Unser neuer Zugang zu unserem Schöpfer und Vater: „Und siehe, der Vorhang des Tempels zerriss in zwei, von oben bis unten..“ (Mt 27,51).

Glaubensimpuls 108

Auch diesen Vers können und wollen wir im Blick auf den ganzen Heilsplan unseres Schöpfers, des Abba Jahweh, einordnen und auslegen. Darum möchte ich zuerst auf unsere Beziehung zur Bibel und ihrer Auslegung eingehen. Mit der Auslegung von Jahwehs Heilsplan, der Bibel, ist es wie mit dem Bauplan eines Hauses. Der Architekt entwirft die Pläne und gibt sie dem Vorarbeiter, der für die genaue Ausführung dieser Baupläne verantwortlich ist. Der Vorarbeiter muss sich beim Aufbau ganz genau an die geordneten und zusammenhängenden Vorgaben halten, also an die ihm überantworteten Baupläne, und zwar vom Fundament bis zum Dach. Geschieht dies nicht kann das für alle Beteiligten katastrophale Folgen haben.

Baut er z.B. das Badezimmer mitten im Wohnraum, dann wird der Wohnraum völlig verunstaltet und kaum noch oder nicht mehr bewohnbar sein. Baut er inmitten eines kleinen Zimmers eine nicht geplante Wendeltreppe ein ist die Katastrophe perfekt. Baut er aber den Bau genau nach dem vorgegeben Plan, dann wird der schrittweise Aufbau sowohl ihm als auch dem Bauherrn laufend Freude bereiten. Um den Bau gewissenhaft, zur Freude und zum Segen aller Beteiligten, ausführen zu können, studiert der Vorarbeiter den Bauplan gründlich und zwar von Etappe zu Etappe. Er macht dabei auf eventuelle Fehler aufmerksam und korrigiert nötigenfalls die Dinge – dem Plan entsprechend. Dies zu tun ist ihm eine Ehre und eine Freude, damit sich das Werk einmal in seiner ganzen komplexen Schönheit und Wohnlichkeit sehen lassen kann. Ich rede hier aus Erfahrung, denn ich habe fünf Jahre in einem Architekturbüro gearbeitet und mit Vorarbeitern auf dem Bau zu tun gehabt.

Genau so ist es mit dem Verständnis und der Auslegung der Bibel. Der Rohbau, d.h. die Thora, Propheten und Schriften, also die Bundesschriften (BuS = AT) sind der genaue zusammenhängende Bauplan, bzw. Heilsplan, Jahwehs mit uns Menschen. Diesen Plan hat Jahweh seinem auserwählten Volk, den Söhnen (Kinder Gottes), seinem priesterlichen Volk, übergeben – und damit auch uns. Wir sind gleichsam die Vorarbeiter, die Ausführenden auf dem Bau. Dem auserwählten Volk – zu dem auch wir uns heute zählen dürfen –  ist damit eine hohe Verantwortung auferlegt worden. Jahweh hat uns die Pläne für sein Haus des Lebens übertragen. Wie gehen wir mit den uns von Jahweh zum Aufbau seines Hauses übertragenen Plänen, der Thora und den Prophetenbüchern, um?

Wie es in einem bewohnten Haushalt Geräte und Einrichtungen gibt die wir irgendwann nicht mehr gebrauchen und entsorgen, so gibt es auch in der Thora (5 Bücher Mose) Einrichtungen, die wir heute nicht mehr haben, weil wir sie nicht mehr brauchen, wie etwa die vielen strengen Opfervorschriften im 3. Buch Mose. Andere Einrichtungen, und es gibt recht viele davon, das wollen wir wohl betonen, waren damals aus vorsorglichen, hygienischen und gesundheitlichen Massnahmen von äusserster Wichtigkeit, sind aber bei den heutigen medizinischen und technischen Errungenschaften und Einrichtungen, die Jahweh die Menschen erkennen lässt, nicht mehr notwendig. So etwa die Vorschriften über die Frauen bei ihrer Monatsblutung oder bei der Geburt eines Kindes (vgl. 3Mo 12). Doch es gibt in seinem Wort unantastbare Rechtsbestimmungen und Ordnungen, die wir aus dem Zusammenhang erkennen und verstehen können.

