„dein Wille geschehe” (Matthäus 6,9e)

Glaubensimpuls 25

Schlicht und einfach lehrt Jahshua seine Zuhörer dem Vater im Gebet zu bekennen: “dein Wille geschehe”. Auch mit diesem festen Glaubensbekenntnis steht Jahshua ganz auf der profetischen Offenbarungslinie. Dieses Bekenntnis sollte zum Wesen eines jeden Mitglied des auserwählten Volkes gehören. Grundsätzlich gilt darum: Das Geschöpf fragt nach dem Willen des Schöpfers Jahweh. Den Willen des Schöpfers finden wir in der Offenbarung, in der Bibel, in den Zeugnissen und Bekenntnissen. Wir lernen darin das Wesen Jahwehs kennen. Dadurch werden wir vom Schöpfer Jahweh in die geschichtlichen, die immer auch heilsgeschichtliche Zusammenhänge sind, hineingeführt. Durch die Erkenntis seines Willen werden wir zur Ruhe und damit zu einem sinnerfüllten Leben geführt. Als Geschöpfe benötigen wir dies dringend, gerade wegen der Widerwärtigkeiten, der scheinbaren Sinnlosigkeiten und aller zu natürlich, zu evolutionistisch, anmutenden Abläufen in der Schöpfung.

Was Jahweh will, das geschieht: “Und Jahweh sprach, und es wurde” (vgl. 1. Mo Kap. 1 und 2). Jahweh hat alles nach seinem Ratschluss (Willen) geschaffen. Selbst das Böse hat Jahweh geschaffen. Er wirkt aber alles zu seinem Zweck: “Alles hat Jahweh zu seinem Zweck gemacht, so auch den Jahwehlosen für den Tag des Unglücks” (Spr 16,4, vgl. 2. Mo 9,16-17; Röm 9,16-18). “Seht nun, dass ich, ich es bin und kein Erlöser neben mir ist! Ich, ich töte und ich mache lebendig, ich zerschlage und ich, ich heile; und es gibt keinen, der aus meiner Hand rettet” (5. Mo 32,39). “Ich bin Jahweh und sonst keiner. Ausser mir gibt es keinen Erlöser. Ich gürte dich, ohne dass du mich erkannt hast, damit man erkennt vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang her, dass es ausser mir gar keinen gibt. Ich bin Jahweh und sonst keiner – der das Licht bildet und die Finsternis schafft, der Frieden wirkt und das Unheil schafft. Ich, Jahweh, bin es, der das alles wirkt” (Jes 45,5-7).

Dass alles seinem Willen entspricht und alles seinem Zweck dient, können die wenigsten Menschen verstehen und nachvollziehen. Vor den vielen schrecklichen Geschehnissen in der Welt, stehen viele fassungslos da, wenn sie solches lesen. Der Wille des Menschen ist aber hier mit hineingenommen, mit hineingefragt und gefordert. Jahweh gab nach seinem Willen freie Entscheidungsmöglichkeiten. Freiräume in denen der Mensch die volle Verantwortung wahrnehmen soll und muss. Alle Aufforderungen in den Bündnisschriften (AT) und Zeugnisberichten (NT) reden davon. Doch diese Entscheidungsmöglichkeiten kann der Mensch nur innerhalb dieser festen Ordnungen als Geschöpf Jahwehs wahrnehmen, nie aber ohne Gemeinschaft (Beratung) mit Jahweh. Das Geschöpf sollte erkennen und wissen, dass es niemals seinem Schöpfer ebenbürtig ist oder ihn ignorieren darf. Dazu gibt es etliche profetische Aussagen im Zusammenhang des Bildes vom Töpfer mit dem Ton, dem Künstler mit dem Kunstwerk (Röm 19-23; Jes 29,16; 45,9-13; Dan 4,32; Jer 18,3-6). Diesen Unterschied sollte der Mensch nach dem Willen Jahwehs respektieren! Erst dann kann der Mensch in verantwortbaren Willensentscheidungen innerhalb all dieser Gegebenheiten handeln. So schrecklich sich diese Aussage unter Umständen auch anhören mag, aber alles Leid hat eine erzieherische, zu Jahweh hinführende, Bedeutung. Ohne Gemeinschaft mit Jahweh bleibt alles Tun des Menschen letztlich sinn-, zweck- und hoffnungslos.

Adam und Eva handelten gegen die Ordnungen Jahwehs. Sie respektierten den souveränen Willen des Vaters nicht (Rebellion). Sie wollten sein wie Jahweh (vgl. 1. Mo 3,5; Jes 14,14-15). Sein Wille sollte nicht über ihrem Willen stehen. Sie wollten sein wie der Schöpfer.

Jahweh wies den Menschen auf die schrecklichen Auswirkungen hin, die dem Missbrauch seines Vertrauens durch Ungehorsam folgen. Alles Unrecht und Leid zu allen Zeiten ist darin begründet und enthalten.

