Wen bezeichnet die Bibel als den kommenden Mashiach (Gesalbten, Christus)? Teil 14

Glaubensimpuls 155

Als der grosse Prophet Shmuel (Samuel) alt geworden war, setzte er seine Söhne als Richter über Israel ein. „Aber seine Söhne wandelten nicht in seinen Wegen und sie suchten ihren Vorteil und nahmen Bestechungsgeschenke und beugten das Recht“ (1Sam 8,3). Damit war das Unglück heraufbeschworen. Sie wandelten also nicht mehr nach den Ordnungen und Rechtsbestimmungen der Thora, wie ihr Vater es tat. Diese Ordnungen JaHuWaHs sind die Basis des gesunden und entwicklungsreichen Zusammenlebens.

Manche im Volk waren verunsichert. Sie sahen unter diesen Gegebenheiten eine Katastrophe auf sich zukommen. Andere sahen die Gunst der Stunde für sich gekommen und versuchten ihre Anliegen durchzusetzen. „Und sie sagten zu zu ihm (zu Shmuel): Siehe, du bist alt geworden, und deine Söhne wandeln nicht in deinen Wegen (in den Wegen der Thora). Nun setze doch einen König über uns, damit er über uns Richter sei, wie es bei allen Völkern ist“ (1Sam 8,5).

Anstatt sich auf die Ordnungen und Rechtsbestimmungen JaHuWaHs zu besinnen und daraus die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen, die Umkehr, forderten die Ältesten in der Ratsversammlung von Rama einen König, genauso wie alle andern Völker einen König hatten. Ob es eine kleine einflussreiche Gruppe war, die sich kraft ihrer Positionen und Beziehungen mit dieser Absicht durchzusetzen vermochte oder ob die Mehrheit der Führenden dieser unbiblischen (nicht Thora gemässen) Gesinnung verfallen war wissen wir nicht.

Ein Überrest blieb sicher immer treu! Die Texte bezeichnen in solchen Fällen meistens alle als dazugehörend: „Die Ältesten“, „der“, „die“, „das“, „sie“, „die Juden“, „das Volk“, „ganz Israel“ usw. Diese Formulierungen gehen immer von der Tatsache aus, dass bei einem bestimmten Verhalten – oder Fehlverhalten – alle in Mitleidenschaft gezogen werden, auch die treuen Gerechtfertigten des auserwählten Volkes. Das auserwählte Volk sollte aber nicht sein wie alle andern Völker und es sollte niemals einen König über sich dulden, ausser den einzig EINEN König JaHuWaH, den Schöpfer allen Lebens.

Gemäss Bund und Verheissungen sollte das Volk der zwölf Stämme von gerechten Richtern und Ältesten, die in den Ordnungen und Rechtsbestimmungen der Thora festgegründet waren, geleitet und geführt werden, nach dem Rat Jitros, des Schwiegervaters von Moshe (Mose). Es sollte darin JaHuWaH verherrlichen und die Ordnungen des Lebens zu allen Völkern bringen, aber niemals einen Menschen als König über sich akzeptieren.

Der Schwiegervater Moshes, Jitro, war Priester von Midian (vgl. 2Mo 18,1). Er besuchte, zusammen mit seiner Tochter, der Frau Moshes und dessen Söhnen, Moshe und das Volk in der Wüste. Nachdem Moshe ihm von den aussergewöhnlichen Ereignissen am Königshaus des Pharao und dem gewaltigen Auszug aus Ägypten erzählt hatte bekannte sich Jitro zu JaHuWaH als dem Erlöser der Erlöser (dem Gott der Götter) und betete JaHuWaH als den einzig EINEN an (vgl. 2Mo 18,8-12).

Daraufhin wies Jitro Moshe auf seinen körperlichen und seelischen Raubbau hin (vgl. 2Mo 18,18). Er gab ihm einen wichtigen unumstösslichen und gesunden Rat der Arbeitsaufteilung, der ihm und dem ganzen Volk zu einem harmonischen Zusammenleben verhelfen sollte. Dieser Rat gehört zu dem Willen unseres Schöpfers. Er bleibt die Basis für jede gesund funktionierende Gesellschaft:

