“Und ich sah etwas wie ein gläsernes Meer, mit Feuer gemischt, und sah die Überwinder über das Tier und über sein Bild und über die Zahl seines Namens an dem gläsernen Meer stehen..” (Offb 15,3) Teil 13e)

Glaubensimpuls 101

Lasst uns noch einmal ein paar Gedanken machen zu dem Thema Feuersee und Feuer. Du kannst dich vielleicht noch erinnern. In den Gim 70-72 habe ich über Shawuoth (Pfingsten) geschrieben. Es brach während und nach der Predigt des Kepha im Tempel von Jerusalem eine Erweckung aus. Aus aller Welt hatten sich Juden zum Pilgerfest Shawuoth in Jerusalem versammelt. Bevor Kepha selbst die volle Bedeutung der Sendung und der Botschaft Jahshuas zu verstehen vermochte, wies er durch den Geist Jahwehs auf den Propheten Jahshua hin, der gleich Mose sein würde (vgl. Apg 3,22), der dazu gesandt war die lauen und verkehrten Juden neu für Jahweh zu entflammen und die „verlorenen“ Schafe des Hauses Israel zu Jahweh zurückzuführen (vgl Mt 15,24; 9,13; Joh 10,7-17; Röm 4,11-17; 9,4; 15,8-9 u.a.m.) und in den Offenbarungsreichtum und den Glauben der Juden einzupfropfen (vgl. Röm 11,16ff; Eph Kap.2, Eph 3,6). Erst in Apg 10 und 11 ist uns, im Zusammenhang mit Cornelius, berichtet, dass Kepha das bin dahin verborgene Gheimnis der Sendung Jahshuas voll zu erfassen vermochte, indem er erkannt hatte, dass Jahweh mit Jahshua das Gericht über die zehn „verlorenen“ Stämme nun beendet hatte und damit den (Israel-)Nationen nun auch die Busse zum Leben gegeben hatte (vgl. Apg 11,18; 1Petr 2,10.25). Später war vor allem Shaul diesbezüglich wirksam.

Seit der Trennung der zehn Nordstämme von Juda und deren Zerstreuung waren die gläubigen und gerechtfertigten Juden von tiefem Schmerz erfüllt. Sie wussten, dass das Friedensreich erst anbrechen würde, wenn eine bestimmte Zahl aus allen zwölf Stämmen ungeteilt an Jahweh (Haschem) glauben würden, d.h. ihm als dem einzig EINEN Erlöser das ungeteilte Vertrauen, die ungeteilte Liebe und die ungeteilte Anbetung geben würde. Von dieser Hoffnung und Erwartung waren sie erfüllt und harrten allezeit brennend auf diese Wiederherstellung. Darum reden alle Propheten von der Herrschaft der Heiligen, die aus Heiligen aller zwölf Stämme bestehen wird. Das bestätigt uns auch die Offenbarung des Jochanan unter anderem im Kap. 7 und mit dem Bild des himmlischen Jerusalem und seinen zwölf Toren. Dieses himmlische Jerusalem wird auf die Erde herabkommen und mit dem irdischen Jerusalem vereint werden (vgl. Offb 21).

Mit Jahshua ist das Ende dieser Trennungszeit unter dem auserwählten Volk angebrochen, aber die Apostel taten sich – wie gesagt – anfänglich äusserst schwer damit. Wir müssen genau wissen warum sie sich damit sehr schwer taten! Das Leid des auserwählten Volkes hatte unter der brutalen römischen Besatzungsmacht zur Zeit Jahshuas ein unerträgliches Ausmass erreicht, so dass die Jünger die Zeit der Rückführung einer bestimmten Zahl aus den zehn „verlorenen“ Stämmen verständlicherweise übergehen, überspringen wollten und mit Jahshua gleich die Herrschaft der Heiligen aufrichten wollten. Wie ich bereits schrieb versuchte Jahshua ihnen mit verständlich zu machen, dass der Vater ihn nicht dazu gesandt hatte, das Weltfriedensreich aufzubauen, denn er sagte: „Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel“ (Mt 15,24; Joh 10,16; 11,47-54 u.a.m.). Diese Tatsache wollten sie in Anbetracht der schrecklichen Leiden nicht verstehen und verständlicherweise übergehen. (Übrigens machen das die meisten Kirchen, Freikirchen und christlichen Gemeinschaften auch. Sie übersehen diese wesentliche heilsgeschichtliche Tatsache, weil sie in der kirchlichen Ersatztheologie gefangen sind, die mit den Juden nichts oder nur mit gewissen Sympathien und Vorbehalten – auf Distanz – zu tun haben will. Mehr lässt die Ersatztheologie nicht zu!).