Der himmlische Vater lässt uns heute in allen Bereichen der Schöpfung und des Lebens Grossartiges zu seinem Ruhm und zum Segen der Menschen erkennen, doch wie gehen wir damit um? Über den Umgang mit diesen Errungenschaften sollen wir uns an Jahwehs Rechtsbestimmungen und Ordnungen in der Thora orientieren und stets Rechenschaft ablegen, damit sie uns nicht zumFluch werden. So tat es auch Jahshua und hat dies allen die seinen Namen nennen und sich auf ihn berufen in aller Deutlichkeit befohlen.

Im Tenach (AT) ist uns das unantastbare Offenbarungsgut Jahwehs, unseres himmlischen Vaters, geschenkt. Dieses Wort ist unserem Abba Jahweh vollkommen und bleibend wichtig. Er hat uns extra auserwählt, ausgesondert (vgl. 5Mo 7,6-7) und in seinem Geist gezeugt und geboren (vgl. 5Mo 32,18), damit er unseren Vätern und uns sein Wort (Bauplan) anvertrauen kann. Wir sind von ihm beauftragt und werden von ihm befähigt seinen Bauplan gewissenhaft zu studieren und entsprechend zu verwalten. Immer wieder weist er darauf hin, dass wir nichts von seinem Wort wegnehmen und nichts zu seinem Wort hinzufügen dürfen (vgl. 5Mo 4,1-2; 13,1 u.a.m.). Der Grund seiner Strenge im Umgang mit seinem Wort ist uns inzwischen wohl klar, denn sein Wort ist sein Heilsplan für uns und für die ganze Schöpfung. Aus seinem Wort haben wir das Leben und können entsprechend zum Ziele kommen.

„Meine Rechtsbestimmungen (Bauplan) sollt ihr tun, und meine Ordnungen (Ausführungen des Heilsplanes) sollt ihr halten, um in ihnen zu leben. Ich bin Jahweh euer Erlöser. Und meine Ordnungen und meine Rechtsbestimmungen sollt ihr halten. Durch sie wird der Mensch, der sie tut, Leben haben. Ich bin Jahweh (3Mo 18,5; vgl. 5Mo 4,1; 6,24).

Was uns natürlich sehr freut ist die ebenfalls unumstössliche Tatsache, dass Jahshua diese Wahrheit im Umgange mit dem Tenach (BuS = AT) in Wort und Tat vollkommen bestätigt. Lassen wir uns immer und immer wieder gerne daran erinnern. Mit aller Deutlichkeit trat er jenen entgegen, die diese Wahrheit, diesen Bauplan Jahwehs, sabotieren und auf den Kopf stellen wollten. Jahshua hat diese frommen Geister, die gerne die Bibel benutzen, aber gegen die Thora (AT) lehren, mit Aussagen aus der Thora (AT) in ihre Schranken verwiesen: „Es steht geschrieben: Nicht von Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jedem Wort, das durch den Mund Jahwehs ausgeht“ (Mt 4,4; hier zitiert Jahshua das Wort Jahwehs aus der Thora 5Mo 8,3). Er befiehlt den Christen und christlichen Gemeinschaften keine drei Gottheiten wie Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiliger Geist anzubeten, sondern Jahweh allein, indem er in Mt 4,10 auf die Thora hinweist und daraus zitiert (vgl. 5Mo 6,13; 10,20.). In Mk 12,29-30 zitiert er darum aus 5Mo 6,4-5; 10,12; 3Mo 19,18 und 5Mo 4,35.39; Jes 45,5-6).

