Wen bezeichnet die Bibel als den kommenden Mashiach (Gesalbten, Christus)? Teil 17

Glaubensimpuls 158

Immer wieder erinnern wir uns an den Sinn und das Ziel der Erwählung, der Berufung, der Sendung und des Dienstes des auserwählten Volkes. Dieses Volk soll alle Menschen in eine tiefe Beziehung zu JaHuWaH, dem Schöpfer des Lebens führen. Das nennt die Bibel echte und wahre Anbetung. Die echte und wahre Anbetung geschieht im Leben nach den Ordnungen, Rechtsbestimmungen und Shabbaten, die uns JaHuWaH geoffenbart hat. Davon verstehen wir manchmal recht wenig, aber wir dürfen demütig Lernende sein, ein ganzes Leben lang, anders geht das gar nicht! Im Lichte dieser Offenbarungen erkennen wir unser Wesen. Täglich fallen wir, jeder in seinem Bereich, in seinem Schwächegebiet. In meinem Leben durfte ich viele Menschen kennenlernen, aber ich habe noch keinen einzigen Menschen getroffen, dem nicht gewisse und bestimmte Schwächen anhaften. Gewisse und bestimmte Schwächen wird der Mensch los, andere wird er aber zeitlebens nicht los. Er fällt immer wieder in bestimmte Sündenmuster zurück. Hier hilft allein die Gnade des Abba Vaters: „Wenn du, Jah, die Sünde anrechnest,..wer wird bestehen?“ Da ist also keiner ohne Sünde, da ist die Gnade JaHuWaHs allein, die uns von jeder Sünde rettet. Das ist die Botschaft der Propheten.

Hinzu kommt die Bereitschaft die Texte in ihrer ursprünglichen Bedeutung und in ihrem ursprünglichen Zusammenhang verstehen zu lernen, damit wir JaHuWaH nicht durch ein falsches Verständnis seiner Aussagen entehren und uns des inneren Segens und der inneren Ruhe berauben. Auch hier sind wir alle Lernende. Manche empfinden das als Stress. Der Weg zu den tiefen biblischen Quellen verunsichert sie. Der Grund liegt weitgehend in der Angst den bisher beschrittenen Weg – nach den Wegweisern der Kirchenväter – zu verlassen, umzukehren, und nach den Wegweisern JaHuWaHs, des wahren Hirten, zu den Quellen des Lebens vorzudringen.

Die Angst vor den Mitmenschen hält viele Menschen zurück JaHuWaH anhand der tiefen biblischen Zeugnisse schrittweise zu folgen. Rund zwei Milliarden Menschen (Christen), die überall präsent sind, folgen mehr oder weniger unwissend, unüberlegt und unfähig das religiöse System zu hinterfragen, den falschen Wegweisern der Kirchenväter, die uns in den ersten Jahrhunderten n.u.Z. bewusst von den biblischen Quellen entfernten. Viele folgen in dieser Unwissenheit aufrichtig dem theologischen System, dem sie meistens von Geburt an angehören. Das ist eine Masse von Menschen!

Aus dieser Masse herauszutreten, umzukehren und den Weg der Propheten und Jahushuas (Jesus) zu gehen, scheint hier unmöglich zu sein! Jahushua (Jesus) hat nicht umsonst gesagt: „Denn eng ist die Pforte und schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind, die ihn finden“ (Mt 7,14). Also, wenn er solche Worte sprach, wie auch alle andern Propheten JaHUWaHs, was kann uns denn auf dem breiten Weg der Kirchenväter, den die blind gemachte breite Masse der Kirchen, Freikirchen, christlichen Gemeinschaften und Hauskreisen heute geht und verständlicherweise um jeden Preis verteidigt, zurückhalten?

Suchen wir aber die Sicherheit in JaHuWaH und folgen Schritt für Schritt den biblischen Wegweisern der Thora, wie das alle Propheten taten, so auch Jahushua (Jesus), dann gehen wir den Weg des guten Hirten, den Weg des Lebens. Wir sollten uns darüber täglich freuen und diesen Weg als eine wunderbare Gabe, als Geschenk SEINER Liebe, verstehen und dankbar annehmen. Wir dürfen uns ungezwungen und mit tiefer Freude dem Studium der Ordnungen, Rechtsbestimmungen und Shabbate JaHuWaHs widmen. Wir dürfen verstehen lernen was in der Thora bleibend ist, was zeitbedingt ist, was aus welchen Gründen heute wie zu verstehen ist. Das ist einfach umwerfend. Das stellt uns mit beiden Beinen ins Leben, das macht uns zu mündigen Menschen. Das will JaHuWaH aus uns machen, bis die Zeit anbrechen wird von der JaHuWaH durch Jirmejahu (Jeremijah) spricht. Eine Zeit in der der letze Unwissende, Verführte – und auch der bis dahin Widerspenstige – zu den Quellen des Lebens zurückgeführt sein wird: „Ich werde meine Thora in ihr Inneres legen und werde sie auf ihr Herz schreiben. Und ich werde ihr Erlöser sein, und sie werden mein Volk sein. Dann wird nicht mehr einer seinen Nächsten oder einer seinen Bruder lehren und sagen: Erkennt JaHuWaH! Denn sie alle werden mich erkennen von ihrem Kleinsten bis zu ihrem Grössten, spricht JaHuWaH. Denn ich werde ihre Schuld vergeben und an ihre Sünden nicht mehr denken“ (Jer 31,33-34).

