Der Segen, sich segnen, segnen (1Mo 12,3) – Esau. Teil 3

Glaubensimpuls 226

In den letzten beiden Glaubensimpulsen schrieb ich vom Segen in JaHuWaH, der über Abraham und die Juden allen Menschen der Welt zuteil wurde, zuteil wird und zuteil werden wird. Wenn uns die Schreiber der Bibel daran erinnern, dass die Urväter Nomaden waren, dann wollen sie uns noch zusätzlich etwas Wichtiges vermitteln . Hier geht es nicht allein nur um die Tatsache des Nomadenlebens, sondern auch um einen sehr wichtigen und tiefen geistigen Tatbestand den wir keineswegs ausser Acht lassen sollten, weil er für uns heute von grösster und unerlässlicher Bedeutung ist. Im Unterschied zu allen andern Völkern besassen sie keine feststehenden Gotteshäuser. Darum ist die Erinnerung an ihr Nomadenleben auch sinnbildlich zu verstehen. Das Nomadenleben und der Monotheismus sind sinnbildlich ganz tief miteinander verwoben.

Für diejenigen die sich wie die Urväter und Urmütter des Glaubens von den Glaubensbekenntnissen und Vorstellungen der Götterreligionen, von Kirchen und deren Glaubensbekenntnissen lösen, beginnt ein geistiges Nomadenleben. Was ist damit gesagt? Solche Menschen sind wie die Urväter und Urmütter von der Beziehung (dem Glauben) und der Verantwortung gegenüber JaHuWaH und der Welt erfasst worden. Indem sie diese Verantwortung wahrnehmen, lösen sie sich ganz selbstverständlich von der Zugehörigkeit zu einer heidnisch-religiösen Organisation, die selbst die innersten Lebensbereiche des Einzelnen bestimmt. Jeder Mensch der zu einer dieser Religionen oder Glaubensgemeinschaften gehört, lebt nach den jeweiligen festen dogmatisch verankerten Glaubensgrundsätzen die ihr Gründer schuf. Der Gründer jeder Gemeinschaft hat diese irgendwann in der Geschichte nach seiner Erkenntnis als die Wahrheit die allein zur Errettung führt für alle seine Anhänger verbindlich gemacht. Sie sind unantastbar und müssen in dieser Weise gelehrt und unter die Menschen gebracht werden.

Löst sich jemand von diesen hausgemachten Religionen löst er sich unter Umständen auch ganz automatisch von jenen Gemeinschaften, die abhängig sind von feststehenden Versammlungsräumen. Dem israelitisch-jüdischen Volk galt der unantastbare Glaubensgrundsatz: Der Versuch JaHuWaH vereinnahmen zu wollen, ihn erfassen und in Dogmen und Lehren einfangen zu wollen, ist immer zum Scheitern verurteilt. Niemand kann JaHuWaH vereinnahmen. Niemand kann ihn in feste und mit festen dogmatischen Glaubensformeln erklären und sagen: wir allein haben die Wahrheit, weil wir JaHuWaH, den Schöpfer Himmels und der Erde begriffen und erfasst haben.

Jeder Versuch JaHuWaH durch theologisch-philosophische Glaubensbekenntnisse und -definitionen in Griff zu bekommen gleicht einem Griff ins Leere, einem Griff nach Wasser, das zwischen den Fingern zerrinnt. Nie wird ein Mensch jemals sagen können, jetzt haben wir JaHuWaH begriffen, jetzt haben wir alle seine Gedanken in Griff bekommen, wir können ihn nun definitiv erklären. Gerade weil JaHuWaH wie ein „Nomade“ ist, entgleitet er jedem dieser Versuche. Er geht weiter mit den Menschen, von Generation zu Generation, von einer Entwicklung in die nächste. Ein Nomade kennt zwar die grossen Linien seiner Wanderung und sein Ziel, nicht aber die täglichen Ereignisse und Herausforderungen mit denen er sich täglich neu auseinandersetzen muss.

