Wen bezeichnet die Bibel als den kommenden Mashiach (Gesalbten, Christus)? Teil 19 als Zusammenfassung

Glaubensimpuls 160

Obwohl die meisten Gim-Leser inzwischen wissen was den Messias, der das Friedensreich bringen wird, kennzeichnet und auszeichnet, möchte ich in diesem Gim eine kleine Zusammenfassung der letzten Impulse geben.

Mit den Bezeichnungen „Messias“, „das Reich des Messias“, „die Herrschaft des Messias“ usw. wird der Anbruch des Friedensreiches verstanden. Dieses Friedensreich wird vom Abba JaHuWah den Heiligen, d.h. dem Überrest der zwölf Stämme, bleibend übergeben werden. Wie aus den gesammelten und überarbeiteten Texten der Bekenntnisschriften (BeS = NT) hervorgeht waren die Apostel und Jünger Jahushuas der Überzeugung, dass Jahushua von Nazareth der Messias der Endzeit wäre, der das Friedensreich zu ihren Lebzeiten –gleich– errichten würde, wie es z.B. in Dan 7,18.22.27 verheissen ist.

Sie erwarteten also einen Menschen der als Messias, als König, das Friedensreich bringen würde. Er würde das brutale Joch der Römer beenden. Ebenso aber würde er auch jeder anderen Macht der Welt ein Ende setzen, wie das die Propheten von dem Messias aussagen. Dieses Reich würde ihnen mit Jahushua von Nazareth niemals mehr genommen werden können.

Die Propheten aber bezeichnen den Messias, der das Friedensreich bringen wird als jemanden der nicht sterben kann. Konkret heisst das, dass sie den Abba JaHuWaH, den Ewigen, als den Messias bezeichnen (vgl. Sach 14,1-6; Joel 3 u.a.m.). Weil seine persönliche Regentschaft, seine Herrschaft auf Erden, wenn er sie aufrichten wird, mit und durch seine Heiligen, kein Ende haben wird. Darum kann er nicht sterben und darum wird er auch nie von den Toten auferstehen müssen um sein Reich aufrichten zu können. Das verstehen die Propheten unter den Begriffen „Messias“, „das Reich des Messias“ und den vielen andern und ähnlichen Formulierungen, wenn sie davon reden.

Im Laufe der vielen unsäglichen Leiden, denen das auserwählte Volk durch Jahrtausende hindurch ausgesetzt war, entwickelte sich eine biblisch nicht abgedeckte Messiaserwartung. Vor allem unter der grausamen Herrschaft der Römer wurde diese falsch verstandene Messiaserwartung in manchen Kreisen sehr lebendig. Diese Kreise erwarteten den Messias als eine Person, als einen König.

Um jeden Preis wollten diese Menschen – von ihren Besatzern geplagt und ausgebeutet – das verheissene und so sehr ersehnte Friedensreich mit menschlichen Kräften erzwingen. In ihrer Not und in ihrer Sehnsucht nach Befreiung legten sie ihre Vorstellungen und Erwartungen in die prophetischen Texte hinein. Obwohl bis dahin alle diese Messiasse früher oder später scheiterten und immer neues Elend brachten, blieb diese Vorstellung in den Herzen der Gequälten und von Sehnsucht nach dem Friedensreich erfüllten Menschen fest verankert. Doch das Friedensreich, das Kennzeichen des Messias, brach auch mit Jahushua nicht an.

Weil Jahushua von Nazareth aber von seinen eigenen Leuten und Anhängern fälschlicherweise zum Messias, zum König, ausgerufen worden war, wurde er nach dem Gesetz der Römer, das in solchen Fällen die Todesstrafe vorsah, brutal beseitigt. Das römische Gesetz duldete nämlich keinen König, der nicht vom Kaiser in Rom ernannt und eingesetzt war. Die Unterdrückung der Römer ging nach dem Tode Jahushuas weiter als wäre nichts gewesen. Also brach das Friedensreich mit Jahushua von Nazareth nicht an. Er selbst, Jahushua, musste sich dauernd gegen dieses Wunschdenken seiner Jünger und der grossen Menge von Juden, die ihm an den Lippen hing, zur Wehr setzen. Oft musste er sich vor den Römern verstecken, denn das jüdische Volk folgte ihm überall hin nach. Unter den damaligen Umständen konnte eine Verhaftung zu jeder Zeit möglich sein.

