„Denn der Herr Jahweh tut nichts, es sei denn, dass er sein Geheimnis seinen Knechten, den Propheten, enthüllt hat“ (Amos 3,7).

Glaubensimpuls 124

In diesem und im nächsten Gim möchte ich auf eine weitere Angelegenheit eingehen, die uns als Folge des Glaubenswachstums und -gehorsams widerfahren kann. In ihrem Zeugnisbericht (vgl. Gim 122) schrieb die Glaubensschwester: „..ich kann mir unter Geist nichts vorstellen. Muss ich mir dabei etwas vorstellen oder nicht? Wie begegne und erfahre ich meinen Gott als Geist?“

Wächst ein Kirchenmensch aus seinem angestammten heidnisch-christlichen Glauben heraus, der aus Darstellungen von Gottheiten (Erlösern) besteht, vor allem aus den drei Gottheiten, Gott dem Vater, Gott dem Sohn und Gott dem hl. Geist, und wendet sich dem biblisch bezeugten Monotheismus zu, dann stellt sich diese Frage unausweichlich.

Monotheismus heisst ja den Glauben an dein einzig EINEN Erlöser Jahweh haben. Zur Erinnerung sei gesagt: Das deutsche Wort Gott bezeichnet eine antike heidnische Erlöser-Gottheit. Im biblischen Sinne muss Gott korrekt mit Erlöser übersetzt werden. Die Bibel bezeichnet Jahweh unseren Schöpfer als den einzig EINEN Erlöser, ausserhalb dem es keine Erlösung gibt und von dem jede Erlösung ausgeht, die des Mose, Elijah.. und Jahshuas (vgl. Hebr 3,1-6).

Ausserhalb der Offenbarung Jahwehs an die Israeliten finden wir zahllose Darstellungen von Gottheiten, bzw. Göttern, d.h. von falschen Erlösern, die gefürchtet und angebetet werden. In all diesen Kulturen werden die Gottheiten (Erlöser) als lebende oder verstorbene Menschen („Heilige“), als Dämonen, Drachen, Tiere, Gestirne oder Gegenstände angebetet.

Der Islam hat in seiner Urform den Monotheismus von den Juden übernommen. Massgebend war dabei ein berühmter Rabbi, der zum Islam konvertierte. Damit kennt der Islam auch das Verbot der Anbetung von Menschen („Heiligen“) und irgendwelcher anderer Wesen und Gegenständen und ebenso das Verbot ihrer Darstellungen.

Die Christen hingegen beten den entjudaisierten Menschen Jahshua von Nazareth als eine Gottheit an, wie sie in der Antike bei allen Grossen als Göttersöhne praktiziert wurde. Ebenso beten sie neben dem Abba Jahweh noch einen andern Geist als dritte Gottheit an, der ab dem 5.Jh. auch als Muttergottes (Mutter von Gott) dargestellt und angebetet wird. Die Konzilien von Ephesus (431) und Chalcedon (451) entjudaisierten die Mutter Jahshuas, die Mirjam, und machten aus ihr die Göttin Maria, mit der Gott allein auf übernatürliche Weise sexuellen Verkehr hatte, d.h. seinen Samen in sie hineinlegte ohne ihr Jungfernhäutchen zu verletzen.

Darum muss sie die allezeit Jungfräuliche genannt werden, weil sie vor während und nach der Geburt dieser mysteriösen Zeugung Jungfrau blieb. Auch antike Mütter, die berühmte Menschen geboren hatten, galten entsprechend der Berühmtheit ihrer Söhne als Jungfrauen, weil eine Gottheit mit ihnen heimlich verkehrt hatt.

Nach der Lehre der Mönche war die Zeugung durch einen Mann, wie sie der himmlische Vater, der Schöpfer des Lebens schuf, eine Befleckung (Sünde). Darum musste schon die Zeugung Marias durch ihre Eltern als übernatürlicher unbefleckten Akt gelehrt werden, den die Kirche jedes Jahr am 8. Dezember als Fest der Unbefleckten Empfängnis Mariens feiert.

Damit war die jüdische Mirjam entjudaisiert, umgepolt und den christlichen ehelosen Bischöfen, Mönchen und Nonnen angepasst.

Jetzt entsprach sie z.B. der ägyptischen Göttin Isis. So fand sie ihren Platz in der Ahnenreihe der heidnischen Göttinen. Später fuhr sie leibhaftig in den Himmel auf und wird von der Kirche als die Mutter aller Lebenden, Mittlerin aller Gnaden und (Mit-)Erlöserin angerufen und angebetet. Zu makaber dieser Kult! Dass hier die zusammenhängenden biblischen Zeugnisse – und damit auch der Jude Josef – auf der Strecke bleiben, ist nicht anders zu erwarten. Doch wir sind zur Erkenntnis des biblisch-prophetischen Zeugnisses gelangt und halten uns daran!