Das ist in unserem Umgang mit JaHuWaH genauso. Die Lebensgrundlagen sind uns in der Thora und durch die Propheten gegeben. Weg und Ziel sind uns in der Bibel klar aufgezeigt. Aber aus diesen Lebensgrundlagen heraus ist jede Generation und jeder Einzelne immer wieder neu aufgefordert – in Gemeinschaft mit JaHuWaH – sich mit den anstehenden Herausforderungen des Lebens auseinanderzusetzen und einen gangbaren Weg in dieser modernen Zeit finden. Heute sind wir mit anderen Lebensfragen konfrontiert als noch vor hundert Jahren. Von Generation zu Generation sind die Menschen mit neuen Umständen konfrontiert, die von ihnen neue Entscheidungen fordern, obwohl die Grundlagen unverändert sind und bleiben.

Die zweite Weisung des Zehnwortes, das sogenannte zweite Gebot der zehn Gebote, lautet: „Du sollst dir kein Götterbild machen, auch keinerlei Abbild dessen, was oben im Himmel oder was unten auf der Erde oder was in den Wassern unter der Erde ist. Du sollst nicht zur Anbetung vor ihnen knien und ihnen nicht dienen“ (2Mo 20,4-5). Damit ist nicht nur das Verbot von irgendwelchen Darstellungen, die zur Anbetung vorgesetzt werden, gemeint. Damit ist auch gesagt, dass wir uns keine Glaubensbekenntnisse und theologische Dogmen über JaHuWaH machen sollen. So spricht JaHuWaH: „Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht JaHuWaH. Denn so viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken“ (Jes 55,8-9). Das ist doch wunderbar! In der Beziehung mit ihm offenbart er uns seine Gedanken. Nicht wir sollen uns Gedanken über ihn machen und daraus einen Kult machen. Er hat seine Gedanken über uns und wir dürfen daran teilhaben.

Diese Tatsache wird uns später wunderbar vor Augen geführt als David JaHuWaH ein Haus, einen Tempel (Beth HaMikdasch), bauen wollte und sein Vorhaben dem Propheten Nathan mitteilte. Es wird uns berichtet was JaHuWaH dem Propheten Nathan offenbarte: „Wahrhaftig, nie habe ich in einem Haus gewohnt von dem Tag an, als ich die Söhne Israel aus Ägypten heraufgeführt habe, bis zum heutigen Tag; sondern ich bin umhergezogen in Zelt und Wohnung. In der ganzen Zeit, die ich unter allen Söhnen Israel umhergezogen bin, habe ich da jemals zu einem der Stämme Israels, dem ich gebot, mein Volk Israel zu weiden, ein Wort geredet und gesagt: Warum habt ihr mir nicht ein Haus aus Zedern gebaut?“ (2Sam 7,6-7). JaHuWaH will mit und unter den Menschen leben, weil er das Leben ist! Er lässt sich nicht aus dem Leben sperren. Wo er weggesperrt wird herrscht Untergang.

Die vielen Götzen und Gottheiten der heidnischen Stämme und Völker wohnten schon zu jener Zeit in imposanten, monumentalen Tempeln. Was stand in tiefem Zusammenhang damit? Diese Gottheiten waren genauestens erfasst, definiert, dogmatisiert und lokalisiert. Man musste nur noch wie eine fromme Marionette funktionieren und Rituale an diesen heiligen Stätten erfüllen. Die Heiden dienten ihren Gottheiten in langatmigen, ausgedehnten und ermüdenden Liturgien und Zeremonien. Das war ihre Anbetung

Die Reaktion des Propheten Nathan sollte uns nicht erstaunen. JaHuWaH teilt uns seine Gedanken in unserer persönlichen Beziehung zu ihm mit, aber auch über seine Propheten. Das Wort der Propheten stimmt mit dem gesamten biblischen Heilsweg überein, was uns wiederum von der Geschichte bestätigt wird. Nathan will keinen Tempel (Beth HaMikdasch) , genauso wie die Propheten gegen die Einsetzung von Königen und jede Art von Opferkult waren. Im Tempel sehen die israelitisch-jüdischen Propheten nichts Gutes auf Israel zukommen. Sie sehen die grosse Gefahr! Ein Tempel fordert Rituale, Kulthandlungen und damit eine andere Art von Priestertum. Rituale und Kulthandlungen distanzieren den Menschen immer mehr von der persönlichen Beziehung zu seinem Schöpfer und Führer im Alltag. Doch JaHuWaH kommt dem Volk entgegen und lässt diese Einrichtungen wie Opferkult, König und Tempel zu. Er lässt sie allerdings nur unter sehr klaren und äusserst strengen Bestimmungen zu, mit dem Hinweis, dass sie nur vorübergehend existieren werden.

