„Musste nicht der Christus dies leiden und in seine Herrlichkeit eingehen?“ Lk 24,26. Teil 3

Glaubensimpuls 239

Wir sind beim Thema Verfolgung, bzw. „dies leiden„, aus dem Bericht von Lukas (Lk 24,26b). Es ist die Fortsetzung vom letzten Gim. Doch lasst mich zuerst das Glaubensbekenntnis mit Lob und Dank bekennen, das uns der Prophet Jeshajahu (Jesaja) in wunderbarer Weise, im Auftrag JaHuWaHs, zusammengefasst übermittelte. Es war auch das beharrliche Glaubensbekenntnis des Jahushua (Jesu) von Nazareth. Es ist unser Bestreben mit ihm in seinem Glauben eins zu sein, damit wir mit dem Vater eins seien, wie er mit dem Vater eins war, so wie die treuen Propheten und die Gläubigen des auserwählten Volkes mit dem Vater eins waren.

„Berichtet und bringt Beweise herbei! Ja, sollen sie sich miteinander beraten! Wer hat dies von alters her hören lassen, schon längst es verkündet? Nicht ich, JaHuWaH? Und sonst gibt es keinen Erlöser (Gott) ausser mir. Einen gerechten und rettenden Helfer (Gott) gibt es ausser mir nicht! Wendet euch zu mir und lasst euch retten, alle ihr Enden der Erde! Denn ich bin Erlöser (Gott) und keiner sonst. Ich habe bei mir selbst geschworen, aus meinem Mund ist Gerechtigkeit hervorgegangen, ein Wort, das nicht zurückkehrt: Ja, jedes Knie wird sich vor mir beugen, jede Zunge mir schwören (jubilierend bekennen) und sagen: Nur in JaHuWaH ist Gerechtigkeit und Stärke. Zu ihm wird man kommen, und es werden alle beschämt werden, die gegen ihn entbrannt waren“ (Jes 45,21-24). Die Beschämung wird sich nach den Einsichten, Gerichten und der Umkehr in unsägliche Freude verwandeln.

Nun schliesse ich an die Gedanken des letzten Gim an. Die Christenverfolgung in den islamischen Ländern schreit heute zum Himmel. Das ist keine Frage. Folgendes aber macht uns betroffen und wir fragen uns: Warum fallen die Stellungnahmen der europäischen christlichen Politiker und Kirchenführer, unter dem Patronat der „ökumenischen“ Mutter Kirche, gegen diese grausamen Verbrechen an ihren Glaubensbrüdern, so halbherzig, so teilnahmslos, so pro forma aus? Europa verrät selbst seine eigenen Leute unter den Moslems. Es lässt sie buchstäblich im Stich. Das was die Verfolger an Reaktionen in den christlichen Ländern sehen, muss sie ermutigen den eingeschlagenen Weg fortzusetzen.

Ich erinnere mich an ein Wochenende in Lyon, in Frankreich. Es war vor rund dreizehn Jahren. Ich hielt von Freitagabend bis Sonntagmittag mehrere Vorträge in der Stadt. Dabei las ich am Samstagabend auch aus den verbindlichen Texten des 2. Vatikanischen Konzils. Ich las aus der Erklärung der katholischen Kirche über das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen vom 28. Oktober 1965, genannt: „Nostra aetate“. Ursprünglich sollten die Männer des Konzils darin das Verhältnis zu den Juden behandeln und nur am Rande die andern Religionen erwähnen und eine Erklärung dazu abgeben.

Warum? Die wesentliche direkte Mitbeteiligung der kirchlichen Führer an den grausamen Verbrechen der Shoa (Holocaust) liess zu jener Zeit die hohen kirchlichen „Würdenträger“ Europas nicht zur Ruhe kommen. Die Medien brachten immer häufiger das entsetzliche Versagen und die enge Mitbeteiligung der christlichen Führer Europas an diesen Gräueln ans Licht. Die Kirchenführer hatten jene Kreise, die frühzeitig gegen die Verbrechen des nationalsozialistischen System Widerstand leisteten und dagegen vorgingen, nicht unterstützt. Sie liessen sie kläglich im Stich, sie verrieten sie sogar an Hitler. In ihrer „Mahnung zur Treue“ vom 28. März 1933 verpflichtete die Kirche das Volk Hitler treu zu unterstützen. Papst Pius XI. unterstrich diese Aufforderung als Verpflichtung, indem er am 20. Juli 1933 mit Hitler ein entsprechendes Konkordat (Vereinbarung) abschloss und damit für die Vernichtung der Juden mitverantwortlich zeichnete.

