Wen bezeichnet die Bibel als den kommenden Mashiach (Gesalbten, Christus) ? Teil 12

Glaubensimpuls 153

Im Gim 146 bin ich auf den Auszug der Herrlichkeit JaHuWaHs (sprich Jahua) aus dem ersten Tempel von Jerushalajm eingegangen. Dieser Auszug geschah kurz vor seiner Zerstörung (vgl. Hes 8; 10,4.18). Die Herrlichkeit JaHuWaHs liess sich auf dem gegenüberliegenden Ölberg nieder (vgl. Hes 11,23). Das ist ein Bild, ein Zeichen dafür, dass die Erwählung des auserwählten Volkes und die ihm gegebenen Verheissungen JaHuWaHs mit der Zerstörung des Tempels nicht einfach aufgehoben sind. Jedem Gläubigen des auserwählten Volkes war mit diesem Bild unmissverständlich klar gemacht, dass die Herrlichkeit JaHuWaHs von dort her wieder in den neuen, für alle Welt sichtbaren, Tempel „einziehen“ wird. Sie „wartete“ gleichsam auf den Einzug in den neuen Tempel. So „wartet“ sie heute auf den dritten Tempel von wo aus sie die ganze Welt erfassen wird.

Obwohl sich die Herrlichkeit JaHuWaHs täglich offenbart, wird sie am Ende dieses Zeitalters vom Ölberg her in einer nie da gewesenen Weise dem auserwählten Volk geoffenbart werden (Sach 14,4; Mi 4; Hes 11,19; 38,16; 39,21; Jer 31,31ff, Dan 7,18.27; Jo 3 u.a.m.). Die Herrschaft JaHuWaHs über seine Schöpfung, d.h. die Wiederherstellung seines ganzen Schöpfungswerkes, wird damit unwiderruflich einsetzen. JaHuWaH wird mit seinen Heiligen kommen (Sach 14,5). Über das Haus David und die Bewohnerschaft von Jerushalajm wird er den Geist der Gnade ausgiessen und ihnen ein neues treues Herz geben, das niemals mehr abtrünnig werden wird (vgl. Hes 12,10; 13,9; 37; Jer 31,31-40; 32,37-41 u.a.m.).

JaHuWaH „wird König sein über der ganzen Erde; an jenem Tag wird JaHuWaH einzig sein und sein Name einzig“ (Sach 14,9), d.h. er wird seinen Heiligen, seinem auserwählten Volk, die Herrschaft zur Wiederherstellung aller Dinge bleibend übergeben (Dan 7 u.a.m.), denn er wird einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen (vgl. Jes 65,17; 66,22 u.a.m.). Das wird sein, wenn jedes Knie sich vor JaHuWaH beugen wird, d.h. ihn allein anbeten wird und jede Zunge schwören wird, dass nur im Namen JaHuWaH Rettung, Erlösung und Heil ist (vgl. Jes 45,21-25).

Damit wird die Herrschaft aller Herrscher der Welt schrittweise ein für allemal zu Ende gehen, weil alle Völker zur Anbetung geführt werden (Sach 14,16; 8,23; Ps 66,4; Ps 96 u.a.m.). Wer sich weigert JaHuWaH allein anzubeten und seine Shabbate, vor allem Sukkot, nicht mitfeiern will, wird schwersten Gerichten ausgesetzt werden. Er wird sich und andere wirtschaftlich zugrunde richten (Sach 14,17-18; Jes 66,22-24).

Im Gim 150 habe ich mindestens fünf Bibelstellen aus dem Buch Sacharjah angegeben, die das Kommen JaHuWaHs in Herrlichkeit am Ende der Tage bezeugen. Mit tiefgreifenden Bildern, in Anlehnung an die damaligen Vorstellungen und Lebensweisen, vermochten die Propheten dem auserwählten Volk das Erscheinen JaHuWaHs in der Endzeit (Ende dieses Zeitalters) verständlich und ergreifend zu vermitteln.

