Die Gemeinde JaHuWaHs und die Nachfolge. Teil 2

Glaubensimpuls 243

Was ist das Grösste und das Wesentlichste das die wahre biblische Gemeinde kennzeichnet? Abraham glaubte, d.h. er vertraute JaHuWaH. In diesem Vertrauen wurde Abraham von JaHuWaH gerechtfertigt: „Und er vertraute (glaubte) JaHuWaH; und er rechnete es ihm als Gerechtigkeit an“ (1Mo 15,6). Über Abraham kam die unverdiente Gnade JaHuWaHs, diese überströmende, nicht erworbene Liebe, auch zu uns, zu dir und zu mir. Das ist der Grund zur Freude! Abraham liess sich entschieden, mit seinem ganzen Herzen und mit seiner ganzen Seele und mit seiner ganzen Kraft, auf JaHuWaH ein. Er wird darum Freund JaHuWaHs genannt (2.Chr 20,7 ; Jes 41,8). Ist das nicht wunderbar? Sind wir auch Freunde JaHuWaHs, Freunde dessen der uns gebildet hat?

Dieser wunderbare Zuspruch, Freund JaHuWaHs, erinnert uns an die Erschaffung des Menschen: Und JaHuWaH sprach: „Lasst uns (pluralis majestatis) Menschen machen in unserm Bild, uns ähnlich!“ (1Mo 1,26). Das ist Ausdruck echter Freundschaft? Es ist diese wunderbare, gleichsam brüderliche, geschwisterliche Harmonie des Bildner JaHuWaHs mit seinem Geschöpf: „Und JaHuWaH sah alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut“ (1Mo 1,31). Wie wir bereits wissen, verliess der Mensch diese Harmonie, diese Freundschaft, mit JaHuWaH. In und mit Abraham ist sie wiederhergestellt worden. Abraham wird darum der Stammvater des monotheistischen Glaubens genannt. Was heisst das? JaHuWaH offenbarte sich Abraham und Abraham reagierte, vertraute. Er verliess sich auf JaHuWaH, auf sein Wort. Abraham öffnete JaHuWaH sein Herz und liess vom Götzendienst ab. Götzendienst ist die eigentliche Sünde. Darüber reden wir ein andermal wieder.

Abraham wurde vom Polytheismus (Vielgötterei) und allen seinen Forderungen, erlöst. Das ist die Erlösung des Menschen. „Und Josua sprach zu dem ganzen Volk: So spricht JaHuWaH, der Erlöser Israels: Jenseits des Stroms haben eure Väter vorzeiten gewohnt, und zwar Terach, der Vater Abrahams und der Vater Nahors, und sie dienten andern Göttern. Und ich nahm euren Vater Abraham von jenseits des Stroms..“ (Jos 24,2-3). Diese Begegnung mit JaHUWaH, das Vertrauen Abrahams in JaHuWaH, ist die Erlösung, die Befreiung von der Sünde, vom Polytheismus und die Geburt hinein in JaHuWaH, den Monotheismus. Sie wird in der Bibel als Rechtfertigung vor JaHuWaH gelehrt. Abraham war von diesem Augenblick an ein erlöster und gerechtfertigter Mensch. „Und ich nahm euren Vater Abraham von jenseits des Stroms..“

Obwohl Abraham nun vor JaHuWaH gerechtfertigt war, ein erlöster Mensch war, wollte und musste er schrittweise lernen, in das Wesen JaHUWaHs hineinzuwachsen. Das nennt die Bibel JaHuWaH nachfolgen. Er musste und wollte lernen aus der Versklavung des Polytheismus herauszuwachsen und in die Rechtsordnungen, Ordnungen, Weisungen und Shabbate JaHuWaHs hineinzuwachsen. Das ist der Weg der überströmenden Gnade JaHuWaHs, der Weg der Wiedergeburt. Das ist der Weg der Gemeinde JaHuWaHs. Da hilft kein Menschenopfer, kein Blut eines Menschen-Gottes. Diese Lehre ist, gemäss prophetisch-biblischem Zeugnis, Magie, Zauberkult. Das zu lehren und zu glauben ist pures Heidentum. Eine solche Lehre und ein solcher Glaube entspringen den vielen Götterkulten (Polytheismus) der Antike. Das ist die Lehre aus der Zeit „jenseits des Stromes“!

