Wen bezeichnet die Bibel als den kommenden Mashiach (Gesalbten, Christus)? Teil 15

Glaubensimpuls 156

In den letzten Gim habe ich versucht das Verständnis für jene Zusammenhänge zu wecken, die von David als dem König im kommenden Reich der Heiligen sprechen, das JaHuWaH bei seinem Erscheinen am Ende der Tage seinen Heiligen, dem auserwählten Volk, übergeben wird. Für die Kirchen ist dieser David fälschlicherweise der trinitarische Gott Jesus Christus. Davon aber spricht JaHuWaH durch keinen einzigen seiner Propheten.

David ist also Vorbild und zugleich das Bild der ungeteilten Hingabe an JaHuWaH. Er ist damit Vorbild und zugleich Bild für die Treue des auserwählten Volkes im kommenden Reich JaHuWaHs. Im kommenden Reich JaHuWaHs wird also die Treue zu JaHuWaH, zur Thora, zu den Ordnungen und Rechtsbestimmungen JaHuWaHs und ein Leben nach seinen Shabbaten einzigartig sein. Diese Einzigartigkeit wird darum mit David verglichen, weil sie nur zu seiner Zeit schattenhaft vorgelebt worden ist.

Er war, wie ich aufgezeigt habe, der einzige König der die Zwölf Stämme – als König – vereinigt führen konnte und sie ungeteilt nach der Thora, den Ordnungen, Rechtsbestimmungen und Shabbaten führte. Darum wird er in vielen Metaphern als der kommende Herrscher im Reich der Heiligen, im Friedensreich, bezeichnet. Das will besagen, dass es nach dem Erscheinen JaHuWaHs in Herrlichkeit wieder ein vereintes Volk der zwölf Stämme geben wird, das nach der Thora, den Ordnungen, Rechtsbestimmungen und Shabbaten JaHuWaHs leben wird.

Etwas völlig Neues wird mit dem Kommen JaHuWaHs in Herrlichkeit aber hinzukommen. Alle Völker werden nun zu JaHuWaH und zu dessen Thora, Ordnungen, Rechtsbestimmungen und Shabbaten geführt werden, damit, wie überall in den himmlischen Örtern, auch auf Erden der Wille JaHuWaHs geschehen wird. Noch vermögen wir diese gewaltigen Ereignisse nicht zu fassen. Doch das Wort JaHuWaHs erfüllt sich. Die Geschichte belegt uns das zur Genüge. JaHuWaH stärkt unseren Glauben durch die Ereignisse der Geschichte und somit auch mit den noch ausstehenden Prophetien. Einfach umwerfend! Mein früherer Glaube konnte mir keine Türen und Fenster für diese gewaltigen Zusammenhänge öffnen. Im Gegenteil, er verschloss was JaHuWaH durch seine Propheten geöffnet hatte!

Neben David werden auch noch andere Namen als Vorbilder und Bilder im Zusammenhang mit dem Erscheinen JaHuWaHs und dessen Wirken am Ende dieses Zeitalters genannt. So etwa der Prophet Elijahu und der Statthalter von Juda, Serubbabel. In diesem Zusammenhang finden wir in der Bibel noch viele andere Metaphern (Bildern). Sie verstehen zu lernen ist sehr wichtig, damit wir nicht unwissend und fehlgeleitet gegen JaHuWaH, sein auserwähltes Volk, seine Heilsordnung und seine bleibenden Verheissungen vorgehen und JaHuWaH Schande bereiten.

Unter dem Antrieb des Propheten Haggai wurde der Zweite Tempel gebaut. Die Botschaft im Buch Haggai ist äusserst kurz gefasst, aber sie vermittelt uns einen umwerfenden tiefen Einblick in die Zukunft. Nach Vollendung des Zweiten Tempels spricht JaHuWaH über Haggai prophetisch bereits vom Dritten Tempel und von der Herrlichkeit JaHuWaHs und seinem unvorstellbaren Wirken in der Mitte seines Volkes und in dieser Welt. Die Botschaft ist zusammenhängend und unvorstellbar ermutigend. Dieses Buch sollten wir uns immer wieder neu zu Herzen führen und die Parallelen bei den andern Propheten betrachten – eine wahre Speise auf unserem Glaubensweg, ein Segen!

Serubabbel war zu jener Zeit als Haggai Prophet war Statthalter von Juda, Jahushua war Hoheprister. Beide waren voller und ungeteilter Hingabe an JaHuWaH. Sie wurden durch seine Thora, Ordnungen, Rechtsbestimmungen Shabbate und Verheissungen aufgerichtet, sie machten sie glücklich und eifrig für die Sache JaHuWaHs. Darum unterstützten sie mit allen Kräften den Propheten Micha beim Bau des Zweiten Tempels, zusammen mit dem Überrest des auserwählten Volkes, das aus Babel nach Jerushalajm heimgekehrt war.