Wir würden entweder an dem entsetzlichen Leid in der Welt verzweifeln, die Existenz Jahwehs leugnen, ausbeuterisch leben oder alles fatal über uns ergehen lassen, gäbe es nach dem Willen des himmlischen Vaters nicht die Verheissung der Wiederherstellung aller zerstörten, leidgeprüften und schrecklich missbrauchten Menschenleben und der Schöpfung (vgl. Röm 8,18-30). Gäbe es nicht die gerechten Wiederherstellungs- und Wiedergutmachungsgerichte und die Erstattung aller Ungerechtigkeiten in Bezug auf alle Greuel, denen unzählige leidgeprüfte Menschen und die Schöpfung machtlos ausgesetzt waren und sind, ergäbe das Leben keinen Sinn. “Dies ist gut und angenehm vor unserem Erlöser Jahweh, welcher will, dass alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Denn einer ist Erlöser, und einer ist Mittler zwischen dem Erlöser Jahweh und den Menschen, der Mensch HaMashiach Jahshua (der Christus Jesus), der sich selbst als Lösegeld für alle gab, als das Zeugnis zur rechten Zeit” (1. Tim 2,3-5; 4,9-11; Röm 5,18-21; 1. Kor 15,20-28 u.a.m.).

Ausgehend von 1. Mo 3,15 über die zahlreichen Verheissungen in Mose, Profeten und Schriften kommen wir zum Beispiel bei dem ersten Kapitel des Briefes an die Epheser an.

Shaul schreibt von dem Geheimnis des Willens unseres himmlischen Vaters Jahweh, das Jahweh uns geoffenbart hat. Was ist das für ein Geheimnis, das uns Jahweh geoffenbart hat? Das Geheimnis, das uns hier geoffenbart wird, ist für den Menschen von einer solch unermesslichen Grösse, dass Shaul uns dieses profetisch belegte Geheimnis zutiefst ergriffen und gleichsam hoch abgesichert und begründet vermittelt: “Er hat uns ja das Geheimnis seines Willens kundgetan, nach seinem Wohlgefallen, das er sich vorgenommen hat, in sich selbst, für die Verwaltung (zu tun) bei der Erfüllung der Zeiten: alles zusammenzufassen in dem Mashiach (Gesalbten = Christus), das, was in den Himmeln und das, was auf der Erde ist – in ihm” (Eph 1,9-10).

Achten wir auf die Verpackung dieses Geheimnisses, bzw. auf die Formulierung des Apostels Shaul. Erstens geschieht dieses Geheimnis nach seinem, des Vaters, Wohlgefallen. Zweitens hat sich der himmlische Vater Jahweh die Wiederherstellung des Alls (alles in die Sohnschaft zu bringen = Allversöhnung) vorgenommen. Drittens hat er dieses Geheimnis, diese Absicht, in sich selbst vorgenommen. Viertens liegt das Geheimnis vor uns, nämlich: “für die Verwaltung (zu tun) bei der Erfüllung der Zeiten: alles zusammenzufassen in dem Mashiach, das, was in den Himmeln und das, was auf der Erde ist – in ihm”. Übrigens schliesst der Begriff “die Himmel” auch die unterirdischen Örter mit ein. Damit steht Shaul vollkommen auf der profetischen Linie der Profetenväter, die im Namen Jahwehs redeten. So etwa der Profet David, der alle profetische Reden bis zu seiner Zeit wie folgt zusammenfasst: “Es werden daran gedenken und zu Jahweh umkehren alle Enden der Erde; vor dir werden niederfallen alle Geschlechter der Nationen. Jahweh gehört das Königtum, er herrscht über die Nationen. Nur ihm werden huldigen alle in der Erde Schlafenden, vor ihm werden sich beugen (huldigen) alle, die in den Staub hinabfuhren, und der, der seine Leib-Seele nicht am Leben erhalten konnte” (Ps 22,28-30). Solche die durch Gewalteinwirkungen oder durch andere Umstände ihr Leben “verloren” haben. Darum lesen wir im berühmten Wahllfahrtslied Psalm 126: “Er geht weinend hin und trägt den Samen zum Säen. Er kommt heim mit Jubel und trägt seine Garben”.

Der Wille Jahwehs war, ist und bleibt ein lebenschaffendes Evangelium, vom ersten Buch Mose bis zur Offenbarung. “Und seid nicht gleichförmig dieser Welt, sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung des Sinnes, dass ihr prüfen mögt, was der Wille Jahwehs ist: das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene. Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben wurde, jedem, der unter euch ist, nicht höher von sich zu denken, als zu denken sich gebührt, sondern darauf bedacht zu sein, dass er besonnen sei, wie Jahweh einem jeden das Mass des Glaubens (der JahwehBeziehung, des Vertrauens zu Jahweh) zugeteilt hat” (Röm 12,2-3).

Einen reich gesegneten Shabbat wünsche ich allen von Herzen! Shalom

Gregor Dalliard