Der Weg Abrahams ist das Kennzeichen der Wiedergeburt das wir bei allen Propheten und Gläubigen des israelitisch-jüdischen Volkes erfahren, so auch bei Jahushua von Nazareth. Es ist die Nachfolge JaHuWaHs. „Denn JaHuWaH, euer Erlöser (Gott), prüft euch, um zu erkennen, ob ihr JaHuWaH, euren Erlöser (Gott), mit eurem ganzen Herzen und mit eurer ganzen Seele liebt. JaHuWaH, eurem Erlöser, sollt ihr nachfolgen, und auf ihn sollt ihr hören. Seine Gebote sollt ihr halten und seiner Stimme gehorchen; ihm sollt ihr dienen und ihm anhängen“ (5Mo 13,4-5). Jemanden von JaHuWaH abbringen ist darum eine grosse Sünde: „Denn er (Jerobeam) hatte Israel vom Haus Davids losgerissen, und sie hatten Jerobeam, den Sohn Nebats, zum König gemacht. Jerobeam aber hatte Israel davon abgebracht, JaHuWaH nachzufolgen, und hatte sie zu einer grossen Sünde verführt. Und die Söhne Israel lebten in allen Sünden Jerobeams, die er getan hatte. Sie wichen nicht davon ab..“ („Kö 17,21-22).

Über den König Hiskijahu lesen wir: „Er vertraute auf JaHuWaH, den Erlöser Israels. Und nach ihm hat es seinesgleichen nicht gegeben unter allen Königen von Juda noch unter denen, die vor ihm waren. Er hing JaHuWaH an, er wich nicht davon ab, ihm nachzufolgen. Und er bewahrte seine Gebote, die JaHuWaH dem Moshe geboten hatte. Und JaHuWaH war mit ihm; in allem, wozu er auszog, hatte er Erfolg..“ (2Kö 18,5-7). Berufen wir uns auf Jahushua (Jesus) von Nazareth, dann wollen auch wir seinem Beispiel folgen und den Weg gehen den er ungeteilt gegangen ist. Er folgte dem einzig EINEN Erlöser JaHuWaH. Jahushua glaubte den Worten der Propheten und bekannte sich dazu: „Denn dein Gemahl ist dein Schöpfer, JaHuWaH der Heerscharen ist sein Name, und dein Erlöser ist der Heilige Israels: Erlöser (Gott) der ganzen Erde wird er genannt“ (Jes 54,5).

Die christliche Vorstellung und Lehre von der Nachfolge ist von dem frühkatholischen heidnischen Denken geprägt. Sie unterscheidet sich wesentlich von dem was die Bibel unter Nachfolge versteht. Im „Shma Israel“, „Höre, Israel“ ist uns das Wesen der Nachfolge JaHuWaHs erklärt: „Höre, Israel: JaHuWaH ist unser Erlöser, JaHuWaH allein! Und du sollst JaHuWaH, deinen Erlöser, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft. Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollen in deinem Herzen sein. Und du sollst sie deinen Kindern einschärfen, und du sollst davon reden, wenn du in deinem Hause sitzt und wenn du auf dem Weg gehst, wenn du dich hinlegst und wenn du aufstehst. Und du sollst sie als Zeichen auf deine Hand binden, und sie sollen als Merkzeichen zwischen deinen Augen sein, und du sollst sie auf die Pfosten deines Hauses und an deine Tore schreiben.. so hüte dich, dass du JaHuWaH ja nicht vergisst, der dich herausgeführt hat aus dem Land Ägypten, aus dem Sklavenhaus. JaHuWaH, deinem Erlöser, sollst du folgen und ihm dienen, und bei seinem Namen sollst du schwören. Ihr sollt nicht anderen Göttern, von den Göttern der Völker, die rings um euch her sind, nachlaufen – denn ein eifernder Erlöser ist JaHuWaH, dein Erlöser, in deiner Mitte..“ (5Mo 6,4-15).

Jedem Familienvater war von JaHuWaH die wunderbare Aufgabe zugeteilt die Familienmitglieder in die Rechtsordnungen, Ordnungen, Weisungen und Shabbate JaHuWaHs einzuführen. Er war dazu berufen, bestimmt und aufgefordert diesen Dienst als verantwortungsvollen Dienst der Nachfolge wahrzunehmen. In der Denkweise und Praxis der zahlenmässig stärksten und einflussreichsten Kirche, der römisch-katholischen, die alle andern christlichen Kirchen und Gemeinschaften prägte und beherrscht, heisst Nachfolge um Jesu willen ehelos bleiben. Drei Quellen speisen diese gewaltige Irrlehre, die in dieser Welt unsägliches Leid hervorbrachte.

Erstens war es das irrige Evangelium des Kirchenvaters Paulus, der überall die gleich bevorstehende Wiederkunft des Jesus-Gottes lehrte, nachdem ihn die Juden als den wahren Gott und Menschen ermordet hätten. Das ist natürlich eine Irrlehre und der grösste Unsinn, denn kein Mensch kann JaHuWaH umbringen! Er forderte seine Anhänger auf nicht mehr zu heiraten um des Himmelreiches willen, das gleich anbrechen würde: „..bist du frei von einer Frau, so suche keine Frau“ (1Kor 7,27). Wer eine Frau habe solle mit ihr so umgehen als hätte er keine: „Dies aber sage ich, Brüder: Die Zeit ist begrenzt: dass künftig die, die Frauen haben, seien, als hätten sie keine (1Kor 7,29) – um des Himmelreiches willen, das gleich anbrechen würde! Das war der Weg der Nachfolge, den er als den einzig richtigen sah.