Wie alle Propheten, so wies auch Jahushua auf das wahre Friedensreich hin, indem er erstens auf die Thora und die Propheten als die allezeit verbindlichen Worte des Ewigen hinwies (vgl. Mt 4,4.10; 5,17-19; 7,21-27; 15,3.6-9; Mk 3,31-35 u.a.m.). Im zweiten Teil dieses Gim gehe ich auf Texte in den BeS = NT ein, die diese falsche Erwartung der Jünger Jahushuas von Nazareth belegen. Zuerst wollen wir uns noch einmal kurz vor Augen führen, was die Botschaft der Propheten über den Messias, der das Friedensreich und damit die Herrschaft der Heiligen bringen wird, ist:

– JaHuWaH führt sein Volk aus allen Völkern und Ländern heraus und bringt es wieder in sein Land (vgl. Hes 34,13; 36,24; 37,12; 38,8; 5Mo 30,1-3; Jes 43,6-7; Jer 37,32; 16,15). In Hes 34 ist uns seine Liebe zu seinen Schafen in eindrücklicher Weise dargestellt. JaHuWaH selbst nimmt sich ihrer an. Er kümmert sich als Hirte um seine Schafe. Er selbst führt sie aus allen Völkern und aus allen Ländern heraus und wird sie persönlich weiden: „Ich selbst will meine Schafe weiden“ (Hes 34,15).

Er wird sie verändern und bei den gewaltigen Geschehnissen der Endzeit, die zum Teil entsetzlich sein werden, aber einen aussergewöhnlichen Ausgang nehmen werden, führen, hindurchführen und wiederherstellen, zum eigenen Segen und dem aller übriggebliebenen Menschen! Wie dieser Hirtendienst verlaufen wird ist uns in der Bibel ergreifend aufgezeigt.

Mit diesen Verheissungen verknüpft sind jene Verheissungen, die sich nach dem Tag des JaHUWaH (allgemein als „Tag des Herrn“ bezeichnet) erfüllen werden. Sein Volk wird nach dem Erscheinen des JaHuWaH auf dem Ölberg und nach den vielen damit verbundenen Ereignissen in die bleibende Sicherheit geführt werden. Nie wieder wird jemand sein Volk unterdrücken und aus dem Land vertreiben können.

– Eine zusammenfassende Vision, Prophetie, gibt uns Jecheskel in Hes 36,22 bis und mit Kap. 37. Einfach mitreissend! Im Folgenden versuche ich diesen Weg aufzuzeigen.

– JaHuWaH macht Jerushalajim zum Stemmstein (Eckstein) für alle Völker ringsum (vgl. Sach 12,2) und dann für alle Völker, die sich „gegen es versammeln“ (vgl. Sach 12,3, Joel 4,2; Zeph 3,8).

– JaHuWaH versammelt alle Völker zum Krieg gegen Jerushalajim und Juda (vgl. Sach 14,2a; Hes 38,14-23; Jes 29,1-8).

– Ein schrecklicher Krieg tobt. Die Stadt Jerushalajim wird eingenommen werden. Plünderungen, Gräuel und Schändungen geschehen in der Stadt (vgl. Sach 14,2b). Die Hälfte der Bewohner wird gefangen genommen und weggeführt werden (vgl. Sach 14,2c). Die übrige Hälfte ist noch in der Stadt (vgl. Sach 14,2d). Alles geht so schnell, dass die Flughäfen und Schiffswege nicht mehr benutzt werden können und die Strassen unpassierbar sein werden. Darum fliehen viele in die Berge (vgl. Sach 14,5a). Schliesslich werden zwei Drittel umkommen, ein Drittel überlebt (vgl. Sach 13,8).

– Doch JaHuWaH hält seine Augen offen über das Haus Juda (vgl. Sach 12,4).

– Dieser Drittel wird durch die Geschehnisse wie Silber im Feuer geläutert und geprüft werden, so wie man Gold prüft (vgl. Sach 13,9a). Über diesen Drittel giesst JaHuWaH den Geist der Gnade und des Flehens aus. Sie werden auf JaHuWaH blicken, den so viele von ihnen in der langen Heilsgeschichte hindurch durchbohrt haben (vgl. Sach 12,10; 13,1). D.h. sie werden von ganzem Herzen zu JaHuWaH umkehren und sich seine Ordnungen, Rechtsbestimmungen und Shabbate mit lebendigem Eifer zu Herzen nehmen.

Israel wird sich bebend zu JaHuWaH wenden, Sippe für Sippe (vgl. Hos 3,4-5b; Sach 14,11-14). Sie werden zu JaHuWaH „umkehren und JaHuWaH, ihren Erlöser, aufsuchen und David, ihren König“ (Hos 3,4-5a). „David, ihren König, aufsuchen“ ist eine Bildrede, eine Metapher und heisst, sie werden wie David nach seiner Sünde mit Bathsheba und dem tragischen Mord an Urijah (vgl. 2Sam 11) Busse tun, sich aufrichtig vor JaHuWaH und den Mitmenschen demütigen, wie David sich vor JaHuWaH und seinem Haus von Herzen aufrichtig demütigte (vgl. 2Sam 12,13-25; Joel 3,1-2; Jes 44,3-6).