Das warf in der Öffentlichkeit ein schlechtes Licht auf die Kirchen und christlichen Gemeinschaften. Unter dem Schock des menschlichen Leides und beim Anblick so vieler zerstörter Städte füllten sich nach dem Krieg die Kirchen. Doch nach der Überwindung des ersten Schocks verliessen mehr und mehr Menschen die Kirchen, weil sie über die Enthüllungen entsetzt waren. Der Vatikan schaute nicht tatenlos zu. Über die Medien versuchte der kirchliche Staat wieder einmal sein unschuldiges Gesicht in den Mittelpunkt des Weltgeschehens zu rücken. Taktisch geschickt half ihm dabei das altbewährte Mittel der Geschichtsverklitterung und das eiskalte berechenbare Umwerben der Gedemütigten. So vertuschte die Kirche z.B. den Verrat an die engagierte jüdisch stämmige Katholikin Edith Stein, die Johannes-Paul II. in einem perfekt inszenierten Täuschungsmanöver am 1. Mai 1987 selig und am 11. Oktober 1998 heilig sprach. Ebenso wurde Niklaus Gross, trotz des Widerstandes seines Sohnes, in einem perfekt inszenierten Shaumanöver vor der ganzen Welt am 7. Oktober 2001 von Johannes-Paul II. selig gesprochen. Die Liste lässt sich fortsetzen.

Mit ihrer altbewährten Durchtriebenheit versuchte die Kirche die Juden zu umgarnen, das Entsetzen der Juden gegen die Kirche zu neutralisieren, zu zerstreuen. Doch in diesem Fall nahm aber alles einen andern Weg. Aus der geplanten Absicht, sich in einer Erklärung allein den Juden zu widmen, wurde schliesslich eine Proklamation an den Islam. Die Endredaktion, die der Papst als Erklärung genehmigte, legte statt den Juden dem Islam den roten Teppich aus. Die endgültige Fassung dieser Erklärung kam erst nach heftigen Protesten, vor allem aus dem Lager der arabischen Bischöfe zustande, die unter dem radikalen Druck der Palästinenser, bzw. der arabischen Islamisten, standen. Sie lassen den Aussenstehenden aufhorchen und erschrecken. Wie die Medien heute aufzeigen zwang der islamische Terror, von Arafat ins Leben gerufen, ganz Europa in die Knie. Wir wissen heute, dass hinter dem Terroranschlag in der Schweiz, „Schwarzer September 1970“, Arafat (PLO) und Bassan Abu Sharif (PFLP) standen. Eine Swissairmaschine wurde damals in die Luft gesprengt. Das Resultat: 47 Tote.

Die Islamisten drohten der Schweiz mit weiteren Selbstmordkommandos, wenn sie sich nicht am Aufbau einer islamistischen antijüdischen Hetzkampagne gegen Israel beteiligen und damit dem palästinensischen Islamismus zu einer Plattform auf der politischen Weltbühne verhelfen würde. Die zu rassistisch-antijüdischen Machenschaften neigenden SP-Politiker, wie der SP-Bundesrat Pierre Graber und der SP-Nationalrat Jean Ziegler, waren die geheimen Akteure dieses unsäglichen Trauerspiel mit den Islamisten, das als Geheimabkommen bis zum Jahr 2020 unter Verschluss bleiben soll. Ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, das vielen Schweizern, auch Schweizerjuden, Tod und Verstümmelungen brachte – und bringen wird!! Die SP-Politiker waren in einer erbärmlichen Weise erpressbar.

Mit der Hilfe dieser SP-Politiker eröffneten die Islamistischen (PLO) in Genf ein politisches Büro. Die Strafuntersuchungen gegen die Islamisten wurde sofort eingestellt. Damit verhinderten diese Politiker den Friedensprozess im Nahen Osten und vermehrten – und vermehrendas Leid der Juden und der Menschen in der Welt bis zu dieser Stunde! Wer zieht Jean Ziegler zu Rechenschaft? Pierre Graber lebt nicht mehr!

