Wen bezeichnet die Bibel als den kommenden Mashiach (Gesalbten, Christus) ? Teil 8

Glaubensimpuls 149

Im letzten Gim 148 habe ich etwas von den Ereignissen aus der Bibel zitiert, die am Ende dieses Zeitalters geschehen werden. Diese Ereignisse werden gleichzeitig den Aufbruch zu einem neuen Zeitalter einleiten.

Es ging um den bleibenden Bund JaHuWaHs (sprich Jahua), den er bei seinem Erscheinen mit (in) seinen Heiligen auf dem Ölberg mit dem Haus Juda und dem Haus Israel zur Fülle bringen wird. Er wird als der neue Bund bezeichnet, aber jeder kundige Bibelleser weiss, dass es neben dem immer bleibenden, unantastbaren und einzigartigen Bund mit Abraham keinen neuen Bund geben wird und kann, denn sonst würde sich JaHuWaH in seinem Wort laufend widersprechen.

Was ist dann mit der Aussage eines neuen Bundesschlusses mit dem Haus Juda und dem Haus Israel gemeint? (vgl.Jer 31,33). Diese Aussage will besagen: JaHuWaH wird mit (in) seinen Heiligen auf dem Ölberg in Herrlichkeit erscheinen. Er wird durch sein mächtiges Eingreifen die Feinde seiner Heiligen vernichten. Er wird dann die Herrschaft, sein Reich, den Heiligen bleibend übergeben und so seine Herrlichkeit voll offenbaren. Durch den Anbruch seiner Herrschaft in seinen Heiligen bringt er die Bundesverheissungen an Juda und Israel zur absoluten Entfaltung und Erfüllung .

Was sich in jenen Tagen ereignen wird vermögen wir in unseren Tagen nicht zu fassen. Es übersteigt unser Fassungsvermögen, denn wir sind alle von dem Übel der Welt gekennzeichnet, beherrscht, geprägt, gedemütigt und erschöpft. Dieses Geschehen wird von einer solchen unfassbaren Tiefe und einem solchen Ausmass sein, dass wir zuerst nur einmal vor JaHuWaH schweigen werden. Den Propheten gingen diese kommenden Ereignisse, welche die Bundesverheissungen voll zur Entfaltung bringen und erfüllen werden, so sehr durch Mark und Bein, dass sie sprachen: „Alles Fleisch schweige vor JaHuWaH“ (Sach 2,17; Hab 2,20; Jes 41,1 u.a.m.). So sehr waren sie davon betroffen und erfasst!

Darum können wir uns diese bewegenden Ereignisse in den künftigen Tagen nur im vollen und demütigen Vertrauen (Glauben) auf JaHuWaHs bleibendem und unantastbarem Wort zu Herzen nehmen. Er wird sein Wort niemals widerrufen! Sind diese Verheissungen und unser schrittweises Hineinwachsen in die Zugehörigkeit zu den Heiligen nicht der wesentliche Grund unserer Lebensfreude – trotz unserer täglichen Herausforderungen und Schwächen?

Nachdem JaHuWaH die vereinten Völker, die gegen Jerushalajm und Israel in den Krieg gezogen sind stoppen und vernichten wird (d.h. richten, ein Teil wird umkommen), wird er den Geist der Gnade und des Flehens über die Juden in Israel ausgiessen. Und das Unfassbare wird geschehen. Sie werden erkennen, was viele ihrer Väter im Laufe der Geschichte und viele in der gegenwärtigen Zeit dem Vater durch ihre Untreue, ihren Ungehorsam, ihren Verrat.. durch die Verleugnung seiner Ordnungen, Rechtsbestimmungen und Shabbate für ein schreckliches Leid zugefügt haben – „..sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben“ (Sach 12,10). Wir kommen auf diese Aussage zurück!