Wir vermögen, aus welchen Gründen auch immer, nie alles aus der Thora Erkannte umzusetzen. Doch unsere Vollkommenheit besteht in der Bereitschaft uns immer wieder – mit neuer Hingabe – nach diesen Offenbarungen auszustrecken, uns von ihnen ergreifen und aufrichten zu lassen. Dann gehen wir den Weg des guten Hirten. Es ist das unumstrittene Vertrauen auf JaHUWaH, das Vertrauen auf seine Hilfe, seine Führung, seine Barmherzigkeit und seine bleibende Gnade die in den Bundesschriften (AT), also in der Bibel, so mächtig als bleibende Gabe gerühmt wird. Das meint Jahushua (Jesus) mit den Worten :“Ihr nun sollt vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist“ (Mt 5,48).

Ohne das Streben nach JaHuWaH und seinen Ordnungen kann und wird die Menschheit nie in Frieden miteinander leben können. Alle Friedensbemühungen entpuppen sich früher oder später als Illusion. Die Menschheit kommt ohne die Ordnungen ihres Schöpfers auf keinen grünen Zweig, sie wird nicht zur Ruhe kommen, weder im persönlichen noch im gesellschaftlichen Leben. Die Geschichte spricht, in Bezug auf das was die ganze Menschheit betrifft, aber auch in Bezug auf das was Israel im Besonderen betrifft, eine klare Sprache. Diese Sprache, die Sprache der Geschichte, sie ist die Sprache JaHuWaHs, wir sollten sie niemals überhören. Diese Geschichte weist uns den Weg, sie hilft uns zuversichtlich in die Zukunft zu gehen.

Diese Botschaft, die Botschaft der Aussöhnung mit JaHuWaH, durchzieht die ganze Bibel. Sie ist von diesem Ziel durchdrungen, erfüllt. Diese Zeit wird kommen, ja sie muss kommen. Ich wiederhole mich ein weiteres Mal: „Und JaHuWaH wird König sein über die ganze Erde; an jenem Tag wird JaHuWaH einzig sein und sein Name einzig“ (Sach 14,9; 5Mo 6,4). In diesem Zusammenhang wird dem auserwählten Volk – und damit der ganzen Menschheit – eine weitere wunderbare Verheissung geschenkt. Ich habe die Verse oben bereits zitiert, aber ich muss sie als äusserst wichtige zentrale Botschaft JaHuWaHs noch einmal zitieren, nachzulesen in Jer 31,31-34. In den Versen 34-35 lesen wir also: „Ich werde meine Thora (Weisungen) in ihr Inneres legen und werde sie auf ihr Herz schreiben. Und ich werde ihr Erlöser sein, und sie werden mein Volk sein. Dann wird nicht mehr einer seinen Nächsten oder einer seinen Bruder lehren und sagen: Erkennt JaHuWaH! Denn sie alle werden mich erkennen von ihrem Kleinsten bis zu ihrem Grössten, spricht JaHuWaH. Denn ich werde ihre Schuld vergeben und an ihre Sünde werde ich nicht mehr denken.“

Vergleichen wir dazu auch Jer 50,20: „In jenen Tagen und zu jener Zeit, spricht JaHuWaH, wird Israels Schuld gesucht werden, und sie wird nicht da sein,– und die Sünden Judas, und sie werden nicht gefunden werden; denn ich will denen vergeben, die ich übriglasse“. Zuerst wird also der Überrest der Nachkommen der zwölf Stämme, der Träger der Verheissung, wieder hergestellt: „er wird Israel erlösen von allen seinen Sünden“ (Ps 130,8), dann die übrige Menschheit.

Ist diese Verheissung nicht umwerfend. Sie ist kein frommes Pflaster in schweren Zeiten, kein billiger Trost, nicht gestreuter Sand in den Augen von Blindgemachten! Der Beweis liegt in den sehr vielen biblischen Prophetien die sich bisher erfüllt haben. Tagelang könnten wir darüber nachsinnen und uns gegenseitig in JaHuWaH erbauen. Doch, bevor diese Zeit anbrechen wird müssen oder dürfen wir uns noch mit vielen biblischen Zusammenhängen auseinandersetzen, die uns helfen unser Leben in den Ordnungen JaHuWaHs zu finden und darin schrittweise zu gehen.