Diese höchst aufregende Irrlehre erfasste im Nu sehr viele Menschen, die sich nichts Besseres ersehnen konnten als gleich von der Härte ihres Alltagslebens befreit zu werden. Diese Irrlehre war nicht mehr aufzuhalten. Der Jesus-Gott ist zwar zur angesagten Zeit nicht gekommen, aber die Irrlehre um des Himmelreiches willen ehelos zu bleiben wurde aufrecht erhalten. Besessen von dieser Irrlehre entwickelte sich diese lebensfeindliche zölibatäre Organisation zu einer mächtigen gewaltbereiten Institution. Wie so vieles wurde später auch diese Irrlehre, als das Zeichen der wahren Nachfolge, dem entjudaisierten Jahushua von Nazareth in den Mund gelegt (vgl. Mt 19,12).

Als zweitens Abertausende junger Menschen unverheiratet geblieben und über die ausbleibende Entrückung enttäuscht waren, blieben die christlichen Führer nicht verlegen. Sie verlagerten ihre Theologie. Schrittweise wurden nun einzelne Praktiken aus den Traditionen der heidnischen Ehelosigkeit übernommen. Das Leben der Geweihten, wie es uns in der Bibel als verwerfliche Traditionen dargestellt ist (1Kö 15,9ff; 2Kö 23,7) nahm Einfluss auf die Ehelosen. Immer mehr wurden Märtyrer zu Gottheiten (Heiligen) stilisiert, denen man sich weihte. Das ehelose Mönchtum um des „Himmelreiches“ willen entstand. Es gipfelte später im Papsttum, in der zölibatären Papstkirche. Natürlich hatte und hat der Zölibat, die religiös begründete Ehelosigkeit, nichts, aber rein gar nichts mit dem biblisch bezeugten Himmelreich und der Nachfolge Jahushuas zu tun, schon gar nichts mit JaHuWaH.

Männer und Frauen weihten nun ihre Sexualität ihrem selbstgemachten Jesus-Gott und der neuen Göttin, der Mutter des Jesus-Gottes, der Gottesmutter Maria. Die Quellen aus denen dieses Gedankengut fliesst sind z.B. der Vestalinnenkult, der Kult der Gottesmutter Kybele u.a.m. Kirchenväter entmannten sich, alle andern mussten so leben als wären sie entmannt, was zu schlimmen Perversionen, Exzessen und seelischen Qualen führte und führt. Diese dreisten und perversen Entartungen werden heute noch von der Papstkirche als der vollkommene biblische Weg der Nachfolge Jesu hochgehalten und gepriesen.

Drittens übernahmen die Christen weitgehend das Gedankengut der griechischen Philosophenschulen wie das der Stoiker und Epikureer. Es ist der absurde Weg einer lebensfeindlichen Nachfolge. Der Weg zu den Göttern kann nur in der Ablehnung der natürlichen und gesunden Kräfte, die der Schöpfer in den Menschen hineingelegt hat, beschritten werden. Durch eine rein geistige Beschäftigung wird dieser Weg beschritten. Körperliche Arbeiten sollten deswegen auf ein Minimum reduziert oder vermieden werden. Der sexuelle Verkehr sollte auf jeden Fall vermieden werden, da er einer Art momentane Epilepsie verursacht, die sich als Rückschlag auf die Höherentwicklung zu den Göttern auswirkt und ähnliches mehr.

Wie für Abraham, so gab es auch für uns den Weg der Umkehr zu JaHuWaH, den Weg der Wiedergeburt. Wir hoffen und beten, auf dass viele fromm Verführte aus dem christlichen Glaubenschaos herausfinden, sich aufmachen und in die Arme JaHuWaHs finden, überzeugt wie Jahushua von Nazareth! Mit den wunderbaren Worten des Propheten Jeshajahu (Jesaja), die er im Auftrag JaHuWaHs spricht, grüsse ich alle herzlich: „Kehre um zu mir, denn ich habe dich erlöst! Jubelt, ihr Himmel, denn JaHuWaH hat es getan! Jauchzt, ihr Tiefen der Erde! Brecht in Jubel aus, ihr Berge, du Wald und all ihr Bäume darin! Denn JaHuWaH hat Jakob erlöst, und an Israel verherrlicht er sich“ (Jes 44,22-23). Das ist doch umwerfend, denn alles trägt den Keim der Erlösung in sich und ist daran beteiligt.

Hiob bekannte: „Doch ich weiss: Mein Erlöser lebt“ (Hi 19,25). Und der Psalmist ruft aus: „..JaHuWaH, mein Fels und mein Erlöser!“ (Ps 19,15). Dazu können wir nur voll Dankbarkeit ausrufen: Hallelujahu! Shalom!

Gregor Dalliard