Gleichzeitig wird er noch etwas tun, das wir ebenso wenig zu fassen vermögen. Lasst uns diese unfassbare Aussage doch noch einmal zitieren: „Ich werde meine Thora in ihr Inneres legen und werde sie auf ihr Herz schreiben. Und ich werde ihr Erlöser (Gott) sein, und sie werden mein Volk sein. Dann wird nicht mehr einer seinen Nächsten oder seinen Bruder lehren und sagen: Erkennet JaHuWaH! Denn sie alle werden mich erkennen von ihrem Kleinsten bis zu ihrem Grössten, spricht JaHuWaH. Denn ich werde ihre Schuld vergeben und an ihre Sünde (ihre frühere JaHuWaH-losigkeit) nicht mehr denken“ (Jer 31,33b-34). Wir können uns so etwas gar nicht vorstellen. Aber das müssen wir auch gar nicht!

Damit ist der Gipfel der Bundesverheissungen erreicht. Jetzt erst, in dieser neuen Zugehörigkeit zu JaHuWaH und seiner Thora, ist das gesamte auserwählte Volk fähig die Welt für JaHUWAH, seine Ordnungen, Rechtsbestimmungen und Shabbate zu evangelisieren.

Jetzt verstehen wir die Worte der Propheten: „In jenen Tagen, da werden zehn Männer aus den Völkern mit ganz verschieden Sprachen zugreifen, ja, sie werden den Zizit, (Zipfel des Talit, des Gebetsüberwurfes) eines jüdischen Mannes ergreifen und sagen: Wir wollen mit euch gehen, denn wir haben gehört, dass JaHuWaH (der Erlöser) mit euch ist“ (Sach 8,23; Jes 45,14; 55,5 u.a.m.).

Eindrücklich sind auch die Parallelstellen. Das werden bewegende und umwerfende Geschehnisse sein. Wie alle Prophetien werden sich auch diese erfüllen.

Was aber haben die Kirchenväter mit der Aussage in Sach 12,10 gemacht: „..sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben“? Sind diese prophetischen Worte nicht von JaHuWaH gesprochene, ewig gültige und unantastbare Worte, die auf ihn, JaHuWaH, allein bezogen sind? Schauen wir auf den umfassenden Zusammenhang der Bibel, dann fällt jede Diskussion darüber weg! Sie sind von den Propheten und den gerechtfertigten treuen Israeliten und Juden allezeit – bis heute – bestätigt und bezeugt! Worte der Zukunft, die von uns allen Respekt, gerechte und korrekte Verwaltung abfordern, die tiefes ehrfürchtiges Schweigen fordern, mit der ungeteilten Hingabe und Anbetung vor JaHuWaH! Was haben sie damit gemacht?

Lange vor den Konzilien von Nizäa (325 v.u.Z.) und Konstantinopel (381 v.u.Z.) haben sich zuerst einzelne Kirchenväter, dann immer mehr, dieses Wortes eigenwillig und böswillig bemächtigt und es dem Vater im Himmel und dem auserwählten Volk geraubt. Sie haben den tiefen Zusammenhang, die ernsthafte Schönheit und umfassende Tiefe dieses Wortes an sich gerissen, geschändet, zerstört und in schändlicher Weise umgedeutet. Sie respektierten weder die Autorität JaHuWaHs, noch die seiner Propheten, noch die des Jahushua (Jesus) von Nazareth. Sie kamen aus den heidnischen Religionskulten.

Sie waren von den traditionellen heidnischen Vegetations- bzw. Fruchtbarkeitsgottheiten durchsäuert und geprägt. Mit ihnen vermischt und vermengt sind die verschiedenen Sonnengottheiten. Durch die Anbetung und Verehrung dieser Gottheiten in irgendeiner Form waren alle heidnische Völker miteinander verbunden!

Zeugungen durch Gottheiten in Jungfrauen und die Geburt von Göttersöhnen, der Glaube an ihren Tod und ihre Auferstehung, wurde in den verschiedenen Kulten praktiziert. Die untergehende und wieder aufgehende Sonne stellte das Sterben und die Auferstehung bestimmter Gottheiten dar, ebenso das Absterben im Herbst und das Wiedererwachen im Frühjahr.