„Höre auf meine Stimme, ich will dir raten, und JaHuWaH wird mit dir sein: Vertritt du das Volk vor JaHuWaH, und bringe du die Sache vor JaHuWaH. Belehre (warne) sie über die Ordnungen und Weisungen (Rechtsbestimmungen) und zeige ihnen den Weg (sei du ihnen der Weg, die Wahrheit und das Leben), den sie gehen, und das Werk, das sie tun sollen. Du aber suche dir aus dem ganzen Volk tüchtige, JaHuWaH gemässe Männer aus, zuverlässige Männer, die ungerechten Gewinn hassen, und setze sie über sie: Oberste von Tausend, Oberste von Hundert, Oberste von Fünfzig, und Oberste von Zehn, damit sie dem Volk jederzeit Recht sprechen! Und es soll geschehen, dass sie jede grosse Sache vor dich bringen, jede kleine Sache aber selbst richten“ (2Mo 18, 19-22).

Wir sollten den ganzen Abschnitt lesen, bis Vers 27! Die Befolgung dieses Rates sollte JaHuWaH die bleibende Ehre innerhalb des auserwählten Volkes bringen und sie hinaus zu allen Völkern tragen. Innerhalb der notwendigen Ordnungen, Rechtsbestimmungen und Shabbate, sollte das auserwählte Volk selbständig sein Leben entfalten und gestalten können. Es sollte im Segen JaHuWaHs, seines Schöpfers, und in der Fülle des Lebens, frei von jeder Ausbeutung durch einen König leben!

Shmuel war darum entsetz über die Forderung der Ältesten. Er klagte sein Leid JaHuWaH. JaHuWaH antwortete ihm: „Höre auf die Stimme des Volkes in allem, was sie dir sagen! Denn nicht dich haben sie verworfen, sondern mich haben sie verworfen, dass ich nicht König über sie sein soll“ (1Sam 8,7).

Wie wir aus dem nachfolgenden Bericht ersehen, war wohl die Mehrheit der Ältesten nicht gewillt, eine Lösung nach den Ordnungen und Rechtsbestimmungen des Königs JaHuWaH zu suchen: „Entsprechend all den Taten, die sie getan haben von dem Tage an, da ich sie aus Ägypten geführt habe bis zum heutigen Tag, dass sie mich (meine Ordnungen, Rechtsbestimmungen und Shabbate) verlassen und andern Göttern gedient haben, so machen sie es auch mit dir. Und nun höre auf ihre Stimme“ (1Sam 8,8).

Die Ordnungen, Satzungen und Shabbate der Heidenvölker schienen ihren Absichten und verkehrten Wegen besser zu passen. Es wird innerhalb des auserwählten Volkes wohl unterschiedliche Positionen gegeben haben. Dieser Anspruch der Ältesten war bereits die wirksame Frucht einer chronischen Ablehnung des Königtums JaHuWaHs und die Lust nach Macht, Reichtum und zerstörerischer Selbstverwirklichung.

Der zentrale Glaubensinhalt und der unumstössliche Lehrpunkt der Kirchen ist und bleibt ebenso die Ablehnung des himmlischen Vaters, des EWIGEN JaHuWaH, des einzig EINEN Königs. Er ist ersetz durch den König Jesus, den es so niemals gegeben hat. Mit dem König oder Messias Jesus meint die Kirche in Wirklichkeit sich selbst. Sie meint verdeckt damit ihren gewaltigen religiösen, politischen, wirtschaftlichen und damit sehr einflussreichen Machtapparat. Die Tarnung ist perfekt.

JaHuWaH ist aber auch ersetzt durch das Königtum der Päpste, das im vierten Jahrhundert fliessend von den römischen Kaisern auf den Vatikan übergegangen ist. Es hat bis zu dieser Stunde nichts von seinem religiösen und politischen Rechtsstatus und -anspruch vor der Welt verloren. Der Vatikan ist bis heute ein völkerrechtlich anerkanntes Staatsgremium, das nach den Regeln eines Königs, eines Diktators, aufgebaut ist und funktioniert. Kein Staat der Welt ist in solch finstere Machenschaften verwickelt wie der Vatikan. Er lässt sich nach seinem eigenen Gesetz von keiner Behörde der Welt richten – in die Karten schauen! Der Papst wird nie einem Gericht Folge leisten!