Nun, viele der jüdischen Pilger gingen auf die Worte Kephas ein, fragten in Anbetracht dieser überwältgenden Ereignisse was sie tun sollten, erkannten Jahshua als den Propheten gleich Mose (vgl. 5Mo 18,15.18) und sannen um. Die Freude war unermesslich und erfasste Abertausende der anwesenden Juden mit unbeschreiblichen Danksagungen, denn innert weniger Tage schlossen sich ihnen Abertausende der Juden an, „die Zahl der Männer kam auf etwa fünftausend „( Apg 4,4); „Scharen von Männern und auch Frauen“ (Apg 5,14), „eine grosse Menge der Priester (d.h. der Pharisäer) wurde dem Glauben gehorsam“ (Apg 6,7), und in wenigen Jahren waren es Myriaden, d.h. Zehntausende der Juden in Jerusalem, die an Jahshua glaubten und von seiner Sendung überzeugt waren, „und alle waren Eiferer für die Thora“ (vgl. Offb. 21,20).

Aber immer wieder wird in der Apostelgeschichte und anderswo in der Bibel betont, dass Jahweh selbst jene bestimmte und bestimmt, die er dazu haben will. Genau das ist ein geoffenbartes Wort Jahwehs, das die katholischen Kirchenväter böswillig unterschlagen haben und was später von den Christen blind und naiv übernommen worden ist und bis heute vertreten wird – denn sonst würden sie nicht bis heute die Juden der Ablehnung Jahshuas bezichtigen (vgl. Apg 2,47; 16,14; 18,10).

Nun, der Schreiber der Geschichte der Apostel vergleicht diese gewaltigen Geschehnisse und Bekundungen am Fest Shawuoth (Pfingsten) in Jerusalem mit dem Herabkommen von Feuerzungen, die sich auf jeden verteilten: „Es erschienen zerteilte Zungen wie von Feuer“ (Apg 2,3). Das wiederbelebte Vertrauen auf Jahweh und die neue ungeteilte Hingabe (Umsinnung) an Jahweh, die durch Jahshua HaMashiach entfacht worden waren, war wie ein neues Feuer der Liebe das in den Herzen der jüdischen Gläubigen entfacht und entflammt worden war. Diese innere Haltung kann nicht verborgen bleiben. Der Lobpreis und die Danksagungen waren überfliessend, kamen aus jedem Mund, von jeder Zunge, darum die Formulierung „zerteilte Zungen wie von Feuer“.

Jene Söhne (gemeint sind immer auch die Frauen), deren Zungen Jahweh hier auf Erden nicht geehrt und gepriesen haben, werden – bildlich gesprochen – im Angesicht ihrer Vergehen und ihrer Treulosigkeit Jahweh gegenüber, von der Flamme seiner Liebe durchleuchtet und gleichsam durchrettet. Dieses Geschehen empfinden sie im Angesicht Jahwehs wie ein verbrennen werden. Darum heisst es auch: „Denn der Sheol preist dich nicht“ (Jes 38,18). Wir erinnern uns!: „Und wie das Werk eines jeden beschaffen ist, wird das Feuer erweisen“ (1Kor 3,13). Dann ist im ersten Brief an die Korinther von Lohn oder Schaden die Rede und schliesst: „er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer“ (1Ko3 3,14)

Während der arme Lazarus, der in seinem Leben in Beziehung zu Jahweh lebte, was wir vorausschicken, in Abrahams Schoss im Sheol Lohn empfängt, d.h. Trost (Vgl. Lk 16,22.25), erleidet der reiche Prasser im Sheol, in dem was ausschaut wie ein gläsernes Flammenmeer, in den Flammen, Pein (vgl. Lk 16,23.25).

Die Psalmen und Propheten bezeugen uns, dass jeder Mensch nach seinem Tod in den Sheol kommt. Der Sheol wird mit Flammen oder einem Flammenmeer oder einem gläsernen Meer verglichen. Wie ich aber schon früher schrieb, ist das alles andere als eine Hölle nach den hellenistisch-christlichen Vorstellungen, Lehren und Dogmen. Es ist auch kein katholisches Fegefeuer über das die Kirchenführung willkürlich verfügen kann und ihre Mitglieder durch ihren heidnischen Messopferkult, verbunden mit Geld, daraus befreien könnte (vgl. Gim 97). Diese Lehren sind eine grässliche Verzerrung des reichen Offenbarungsgutes an das auserwählte Volk Jahwehs.