Bei einer andern Gelegenheit sagt er allen Zuhörern: „Meint nicht, dass ich gekommen sei, die Thora (5 Bücher Mose) oder die Propheten (die Baupläne Jahwehs) aufzulösen; ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu bestätigen (zu leben). Denn wahrlich, ich sage euch: Bis der Himmel und die Erde vergehen, soll auch nicht ein Jota oder ein Strichlein von der Thora vergehen, bis alles geschehen (vollendet) ist. Wer nun eins dieser geringsten Rechtsbestimmungen (des Bauplanes Jahwehs) auflöst und die Menschen entsprechend lehrt, wird der Elendste heissen in der Gemeinschaft mit Jahweh; wer sie aber tut und lehrt, dieser wird gross sein in der Gemeinschaft mit Jahweh“ (Mt 5,17-19). Jahshua zitiert hier aus Jes 42,21: „Er (Jahweh) macht die Thora gross und herrlich“. Genau das tat Jahshua gemäss den Rechtsbestimmungen und Ordnungen Jahwehs, indem er sie in ihrem Zusammenhang bestätigte und entsprechend auslegte (vgl. Ehebrecherin in Jo 8,1-11) Jahweh hatte ihn dafür eingesetzt.

Seine Einstellung konnte durch niemand und nichts geschmälert werden. Was in den Bundesschriften (= BuS = AT) von Jahweh laufend gesagt wird fasst Jahshua mit folgenden Worten zusammen: „Wer sind meine Mutter und meine Brüder? Und er blickte umher auf die um ihn im Kreise Sitzenden und spricht: Siehe, meine Mutter und meine Brüder! Wer den Willen Jahwehs (der im Tenach = BuS = AT enthalten ist) tut, der ist mir Bruder und Schwester und Mutter“ (Mk 3,34-35). Wie wir sehen sind selbst die Bekenntnisschriften (BeS = NT) voll dieser Zeugnisse und dieser Aufforderungen. Klarer kann die Beziehung ausnahmslos aller Wiedergeborenen zur Thora, den Propheten und Schriften nicht mehr vermittelt werden.

Das allerdings verleugnen die allermeisten christlichen Kirchen und Gemeinschaften, was ein Skandal ist. Sie halten sich nicht an den Bauplan Jahwehs, sondern an den der Kirchenväter, der bis heute unsägliches Leid über die Menschheit brachte und die Ehre Jahwehs vor aller Welt schmählich in den Dreck zieht. Jahshua kam im Auftrag des Vaters um uns den Weg zurück zu Jahweh und zu seinem Willen (Bauplan) im Tenach (BuS = AT) zu schenken. Dafür gab Jahshua sein Leben. Bevor er am Holz der Römer gepfählt worden war sagte er – nach seinen eigenen Worten – dass sein Werk vollendet sei: „Ich habe dich verherrlicht auf der Erde; das Werk habe ich vollbracht, das du mir gegeben hast, dass ich es tun sollte“ (Jo 17,4). Vorher hören wir aus seinem Munde: „Meine Speise ist, dass ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat, und sein Werk vollbringe“ (Jo 4,34). Sein Werk war also vollendet, sein Auftrag erfüllt, bevor er von den Römern gepfählt worden war. Diese Tatsache wird im Kirchentum ebenfalls verleugnet und aus dem gesamten Kontext der Thora herausgerissen und entsprechend ausgelegt.

Worin sein Werk bestand hat er uns deutlich aus dem Zusammenhang der Thora und der Propheten offenbart. Ich will uns gerne immer und immer wieder an diese Worte erinnern, denn sie gehören zur Grundfeste des Bauplanes Jahwehs: „Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel“ (Mt 15,24). Achten wir diesbezüglich auf die vielen Aussagen in Gleichnissen und Reden Jahshuas in den Bekenntnisschriften (BeS = NT)! Mit seiner Sendung und seinem Dienst hat Jahshua das Gericht, das Jahweh seit der Deportation der zehn Stämme durch die Assyrer 923/22 v.u.Z. verhängt hatte, vollendet. Dieses Gericht war wegen des Ungehorsams der zehn Nordstämme, der schliesslich in einer schrecklichen folgenschweren Jahwehlosigkeit endete, über sie gekommen (vgl. das Buch Hosea u.a.m.).

Diesen zehn „verlorenen“ Stämmen war, als Folge dieses schwerwiegenden Vergehens, der Zugang zu Jahweh über 600 Jahre lang verschlossen geblieben. Ein Vorhang, eine Trennwand, Scheidewand, auch Scheidebrief oder Schuldschein genannt, war zwischen ihnen (uns) und Jahweh. Spricht der Prophet Jeshajahu (Jesajah) von der Trennung von Jahweh, dann spricht er von Vorhang, Zwischenwand, Scheidung, Verhüllung, Scheidebrief (vgl. Jes 59,2; 50,1).

