Der Zorn JaHuWaHs Teil 2

Glaubensimpuls 388

Da fragt jemand: Ja wie soll ich dann die vielen Texte in der Thora verstehen, in denen JaHuWaH selber von seiner Rache und seinem Grimm spricht, wie z.B. in Hes 5,11-17? “Darum, so wahr ich lebe, spricht der Herr JaHuWaH: Fürwahr, weil du mein Heiligtum unrein gemacht hast mit all deinen Scheusalen und mit all deinen Gräueln, so will auch ich dich scheren und deinetwegen nicht betrübt sein, und auch ich will kein Mitleid haben. Ein Drittel von dir soll an der Pest sterben und in deiner Mitte durch Hunger umkommen; und ein Drittel soll durchs Schwert fallen rings um dich her; und ein Drittel werde ich in alle Winde zerstreuen, und ich werde das Schwert ziehen hinter ihnen her. Und mein Zorn soll sich erfüllen, und meinen Grimm werde ich an ihnen stillen und Rache nehmen. Und sie werden erkennen, dass ich, JaHuWaH, in meinem Eifer geredet habe, wenn ich meinen Grimm an ihnen erfülle. Und ich werde dich zur Trümmerstätte machen und zum Hohn unter den Nationen, die rings um dich her sind, vor den Augen eines jeden, der vorübergeht. Und du wirst zum Hohn und zur Spottrede sein, zur Warnung und zum Grausen für die Nationen, die rings um dich her sind, wenn ich Strafgerichte an dir übe im Zorn und im Grimm und mit grimmigen Züchtigungen - ich, JaHuWaH, habe geredet -, wenn ich die bösen Pfeile des Hungers gegen sie sende, die zur Vernichtung sind, die ich sende, um euch zu vernichten, und wenn ich den Hunger über euch häufe und euch den Stab des Brotes zerbreche und wenn ich Hunger über euch sende und böse Tiere, dass sie dich kinderlos machen, und wenn Pest und Blut durch dich hindurchziehen und ich das Schwert über dich bringe. Ich, JaHuWaH, habe geredet” (vgl. 5Mo 23; Jer 31,27-28).

Die Frage ist berechtigt: Was heisst das: “Und sie werden erkennen, dass ich, JaHuWaH, in meinem Eifer geredet habe, wenn ich meinen Grimm an ihnen erfülle” (Hes 5,13b)? Wer soll da noch etwas von dem erkennen was JaHuWaH geredet und an grausamer Rache ausgeführt hat, wenn nach seiner Racheaktion niemand mehr leben wird? Die Allermeisten sind von der Pest, vom Hunger und vom Schwert umgebracht worden. Die Wenigen, die in alle Winde zerstreut worden sind, sind wohl vom Elend dahingerafft worden. Ja, so wie wir den Text lesen, begegnet uns ein JaHuWaH, trunken vom Rausch unberechenbaren und zügellosen Zornes und Grimmes. Schon kurz nach Moshes Leben wäre vom auserwählten Volke keiner mehr übrig geblieben, wenn dieses Verhalten das Verhalten JaHuWaHs gewesen wäre oder wäre! Seit Tausenden von Jahren wäre nichts mehr von diesem Volk zu hören, kaum jemand würde sich heute noch an dieses Volk Israel erinnern – wären die Aussprüche JaHuWaHs in der Bibel wörtlich zu verstehen und wären sie so ausgeführt worden.

Das was JaHuWaH bei Jecheskel (Hesekiel) hinaus schnaubt übersteigt jede Menschlichkeit! Wir erinnern uns an Sprüche 24,16: “Denn siebenmal fällt der Gerechte und steht doch wieder auf..” Solches wäre in dieser Denk- und Handlungsweise gar nicht möglich. Niemals konnte das ganze Volk allen Ordnungen und Rechtsbestimmungen JaHuWaHs vollkommen entsprechen. Wer sollte das nicht besser wissen als der Schöpfer allen Lebens, so mag mancher fragen? Wie könnte ein solcher Text dann wörtlich verstanden werden? “Was ist denn das bloss für ein Gott, dein JaHuWaH”, schrieb mir mal jemand! In jeder Generation gab es Versagende, die voller Dankbarkeit wieder zu den Ordnungen und Rechtsbestimmungen JaHuWaHs zurückfanden. Das ist völlig normal und gehört zum Leben.

