kirche und damit allen anderen Christen heilig sind und täglich vorgelesen werden – bis zu dieser Stunde! Was sollte uns da noch wundern? Trotzdem dürfen wir nicht schweigen. Im nächsten Gim möchte ich einen der vielen irrsinnigen Widersprüche zwischen Paulus und dem Propheten Jeshajahu ein wenig ausdeuten, aus Röm 10,1-11 und Jes 28. Allen wünsche ich einen gesegneten Shabbat, innere Ruhe und Frieden im reichen Schatzhaus JaHuWaHs. Shalom!

Gregor Dalliard