Bundesrat Pierre Graber, Jean Ziegler und viele Europäer mehr, gehören schlichtweg zu den Schlüsselfiguren und Förderern des europäischen Islamismus, wie auch Papst Johannes-Paul II. Als nämlich Arafat von den Amerikanern international als Terrorist zur Fahndung ausgeschrieben war, wurde er 1982, zum Entsetzen der Juden und vieler Menschen in der Welt, provokativ von Johannes-Paul II. im Vatikan empfangen. Kein anderes „Staatsoberhaupt“ der Welt erhielt jemals mehr Audienzen beim Papst als der Islamist Arafat. Der Gipfel des Hohnes: Europa verlieh 1994 dem Islamisten Arafat, der den Terror nach Europa brachte, den Friedensnobelpreis! Ein Trauerspiel, eine Show, skrupelloser, rücksichtsloser Machtmenschen!

Nun geht es in dieser Erklärung „Nostra aetate“ im Wesentlichen um die Aufforderung der Christen zu einer neuen Einstellung in der Beziehung zum Islam, den Muslimen, obwohl im Dokument auch von der Beziehung zu den Juden, Hindus und Buddhisten die Rede ist. Die Christen werden darin aufgefordert dem Beispiel der Kirche zu folgen und den Muslimen mit Hochachtung zu begegnen, da sie sich so wie Abraham Gott unterworfen haben.

Diese Aussage des Vatikans muss unbedingt im Kontext ihrer Bibel, des sogenannten „Neuen Testamentes“, beurteilt werden. Denn darin heisst es, dass sich die Juden dem Glauben Abrahams nicht unterwarfen und darum den Jesus-Gott der Christen ermordeten!! M.a.W.: Was die Juden also nicht tun wollen, das tut der Islam.

In Genf fand ein internationales kirchlich-ökumenisches Treffen statt. Da Genf überfüllt war wurden Bischöfe mit ihren Delegationen in der nahe gelegenen Stadt Frankreichs, in Lyon, untergebracht. Am Wochenende fanden keine ökumenischen Konferenzen in Genf statt. Ein mit dem Vatikan unierter melkitischer Bischof und seine Delegation aus Syrien sahen in der Stadt die Einladungsplakate zu meinen Vorträgen. Sie nutzten die Gelegenheit und besuchten am Samstagabend meinen Vortrag.

Ich las aus dem Dokument „Nostra aetate“ des 2. Vatikanischen Konzils, von dem neuen Verhältnis zum Islam. Während meiner Darlegungen viel mir die Unruhe unter dieser syrisch-melkitischen Delegation auf, die ich bis dahin noch nicht kannte. Direkt nach der Versammlung kam der Bischof mit seiner Begleitung auf mich zu und fragte mich empört wer mir die Erlaubnis gegeben habe so schwere Verleumdungen gegen den Vatikan auszusprechen? Verärgert blickte er auf die französische Ausgabe der Konzilstexte, die auf dem Rednerpult lag. Ich gab ihm das Konzilskompendium in die Hände, indem ich auf das zitierte Dokument „Nostra aetate“ hinwies. Voller Emotionen drehte und wendete er das Buch in seinen Händen herum und fragte sehr nervös, was das für ein Buch sei? Seine Begleiter nahmen ihm das Konzilskompendium aus der Hand und erklärten ihm, dass in dem Buch die offiziellen Texte des 2. Vatikanischen Konzils enthalten seien. Sie schlugen das Dokument auf und lasen dem Bischof aus Artikel 3 vor, der die Christen auffordert den Muslimen mit Hochachtung zu begegnen, da sie sich so wie Abraham Gott unterworfen hätten.