Auch in 5Mo 6,15b lesen wir “..damit nicht der Zorn JaHuWaHs, deines Erlösers, gegen dich entbrennt und er dich vom Erdboden weg vernichtet.” Gleich davor werden die Sünden und Fehler aufgezählt die alle zur Vernichtung vom Erdboden weg führen könnten. Stellen wir uns einmal vor, das wäre so geschehen! Seit der Zeit des Moshe, nach diesem Ausspruch der drohenden Vernichtung Israels, traten alle diese Sünden und Versagen in regelmässigen Rhythmen immer und immer wieder hier oder dort auf, in jeder Generation, bis heute – und das Volk Israel existiert immer noch. Wie soll das gehen? Hat JaHuWaH gelogen?
Wir halten entgegen: Niemals existierte im Herzen JaHuWaHs der Gedanke, Israel vom Erdboden weg zu vernichten. Diese Aussagen widersprechen den vielen Verheissungen JaHuWaHs an sein Volk es niemals aufzugeben, es bestehen zu lassen, bis an das Ende der Tage. Diese Aussagen widersprechen ebenso der grossen Zielsetzung die sich JaHuWaH für alle Völker vorgenommen hat. Wie können wir diese widersprüchlichen Aussagen verstehen?

Wir müssen immer wieder auf die Tatsache hinweisen, dass die Menschen in ihrem Gang durch die Zeit, Etappen und Entwicklungen an Glaubenserfahrungen durchliefen. Sie machten sich über JaHuWaH und das Leben Gedanken. Religionsführer legen überdurchschnittlich viele Gedanken und eigene Erfahrungen, die sie selbst im Leben machen, JaHuWaH in den Mund. Achten wir einmal darauf, wie bei den meisten Interviewten im Bibel-TV die Leute sagen: Gott hat mir gesagt, Gott hat mir gezeigt, Gott hat zu mir gesprochen.. Alle meinen sie das aufrichtig und ohne falsch, sie sind davon überzeugt. Es ist sehr naheliegend, das führende Menschen ihre Überzeugungen und ihre Lebenserfahrung JaHuWaH in den Mund legten, um anderen Menschen die Ernsthaftigkeit einer Angelegenheit besser vermitteln zu können, gerade so als würde JaHuWaH so denken und so reden wie sie.
Dabei überschreiten oder überschritten sie in ihrem Eifer für JaHuWaH gerne die Grenzen die JaHuWaH zwischen IHM und den Menschen gesetzt hat.

Die zweite Wegweisung (2.Gebot) in 2Mo 20,4 verbietet den Menschen JaHuWaH in irgendeiner Weise darzustellen. Dabei sind nicht nur Bilder und Statuen, Formen und Kunstwerke gemeint. In 2Mo 33,20 ist uns Folgendes überliefert: “Dann sprach er (JaHuWaH zu Moshe): Du kannst es nicht ertragen, mein Angesicht zu sehen, denn kein Mensch kann mich sehen und am Leben bleiben..” Diese Aussage gehört zur 2. Wegweisung (2. Gebot). Das ist eine Metapher mit der uns die Bibelschreiber eindringlich ermahnen wollen, keine unserer Vorstellungen des Menschen in JaHuWaH hineinzulegen und sie als JaHuWaHs Wort weiterzuleiten. Aber wie können wir dann gute Eigenschaften in JaHuWaH hineinlegen? Und was ist dann mit dem Propheten Jecheskel?Drüber lasst uns im nächsten Gim austauschen.

Mit dem wunderbaren Psalm 133 begrüsse ich alle herzlich und wünsche allen eine friedliche Gesinnung in ihrem Umfeld: “Ein Wallfahrtslied. Von David. Siehe, wie gut und wie lieblich ist es, wenn Brüder und Schwestern einträchtig beieinander wohnen. Wie das köstliche Öl auf dem Haupt, das herabfliesst auf den Bart, auf den Bart Aarons, der herabfliesst auf den Halssaum seiner Kleider. Wie der Tau des Hermon, der herabfliesst auf die Berge Zions. Denn dorthin hat JaHuWaH den Segen befohlen, Leben bis in Ewigkeit” (Ps 133). Shalom!

Gregor Dalliard

Ankündigung

Voranzeige: Pessach 2019 dauert vom 19. bis 27. April. Wir laden herzlich zum Pessachbeginn am 19. April um 18.00 in Finsterhennen ein. Am Samstag, dem 20. um 10.00 und 14.00 Uhr.

Anmeldung: k.hunzinger@sunrise.ch / Tel.: 032 396 34 03 und frmazo@hispeed.ch / Tel.: 031 991 69 12.


Wir laden wieder zu einem Gemeinschaftstreffen in Teisendorf bei den Fischers ein.

Ort: D-83317 Achtal / Teisendorfer Str. 93   Datum: 11./12. Mai 2019 Thema: Was ist das Reich JaHuWaHs, wann und wie gehöre ich dazu?

Bitte anmelden:
08666 – 2174 973 / marion@hms-fischer.de / DietherBoge@web.de