– Dieser Drittel wird den Namen JaHuWaH anrufen und gerettet werden (vgl. Sach 13,9b). „Wer den Namen JaHuWaH anruft, wird errettet werden“ (Joel 3,5; Mal 3,20-21). Alle, die ihm vertrauen, ihn anbeten, werden errettet werden. Nicht wer den Namen Jesus (Zeus, griech. Gottheit) anruft. Jahushua von Nazareth nannte jene Übeltäter, die in seinem Namen dies und das tun, d.h. die ihn anrufen, die ihn anbeten und auf seine Hilfe bauen (vgl. Mt 7,23).

– Ihre Schuld wird ihnen vergeben werden. Sie wird nie mehr gefunden werden (vgl. Jer 50,20).

– JaHuWaH selbst erscheint mit seinen Heiligen auf dem Ölberg (vgl. Sach 14,4.5c; 2,14; 8,3; 9,14-17; 12,16; Jes 40,5; Ps 102,17). Niemand kann JaHuWaH sehen, aber er wird in und mit seinen Heiligen sichtbar werden. Sein Handeln wird im Handeln seiner Heiligen sichtbar werden.

– JaHuWaH zieht aus zum Kampf, erscheint zum Kampf (vgl. Sach 14,3; Neh 4,14).

– Gewaltige Dinge geschehen am Kosmos und auf der Erde (vgl. Sach 14,5b.6-7; Joel 3,3-4, Hag 2,22; Jes 29,6). Der Tag JaHuWaHs (der Tag des Herrn) ist da. Tag des Gerichtes über die Völker, die sein auserwähltes Volk vernichten wollten (vgl.Sach 14,7.12-13.15; 12,4; Jes 13,9; Zeph 1,15; Mal 3,19).

– Sach 14,14a weist möglicherweise auf die Palästinenser, die Moslems und die Christen hin, die in Juda, bzw. in Israel wohnen und sich ebenfalls gegen die Juden erheben werden.

– Der Prophet Daniel hatte sich in der babylonischen Gefangenschaft, nach dem schrecklichen Schock, vor JaHuWaH von ganzem Herzen gedemütigt. Er nahm seine Sünden und die des ganzen Volkes auf sich. Er gab sich, wie das andere Propheten auch schon taten, und wie das später auch Jahushua von Nazareth tat, JaHuWaH als „Sühneopfer“ hin (vgl. Dan 9,1ff). Daniel wird darum vielgeliebter Mann, Mann der Kostbarkeiten, genannt (vgl. Dan 9,23; 10,11). Daniel hatte sein Herz darauf ausgerichtet Verständnis für das Geschehen seiner Zeit und für die Zukunft zu erlangen. Michael, einer der ersten Fürsten, hatte Daniel, dem vielgeliebten Mann, dem Mann der Kostbarkeiten, geholfen, um ihn verstehen zu lassen, was dem auserwählten Volk, den Heiligen JaHuWaHs, am Ende der Tage widerfahren wird (vgl.Dan 2,28; 10,14):

Dem Drittel, der überlebt hat, übergibt JaHuWaH das Messianische Königtum, das Königreich, das messianische Friedensreich – und zwar für immer, bleibend (vgl.Dan 2,44; 7,14.18.22.27; Jes 9,5-6; Ps 145,13; 146,10). Manche Bibelleser lassen sich von Dan 7,13-14; Mal 3,1-2; Jes 11,1ff; 42,1ff; 61,1ff und anderen ähnlichen Aussagen irritieren. Das sind Bildreden, Bilder, Metaphern. Sie fixieren sich auf die Herrschaft eines Menschen, weil ihnen die israelitisch-jüdische Bildrede fremd ist. Natürlich gab und gibt es immer wieder auch Juden, die sich anhand dieser Texte auf eine Person konzentrieren. Darüber habe ich hinreichend geschrieben.

Dan 7,13-14 muss im Kontext von 2Mo 4,22-23; Ps 2,7 u.a. gelesen werden. Hier und anderswo wird Israel von JaHuWaH selbst wie der Sohn eines Menschen dargestellt. In diesen Bildreden, Bildern, Metaphern, wie in Mal 3,1-2 und anderswo geschrieben, versuchen die Propheten das grosse Wirken JaHuWaHs und die Geschehnisse von Gericht und Umkehr des Volkes in jenen Tagen darzustellen. Sie müssen immer in den grösseren Zusammenhang hineingelesen werden. Sie dürfen nie getrennt davon gelesen werden.

