"..denn du bist bei mir" Ps 23,4c.

Glaubensimpuls 348

Nach einer Romwallfahrt über “Himmelfahrt” fragte mich ein Turnkollege: “Warum geht es mir so schlecht und anderen geht es so gut? Dein Gott, der doch der Gott aller Menschen ist, kann ich überhaupt nicht verstehen”. Unzählige Menschen fühlen sich nach “Hochs”, die sie ausserhalb des Alltags erleben, elend und von ihrem Gott vergessen, sobald sie wieder auf den Alltag zurückgeworfen sind. Gerne wird auf ein relativ braves Alltagsleben hingewiesen und die guten Taten werden aufgezählt, die doch ihre Gottheit zwingen müsste ihnen ein gutes Leben zu geben. Das ist ein uraltes Denkschema von dem auch schon die Psalmen sprechen.

Andere wiederum kommen sich so ewig schlecht vor, dass sie gar nicht auf den Gedanken kommen, dass sie fremdgesteuert und fehlgeleitet sind. Und da diese Irrtümer fälschlicherweise als das von JaHuWaH geoffenbarte Wort gepredigt werden, kommen sie auch gar nicht auf den Gedanken, dass es einen Weg aus diesem Elend geben könnte. Sie finden keinen Weg daraus. Die angeborene christliche Erziehung lässt eine solche Möglichkeit gar nicht erst zu. Sie verfallen ihrer religiös angelernten Gedankenwelt und bleiben darin gefangen und werden darin oft von Depressionen geplagt, je älter sie werden. Und da der Auslöser dieser verkehrten Denkstrukturen die christliche Theologie ist – und wie gesagt – fälschlicherweise als das von JaHuWaH geoffenbarte Wort gepredigt wird, kann und will eine Masse von Menschen überhaupt keine Beziehung zu JaHuWaH suchen. Ja, sie denken nicht im Geringsten daran, dass sie irregeführt sind. Sie denken eher, dass JaHuWaH nicht richtig tickt. Fern jeder Vorstellung bleibt es ihnen verborgen, dass JaHuWaH uns eine andere Erlösung vermittelt. Für sie ist das Thema Gott, bzw. JaHuWaH, erledigt.

Vor einigen Tagen sass ich im Spital Sion/Sitten mit mehreren Verwandten am Krankenbett meines ältesten Schwagers. Wir kamen in der Cafeteria auf einen jungen Familienvater mit zwei Kindern aus unserem Heimatort zu sprechen, der sich vor wenigen Wochen, in seiner Verzweiflung, aufgehängt hatte. Seine Frau fand ihn noch lebend, aber einige Tage danach verstarb er. In unseren Dörfern sind alle miteinander mehr oder weniger Blutsverwandt. So war dieser Mann ein Blutsverwandter von uns. Nach Lausanne, am Ende des Genfersees, deuten bald einmal die hohen Berge rechts und links der Rhone, das obere Rhonetal, den Kanton Wallis/Valais an. Der letzte Drittel des Rhonetals, bis zur Quelle der Rhone, dem Rhonegletscher, ist deutschsprachig. Viele Walliser, sowohl im deutschsprachigen als auch im französischsprachigen Teil haben heute ein zwiespältiges Verhältnis zur Kirche. Es ist eine Art Liebeszwang, eine Hassliebe zur Kirche, vor allem bei der jungen Generation. Sie stecken tief im kirchlichen Sumpf. Obwohl sie die Kirche mehr und mehr als schizophrenes Gebilde wahrnehmen, sind sie unfähig sich von ihr zu lösen. Ihr Inneres ist zu tief geprägt von der traditionellen Vorstellung, dass die Kirche (Sakramente) zum Heile notwendig ist und ausserhalb der Zugehörigkeit zur Kirche sich beim Tod höllische Abgründe öffnen. Mit unendlich sich wiederholenden religiös-sakramentalen Kulten und Zeremonien wird verhindert, dass sie auf den Gedanken kommen könnten, dass ein Weg aus diesem Elend überhaupt möglich ist. Die Kirche verstand und versteht es meisterhaft die Menschen denkunfähig zu machen und zu halten, in Bezug auf das was JaHuWaH, sein Wort des Lebens und das prophetisches Wort betrifft. Die vielen Widersprüche in der die Theologie des Christentums sind nur auf diese Weise zu übertünchen. Auf diese Weise vermitteln sie den Eindruck von Geheimnisvollem, das nur den Priestern zugänglich ist, das nur die Priester verstehen können und von allen anderen zu glauben ist.

Wir sollten jeden Tag dankbar dafür sein, dass wir aus diesem riesigen Knäuel an religiösen Verwirrungen, Ängsten und Vergewaltigungen herausgeführt worden sind. Der Gott des Papstes und der Priester, der christlichen Prediger und Evangelisten, ist heute wahrlich nicht mehr mein Gott, nicht mehr unser Gott. Viele von uns konnten sich aus seinen Fängen befreien, weil wir das wollten. Das meinem traditionell gebundenen Turnkollegen verständlich zu machen, damit er inmitten seines katholischen Umfeldes die Konsequenzen ziehen kann, ist gar nicht so einfach! Ab und zu meint er allerdings, “dein Gott ist eigentlich anders. Ich könnte mir vorstellen mit ihm als Freund zu leben, aber wie hast du denn diesen Gott entdeckt? Erzähle mir von ihm! Vor meinem Gott habe ich immer Angst, alle in meiner Verwandtschaft, darum weichen ihm alle aus.” Ja, sie machen alle in der Kirche mit, aber kennen einen Gott dem sie in ständiger Angst folgen. Der Psalm 23 ist ein kleiner Psalm, aber er gibt uns ein ganzes Buch voll über das Wesen JaHuWaHs wieder: “..denn du bist bei mir” Ps 23,4c.

Allen wünsche ich ein gesegnetes und fröhliches Fest Shawuoth. Es ist das Fest der Ernte. Auch du und ich gehören bereits zu dieser eingebrachten Ernte. Darum lasst uns fröhlich sein! Wir sind heimgekommen! Es ist auch die Erinnerung an das geschenkte Wort des Lebens. Es ist das Leben an dem, wie uns das JaHuWaH und alle seine Propheten verkündigen, einmal alle Menschen teilhaben werden dürfen.

Shalom und herzliche Grüsse

Gregor Dalliard