Wen bezeichnet die Bibel als den kommenden Mashiach (Gesalbten, Christus)? Teil 6

Glaubensimpuls 147

Im Gim 143 habe ich versucht aufzuzeigen wen die Bibel, d.h. die Thora, Propheten und Psalmen, mit dem Wort „Mashiach“, lateinisch: „Christus“, deutsch: „Gesalbter“, griechisch: Christos oder Messias, meint. Es ist für uns sehr wichtig zu verstehen, dass mit dem Wort Mashiach (Christus) unterschiedliche Menschen bezeichnet werden. Vor allem aber – und das ist entscheidend für den biblischen Glauben – ist damit das auserwählte Volk als Ganzes gemeint. Dieses Volk ist und bleibt der Mashiach (der Christus, der Gesalbte) des himmlischen Vaters.

Weil JaHuWaH (sprich: Jahua) sich dieses Volk für einen aussergewöhnlichen Dienst auserwählt und berufen hat ist es sein gesalbtes Volk, der Gesalbte (Christus) JaHuWaHs. Dieses Volk hat sich nicht selbst erwählt und berufen. Es hat sich nicht selbst für seinen Dienst befähigt, ausgerüstet und gesandt. Die Salbung liegt in der Erwählung, Berufung und Zubereitung durch JaHuWaH, den himmlischen Vater, selbst. Die Salbung liegt im Bundesschluss und in den Verheissungen.

Doch welchen Sinn hat die Auserwählung, Berufung, Zubereitung und Sendung dieses Volkes? Welchen Sinn der Bundesschluss und die Verheissungen? Kurz und bündig gesagt: Es soll alle Menschen und die ganze Schöpfung in die lebendige befreiende Beziehung mit dem Schöpfer des Lebens und zu seinen Ordnungen führen, damit alle und alles in Frieden und Freiheit, in Wahrheit und Treue, in Recht und Gerechtigkeit zu leben vermag. Das ist die zentrale durchgehende Botschaft der Bibel.

Doch eben dazu braucht das auserwählte Volk die Salbung JaHuWaHs, d.h. die Erwählung, die Berufung, den Auftrag, die Sendung JaHuWaHs selbst. Es braucht von JaHuWaH die Verheissungen, die Kenntnis über seinen Willen: die Ordnungen des Lebens, die Kenntnis der Heils- bzw. der Wiederherstellungspläne, die Kenntnis über die Gerichte der Wiederherstellung die im Falle seiner Untreue eintreten.

Es braucht die Kenntnis über seine Ablehnung, seine Ausbeutung, den Missbrauch und die Verfolgung von Seiten der nicht gesalbten Völker. Es braucht dazu die Gewissheit des Bundesschlusses, den Zuspruch und das Wissen der unverbrüchlichen Treue JaHuWaHs. Die Liste liesse sich an Hand der Bibel noch lange fortsetzen. All das hat der Vater ihm – und nur ihm allein – geoffenbart, keinem andern Volk!

Shaul sagt es so: „..die Israeliten sind, deren die Sohnschaft ist (m.a.W.: denen die Salbung ist, die Gesalbter sind, Christus sind) und die Herrlichkeit und die Bündnisse und die Thoragebung und der Dienst und die Verheissungen; deren die Väter sind und aus denen dem Fleisch nach der Gesalbte Jahushua (Jesus) ist. Der über allem ist JaHuWaH, gepriesen in Ewigkeit. Amen“ (Röm 9,4).

Ein weiteres Wort, das zum Begriff „der Gesalbte“ („HaMashiach“, „der Christus“, „Messias“) gehört ist das Wort „Sohn“. Wann immer wir das Wort Sohn in einem bestimmten Zusammenhang lesen, auch in Verbindung mit anderen Ausdrücken, geht es immer um den oder die Gesalbten. Im Hebräischen ist Meshichim die Mehrzahl von Mashiach. Deutsch: der Gesalbte, Mehrzahl: die Gesalbten, lateinisch: Christus, verdeutscht in der Mehrzahl: die Christusse oder Christi (vgl. Mt 24,24), griechisch: Christos oder Messias.

Das auserwählte Volk wird von JaHuWaH als „mein erstgeborener Sohn“ oder „mein Sohn“ bezeichnet (vgl. 2Mo 4,22-23). Begriffe wie „Sohn Gottes“, „Gottes Sohn“, „Menschensohn“, „Sohn des Menschen“ u.a.m. sind immer in diesem Zusammenhang zu verstehen. Es handelt sich dabei immer um Menschen, die von JaHuWaH zu einem besonderen Dienst innerhalb des gesalbten Volkes, der Gesalbten, berufen sind, gesalbt sind. Es handelt sich also um Christusse oder Christi.