Wenn Daniel den Abba JaHuWaH als den „Alten an Tagen“ sieht (vgl. Dan 7,13.21), so ist auch das genauso ein Bild, eine Metapher, in Bezug auf den himmlischen Vater, der von Anfang an bis zuletzt derselbe war, ist und bleiben wird und ausser dem keiner ist (vgl. Jes 41,4; 43,10-11; 44,6; 48,12; Hab 1,12; Ps 90,2; 102,28; Mal 3,6). Der himmlische Vater ist kein alter Mann mit Bart und runzeligem Gesicht. Es darf kein Bild von ihm gemacht werden, er darf nicht dargestellt werden, damit dem Götzendienst keine Tür geöffnet wird.

Zudem kann niemand JaHuWaH sehen und am Leben bleiben (vgl. 2Mo 33,20). Die anschliessenden Verse in Dan 7,18.22.27 belegen unmissverständlich, dass mit diesen Bildern die Heiligen gemeint sind, das auserwählte Volk, und keine Einzelperson, kein Jesus-Gott, wie das die Christen krampfhaft lehren. In aller Selbstverständlichkeit bestätigen das auch die übrigen Propheten, so auch Sacharjahu (vgl. Sach 14)!

– Der Ölberg spaltet sich. (vgl. Sach 14,4b).

– Der Dritte Tempel, mit seinem gewaltigen Ausmass, wird gebaut werden (vgl. Hag 2,1-9; Hes Kap 40-47; Mi 4,1-12).

– Das ist mit ein Grund, warum der ganze Reichtum der Völker nach Jerushalajm gebracht werden wird (vgl. Sach 14,14; Jes 60,1ff).

– Wasser fliessen aus dem Tempel und Jerushalajim (vgl. Sach 14,8; Hes 47,1-12). Das Wasser verändert nicht nur ganze Gegenden (vgl. Hes 47,8-12), es ist auch ein Bild für das Leben aus JaHuWaH, das nun hinaus zu allen Völkern geht. Die Wiederherstellung der überlebenden Völker setzt ein.

– Denn JaHuWaH wird König sein und einzig sein: „Und JaHuWaH wird König sein über die ganze Erde; an jenem Tag wird JaHuwaH einzig sein und sein Name einzig“ (Sach 14,9; Hes 34,24; Jes 33,22; Zeph 3,9.15.17; Dan 7,27). „JaHuWaH ist König für immer und ewig“ (2Mo 15,18).

Zur Zeit des Propheten Shmuel (Samuel) verwarf das auserwählte Volk JaHuWaH als den einzigen König, als den König der Könige (vgl. 1Sam 8,7). JaHuWaH wird wieder der König des Überrestes sein, der König der Könige. Darum wird jeder andere König, bzw. Königreich, strikte abgelehnt werden!! JaHuWaH bleibt für immer das Licht (vgl. Jes 60, 19-20). „Und ich werde euch Hirten geben nach meinem Herzen, und sie werden euch weiden mit Erkenntnis und Verstand“ (Jer 3,15; Hes 34,15-16; Ps 23). Alle werden Gerechte sein (Jes 60,21).

– Die Macht aller Könige, aller Königreiche und aller Herrschaften geht zu Ende. JaHuWaH stürzt sie alle, denn er allein ist König (vgl. 2,22; Dan 2,44;). „Alle Könige der Erde werden dich preisen, JaHuWaH“ (Ps 138,4). „JaHuWaH ist König immer und ewig“ (Ps 10,16).

– Die Völker werden nun durch die Heiligen, das auserwählte Volk, zur Anbetung JaHuWaHs geführt, d.h. zu seinen Ordnungen, Rechtsbestimmungen und Shabbaten. JaHuWaH sagt: „Siehe ich wirke Neues“ (Jes 43,19). Die Übriggebliebenen aus den Völkern werden nach den Juden suchen und über sie zu JaHuWaH finden (vgl. 5Mo 33,12; Sach. 8,20-23; Jes 2,2-5; 11,10; 19,23-25; 44,5; Ps 102,23; 145,8-13). JaHuWaH gibt den Völkern andere, reine Lippen (vgl. Zeph 3,9). Er wird die Decke, die alle Völker bedeckte, verschlingen (vgl. Jes 25,7).

– Die Übriggebliebenen von allen Völkern, die gegen Jerushalajim gezogen waren, werden Jahr für Jahr hinaufziehen, „um den König, JaHuWaH der Heerscharen, anzubeten und Sukkot (das Laubhüttenfest) zu feiern“ (Sach 14,16; Ps 66,4; 86,9; 145,10). „Neumond für Neumond und Shabbat für Shabbat wird alles Fleisch kommen, um vor mir anzubeten“ (Jes 66,23). Wer sich weigert wird gerichtet werden (vgl. Sach 14,17-19). Sie werden z. B. ohne Wasser auskommen müssen und das geht nicht!