Gerade unsere heidnisch-hellenistisches Denkweise macht es uns so schwer die reiche israelitisch-jüdische Bildsprache der Propheten in ihrem Zusammenhang verstehen zu lernen und sie in ihrer eigentlichen und einfachen Aussage zu akzeptieren. Unsere komplizierte verworrene abendländische Theologie und Philosophie geht immer von einem heidnischen, hellenistisch trinitarischen Gottesbild aus.

Dieses Verständnis weigert sich die Botschaften der Propheten in ihrem Zusammenhang zu belassen und zu verstehen, obwohl wir die Bibel immer und überall als das Fundament unseres Glaubens bezeichnen und uns dauernd auf sie berufen. Damit ist es uns von vornherein schier unmöglich gemacht die einfache und sehr tiefe, in Bildern verpackte Botschaft, durch die uns die Propheten die biblischen Inhalte übermitteln und näher bringen wollen, in ihrem Kern zu verstehen und zu beherzigen.

Einige dieser prophetischen Texte, die im israeltisch-jüdischen Zusammenhang klar und unmissverständlich von JaHuWaH und seiner Herrschaft durch seine Heiligen sprechen, werden von den Kirchen kaltblütig missbraucht. Sie reissen prophetische Zusammenhänge auseinander und übertragen sie auf ihren trinitarischen Jesus-Gott und auf sich selbst. So wurden und werden Massen von Menschen von den Kirchenführern falsch gelehrt, was im Laufe der Geschichte unermessliches Elend zur Folge hatte und bis heute entsetzliche Blutspuren hinterlässt.

Ich möchte nur auf einige Stellen hinweisen, die in ihrem Zusammenhang klar und unmissverständlich auf die Herrschaft des Abba JaHuWaH und seiner Heiligen (des auserwählten Volkes) hinweisen, niemals aber auf einen Jesus-Gott und eine Kirche (Christen): Sach 2,14-15; 3,8; 4,10.14; 6,12; 9,9-10; Hes 34,23ff; Mal 3,1; Dan 7,14; Jes 11,1ff. Es gibt dazu viele Aussagen mehr. Die ganze biblische Botschaft ist darauf ausgerichtet. Jeder kann für sich die aus den Bundesschriften (AT) in das sogenannte NT hineinzitierten Bibelstellen nachlesen und überprüfen, die fälschlicherweise auf Jahushua und die Kirche bezogen werden.

Betrachten wir die bildliche Aussage in Sach 9,9-10: „Juble laut, Tochter Zion, jauchze, Tochter Jerushalajm! Siehe, dein König kommt zu dir: Gerecht und siegreich ist er, demütig und auf einem Esel reitend, und zwar auf einem Fohlen, einem Jungen der Eselin. Und ich rotte die Streitwagen aus Ephraim und die Pferde aus Jerushalajm aus, und der Kriegsbogen wird ausgerottet. Und er verkündet Frieden den Nationen. Und seine Herrschaft reicht von Meer zu Meer und vom Strom bis an die Enden der Erde“.

Diese Stelle aus Sacharjah wurde in die sogenannten vier Evangelienberichte aufgenommen. Sie soll beweisen, dass Sacharjah hier von dem entjudaisierten Propheten Jahushua von Nazareth als dem trinitarischen hellenistischen Jesus-Gott spricht. Ich wiederhole mich: Dieser soll also schon einmal gekommen sein, soll von den Juden getötet worden sein, soll auferstanden sein und soll ein zweites Mal als Gerichtsvollzieher, vor allem gegen die Juden, wiederkommen. Ein absoluter Missbrauch und Widerspruch zum Wort JaHuWaHs, das er durch seine Propheten gesprochen hat. Wenn wir uns nicht auf das Wort der Propheten stützen können, auf was dann? Jeder kann dann hineininterpretieren was er gerade möchte. Das taten die Kirchenväter, als sie sich von der Gemeinde JaHuWaHs lossagten. Ein Chaos an Interpretationen (Auslegungen) und Gruppen unterschiedlicher Glaubensbekenntnisse war damals ausgebrochen.