Jede Ritualisierung bringt den Verlust der persönlichen Beziehung zu JaHuWaH mit sich, dem Schöpfer und Offenbarer des Lebens. Nun lässt er sie den Tempel bauen, betont aber, dass er den Menschen einen „Tempel“ bauen wird (vgl. 2Sam 7,11). Das heisst im tiefsten biblischen Kontext nichts anderes als dass er die Menschheit dahin führen wird bis sich erfüllen wird, was wir inzwischen alle wissen: „Ich habe bei mir selbst geschworen, aus meinem Mund ist Gerechtigkeit hervorgegangen, ein Wort, das nicht zurückkehrt: Ja, jedes Knie wird sich vor mir beugen, jede Zunge mir schwören und sagen: Nur in JaHuWaH ist Gerechtigkeit und Stärke“ (Jes 45,23-24). Und dazu gehört:

„Siehe, Tage kommen, spricht JaHuWaH, da schliesse ich mit dem Haus Israel und mit dem Haus Juda einen neuen Bund: nicht wie der Bund, den ich mit ihren Vätern geschlossen habe an dem Tag, als ich sie bei der Hand fasste, um sie aus dem Land Ägypten herauszuführen, – diesen meinen Bund haben sie gebrochen, obwohl ich doch ihr Retter war, spricht JaHuWaH. Sondern das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel nach jenen Tagen schliessen werde, spricht JaHuWaH: Ich werde meine Thora in ihr Inneres legen und werde es auf ihr Herz schreiben. Und ich werde ihr Retter (Gott) sein, und sie werden mein Volk sein. Dann wird nicht mehr einer seinen Nächsten oder einer seinen Bruder lehren und sagen: Erkennt JaHuWaH! Denn sie alle werden mich erkennen von ihrem Kleinsten bis zu ihrem Grössten, spricht der JaHuWaH“ (Jer 31,31-34). Auch der dritte Tempel wird dann als Ort der Rituale seiner Vollendung entgegengehen und als Ort der grossen Feiern zu Ehren JaHuWaHs existieren.

Shlomo baute JaHuWaH schliesslich den Tempel (Beth HaMikdasch) zwischen 957-961 v.u.Z. Bei der Einweihung des Tempels betete er: „Ja, sollte JaHuWaH wirklich auf der Erde wohnen (gemeint ist innerhalb eines Gemäuers)? Siehe, die Himmel und die Himmel der Himmel können dich nicht fassen; wieviel weniger dieses Haus, das ich gebaut habe!“ (1Kö 8,28). Sein Bekenntnis ist ergreifend! Dieser beeindruckende Tempel wurde zerstört. Später wurde der zweite Tempel gebaut, auch er wurde zerstört. Wenn Jahushua wirklich sagte: „Seht ihr dies alles? Wahrlich, ich sage euch: Hier wird nicht ein Stein auf dem anderen gelassen werden, der nicht abgebrochen werden wird“ (Mt 24,2), dann bestätigt er eigentlich das was im Herzen des Vaters im Himmel für die Menschen entscheidend ist. Das was der wahre und einzige Gottesdienst ist. Was ist der wahre Tempel, was ist der wahre Gottesdienst, das worin JaHuWaH in seiner Fülle wohnt?

JaHuWaH erwartete von seinem Volk, das er sich aus dem Heidentum auserwählte, das er von den Gottheiten erlöste, loslöste und von ihren Liturgien befreite, einen völlig andern Gottesdienst. Dazu braucht es keine riesigen religiöse Monumente (Gotteshäuser) mit hochgeschnellten Türmen (Obelisken), die die Lehre über irgendwelche Gottheiten und die Macht ihrer Repräsentanten darstellen. Die Bundeslade enthielt das Zehnwort, die zehn Grund-Worte aus denen jede Unterweisung über die vollkommene Anbetung und den Umgang der Menschen miteinander erwuchs. Mit diesem Grund-Wort zog JaHuWaH mit seinem Volk von Ort zu Ort, von Generation zu Generation.