– Aber schliesslich werden alle Waffen schweigen. Sie werden abgebaut und umgebaut werden und „alle Völker leben (gehen) ein jedes im Namen seines Erlösers (Gottes). Wir (Israel) leben (gehen) im Namen JaHuWaHs, unseres Erlösers (Gottes) für immer und ewig“ (Mi 4,3-5). Aus dem Kontext ist gemeint, dass jedes Volk mit JaHuWaH, seinem Erlöser, in seinem Land in Frieden wohnen wird.

– Der neue Himmel und die neue Erde entstehen, keiner wird den andern mehr belehren müssen, weil JaHuWaH seinem Volk von Königen seine Thora in das Innere legen und auf ihr Herz schreiben wird (vgl. Jer 31,33-34; Jes 65,17ff; 66,22). Alle Völker werden belehrt werden und entsprechend den Weg der Wiederherstellung beschreiten. Schliesslich werden alle Völker JaHuWaH einmütig dienen (vgl. Zeph 3,9b; Jes 45,23-24). Wegen des Namens JaHuWaH wird Jerushalajim Thron aller Völker sein (vgl. Jer 3,17). Er wird den Tod verschlingen, die Tränen von jedem Gesicht abwischen und die Schmach seines Volkes für immer von der ganzen Erde fortnehmen (vgl. Jes 25,8; Hes 34,28-31).

– Die ganze Schöpfung wird Furcht und Schrecken vor den Menschen, die seit der Sintflut alle Lebewesen beherrschen (vgl. 1Mo 9,2), verlieren und versöhnt werden (vgl. Jes 11,6-9; 65,25; Hi5,23). „Und das Werk der Wahrheit (Gerechtigkeit) wird Friede sein und der Ertrag der Gerechtigkeit Ruhe und Sicherheit für ewig“ (Jes 32,17; Kap. 54; Hes 34,28ff).

Denn ich bin Erlöser (Gott) und keiner sonst. Ich habe bei mir selbst geschworen, aus meinem Mund ist Wahrheit (Gerechtigkeit) hervorgegangen, ein Wort, das nicht zurückkehrt: Ja, jedes Knie wird sich vor mir beugen, jede Zunge schwören (bestätigen) und sagen: Nur in JaHuWaH ist Wahrheit (Gerechtigkeit) und Stärke“ (Jes 45,22-24). „So spricht JaHuWaH, der König Israels und sein Erlöser, JaHuWaH der Heerscharen: Ich bin der Erste und der Letzte, und ausser mir gibt es keinen Erlöser“ (Jes 44,6); Jes Kap 43).

– JaHuWaH wird sein ganzes Werk der Wiederherstellung betrachten und wie im Anfang wird es sein: „Und es geschah so. Und JaHuWaH sah alles, was er gemacht hatte, uns siehe es war sehr gut“ (1Mo 1,31; 5Mo 32,4). „Alles hat er schön (gut) gemacht zu seiner Zeit, auch die Ewigkeit hat er in ihr Herz gelegt“ (Pred 3,11).

So wird das ganze Wort des Abba JaHuWaH – das ganze prophetische Wort – bestehen bleiben und bestätigt werden (vgl. Jes 40,8; Ps 119,89; Ps 111), bis alles erfüllt sein wird! Darum sagte Jahushua von Nazareth, dass das Wort der Thora und der Propheten bindend bleibt, solange der (alte) Himmel und die (alte) Erde vorhanden sind (vgl. Mt 5,18-19). JaHuWaH hat durch seine Propheten immer schon von kommenden Dingen, Ereignissen, Geschehnissen, gesprochen, von kurz- oder langfristigen, die sich kurz- oder langfristig erfüllen würden. Viele Verheissungen haben sich bereits erfüllt, die andern werden sich noch erfüllen.

Er hat diese Ereignisse immer wieder vorausgesagt. Er tat nie etwas, ohne dass er es vorher nicht durch seine Propheten kundgetan hätte (Am 3,6-7; 1Mo 18,17-18). So sprach er auch von dem neuen Himmel (Kosmos) und der neuen Erde, weil der heutige Zustand des Kosmos und der Erde vergänglich sind, nur vorübergehend (vgl. Jes 65,17ff; 66,22-23).

Zweitens ging Jahushua gegen die falschen Erwartungen in aller Deutlichkeit vor und setzte Zeichen.