Shaul und andere übernahmen diese Begriffe. Durch die Sendung und den Dienst Jahshuas hat Jahweh ihnen – und damit auch uns – den Zugang zu ihm und zu seinem Wort wieder geöffnet, darum zerriss dieser Vorhang, diese Scheidewand, diese Trennwand, dieser Schuldbrief, dieser Scheidebrief. Für die treuen Juden war dies ein lange ersehntes und unvorstellbares Geschehen, denn die ganze Stadt Jerusalem war von diesem Geschehen erfüllt (vgl. Apg; speziell Apg 21,18-20). Diese Myriaden waren alle Eiferer für die Thora, d.h. für die Rechtsbestimmungen (Bauplan) und Ordnungen (Ausführungen des Planes) Jahwehs. Leider zerstörten später abgefallene Menschen (Kirchenväter) diese herrliche Gemeinschaft und schufen auf einer philosophischen und theologischen Basis die unhaltbare und verwerfliche Ersatztheologie und damit den kirchlich legitimierten Judenhass.

Der Weg, der Zugang zum Allerheiligsten, der bis dahin nur den gerechtfertigten und treuen Juden offen stand, ist seit jener Zeit für alle seine Söhne wieder geöffnet. Unfassbar! Die Gemeinschaft mit Jahweh, seine ungeteilte Anbetung, ist uns wieder möglich. Gemeinsam mit den treuen und gerechtfertigten Juden dürfen wir beim gleichen Vater, der uns gezeugt und geboren hat, wohnen und ihn, wie sie, ungeteilt anbeten und unser Leben wieder nach seinen Rechtsbestimmungen und Ordnungen ausrichten und gestalten. Wir sind nicht mehr der Jahwehlosigkeit der Kirchen unterworfen, die die Thora verleugnen oder dann willkürlich zerpflücken und herausnehmen was ihnen gerade in den Kram passt und für sich beanspruchen. Wir vertiefen dieses Geschenk seiner Gnade alle Tage!

So sind wir, wie Shaul schreibt “ die beiden (gerechtfertigte Juden und wir) in einem Leib mit Jahweh in der Sohnschaft (d.h. versöhnt) durch das Holz“ (Eph2,16). Der Ausdruck Holz oder Kreuz will auf die konsequente Erfüllung der Sendung Jahshuas unter der Herrschaft der Römer hinweisen, der sich von den Römern nicht abschrecken liess. Er wusste genau wie viele gerechtfertigte und treue Juden qualvoll am römischen Marterholz starben und sterben würden, wenn sie Jahweh treu bleiben wollten. Pilatus hatte 6000 von ihnen qualvoll am Holz oder Kreuz sterben lassen!

Wir sind also wieder eingepfropft in die Rechtsbestimmungen und Ordnungen Jahwehs, in denen die gerechtfertigten und treuen Juden immer lebten. Darum dürfen wir uns nicht gegen sie stellen oder über sie erheben. Davor warnt uns auch der Apostel Shaul im Geiste der Thora (vgl. Röm 11,16-22).

Das Herz Jahwehs stand und steht nun geöffnet vor den Söhnen und für die Söhne! Und siehe da, wir dürfen bei ihm wohnen (vgl. Eph 2,19). Ein unfassbares Ereignis. Gemäss Verheissungen in den BuS (AT) macht Jahweh nur ganze Sache mit einer Auswahl aus allen zwölf Stämmen. Jahweh fährt mit seinem Heilsplan fort. Heute gibt ihm wieder eine Auswahl aus allen zwölf Stämmen die ungeteilte Anbetung und das vollkommene Vertrauen und zwar innerhalb seiner Rechtsbestimmungen und Ordnungen. Wie gesagt, wir geben uns täglich Mühe immer tiefer in seinen geoffenbarten Willen hinein zu wachsen. Ein Wunder seiner Gnade und Liebe!

In dieser Freude grüsse ich alle herzlich und wünsche allen einen reich gesegneten Shabbat. Shalom!

Gregor Dalliard