Wir denken nur an die Schändung und die sexuelle Folter an Kleinkindern durch Priester und Ordensleute. Diese Priester und Ordensleute wurden von den letzten Päpsten dauernd gedeckt. Um die gräulichen schandhaften Taten in Vergessenheit zu bringen wurden sie kurzerhand versetzt. So konnten sie, mit dem Wissen des Vatikans, ihr Folterwerk anderswo an wehrlosen Kindern fortsetzen.

Das Antlitz des Königs der Kirche muss nach aussen hin um jeden Preis gewahrt werden, buchstäblich: mag es kosten was es will! Darum spricht ein Papst den andern heilig. Die Tarnung ist perfekt! Die letzten Päpste, so auch Papst Benedikt, sollten wegen des Schutzes vieler Kinderschänder, vor allem in Amerika und in Irland, vor ein Gericht gestellt werden. Es kam nie dazu! Die Anwälte Wehrloser hatten keine Chance dazu. Der Vatikan hat sich selbst ein Gesetz gegeben, das der Welt ein Urteil über einen Papst verbietet. Die Welt akzeptiert diese Selbstverherrlichung der Kirche!

Nun, zurück zu den Königen des auserwählten Volkes! Die dramatische Geschichte der Könige Israels können wir in der Bibel nachlesen. Nur wenige gingen mit ganzem Herzen den Weg mit JaHuWah, den Weg der Thora. Der grösste unter ihnen, König Shlomo (Salomo), Davids Sohn, hatte gut begonnen. Er nahm sich die Ratschläge Davids anfänglich zu Herzen und ging auf den Wegen JaHuWaHs. Er galt darum über die Grenzen des Reiches hinaus als der Weise. Im Laufe seiner Herrschaft aber verfiel er immer mehr einem Machtrausch. Er fiel von den Ordnungen und Rechtsbestimmungen JaHuWaHs ab, führte das Volk in den Götzendienst und beutete die Stämme schliesslich aus. Er hatte sie zu Sklaven gemacht. Genau davor hatte JaHuWaH das Volk durch den Propheten Shmuel gewarnt – vergeblich! (vgl. 1Sam 8,10-22). Die Folgen waren dramatisch.

Nach dem Tod des König Shlomo verfiel das durch David geeinte Volk der zwölf Stämme in zwei Völker, denn die zehn Nordstämme waren nicht mehr bereit das harte Joch des Königs zu tragen. Der Sohn Shlomos, Rehabeam, wurde König, er wollte das Joch noch verstärken. Die ganze Entwicklung kann im ersten Buch der Könige ab Kapitel 12 nachgelesen werden. Das auserwähltes Volk, das JaHuWaH durch seine Ordnungen, Rechtsbestimmungen und Shabbate vor den Völkern verherrlichen sollte und sie dafür gewinnen sollte, lag am Boden und war zum Ärgernis der Völker geworden. Die nun folgenden Könige des geteilten Reiches führten fast durchgehend Krieg gegeneinander. Sie trieben die Gräuel des Götzendienstes auf die Spitze bis sie schliesslich in alle Welt zerstreut wurden, wie das JaHuWaH durch Moshe angekündigt hatte. König Shlomo hatte den Niedergang des Volkes besiegelt.

Wir können darum verstehen, warum David als der König geehrt und als Vorbild und Bild der Hingabe aller Stämme an JaHuWaH gesehen wird. Wir können verstehen, warum er von den Propheten in zahllosen Metaphern dargestellt wird. Wenn JaHuWaH mit seinen Heiligen kommen wird, wird er keinem irdischen König, keinem Jesus-Gott, das Reich und die Herrschaft für immer übergeben, sondern seinen Heiligen nach den Ordnungen der Thora, nach seinen ursprünglichen Absichten: „Und JaHuWaH wird König sein über die ganze Erde; an jenem Tag wird JaHuWaH einzig sein und sein Name einzig“ (Sach 14,9;). „JaHuWaH ist König! Es frohlocke die Erde! Es sollen sich freuen die vielen Inseln“(Ps 97,1; 93,1; 99,1).

Mit dem wunderbaren Bild aus Jes 54,5 möchte ich allen Lesern einen gesegneten Shabbat und Zuversicht in allen Dingen wünschen: „Denn dein Gemahl ist dein Schöpfer, JaHuWaH der Heerscharen ist sein Name, und dein Erlöser ist der Heilige (Ausgesonderte) Israels: Erlöser der ganzen Erde wird er genannt“. Shalom!

Gregor Dalliard