– Als Jahushua von seinem Tode in Jerushalajim sprach, waren seine Jünger entsetzt, denn sie wussten, dass der Messias, der das Friedensreich bringen würde weder sterben noch auferstehen würde. Diese Begebenheit ist uns in Mt 16,21-26 überliefert. Ihre Fassungslosigkeit geht aus den Versen 21b-22 hervor. Dann also – und das verstanden die Jünger ganz gut – ist Jahushua nicht der Messias der das Friedensreich bringen wird. Das würde ihr Gedankengebäude, ihre Zukunftspläne, völlig über den Haufen rühren. Was nicht sein darf, darf nicht sein!

Wir alle kennen die Kraft dieser inneren Blockade, wenn unsere bisherigen Glaubenssicherheiten über den Haufen gerührt werden, weil sie sich als verkehrt entpuppen. Wir sperren uns zuerst einmal heftig dagegen. Jedes realistische und zusammenhängende Denken und Zuhören wird verhindert, einfach blockiert. Lassen wir uns aber nicht demütig vom Wort der Thora und der Propheten die Wahrheit aufdecken und überzeugen, dann legt sich gerne ein Fluch der Blindheit und der geistigen Verarmung über uns. Mit allen Mitteln versuchten die Jünger Jahushua vom Tode abzuhalten und ihn zum König eines anbrechenden Friedensreiches zu proklamieren.

„Geh hinter mich, Satan! Du bist mir eine Verführung (Ärgernis), denn du sinnst nicht auf das, was des JaHuWaH ist, sondern auf das, was der Menschen ist“ (Mt 16,23). Diese aussergewöhnlich harte Zurechtweisung des Kepha (Petrus) ist m.E. das eindrücklichste Zeichen und Zeugnis dafür, dass Jahushua sich nie als König eines anbrechenden Friedensreiches verstand. Jahushua verwarf damit entschieden die falschen Erwartungen seiner Nachfolger. Wir dürfen diese Geschehen in Mt 16,21-26 als echte Überlieferung verstehen, obwohl dieses Geschehen zwischen Texten eingebettet ist, die die Kirchenväter später eingefügt haben um ihre neue Lehre zu stützen.

Kepha und die übrigen Jünger aber liessen sich von Jahusua nicht überzeugen. Sie liessen sich von den Worten JaHuWaHs in der Thora und in den Propheten, aus denen Jahushua schöpfte und lebte, nicht überzeugen und leiten. Fanatisch hielten sie an den Gedanken, an den Auslegungen jener Menschen fest, die um jeden Preis den Messias und sein Friedensreich erzwingen wollten. Darum wird er Satan genannt. Selbst dann noch als Jahushua von den Römern verhaftet wurde, schlugen die Jünger mit den Waffen zu (vgl. Mt 26,51-52; Mk 14,47; Lk 22,49-51; Joh 18,10-11). Ihre Enttäuschung und Verzweiflung war so gross, so, dass bei der Verhaftung Jahushuas alle flohen (vgl. Mk 14,50-52).

Wenn Jahushua Kepha einen Satan nennt, einen Verführer, dann erinnern wir uns an die Versuchungen Satans in Mt 4,1-11 und wie Jahushua Satan in seine Schranken wies, indem er auf die uneingeschränkte Wahrhaftigkeit, Gültigkeit und Verbindlichkeit der Thora und der Propheten hinwies. Jahushua war ein aussergewöhnlicher Rabbi und Prophet. JaHuWaH, der Ewige, hatte ihn mit aussergewöhnlichen Segenskräften ausgestattet, ähnlich wie Moshe, Eljahu und andere Propheten. Wie schnell hätte er in die Rolle des Messias, der das Friedensreich bringt, schlüpfen können. Damit hätte er sich gegen das was allein dem Vater zusteht erhoben, aber das konnte er nicht. Die Massen wären zwar auf ihn reingefallen, aber die schrecklichen Folgen dieses Handelns sind kaum auszudenken. Denken wir nur an den falschen Messias Bar Kochba (132-35 n.u.Z.). Er rief das anbrechende Friedensreich aus. Die Folgen waren verheerend!

– Judas versuchte auf seine Weise Jahushua zum Messias des Friedensreiches zu zwingen, indem er ihn einfach verriet. Judas war der vollen Überzeugung man müsste Jahushua zur Proklamation seines Königtums, des anbrechenden Friedensreiches, zwingen. Wenn er dazu gezwungen würde, würde er sich als dieser offenbaren. Die verhassten Römer würden gleich aus dem Land getrieben werden und das Friedensreich würde anbrechen. Darum ging er ohne Scheu auf Jahushua zu und küsste ihn mit den Worten: „Sei gegrüsst Rabbi“ (Mt 26,49). Das erklärt wohl auch die Tatsache, dass sich die umstehenden Jünger mit ihren Schwertern nicht wie ein Mann auf Judas stürzten und ihn in tausend Stücke zerhieben!