Die wunderbare Metapher (Bild) in Hag 2,23 ist eingebettet in den Aussagen Haggais und der Propheten über den schrecklichen Tag JaHuWaHs (Tag des Herrn) der bei seiner Ankunft die Völker, die Feinde Israels, vernichtend schlagen wird. Wir sehen ja wie sich die Welt mit ihren institutionellen Einrichtungen täglich einseitiger, in schockierender und perfider Weise, gegen das Volk der Juden – und die Juden weltweit – organisiert. Die Lage spitzt sich von Tag zu Tag zu. JaHuWaH aber wird mit seinem Erscheinen in seinen Heiligen, also durch sein auserwähltes Volk, jeder Herrschaft ein Ende bereiten und die Herrschaft Israels aufrichten.

Im Auftrag JaHuWaHs bezeugen diese Tatsache auch die andern Propheten wie Jeshajahu, Micha, Zephanjahu, Jecheskel (Hesekiel), Joel, Sacharjahu u.a.m. Haggai spricht jene Leute an, die den Ersten Tempel noch in seiner Herrlichkeit kannten. Er spricht vom Vergleich des Zweiten Tempels mit der Herrlichkeit des Ersten Tempels. „Wer ist unter euch noch übriggeblieben, der dieses Haus in seiner früheren Herrlichkeit gesehen hat? Und wie seht ihr es jetzt? Ist es nicht wie nichts in euren Augen? Und nun sei stark Serubbabel! spricht JaHuWaH..“ (Hag 2,3-4).

Damit deutet JaHuWaH über den Propheten auf den Dritten Tempel hin. Denn dieser Tempel ist nicht der letzte. Wie durch die übrigen Propheten weist JaHuWaH auch über Haggai auf die kommenden schrecklichen gewaltigen Ereignisse hin die bei seinem Kommen über die Völker und Israel hereinbrechen werden. Sie werden der Erlösung Israels und dem Bau des Dritten Tempels vorausgehen. Auf diese Geschehnisse weist Haggai in Kapitel 2,4-9.20-23 hin: „Grösser wird die Herrlichkeit dieses künftigen Hauses (Tempels) sein als die des früheren, spricht JaHuWaH der Heerscharen, und an diesem Ort will ich Frieden geben spricht JaHuWaH der Heerscharen“ (Hag 2,9). Erstens wissen wir, dass der Zweite Tempel dem Ersten an Herrlichkeit in keiner Weise entsprach. Wären zweitens diese Worte nicht im Zusammenhang der Ereignisse, wie sie in Hag 2,4-9.20-23 genannt werden, gesprochen, dann müssten sie sich auf den Zweiten Tempel beziehen.

Auch die übrigen Propheten sprechen von diesen Ereignissen immer im Zusammenhang von der Endzeit. Diese von den Propheten genannten Ereignisse der Endzeit und der wahre Friede sind während der Existenz des zweiten Tempels und danach, bis heute, noch nicht erfüllt. Der wahre Friede aber wird gemäss den Worten der Propheten von dem auserwählte Volk ausgehen und zwar in alle Welt. Lies die umwerfenden Verse davor!

Damit deutet JaHuWaH über den Propheten Haggai die Zerstörung des Zweiten Tempels durch die Römer an, die in Zukunft eintreten musste. Die in der Thora und in den Propheten tief verwurzelten übriggebliebenen Juden fingen sich darum nach der Zerstörung des Zweiten Tempels und den schrecklichen grausamen Verfolgungen entsprechend schnell wieder auf. Übrigens wies Jahushua (Jesus) aufgrund der Aussagen der Propheten, des Propheten Haggai, auf die Zerstörung des Zweiten Tempels hin und zwar im Hinblick auf die Ankunft JaHuWaHs. Erst danach kann der Dritte Tempel in seiner aussergewöhnlichen Herrlichkeit und in seiner globalen Bedeutung – für die ganze Menschheit – aufgerichtet werden: „Und viele Völker und mächtige Nationen werden kommen, um JaHuWaH der Heerscharen in Jerushalajm anzuflehen“ (Sach 8,22).

„Und am Ende der Tage wird es geschehen, da wird der Berg des Hauses JaHuWaHs feststehen als Haupt der Berge, und erhaben wird er sein über die Hügel. Und Völker werden zu ihm strömen, und viele Nationen werden hingehen und sagen: Kommt lasst uns hinaufziehen zum Berg JaHuWaHs und zum Hause Jakobs, dass er uns aufgrund seiner Wege belehre! Und wir wollen auf seinen Pfaden (Thora, Ordnungen, Rechtsbestimmungen und Shabbaten) gehen. Denn von Zion wird Weisung ausgehen und das Wort JaHuWaHs von Jerusalem“ (Mi 4,1-2).

Der Statthalter von Juda, Serubbabel, war eine aussergewöhnliche Gestalt im Heilsplan HaHuWaHs. Er war Judäer, ein Nachkomme Davids, Enkel Jojachins, des letzten Königs von Juda. Nach der Rückkehr des dezimierten und gedemütigten Volkes aus Babel, nahm er bei der Wiederherstellung des Volkes, der Stadt und des Tempels, einen zentralen Platz ein.