Der syrische Bischof wurde fassungslos. Enttäuscht sagte er, vor wenigen Tagen sind wir vom Papst Johannes-Paul II. im Vatikan zu einer Audienz empfangen worden. Nichts davon kam zur Sprache. Wir baten den Heiligen Vater, kraft seines Amtes als pastoraler Oberhirte aller Christen und kraft seiner Position, die er in der Funktion eines politischen Staatsoberhauptes innehat, mehr diplomatisches Engagement zu zeigen und seine Stimme vermehrt gegen die zunehmende Islamisierung und Unterdrückung der Christen in Syrien zu erheben. Niedergeschlagen meinte er „ah, so läuft das in Rom!“ Ich war sehr erstaunt darüber, dass dieser melkitisch-unierte Bischof hinter dem Papst herlief, sich von ihm Schutz und Hilfe gegenüber der islamistischen Unterdrückung und gegen die Islamisierung ganz Syriens erbat und nichts von diesem Dokument wusste. Der Mann tat mir, samt seiner Delegation, sehr leid. Ich sagte ihm, sofern ich es wagen dürfe, möchte ich ihm eine Empfehlung mit auf den Weg geben. Er und seine Begleiter sollten sich allein auf die Hilfe von Gott verlassen. ich las ihm aus dem Psalm 146 die Verse 3 und 6:

„Vertraut nicht auf Edle, auf einen Menschensohn, bei dem keine Hilfe ist! Sein Geist geht aus, er kehrt wieder zu seiner Erde: am selben Tag gehen seine Pläne verloren. Glücklich der, dessen Hilfe der Erlöser (Gott) Jakobs ist, dessen Hoffnung auf JaHuWaH, seinem Retter, steht, der Himmel und Erde gemacht hat, das Meer und alles, was in ihnen ist; der Treue hält auf ewig“. Vom Vatikan sei keine Hilfe zu erwarten. Die vielen internationalen hochdiplomatischen Verflechtungen des Vatikans in der Weltpolitik und der Wirtschaft dienten allein dem Selbsterhalt, dem Erhalt seiner Finanzen und damit dem Erhalt seiner Machtposition in der Weltpolitik. Wie war ich überrascht, als der Bischof mit seiner Delegation am Sonntagmorgen an einem weiteren Vortrag teilnahm.

Damit besiegelt Europa den Untergang des Christentums nicht nur in den islamischen Ländern, früher oder später auch in Westeuropa. Was zählt ist der wirtschaftliche Erfolg, den jeder christliche Politiker in Europa für sich verbuchen will, um jeden Preis. Der Handel mit der **islamistischen Führung Teherans ist den christlichen Politikern und Kirchenführern im Augenblick wichtiger als die Menschlichkeit.** Ein erbärmliches Armutszeugnis, ein Signal das die Islamisten weiter ermutigen und erstarken lässt. Uns allen ist Eines klar. Viele Moslems sind vorbildliche Menschen, die nie zu radikalen gewalttätigen Mitteln greifen würden, wie das auch viele Christen nie tun würden.

Was aber beweist uns die Geschichte des Christentums zur Genüge? Und was beweist uns auch die Geschichte des Islam zur Genüge, wenn auch nicht in der Ausweitung des Christentums? Diese Religionen enthalten in Lehre und Wesen ein unberechenbares Potential an Gewaltanwendung in sich verborgen, schlummernd! Sobald sie freie Hand erhielten und von höherer Warte aus instrumentalisiert würden, wäre Gewaltanwendung, aus religiösen Gründen, der selbstverständlichste aller Schritte und nicht mehr aufzuhalten.

Der israelitisch-jüdische Prophet wird im Buch Jeshajahu (Jesaja) als Mann des Leidens dargestellt. Immer wieder brachen einzelne, dann wieder viele, einmal mehr, dann wieder weniger, das Treuebündnis mit JaHuWaH. Ein Überrest aber blieb immer treu, bis zum heutigen Tag. Zu welcher jüdischen Richtung der treue Überrest heute gehört, ist von uns aus nicht leicht zu beurteilen. Ich meine, der treue Überrest ist wohl in allen jüdischen Strömungen zu finden. Wir können die verschiedenen jüdischen Strömungen zwar etwas analysieren aber ein Urteil über sie fällen zu wollen, steht uns keineswegs zu. Sie tragen alle ihre Verantwortung vor JaHuWaH. Viele geben die Ordnungen, Rechtsbestimmungen, Shabbate und Verheissungen als Segen Abrahams weiter. Sie verstehen sie als solche und leben entsprechend darin. Mit ihnen dürfen und sollen wir uns zielorientiert freuen, selbst wenn wir unseren eigenen erkannten Weg zu gehen haben. Das aber ist wunderbar und ein Segen für die Zukunft!