Die Katholiken und andere beten zudem eine Masse von Toten („Heilige“) an, die sie in jeder Weise zur Anbetung und zu ihrem Schutze dar- und aufstellen, hegen und pflegen. Auch die sonnenähnliche Brotscheibe (Hostie) wird als eine Gottheit angebetet und vieles mehr in Form von Statuen und Bildern und Wallfahrten. Das nennt die Bibel Vielgötterei (Polytheismus), Götzendienst, religiöse Sklaverei, ein Fluch.

Jahweh, der Erschaffer der Welt, des Kosmos und aller Kreatur, der Erlöser Israels und der Welt, offenbart sich als der einzig EINE. Er ist sogar der Gott der Götter, d.h. der Erlöser aller Erlöser, auch der falschen Erlöser. „Jahweh, euer Erlöser, er ist der Erlöser der Erlöser“ (5Mo 10,17). Ausser ihm gibt es keinen Erlöser (Gott), den wir anbeten sollen, keine wahre Hilfe. Er gibt seine Ehre auch keinem andern: „Ich bin Jahweh und sonst keiner. Ausser mir gibt es keinen Erlöser.. und meine Ehre gebe ich keinem andern“ (Jes 45,5; 48,11).

Im Unterschied zu den Göttern (falschen Erlösern) verbietet er seinem auserwählten Volk ihn in irgendeiner Weise darzustellen oder sich ein Bild von ihm zu machen, obwohl Propheten den himmlischen Vater in ihren Visionen unterschiedlich wahrnehmen, manchmal als einen überragenden König auf einem Thron. Der Abba Jahweh, der Geist ist, offenbart sich auch als Vater oder tröstende Mutter. Es sind Visionen, Ausdrucksweisen, Vergleichsweisen, die uns helfen Jahweh als Geist zu „verstehen“, die wir aber nicht gegenständlich machen sollen, nicht darstellen sollen, um davor anzubeten. Diese Vergleichsweisen gehören notwendigerweise zu unserem Denk- und Fassungsvermögen. Es ist uns aber – zu unserem eigenen Schutze – untersagt, sie in irgendeiner Weise als Helfer (Erlöser) darzustellen, anzusehen (mystisch), davor anzubeten, sie herumzutragen, ihnen zu huldigen, sie anzurufen.

Jede Darstellung und Meditation dieser Art unterbindet und verhindert darum den persönlichen Kontakt von Jahweh zu uns und umgekehrt. Jede Form der Anbetung, ausserhalb der von Jahweh, unserem Schöpfer, gebotenen, erniedrigt den Menschen, beraubt ihn der Würde, die Jahweh ihm zugedacht hat und macht ihn zu einem religiösen Sklaven. Diese Art der Anbetung verhöhnt den Schöpfer aller Dinge und beraubt uns, als seine Geschöpfe, seiner Führung und seines Segens.

In einer ersten Stufe erfahre und begegne ich Jahweh, der Geist ist, über sein Wort. Betrachte und studiere ich sein Wort in der Thora, Propheten und Schriften, dann lerne ich ihn und seinen Willen kennen. Das erste Kapitel der Bibel zeigt uns auf wie Jahweh spricht. Was er spricht nimmt sofort Gestalt (d.h. auch Fleisch) an. Das Wort ist also Jahweh und das Wort ist bei Jahweh. Es gibt kein Wort das er spricht, das nicht gleich Fleisch wird, Gestalt annimmt. Darum begegne ich als Mensch in allem Erschaffenen Jahweh.

Alles Geschaffene stellt sein gesprochenes Wort und damit sein unsichtbares Wesen dar.

Vor allem die Psalmen rühmen diese herrliche Tatsache überschwänglich. Natürlich muss ich bereit sein mit einem offenen Herzen, mit offenen Augen und Ohren durch seine herrliche Schöpfung zu gehen.

In einer zweiten Stufe erfahre und begegne ich Jahweh durch das Wort, das er durch seine Propheten spricht. Alle seine Worte, die er jemals durch seine Propheten gesprochen hat, nehmen im Laufe der Heils-Geschichte Gestalt an, m.a.W. sie werden Fleisch, werden konkret, erfüllen sich. Sie müssen genau so eintreffen, so geschehen, bis alles vollendet sein wird, was er durch sie gesprochen hat. Das ist ein unumstössliches, unantastbares und aussergewöhnliches Zeichen seiner Gegenwart in unserer Heils-Geschichte.

Ein kleines Beispiel, das sich in einer Kurzprophetie erfüllte, d.h. innerhalb von zwei Jahren. Die beiden Könige, der König von Israel, Pekach, und der König von Aram, Rezin, beschlossen nämlich gegen den König von Juda Krieg zu führen und die Stadt Jerusalem einzunehmen und alle aus Juda zu vertreiben. Die Situation war äusserst angespannt, zum verzweifeln.