Es ist der Ort der Beurteilungen und der Wiederherstellung. Der reiche Prasser in Lk 16,19-31 schlägt nach seinem Tod seine Augen auf im Sheol, im Reich der Verstorbenen. Das Feuermeer umgibt ihn, „denn ich leide Pein in dieser Flamme“ (Lk16,24), d.h. in der Gegenwart Jahwehs, denn „der Staub kehrt zur Erde zurück, so wie er gewesen, und der Geist kehrt zum Erlöser (Gott) zurück, der ihn gegeben hat“ (Pred 12,7). Der Weg führt jeden Sohn und jedes Geschöpf in die Gegenwart Jahwehs, das wie das Feuer der Wahrheit im Sheol dargestellt ist. Für kein Geschöpf gibt es da eine Ausnahme! David und das ihm anvertraute Volk lebte aus diesem Glauben und betete täglich, was zum festen Bestandteil der lebendigen Jahwehbeziehung gehörte: „In deine Hände befehle ich meinen Geist. Du hast mich erlöst, Jahweh (Haschem) du Erlöser, der du treu bist“ (Ps 31,6). Dieses Gebt gehört heute noch zum festen Bestandteil eines gerechtfertigten und gerechten Juden.

Das glasklare Wesen Jahwehs, das uns im Lichte seiner Offenbarung geschenkt ist, das er durch Mose und seine Propheten (vgl. Lk 1629) offenbarte, wird also mit einem gläsernen Meer das mit Feuer vermischt ist verglichen (vgl Offb 15,2). Es ist das Feuermeer der Wiederherstellung, denn keiner kann Jahweh ausweichen oder ihm irgendwie entkommen, Jahweh ist sowohl in der äussersten Finsternis als auch im äussersten Licht anwesend (vgl. Ps 139,1-18 u.a.m). „Bettete ich mich in dem Sheol, siehe, du bist da“ (Ps 139,8).

Die Überwinder singen nun stehend über das Tier und sein Bild und über die Zahl seines Namens an dem was ausschaut wie ein gläsernes Meer. Sie spielen auf den Harfen Jahwehs, d.h. sie besingen die unfassbare Allmacht und Grösse Jahwehs, alle seine wundervollen Werke und seine gerechten Taten, die im Lied Mose besungen werden und die als das Lied Mose allezeit gültig bleiben werden. Und weil Jahshua aus der Kraft dieses Liedes zum Überwinder wurde, wird es auch als das Lied des Lammes bezeichnet, darum finden wir in der Bibel auch kein Extralied des Lammes.

Die Singenden ermutigen gleichsam jene in den Flammen der Allmacht, der Gerechtigkeit und der Liebe Jahwehs, im Prozess der Wiederherstellung auszuharren: „Denn Jahweh tötet und macht lebendig; er führt in den Sheol hinab und wieder herauf“ (1Sam 2,6). Im Sheol ist jeder Mensch machtlos: „Denn es gibt weder Tun noch Berechnung, noch Kenntnis (menschliche Üerlegung), noch Weisheit (menschliche Weisheit) im Sheol, in den du gehst“ (Pred 9,10). Der Sheol ist nicht der Ort, wo wir Menschen bleiben: „meine Seele wirst du dem Sheol nicht lassen.. Jahweh .. wird meine Seele erlösen von der Gewalt des Sheol“ (Ps 49,10.16; „Denn von ihm und durch ihn und für ihn (auf ihn hin) sind alle Dinge“ (Röm 11,36).

Da die jahwehlosen Söhne und die jahwehlosen Menschenmassen nicht mit der vergebenden Treue Jahwehs rechneten, können wir die für uns nicht zu fassenden Dankeshymnen am Ende der Gerichte etwas verstehen, wenn dann die Zunge eines jeden Geschöpfes Jahweh die ungeteilte Ehre geben wird und sich jedes Knie voller Danksagung beugen wird (vgl. Phil 2,1o-11). Ja, sogar der Tod und der Hades werden in den Feuersee geworfen werden. Sie werden ihre Funktion nicht mehr haben, denn dies wird der zweite Tod sein „..denn das Erste ist vergangen.. siehe ich mache alles neu“ (Offb 21,4-5).

Mit einem herzlichen Shalom wünsche ich allen einen besinnlichen Shabbat und ein zuversichtliches Gemüt.

Gregor Dalliard