Nun, immer wieder übergingen einzelne und Gruppen die Ordnungen, Rechtsbestimmungen und Shabbate JaHuWahs. Berufung und Sendung der Propheten, innerhalb des auserwählten Volkes war es, die Fehlbaren zur Umkehr aufzurufen und gegebenenfalls Gerichte anzukündigen. Mit ihrem Auftrag stiessen die Propheten oft auf wenig Verständnis. Harter Widerstand schlug ihnen entgegen. Der Prophet JaHuWaHs durfte aber in keiner Weise nachgeben. Er handelte aus Liebe. Er war das Herzblut JaHuWaHs. Damit aber lud sich ein Prophet schwere Leiden von Seiten jener auf, die ihren verkehrten Weg nicht aufgeben wollten. Sie trachteten dem Propheten nach dem Leben, manche wurden ermordet. Sie wurden gelegentlich in eine alte Zisterne oder in sonst ein Loch geworfen (vgl. Jer 38,7-13), sehr oft durchstochen, durchbohrt.

Isebel terrorisierte damals das israelitische Volk. Sie liess die meisten Propheten JaHuWaHs in Israel umbringen. Fast Ausnahmslos wurde das Opfer durchstochen. „Und siehe, das Wort JaHuWaHs geschah zu ihm, und er sprach zu ihm: Was tust du hier, Elijahu? Und er sagte: Ich habe sehr geeifert für JaHuWaH, den Retter der Heerscharen. Deinen Bund haben die Söhne Israel (unter dem Druck der Isebel) verlassen, haben deine Altäre niedergerissen und deine Propheten mit dem Schwert umgebracht (durchstochen)! Und ich allein bin übriggeblieben, ich allein, und nun trachten sie danach, auch mir das Leben zu nehmen“ (1Kö 19,10). Der JaHuWaHtreue Prophet wird mit JaHuWaH identifiziert. Wurde ein solcher Prophet durchstochen, dann wurde bildlich betrachtet, JaHuWaH durchstochen.

Darum lesen wir in Sacharjahu 12,10: „Aber über das Haus David und über die Bewohnerschaft von Jerushalajim giesse ich den Geist der Gnade und des Flehens aus, und sie werden auf mich (JaHuWaH) blicken, den sie durchbohrt haben, und werden über ihn (JaHuWaH) wehklagen, wie man über den einzigen Sohn wehklagt, und werden bitter über ihn (JaHuWaH) weinen, wie man bitter über den Erstgeborenen weint.“ Der Schmerz wird so tief und ergreifend sein wie einem Tod des Erstgeborenen Sohnes. Der Tod des erstgeborenen Sohnes war zu jener Zeit das Allerschlimmste, das einer Familie zustossen konnte.

Der Prophet wird nicht umsonst als „ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut“ bezeichnet (Jes 53,3). „Wer hat unserer Verkündigung geglaubt? An wem ist der Arm des HERRN offenbar geworden?- Er ist wie ein Trieb vor ihm aufgeschossen und wie ein Wurzelspross aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt und keine Pracht. Und als wir ihn sahen, da hatte er kein Aussehen, daß wir Gefallen an ihm gefunden hätten. Er war verachtet und von den Menschen verlassen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut, wie einer, vor dem man das Gesicht verbirgt. Er war verachtet, und wir haben ihn nicht geachtet.