Verstehen wir diese Begriffe im Zusammenhang der hellenistischen Glaubensweise, dann verfallen wir den Vorstellungen der heidnischen Götterwelten und -kulte. Götter machen sich über Jungfrauen her und schwängern sie mit einem Sohn. Über diesen Weg werden die Götter Fleisch, Mensch, wahrer Gott und wahrer Mensch, Mensch gewordener Gott. Das sind absurde und wilde Exzesse, von denen in der Thora, Propheten und Schriften nichts vorausgesagt ist. Durch keinen einzigen der Propheten spricht JaHuWaH von einem solchen absonderlichen Vorhaben. Im Gegenteil, der himmlische Vater lehnt solche Vorstellungen und Praktiken entschieden ab.

Doch Kaiser Konstantin, Papst Damasus, und der „berühmte“ Kirchenvater Hieronymus, radikale Antisemiten (Antijuden), vermischten im vierten Jahrhundert absichtlich biblische Wahrheiten mit den Traditionen dieser allgegenwärtigen Göttervorstellungen und -kulte. Darum finden wir sie im sogenannten NT und damit im vierten Jahrhundert im Codex Vaticanus, einer „Bibel“, die als die erste komplett erhaltene Bibel der Kirche gilt – wen wundert dies!

Weder Jahshua noch die Apostel sprachen jemals von der Schwängerung einer Jungfrau durch den Abba JaHuWaH und einer Jungfrauengeburt. Was sich diese Leute im vierten Jahrhundert erlaubten ist letztlich eine schamlose und ekelerregende Demütigung des himmlischen Vaters, des Erlösers Israels und des Gesalbten Jahushua (Jesu). Es ist ein radikal durchdachter Angriff auf die Person, die Stellung und das heilbringende Wirken des Abba Vaters.

Viele Gesalbte (Christusse, Christi) wurden als Zeichen ihres besonderen Dienstes innerhalb des auserwählten Volkes mit Öl gesalbt. Mose und andere wurden über ihr Wirken als Gesalbte (Christi) verstanden, ohne extra mit Öl gesalbt zu sein.

Als sein auserwähltes und berufenes Volk, sein Gesalbter (sein HaMashiach, sein Christus), aus Ägypten auszog und von Volk zu Volk wanderte, gestattete er diesen Völkern nicht Israel, seinen Gesalbten (Christus) anzutasten: „Als sie noch gering waren an Zahl, nur wenige und Fremdlinge darin, als sie von Volk zu Volk wanderten, von einem Reich zu einem andern Volk, da gestattete er keinem Menschen, sie zu bedrücken, und ihretwegen wies er Könige zurecht: Tastet meine Gesalbten (HaMashiach, Christus) nicht an, tut meinen Propheten nichts Übles“ (Ps 105,12-15). Die gleiche Aussage finden wir in 1Chron 16,22.

In den Bekenntnisschriften (NT) lesen wir in Mt 24,24, im Zusammenhang der endzeitlichen Drangsale: „Denn es werden falsche Christi (d.h. falsche Meshichim, Gesalbte, Christusse) und falsche Propheten aufstehen und werden grosse Zeichen und wunder tun, um wenn möglich auch die Auserwählten (d.h. die Juden) zu verführen“. Der Begriff „Gesalbter“ (HaMashiach, Christus) darf also nicht nur auf eine Person allein beschränkt werden, wie das im Christentum der Fall ist. Hier wird dieser Begriff missbraucht und allein auf den hellenistischen Christus-Gott bezogen, auf jenen angeblichen Gott der Mensch geworden ist. Er allein darf in dieser gewaltigen Irrlehre Christus (Gesalbter) genannt werden, sonst keiner.

Lasst uns Gesalbte (Christi) sein, denn berufen sind wir dazu. „Auf, ihr Durstigen, alle, kommt zum Wasser!“ (Jes 55,1). Das wollen wir mit grosser Freude tun und uns täglich neu erquicken lassen durch die unermüdlichen und verheissungsvolle Zusprüche und Aufforderungen unseres Abba JaHuWaH. Sie sind uns zum Segen geschrieben, Vitamin „C“ für unser tägliches Leben! In dieser Freude wünsche ich allen einen erholsamen Shabbat. Shalom!

Gregor Dalliard