Doch Judas erkannte zu spät, dass Jahushua nicht dazu bestimmt war das messianische Reich aufzurichten, das allein dem Vater im Himmel mit seinen Heiligen vorbehalten bleibt. In seiner Verzweiflung warf er das Geld in den Tempel und brachte er sich um (vgl. Mt 27,3-6). Gerade dieses Entsetzen, diese Reue des Judas, beweist, dass er nicht die Absicht hatte Jahushua aus einer andern Motivation heraus zu überliefern. Wäre seine Motivation eine andere gewesen, dann hätte er sich nach der Verurteilung Jahushuas nicht erhängt, er hätte frisch fröhlich weitergelebt. Was hätte ihn denn beunruhigen können? Die Hinrichtung Jahushuas hätte doch seiner Absicht entsprochen! Dem war aber nicht so! Und zudem, für so wenig Geld wird wohl kaum ein Geschäftsmann, ein Finanzverwalter, jemanden beseitigen lassen!

– Auch die Familie des Zebedäus gehörte zum Kreis derer die glaubten Jahushua wäre der König des soeben anbrechenden Friedensreiches. Die Mutter bittet Jahushua für ihre beiden Söhne Jochanan (Johannes) und Jakov (Jakob): „Bestimme, dass diese meine zwei Söhne einer zu deiner Rechten und einer zu deiner Linken sitzen mögen in deinem Reich“ (Mt 20,21). Jahushua macht ihr klar, dass er leiden und sterben werde und sie sich gar nicht bewusst seien um was sie da bitten. „Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde? Sie sagen zu ihm: Wir können es“ (22). Sie wissen wohl nicht was sie da sagen. Sie wurden ihm, wie Kepha, zum Satan, zum Verführer. Jahushua lenkte das Gespräch gleich auf das konkrete Leben zurück, indem er auf seine Leiden hinwies. Er wies gleich auf ihre Verfolgung, ihre Leiden und ihren Tod hin, wer aber (im Himmel) zu seiner Rechten oder Linken sitzen werde bestimme allein der Vater im Himmel (vgl. Vers 23). Doch sie wollten seine Worte nicht hören. „Und als die Zehn es hörten wurden sie unwillig über die zwei Brüder“ (24).

In den folgenden Versen (25-28) ist uns aufgezeigt um was es Jahushua geht. Die Jünger sollten verstehen lernen, dass jeder in dieser Welt sein Leben geben soll als Lösegeld für andere. Was ist damit gemeint? Wer dem Nächsten im Geiste der Thora, in der Treue und Liebe zu JaHuWaH und in der Hingabe zu seinem Nächsten dient, der gibt sein Leben als Lösegeld, wie das alle treuen Propheten und Juden taten. Ein solcher Mensch löst andere Menschen von ihrem Elend, von der JaHuWaHlosigkeit und führt sie zu JaHuWaH zurück.

Das ist das Leben Jahushuas. Er lebte sein irdisches Leben als Lösegeld für eine bestimmte Zahl von Menschen, die der Vater ihm zugeteilt hatte. „Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel“ (Mt 15,24): „..dass er allen die du ihm gegeben hast, ewiges Leben gebe“ (vgl. Joh 17,2c.6.10.24). Zum Vater zurückführen heisst „ewiges Leben geben“! Das hatte er getan. Er hatte ihnen den Namen „JaHuWaH“ offenbart (Joh 17,6.12.26); d.h. sie zum Vater zurückgeführt. Sein Werk war schon vor der Pfählung, bzw. vor der Kreuzigung, vollendet, vollbracht, denn er sagte: „Ich habe dich verherrlicht auf der Erde; das Werk habe ich vollbracht, das du mir gegeben hast, dass ich es tun sollte“ (Joh 17,4)! Die Pfählung hat damit auch keine heilbringende, erlösende Wirkung oder Bedeutung. Das ist Philosophie der Kirchenväter. Joh 17 ist voller gnostischer und mystisch-philosophischer Einschübe aus der Hand der Kirchenväter. Darum müssen wir bereit sein, die ursprünglichen Wahrheiten peinlichst genau herauszuschälen. Das Haus des Zebedäus musste die Worte Jahushuas nach dessen Tod erst verstehen lernen. Das war eine harte Lebensschule – auch für uns!