Diese Feste wurden jeweils mit viel Aufwand und Hingabe gefeiert. Der jährlich wiederkehrende Tod einer Gottheit (s. Karfreitag) und die jährlich wiederkehrende Auferstehung einer Gottheit (s. Ostern, Ableitung aus der Praxis der Fruchtbarkeitsgöttin Ostera, die neues Leben schafft), gehörte zum Wesen der heidnischen Kulte.

Immer wieder stand das auserwählte Volk in Gefahr diesen unterschiedlichen, eindrucksvollen und ansprechbaren Traditionen und Ritualen des Sterbens und der Auferstehung zu verfallen. Hesekiel durfte von Babel aus sehen, wie die Zurückgebliebenen in Jerushalajm diesem Kult des Sterbens und der Auferstehung huldigten.

Das Beweinen des sterbenden Gottessohnes Tammuz wurde zum Karfreitag. Die Feiern und Gebetsrituale in Richtung Osten zu der aufgehenden Sonne, als Symbol der Auferstehung des Sohnes Gottes Tammuz, wurde zum christlichen Ostern umfunktioniert (vgl. Hes 8).

Tammuz ist als Sohn Gottes, eine der babylonischen absterbenden (sterbenden) und wiederauflebenden (auferstehen) Vegetationsgottheiten. Es gab zahlreiche solcher Gottessöhne, deren Tod und deren Auferstehung jedes Jahr unterschiedlich mit viel Aufwand und Hingabe gefeiert wurden.

Die frühen Kirchenväter und die leitenden Bischöfe bündelten im vierten Jahrhundert, unter der Führung des Kaisers Konstantin, alle diese unterschiedlichen Vegetations- und Sonnengottheiten in eine Gottheit um. Sie entjudaisierten Jahushua von Nazareth, machten aus ihm eine Vegetations- und Sonnengottheit, deren Tod und Auferstehung jedes Jahr gefeiert werden musste.

Diese neue Gottheit, die nun alle antiken Gottheiten und Kulte in sich vereinigte, musste im ganzen römischen Reich unter dem Namen „Jesus Christus, wahrer Gott und wahrer Mensch“, „Fleisch gewordenes Wort“, unter der Bezeichnung „Trinität“, „Dreieinigkeit“ und „Dreifaltigkeit“ – und vielem mehr – von allen angebetet werden, was heute noch der Fall ist.

Neu kam im vierten Jahrhundert die offiziell die Lehre hinzu, dass die Juden diese Gottheit getötet hätten, indem man behauptete, die Juden hätten den Sohn Gottes ans Kreuz genagelt, mit Nägeln durchbohrt. Aber diese Gottheit wäre stärker als die Juden gewesen. Sie sei nämlich von den Toten auferstanden und hätte damit den Sieg über die Juden, die Thora und die Propheten errungen. Darum sind die Juden, die Worte der Thora und der Propheten bis heute nur dann noch nützlich und sinnvoll, wenn sie zur Unterstützung und als Beweismittel für die Theolgie und Philosophie des Vegetations- und Sonnengottes „Jesus Christus“ herangezogen werden können. Ansonsten sind sie bedeutungslos und verwerflich! Schrecklich dieses Verbrechen!

Darum verstehen wir, warum die meisten Christen die Aussagen JaHuWaHs in Sacharjah 12,10, bis heute auf den entjudaisierten Jahushua von Nazareth anwenden und zwar unter dem lateinischen Namen „Jesus Christus“. Dieser entjudaisierte Jahushua stellt unter der Person „Jesus Christus“ also die Vegetations- und Sonnengottheiten der Antike dar. Diese Gottheit darf nur mit dem lateinischen (römischen) Namen „Jesus Christus“ genannt, angesprochen und angebetet werden, sonst ist es mit dem Seelenheil aus! Nur in diesem Namen ist Heil! Wo finden wir solche Lehren in der Bibel: in der Thora, bei den Propheten oder in den Psalmen? Weder die Propheten, weder Jahushua von Nazareth noch die Apostel hatten mit der trinitarischen Gottheit „Jesus Christus“ etwas zu tun!