Gerade in dem oben erwähnten Zusammenhang spricht JaHuWaH immer wieder von dem schlechten Hirtendienst seiner Hirten. Vor allem die israelitisch-jüdischen Könige geben diesbezüglich, abgesehen von wenigen Ausnahmen, ein miserables Zeugnis ab. Es ist wahrlich zum Schämen! Sie führten, wie gesagt, abgesehen von wenigen Ausnahmen, die ihnen von JaHuWaH Anvertrauten nicht nach den Weisungen JaHuWaHs. Sie weideten sie nicht nach der Fülle der Thora. Das brachte immer wieder neues und grosses Elend über das auserwählte Volk. Aber sie wollten einen irdischen König über sich. Wie wir bereits hörten war der grosse Diener JaHuWaHs, der Prophet Shmuel (Samuel), über dieses Ansinnen entsetz, fassungslos, denn er sah das Elend, das über das auserwählte Volk kommen sollte.

JaHuWaH erinnerte immer wieder an diesen gräulichen Zustand: „Mein Volk war eine verlorengehende Schafherde: ihre Hirten leiteten sie irre auf verführerischem Berge. Sie gingen von Berg zu Hügel, vergassen ihre Lagerstätte“ (Jer 50,6). „ihre Lagerstätte“ ist eine Metapfer, ein Bild für die Thora, denn darin sollten sie zu Hause sein, lagern; „von Berg zu Hügel“ ist ebenfalls ein Bild, allerdings für das Verlassen der Thora und die Sucht, in allen Himmelsrichtungen nach den Ordnungen, Rechtsbestimmungen Fest- und Feiertagen der Heiden, der Thoralosen, Ausschau zu halten und sie zu übernehmen, was neues Elend zur Folge hatte und hat.

So musste der Prophet Micha Ahab, dem König von Israel (König des Nordreiches), der die Untreue JaHuWaH und seinen Ordnungen gegenüber mehr als alle bisherigen Könige auf die Spitze trieb (vgl. 1Kö 16,29-34), sagen: „Ich sah ganz Israel auf den Bergen zerstreut wie Schafe, die keinen Hirten haben“ (1Kö 22,17). Auch über den Propheten Jecheskel (Hesekiel) beklagt sich JaHuWaH über die schlechten Hirten. Die Worte in Hes 34 gehen uns durch Mark und Bein. Sie sind aus tiefstem Herzen, voller Schmerz, gesprochen. Aber auch dieser Schmerz wir sein Ende finden, wenn JaHuWaH nach allen Gerichten und Segnungen alle Verantwortungslosigkeit, alles Versagen, alle Schuld, alle Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung hinausfegen wird.

„Ich selbst will meine Schafe weiden, und ich selbst will sie lagern, spricht JaHuWaH. Das Verlorene will ich suchen und das Versprengte zurückbringen, und das Gebrochene will ich verbinden, und das Kranke will ich stärken; das Fette (die Ausbeuter) aber und das Starke (jene, die über andere herrschen und sie ausnehmen) werde ich austilgen; mit meinem Recht werde ich sie weiden“ (Hes 34,15-16). Wieviel Leid und Elend wird Israel und die Menschheit als Konsequenz ihrer Eigensinnigkeit noch erdulden müssen?!

Ein paar Verse weiter lesen wir: „Und ich werde einen Hirten über sie einsetzen, der wird sie weiden: meinen Knecht David, der wird sie weiden, und der wird ihr Hirte sein. Und ich JaHuWaH, werde ihnen Erlöser (Gott) sein, und mein Knecht David wird Fürst in ihrer Mitte sein. Ich, JaHuWaH, habe geredet. Und ich werde einen Bund des Friedens mit ihnen schliessen..“ (Jer 34, 23-25).

Hier haben wir wieder diese wunderbare Metapher auf jene Zeit hin, in der die Heiligen vom Vater, unter der Ordnung der Thora, für immer und immer, bleibend, die Herrschaft übertragen bekommen, nachdem er die Thora in ihre Herzen geschrieben haben wird. Ein Grund zu grossem Jubel und zu täglicher Dankbarkeit. David war ein guter Hirte. Er führte das auserwählte Volk zu den Schätzen und den Reichtümern des Lebens zurück, zu der Thora. David wies nach seinem Versagen und seiner Teshuwa (Umkehr) in Demut immer wieder auf den einzig EINEN Hirten des Volkes hin. Psalm 23 ist ein wunderbares und gewaltiges Zeugnis über das vollkommene Hirtenwesen JaHuWaHs:

„JaHuWaH ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er lagert mich auf grünen Auen, er führt mich zu stillen Wassern. Er erquickt meine Seele (mich). Er leitet mich in Pfaden der Gerechtigkeit um seines Namens willen. Auch wenn ich wandere im Tal des Todesschattens (in der Finsternis, vgl. Ps 139), fürchte ich kein Unheil, denn du bist bei mir; dein Stecken und dein Stab, sie trösten mich. Du bereitest vor mir einen Tisch angesichts meiner Feinde; du hast mein Haupt mit Öl gesalbt, mein Becher fliesst über. Nur Güte und Gnade werden mir folgen alle Tage meines Lebens; und ich kehre zurück (ich werde wohnen) im Hause JaHuWaHs lebenslang (alle Tage meines Lebens bei JaHuWaH)“.

Aus diesem wunderbaren Zuspruch und den ermutigenden Verheissungen heraus wünsche ich allen ein Shalom für alle Tage des Lebens, in allen Situationen und einen gesegneten Shabbat.

Gregor Dalliard