– Jahushua hatte fünftausend Juden, die ihm aus Furcht vor den Römern in die Einsamkeit gefolgt waren, gespeist. Ein kleiner Junge hatte fünf Gerstenbrote und zwei Fische bei sich. Das reichte zur Speisung von fünftausend Juden! Welch ein Wunder! Auch dieses Geschehen sollte ihm falsch ausgelegt werden. „Als die Leute nun das Zeichen sahen, das Jahushua tat, sprachen sie: Dieser ist wahrhaftig der Prophet, der in die Welt kommen soll. Da nun Jahushua erkannte, dass sie kommen und ihn ergreifen wollten, um ihn zum König zu machen, zog er sich wieder auf den Berg zurück, er allein“ (Joh 6,14-15). Sie wurden ihm – wie Kepha – zum Satan, zum Versucher!

Sie hatten wohl erkannt, dass er jener grosse Prophet war von dem Moshe geschrieben hatte (vgl. 5Mo 18,15.18). Wie aber aus den folgenden Versen deutlich hervorgeht, litt Jahushua darunter, dass sie ihn zum König des anbrechenden Friedensreiches machen wollten, darum floh er vor ihnen. Sie riefen ihn aber später doch zum König des anbrechenden Friedensreiches aus, als er nach Jerushalajim zog um dort Pessach zu feiern. Wie uns aber die Evangelientexte berichten liess er sich doch noch als König des anbrechenden Friedensreiches ausrufen. Sie riefen ihn zum Sohn Davids aus, d.h. zum König des anbrechenden Friedensreiches (vgl. Mk 11,1-11; Mt 21,1-11; Lk 19,28-40; Joh 12,12-19).

Wäre das der Fall gewesen, dann müssten die oben erwähnten – und noch nicht erwähnten – Zeugnisse als gefälscht betrachtet werden. Jahushua wäre dem Satan, der Verführung, doch noch erlegen! Das kann aus folgenden Gründen nicht sein. Die Thora, die Propheten und das damals nicht angebrochene Friedensreich sprechen gegen den Einzug Jahushuas in Jerushalajim als König des anbrechenden Friedensreiches. Die Passage über den Einzug Jahushuas in Jerushalajm – als König – muss später eingefügt worden sein, als man aus ihm einen Mensch gewordenen Gott und den von den Juden abgelehnten Messias gemacht hatte. Mit ihm hätten die Juden angeblich auch den Beginn des Weltfriedensreiches verworfen.

Das ganze passt zur Theologie des Kirchtentums, das den Juden ablehnend begegnet und sich dogmatisch immer noch für das Volk Gottes, das auserwählte Volk, hält, während die Juden verdammt und vom Heil ausgeschlossen bleiben, es sei denn sie bekehren sich zu den drei Personen-Gottheiten der Christen!

– Auch die Versammlung des Hohen Rates beschäftigte sich ernsthaft mit der Frage wer Jahusua sei. Die Sadduzäer befürchteten mit Jahushuas Auftreten berechtigterweise die schlimmsten Reaktionen von Seiten der Römer. Viele von ihnen versuchten ihn zusammen mit den Römern mundtot zu machen. Die Pharisäer hingegen nahmen Jahushua in Schutz, denn er war einer von ihnen und ein ausgewiesener Rabbi. Wie uns die Geschichte der Apostel berichtet, erhob sich der Pharisäer Gamaliel im Hohen Rat und wies auf die falschen Messiasse hin, die das Friedensreich erzwingen wollten und dabei umkamen und viele mit sich in den Tod rissen (Apog 5,34-39). Sollte Jahushua im Auftrag des Vaters das Friedensreich bringen, dann könnte wohl keiner etwas dagegen tun, ist es aber bloss der Wunsch der Menschen, dann wird das Friedensreich mit Jahushua nicht anbrechen, d.h. er wird sterben, denn alle andern Propheten sind auch gestorben, ausser Elijahu, der in den Himmel hinauffuhr! Gamaliel hatte sehr weise geurteilt.

Diese Streitfrage und das Begehren Tausender von Juden Jahushua zum König und damit als Führer des anbrechenden Friedensreiches auszurufen, versetzte die Römer in immer grössere Aufregung. Auf ein solches Ansinnen lag die Todesstrafe. Sie forderten die Sadduzäer auf, Jahushua auszuliefern, weil er durch sein aussergewöhnliches Wirken und den Zustrom der Massen von Juden, die Römer immer mehr beunruhigte und sie im Falle eines Aufstandes nicht Herr der Lage sein würden. Doch die Pharisäer weigerten sich bis zum Äussersten, bis der Sadduzäer Kaiphas, der Hohepriester, sich durchsetzen konnte (vgl. Joh 11,47-53).

Von Herzen wünsche ich allen gesegnete Sukkot-Tage mit dem Hinweis auf die wunderbare Verheissung in Sach 14,16. Shalom!

Gregor Dalliard