Jedoch unsere Leiden – er hat sie getragen, und unsere Schmerzen – er hat sie auf sich geladen. Wir aber, wir hielten ihn für bestraft, von JaHuWaH geschlagen und niedergebeugt. Doch er war durchbohrt (mit dem Schwert durchstochen) um unserer Vergehen willen, zerschlagen um unserer Sünden willen. Die Strafe lag auf ihm zu unserm Frieden, und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden. Wir alle irrten umher wie Schafe, wir wandten uns jeder auf seinen eigenen Weg; aber der JaHuWaH liess ihn treffen unser aller Schuld. – Er wurde misshandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf wie das Lamm, das zur Schlachtung geführt wird und wie ein Schaf, das stumm ist vor seinen Scherern; und er tat seinen Mund nicht auf.- Aus Drangsal und Gericht wurde er hinweggenommen. Und wer wird über sein Geschlecht nachsinnen? Denn er wurde abgeschnitten vom Lande der Lebendigen. Wegen des Vergehens seines Volkes hat ihn Strafe getroffen. Und man gab ihm bei JaHuWaHlosen sein Grab, (warf ihn in ein Loch) aber bei einem Reichen (bei JaHuWaH) ist er gewesen in seinem Tod, weil er kein Unrecht begangen hat und kein Trug in seinem Mund gewesen ist“ (Jes 53,1-9).

Jeder gewissenhafte und aufrichtige Bibelleser wird erkennen und zugeben müssen, dass vor allem der Jeshajahutext (Jesajatext) auf den ganzen gläubigen Überrest des auserwählten Volkes übertragen werden muss. Er, dieser gläubige Überrest, ist der gesalbte Leidensknecht JaHuWaHs in der ganzen Welt. Jeder Einzelne des auserwählten Volkes ist Mashiach, Gesalbter, Christus und damit rund um den Globus, früher oder später der Verfolgung und Leiden ausgesetzt. Das ergibt sich in der Auserwählung, Aussonderung, dieses Volkes in Abraham (Lies 1Mo 12,1-3; 5Mo 7,6-7). Das ergibt sich aus dem Auftrag und der Zielsetzungen des Heiles, das sich JaHuWaH für die ganze Menschheit vorgenommen hat. Es gehört zum Wesen des auserwählten Volkes als Christus JaHuWaHs, als Gesalbter, als Mashiach, durch Leiden in die Herrlichkeit JaHuWaHs einzugehen.

Doch JaHuWaH begleitet sein Volk durch alle Leiden hindurch: „Du aber Israel mein Knecht, Jakob, den ich erwählt habe, Nachkomme Abrahams, meines Freundes, du, den ich ergriffen von den Enden der Erde und von ihren fernsten Gegenden her gerufen habe, zu dem ich sprach: Mein Knecht bist du, ich habe dich erwählt und nicht verworfen – fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir! Habe keine Angst, denn ich bin dein Erlöser (Gott)! Ich stärke dich, ja ich helfe dir, ja, ich halte dich mit der Rechten meiner Gerechtigkeit“ (Jes 41,8-10).

Das Verhältnis zwischen Herrn und Knecht in der Antike entspricht nicht unserer Vorstellung. Das war ein völlig anderes. Es entspricht keineswegs unserem heutigen Verständnis. Der Knecht verteidigte seinen Herrn, das was ihm gehörte und dessen Anliegen, bis in den Tod. Umgekehrt war es ebenso. Das ist das Treuebündnis zwischen JaHuWaH und Abraham, und damit zwischen JaHuWaH und den Juden. Ein Beispiel mag das Herrn-Knecht-Verhältnis der Antike erhellen. Die Knechte von Abraham und diejenigen von Lot bekamen Streit miteinander. Die Knechte kämpften für die Sache ihres Herrn. Das führte zur Trennung von Abraham und Lot. Mit Abraham lebten 318 in seinem Haus geborene Knechte. Sie gehörten als Grossfamilie zusammen und teilten alles miteinander.

Wir dürfen Lk 24,26 nur in seinem heilsgeschichtlichen biblischen Gesamtkontext verstehen. Wie jeder andere gläubige Jude (Mashiach, Gesalbter, Christus), der vor und nach Jahushua, für den Willen JaHuWaHs, für dessen Ordnungen, Rechtsbestimmungen und Shabbate einstand und deswegen leiden musste, so musste auch Jahushua leiden „..und in seine Herrlichkeit (in die des Vaters) eingehen“. Im nächsten Gim wollen wir über die Herrlichkeit schreiben.

Wir wünschen uns gegenseitig einen gesegneten Shabbat mit den Worten des Psalmisten aus Ps 30,2: „Ich preise dich, JaHuWaH; denn du hast mich aus der Tiefe gezogen“. Mit einem herzlichen Shalom!

Gregor Dalliard