Achten wir nun auf die Metapher, durch die der Ewige seine wunderbare Botschaft der Wiederherstellung Israels, den Bau des Dritten Tempels und die Herrschaft seiner Heiligen am Ende dieses Zeitalters hinweist. JaHuWaH lässt Serubbabel sagen, dass er mit seinem Erscheinen am Ende der Tage mit ihm Grosses vor hat! „Und ich werde den Thron der Königreiche (Herrschaftsstrukturen der Welt) umstürzen und die Macht der Königreiche der Völker vernichten; und ich werde die Streitwagen und ihre Fahrer umstürzen, und die Pferde und ihre Reiter sollen zu Boden sinken. Jeder fällt durchs Schwert. An jenem Tag, spricht JaHuWaH der Heerscharen, werde ich dich nehmen, Serubbabel, Sohn des Shealtiel, mein Knecht, spricht JaHuWaH, und werde dich einem Siegelring gleich machen; denn ich habe dich erwählt, spricht JaHuWaH der Heerscharen“ (Hag 2,22-23).

Wie wir bereits wissen gibt es ein besonderes Kennzeichen für den kommenden Messias. Wenn er erscheint wird die Herrschaft aller Reiche schrittweise enden. Das ist das Grundkennzeichen des kommenden Messias. Ein Messias der kommt und getötet werden kann ist nach dem Wort JaHuWaHs und der Propheten ein falscher Messias. Er kann nie der Messias sein. Wenn also der Messias kommt, dann heisst das, dass JaHuWaH in (mit) seinen Heiligen kommen wird. Das bezeugt uns JaHuWaH durch seine Propheten. Eine andere Botschaft kennen die Propheten Israels nicht!

Lasst mich noch weitere Metaphern (Bilder) in diesem Zusammenhang anführen. In Micha 7,20 finden wir folgende Redewendung in Bezug auf das Kommen JaHuWaHs in Herrlichkeit auf dem Ölberg, die Befreiung des Überrestes des auserwählten Volkes und den Anbruch der Herrschaft der Heiligen: „Du wirst an Jakob Treue (Wahrheit) erweisen, an Abraham Gnade, die du unseren Vätern geschworen hast von den Tagen der Vorzeit her“.

Wenn es hier heisst „du wirst an Jakob Treue erweisen, an Abraham Gnade“, dann kann ich diese Aussage nicht wörtlich auf Jakob und Abraham anwenden, als ob JaHuWaH erst bei seiner Ankunft in Herrlichkeit an Jakob Treue üben würde und Abraham erst jetzt begnadigen würde. Jakob und Abraham waren schon längst gestorben. Jakob und Abraham erfuhren zu ihren Lebzeiten wie kaum einer die Treue und die Gnade JaHuWaHs.

Der Prophet Micha ermutigt in Form einer Metapher (Bild) Israel an die Verheissungen JaHuWaHs die er Jakob und Abraham gegeben hat zu glauben und dass sie sich erfüllen werden. Er bezeichnet den Überrest des auserwählten Volkes, die Heiligen JaHuWaHs, als Jakob und Abraham. Am Überrest wird Grosses geschehen und durch sie wird Grosses geschehen werden.

Das sind unvorstellbare Metaphern die uns den wunderbaren und unantastbaren Zusammenhang des auserwählten Volkes, seiner Sendung, der bleibenden Verheissungen und Zusprüche JaHuWaHs aufzeigen. Dieser Zusammenhang setzte mit der Erwählung, Berufung und Sendung von Abraham, Isaak und Jakab ein, durchzieht die ganze Heilsgeschichte, betraf und betrifft alle Heiligen JaHuWaHs, war für jede einzelne Generation verbindlich. Erst mit dem Erscheinen JaHuWaHs und seiner Heiligen wird dieser verbindliche Zusammenhang zur Erfüllung kommen. Das führt Haggai dem Überrest des heimgekehrten Volkes vor Augen.

Dieser Zusammenhang geht durch die ganze Heilsgeschichte. Wer ihn auseinander reisst, wie die Kirchen das getan haben und tun, begeht einen gräulichen Frevel! Er tastet den Augapfel JaHuWaHs an! Sollten wir das in Unwissenheit über die wunderbaren biblischen Zusammenhänge getan haben und umkehren, dann ist uns Vergebung in Fülle geschenkt.

Im nächsten Gim möchte ich mit dem Verständnis biblischer Zusammenhänge fortfahren. Die Worte des Propheten Zephanjahu dürfen wir heute ebenso beherzigen wie das Volk JaHuWaH damals. „JaHuWaH, dein Erlöser (Gott), ist in deiner Mitte, ein Held, der rettet; er freut sich über dich in Fröhlichkeit, er schweigt in seiner Liebe, er jauchzt über dich mit Jubel“ (Zeph 3,17). Mit einem herzlichen Shalom und einem gesegneten Shabbat!

Gregor Dalliard