Zusammengefasst können wir diesen wahren und vollkommenen Gottesdienst aus der Weisung JaHuWaHs an den Propheten Jeshajahu (Jesaja) zitieren: „Wascht euch, reinigt euch! Schafft mir eure bösen Taten aus den Augen, hört auf, Böses zu tun! Lernt Gutes tun, fragt nach dem Recht, weist den Unterdrücker zurecht! Schafft Recht der Waise, führt den Rechtsstreit der Witwe!“ (Jes 1,16-17). „Ist nicht das ein Fasten, an dem ich Gefallen habe: Ungerechte Fesseln zu lösen, die Knoten des Joches zu öffnen, gewalttätig Behandelte als Freie zu entlassen und dass ihr jedes Joch zerbrecht? Besteht es nicht darin, dein Brot dem Hungrigen zu brechen und dass du heimatlose Elende ins Haus führst? Wenn du einen Nackten siehst, dass du ihn bedeckst und dass du dich deinem Nächsten nicht entziehst?“ (Jes 58,6-7). Das ist der wahre und ungetrübte Gottesdienst.

Wir Menschen neigen dazu religiöse Rituale zu erfüllen und Gebetsversammlungen zu besuchen. Das beruhigt unser Gewissen, weil wir dabei unser Gefühl befriedigen etwas für Gott gemacht zu haben. Der Nächstenliebe gehen wir lieber aus dem Weg. Der korrekte und gewissenhafte Umgang mit den Mitmenschen im Alltag fällt uns da schon schwerer. Was brauchen wir den rechten Umgang mit den Mitmenschen, wenn wir unseren Gott, die religiösen Führer und uns selbst befriedigt haben? Es ist ein falscher und verwerflicher Gottesdienst auf dem auf die Dauer kein Segen sein kann.

Der Prophet sagt weiter: „Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte, und deine Heilung wird schnell sprossen. Deine Gerechtigkeit wird vor dir herziehen, die Herrlichkeit JaHuWaHs wird deine Nachhut sein. Dann wirst du rufen, und JaHuWaH wird antworten“ (Jes 58,8-9). Über alle Propheten rief JaHuWaH sein auserwähltes Volk immer wieder zu diesem zentralen Gottesdienst auf. Jede Versammlung sollte diese Botschaft zum Zentrum der Verkündigung haben. Denn die Liebe zu JaHuWaH drückt sich im praktischen Alltag im Umgang mit den Mitmenschen aus und die Aussagen der Thora können nur in diesem Kontext verstanden und gelebt werden. Diese zentrale Botschaft der Nächstenliebe, Mitmenschlichkeit und Barmherzigkeit durchzieht die ganze Bibel, den ganzen Tanach, denn JaHuWaH selbst ist gnädig und barmherzig. Das ist sein Wesen: „Gnädig ist JaHuWaH und gerecht, und unser Erlöser (Gott) ist barmherzig“ (116,5; Ps 103,8; 2Mo 34,6).

Darum gilt die Botschaft: „Höre, Israel: JaHuWaH ist unser Erlöser (Gott), JaHuWaH allein! Und du sollst JaHuWaH, deinen Erlöser (Gott), lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft. Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollen in deinem Herzen sein. Und du sollst sie deinen Kindern einschärfen, und du sollst davon reden, wenn du in deinem Hause sitzt und wenn du auf dem Weg gehst, wenn du dich hinlegst und wenn du aufstehst. Und du sollst sie als Zeichen auf deine Hand binden, und sie sollen als Merkzeichen zwischen deinen Augen sein, und du sollst sie auf die Pfosten deines Hauses und an deine Tore schreiben..“ (5Mo 6,4-9).

Der Rabbi Jahushua von Nazareth betont mit seinem Leben diese Grundhaltung des Glaubens, diese Grundbeziehung zum Abba JaHuWaH, wie sie die Urmütter und Urväter geoffenbart bekamen. Das bestätigt er auch darin, dass er sie an das uralte abrahamitische Haltung erinnert. „Seid ihnen (den Heiden, den Unwissenden, den Religiösen) nun nicht gleich; denn euer Vater weiss, was ihr benötigt, ehe ihr ihn bittet“ (Mt 6,8). Das ist die Grundhaltung der Urväter, der Urmütter, aller Propheten und aller Gerechten (gerechtfertigter) aus dem israelitisch-jüdischen Volk aus. Es prägte und prägt ihr Leben bis heute. Was beinhaltet diese Aussage? Sie wussten, dass der Vater im Himmel alles ist und alles Leben hat. Ihn allein muss man darum fragen, anrufen, anbeten. Er allein kann befreien, erlösen, Rat geben, helfen, führen.