Sacharjah 12,10 bezieht sich auf den Vater selbst.

Erstens müssen wir die grossen Zusammenhänge der ganzen Prophetie Sacharjahs im Blick haben. Im nächsten Gim möchte ich gerne darüber schreiben.

Zweitens geht es um die Sünden des auserwählten Volkes seit seiner Erwählung, Berufung und Sendung bis zu seinem Erscheinen mit (in) seinen Heiligen. Seit Abraham bis hin zu Jahshua sind viele Generationen vergangen. Es geht um die Schuld jener, die unter diesen vielen Generationen, vor der Geburt Jahushuas, gelebt und JaHuWaH untreu waren. Sie haben nichts mit dem Tode Jahushuas zu tun. Sie tragen keine Schuld an der Pfählung Jahushuas. Wie sollten sie die Wunden seiner Pfählung sehen und sich dabei mitschuldig fühlen?

Drittens haben auch die jüdischen Generationen nach dem Tod Jahushuas nichts mit dessen Pfählung zu tun. Wie sollten sie den sehen, den sie nicht durchbohrt haben und dabei vor Schuldgefühlen vergehen?

Viertens war an der Pfählung Jahushuas nur ein kleiner Teil des auserwählten Volkes mitbeteiligt. Die Angelegenheit lag in den Händen der Römer und einiger Sadduzäer. Wie uns die Apostelgeschichte berichtet konnte Jahushua täglich im Tempel ein- und ausgehen und lehren, was völlig undenkbar gewesen wäre, wenn die Juden, die Pharisäer, gegen ihn eingestellt gewesen wären. Also schützten sie ihn und hielten ihm den Tempel offen.

Fünftens erfolgte das römische Todesurteil, nachdem Jahusua (angeblich) feierlich als König der Juden in Jerushalajm eingezogen war. Nach dem römischen Gesetz beging Jahushua damit ein Kapitalverbrechen gegen den römischen Kaiser und Staat. Ein solches Vergehen musste, nach römischem Recht, unverzüglich mit dem Tod – und zwar durch eine grausame Pfählung – geahndet werden.

Viele Menschen des auserwählten Volkes lebten im Laufe der Geschichte nicht entsprechend ihrer Auserwählung, nicht nach den Ordnungen, Rechtsbestimmungen und Shabbaten (gemeint sind die prophetischen Festordnungen und der wöchentliche Shabbat) JaHuWaHs. Wie uns JaHuWaH durch seine Propheten vielfältig aufzeigt, haben sie damit JaHuWaH, den Vater im Himmel, zutiefst betrübt. In der damaligen Zeit verglichen die Menschen ein solches Verhalten mit dem Durchbohren eines Herzens. Das Herz JaHuWaHs, des Vaters im Himmel, wurde durch die Untreuen durchbohrt.

Die Begriffe „jemandem das Herz durchbohren“, „jemanden durchbohren“, „jemanden durchstechen“ waren damals sehr geläufige Redewendungen, die eine tiefe, schwere Enttäuschung zum Ausdruck brachten. Damals starben die meisten Menschen im Krieg durch eine Waffe, die sie buchstäblich durchbohrte. Das waren vor allem Schwerter, Pfeile und andere spitze Gegenstände.

König Shaul sagte zu seinem Waffenträger: „Zieh dein Schwert und durchbohre mich, damit diese Unbeschnittenen nicht kommen und mich durchbohren..“ (1Sam 31,4). Als Bileam das Volk der zwölf Stämme beim Auszug aus Ägypten verfluchen sollte und es stattdessen segnete, sprach er über den Führer der Stämme: „Er hat Kraft wie die Hörner des Büffels. Er wird die Völker, seine Gegner, fressen und ihre Gebeine zermalmen, mit seinen Pfeilen sie durchbohren“ (4Mo 24,8).

Von Herzen wünsche ich allen einen gesegneten Shabbat und ein herzliches Shalom!

Gregor Dalliard