Nun hören wir das Wort Jahwehs, das er durch den Propheten Jeshajahu (Jesajah) an den entmutigten König Ahas richtet, der in seiner Verzweiflung schmort, weil er keine Beziehung und kein Vertrauen mehr auf Jahweh hat. Darum lehnt er ein Zeichen seiner Hilfe ab: „Hört doch, Haus David! Ist es euch zu wenig, Menschen (durch euer mangelndes Vertrauen zu Jahweh) zu ermüden, dass ihr auch meinen Gott (Erlöser) ermüdet?

Darum wird Jahweh selbst euch ein Zeichen geben: Siehe, die junge Frau (auch Jungfrau, d.h. eine junge Frau des Königs) wird schwanger werden und einen Sohn gebären und wird seinen Namen Immanuel (d.h. der Erlöser ist mit uns) nennen.. Denn ehe der Junge weiss, das Böse zu verwerfen und das Gute zu wählen, wird das Land verlassen sein, von dessen beiden Königen dir graut“ (Jes 14,13-16).

Tatsächlich gab es keine Besetzung Jerusalems durch diese beiden Könige, auch keine Vertreibung der Bewohner von Juda, denn das Kind Hiskia wurde geboren. Und tatsächlich, bevor der Junge zwischen Gut und Böse unterscheiden konnte, viel Damaskus 732 und sein König Rezin wurde exekutiert. Fast gleichzeitig wurde Pekach von Israel ermordet. Binnen zweier Jahre hatte sich dieses Wort an Juda erfüllt.

Hiskia wurde schon als Kind, wahrscheinlich mit 11 Jahren, Ko-Regent seines Vaters und mit 25 Jahren König. Er war wahrlich der Immanuel, der (Gott) Erlöser mit uns, denn er stellte mit allen Kräften die Beziehung zu Jahwehe unter dem Volk wieder her und entfernte alle Darstellungen der Götter: „Er vertraute Jahweh, dem Erlöser Israels. Und nach ihm hat es seinesgleichen nicht gegeben unter den Königen von Juda noch unter denen, die vor ihm waren.“ (2Kö 18,5). Das war der Immanuel zur rechten Zeit! Das war die genaue Erfüllung der Prophetie Jahwehs. Ist das nicht umwerfend!

Achten wir darum gerne mit viel Ernsthaftigkeit und Freude auf die vielen Prophetien Jahwehs in der Bibel, die zu unterschiedlichen Zeiten und Begebenheiten von ihm gesprochen worden sind.

In einer dritten Stufe begegne und erfahre ich Jahweh in seinem Bund mit Abraham und in dem was er Abraham verheisst und sehen lässt. Dem Propheten Abraham wurde von Jahwheh, dem Allmächtigen, die ganze Heilsgeschichte, die sich Jahweh in sich selbst bereits entworfen hatte, gezeigt. Abraham durfte sie sehen. Darum ist der Bund mit Abraham von Jahweh selbst einseitig geschlossen worden, d.h. niemand kann diesen Bund, diese Heils-Sicht, diese Schau, die Jahweh Abraham für alle Zeiten sehen liess, aufheben.

„Sollte ich vor Abraham verbergen, was ich tun will? Abraham soll doch zu einer grossen und mächtigen Nation (Nationen) werden, und in ihm (und durch seine Nachkommen) sollen gesegnet werden alle Völker der Erde“ (1Mo 1817-18). „Denn der Herr Jahweh tut nichts (wirkt kein Ereignis), es sei denn, dass er das Geheimnis seinen Knechten, den Propheten, enthüllt hat“ (Amos 3,7).

Abraham durfte auch jeden Propheten der nach ihm kommen sollte im Heilsplan Jahwehs sehen, obwohl noch keiner von ihnen geboren war. Sie waren in Jahwehs Heils-Geschichte schon alle eingeplant bevor Abraham geboren wurde und lebte. Darum konnte Jahshua, der sich selbst als Prophet bezeichnete (vgl. Mk 6,4; Mt 13,57; Lk 4,24), was ebenso die Apostel taten (vgl. Lk 24,19; Apg 3,16-17.22; 7,37; 4,27), sagen: „Ehe Abraham war (lebte), bin ich (im Heilsplan Jahwehs vorgesehen gewesen) (Jo 8,58). „Abraham, euer Vater, frohlockte, dass er meinen Tag sehen sollte, und er sah ihn und freute sich“ (Jo 8,56).

Im nächsten Gim mache ich die Fortsetzung dieses Themas.

Mit einem freudigen Shabbat Shalom grüsse ich alle ganz herzlich.

Gregor Dalliard