Fragt nicht Götter und Gottheiten um Rat, die sich die Menschen selbst geschaffen haben. In diesem Zusammenhang haben wir im letzten Gim Jeshajahu zitiert: „Lasst ab vom Menschen, in dessen Nase nur ein Hauch ist! Denn wofür ist er zu achten?“ (Jes 2,22). Gemeint sind religiöse Führer, die sich nicht auf den Geist des Schöpfers Himmels und der Erde berufen und verlassen, die sich nicht an seinem Grundrecht des Lebens und an seiner Barmherzigkeit orientieren, die sich Religionen und Glaubensrichtlinien zurechtlegen, die mit den Grundsätzen des Lebens nichts mehr zu tun haben und viel Leid verursachen. Im Verhältnis zum Vater im Himmel wissen sie nichts vom Leben, nur Verkehrtes, Zusammenhangloses.

Diese geistige Ferne und Beziehungslosigkeit zu JaHuWaH – und damit zum Leben und zu den Menschen im Alltag – drückt sich vor allem auch in den gigantischen religiösen Bauten der Christenheit aus, die mit ihrem unermesslichen Reichtum auf Kosten der einfachen Menschen gebaut wurden (s. Petersbasilika in Rom). Ihr Unterhalt fordert von uns heute Unsummen an Steuergeldern und Vermögen. Die Synagogen (Beth HaKnesset) sind im Unterschied zu diesen gewaltigen Basiliken, Dom- und Klosterbauten, mit ihren hohen Türmen (vgl. Babel, 1Mo 11) in einem angemessenen und passenden architektonischen Stil gebaut.

Nun, schliesslich kommt kein einziges Geschöpf, kein Mensch, an den Lebensprinzipien JaHuWaHs, des Schöpfers des Lebens, des Schöpfers Himmels und der Erde, vorbei. Darum erinnern wir uns noch einmal: „Ja, jedes Knie wird sich vor mir beugen, jede Zunge mir schwören und sagen: Nur in JaHuWaH ist Gerechtigkeit und Stärke</strong>. Zu ihm wird man kommen..“ (Jes 45,23-24). Die Schüler, die der Rabbi Jahushua von Nazareth unterwies, sollten an diesem Prinzip der Thora, der Urmütter des Glaubens, Sara, Rebekka und Lea und der Urväter des Glaubens, Abraham, Itzak und Jakobs und der Propheten festhalten. Diese Worte sprach er in einer äusserst schweren Verfolgungszeit, unter der Herrschaft der Römer, die ihnen eine lebensfeindliche griechisch-römische Philosophie aufzwingen wollten.

Der Vater im Himmel allein weiss alles. Er weiss was ihr benötigt, was euch gut tut und was nicht. Er hat alles Wissen des Lebens. Er kennt die Wege jedes Einzelnen. Selbst jene Wege, die wir als widersprüchlich und absurd gehen lernen müssen. Sie sollen sich innerlich fassen und daran denken, dass der Vater allein alles Wissen und alle Kenntnisse um jedes Ereignis besitzt, auch was ihr persönliches Leben betrifft. Darum sollen sie ihn um nichts in der Welt verlassen und die Beziehung zu ihm aufrecht erhalten. Er fordert sie auf in jeder Situation ihres Lebens bei ihm zu bleiben. „Betet ihr nun so: Unser Vater, der du bist in den Himmeln, geheiligt (ausgesondert) werde dein Name; dein Reich komme; dein Wille geschehe, wie im Himmel so auch auf Erden (Mt 6,9-10). „Wie im Himmel“, d.h. alle Lebensfülle, alles Wissen und alle Erkenntnis ist bei JaHuWaH im Himmel. Seine Lebensfülle, seine Weisheit und Einsicht möge in jedem einzelnen Herzen auf Erden Gestalt annehmen, so wie ein Samen auf gutem Boden fällt, aufgeht und Frucht bringt. Einfach wunderbar!

Lasst uns voll Dankbarkeit, Vertrauen und mit mutigen Schritten daran arbeiten. Der Segen wird nicht ausbleiben! „Nahe ist JaHuWaH denen, die zerbrochenen Herzens sind, und die zerschlagenen Geistes sind, rettet er“ (Ps 34,19). Mit einem herzlichen Shalom und einem gesegneten Shabbat

Gregor Dalliard