Mit Hilfe der kaiserlichen Macht hatten sich schliesslich die Schlaueren und Gewalttätigeren mit ihrer Interpretations- und Lehrweise durchgesetzt. Sie entsprach am Besten denn traditionellen Lehren des römischen Reiches. Alle andern mussten im Laufe der Konzilien ihre Interpretationen schrittweise ablegen, zugunsten der kaiserlichen Partei. Dazu dienten die vom Kaiser und später vom Papst einberufenen Konzilien.

Die Eselin nimmt in der Antike eine zentrale reale und symbolische Bedeutung ein. So erinnerte Batsheba, auf den Rat des Propheten Nathan hin, den König David an sein Versprechen: „Hast nicht du selbst, mein Herr König, deiner Magd geschworen und gesagt: dein Sohn Shlomo (Salomo) soll nach mir König sein, und er soll es sein, der auf meinem Thron sitzen wird?“ (1Kö 1,13).

Daraufhin liess David Shlomo zu seinem Nachfolger als König einsetzen. Wie tat er das? „Un der König (David) sprach zu ihnen: Nehmt die Diener eures Herrn (die Diener Davids) mit euch und lasst meinen Sohn Shlomo auf meiner eigenen Mauleselin reiten und führt ihn zum Gihon hinab! Und der Priester Zadok und der Prophet Nathan sollen ihn dort zum König über Israel salben.. Und ihn habe ich dazu bestimmt Fürst über Israel und über Juda zu werden.. So zogen der Priester Zadok und der Prophet Nathan und Benaja, der Sohn Jojadas, und Kreter und Pleter hinab und liessen Shlomo auf der Mauleselin des König Davids reiten und führten ihn zum Gihon..“ (1Kö 1,33-35.38).

Das Ende einer jeden Herrschaft über das auserwählte Volk und der Anbruch der Herrschaft seiner Heiligen, des Reiches JaHuWaHs (Gottes) auf Erden, wird darum bildlich als Einzug Davids auf seiner Eselin in Jerushalajm dargestellt. So ritt Shlomo auf der Eselin Davids und zog damit als rechtmässiger König in Jerushalajm ein.

Mit David als König wurden die zwölf Stämme von jeder Fremdherrschaft befreit. Die Ordnungen, Rechtsbestimmungen und Shabbate konnten nun ungehindert, frei und verantwortungsvoll ausgelebt werden, was aber nicht immer geschah!

Wenn also Sacharjah dieses Bild von dem König auf einer Eselin gebraucht, dann spricht er prophetisch niemals vom Einzug eines trinitarischen Jesus-Gottes in Jerushalajm, wie das die Überarbeiter der Bekenntnisschriften (NT) uns fälschlicherweise vermitteln wollen. Sacharjah spricht von der Herrlichkeit JaHuWaHs, die jeder fremden Herrschaft über Jerushalajm und Israel ein Ende setzen und die Herrschaft der Heiligen für immer offenbaren wird.

Diese Herrschaft wird voll zur Geltung kommen, wenn nach dem Willen JaHuWaHs der neue Himmel und die neue Erde geschaffen werden. Sie werden von den Ordnungen, Rechtsbestimmungen und Shabbaten JaHuWaHs bestimmt sein. Alle Menschen werden darin gesegnet und zu einem Leben in Frieden geführt werden.

Im nächsten Gim werde ich versuchen, die prophetische Bedeutung des König David mit seiner Eselin noch etwas zu vertiefen.

Von Herzen wünsche ich allen einen gesegneten Shabbat, verbunden mit der lebendigen Hoffnung auf den neuen Himmel und die neue Erde. Diese Hoffnung und Erwartung trägt jedes Menschenleben in sich – bewusst oder unbewusst. Unser Schöpfer hat sie in uns hineingelegt. Die guten, und selbst die bösen Aktivitäten aller Menschen sind ein eindeutiger Beweis dafür. Shalom!

Gregor Dalliard