„.. damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Seligkeit Jahwehs und in Ehrbarkeit“ (1. Timotheus 2,2)

Glaubensimpuls 8

Wir leben inmitten bewegender und stürmischer Ereignisse. Weltweit, flächendeckend, breitet sich Angst und Unruhe aus. Die gigantischen Banken- und Staatsverschuldungen, vor allem in orthodox oder katholisch geprägten Ländern, ziehen langsam aber sicher die ganze Weltwirtschaft und damit uns alle mit in den Strudel eines unermesslichen Chaos. Der „Arabische Frühling“ entpuppt sich vor allem für Israel als Schreckgespenst islamischer Fanatiker. In dieser Zeit der globalen Unruhe machen zudem immer mehr Menschen ihrem Leben ein Ende.

Wir alle möchten aber in Ruhe leben können. Shaul weist uns in diesem Zusammenhang auf zwei wesentliche Aufgaben hin, die zu unserem priesterlichen Dienst als Erstgeborene gehören. In Anlehnung an Esra 6,10; Jeremia 29,7, Hesekiel 28,23 u.a.m. schreibt er Timotheus: „Ich ermahne nun vor allen Dingen, dass Flehen, Gebete, Fürbitten, Danksagungen getan werden für alle Menschen, für Könige und alle, die in Hoheit sind, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen, in aller Seligkeit Jahwehs und in Ehrbarkeit. Dies ist gut und angenehm vor unserem Heiland-Jahweh, welcher will, dass alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Denn EINER (einzig EINER) ist Jahweh und einer ist Mittler zwischen Jahweh und den Menschen, der Mensch Jahshua HaMashiach, der sich selbst als Lösegeld für alle gab, als das Zeugnis zur rechten Zeit“ (1. Timotheus 2,1-6; vgl. Römer 5,18-19).

Es sind zwei grundlegende Bestimmungen. Erstens das Gebet „für alle Menschen, für Könige und alle, die in Hoheit sind“. Zweitens soll das Gebet vor Jahweh unserem Vater „welcher will, dass alle Menschen errettet werden“ geschehen. Dieses Gebet soll „vor allen Dingen“ geschehen in „Flehen, Gebete, Fürbitten, Danksagungen“.

Was ist der Sinn dieses Gebetes? „Dies ist gut und angenehm vor unserem Heiland-Jahweh, unserem Erlöser“. Was ist der Wert dieses Gebetes? „… damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Seligkeit Jahwehs und in Ehrbarkeit“.

Wenn Shaul solches schreibt, dann weiss er, dass er als Botschafter des Mashiach Jahshua „nach dem Befehl Jahwehs, unseres Heilandes und des Mashiach Jahshua“ (1. Timotheus 1,1) solches schreibt. Diese allumfassenden Gebete, im Zusammenhang dieses Abschnittes, sind dem erstgeborenen Sohn, bzw. den Söhnen Jahwehs (2. Mose 4,22-23a; 5. Mose 32,6; Hosea 11,1; Maleachi 1,6; Römer 9,4; Jeremia 31,9) auferlegt und von absolutem Vorrang. Gott Jahweh denkt allumfassend. Warum wohl? „Denn von ihm und durch ihn und für ihn (auf ihn hin) ist alles (sind alle Dinge)“ (Römer 11,36).

Wenn Shaul den Gläubigen vom Endziel des himmlischen Vaters Jahweh schreibt (vgl. Philipper 2,9-11 im Zusammenhang von 1. Korinther 12,3; 15,20-28; Römer 5,18-19 u.a.m.), dann denkt er allumfassend wie David und alle Propheten. Im Psalm 22,28-30 lesen wir das über alle Masse trostreiche Evangelium: „Es werden daran gedenken und zu Jahweh umkehren, alle Enden der Erde; vor dir werden niederfallen alle Geschlechter der Nationen. Denn Jahweh gehört das Königtum, er herrscht über die Nationen. Nur ihm werden huldigen alle in der Erde Schlafenden, vor ihm werden sich beugen alle, die in den Staub hinabfuhren und der, der seine Seele nicht am Leben erhalten konnte“ (vgl. Jesaja 26,19+21; Hesekiel 37,5.6.12 u.a.m.). Im Psalm 22,30b werden jene Massen erwähnt, die von Menschen massakriert, ertränkt, erwürgt , verbrannt… worden sind, oder solche, die in der Verzweiflung ihrem Leben ein Ende bereiteten. Shaul legte Timotheus nicht umsonst Folgendes ganz fest ans Herz: „Das Wort ist gewiss und aller Annahme wert; denn dafür arbeiten wir und werden geschmäht, weil wir auf einen lebendigen Gott Jahweh hoffen, der ein Retter aller Menschen ist, besonders (zuerst, zuvor) der Gläubigen. Dies gebiete und lehre!“ (1. Timotheus 4,9-10). Diese Frohbotschaft ist also gemäss der Offenbarung Jahwehs an seine Propheten ein Gebot und gehört zur zentralen Verkündigung.

Das Wohlgefallen des himmlischen Vaters ruht über uns, wenn wir diese unsere priesterliche Aufgabe des Gebetes mit grosser Hingabe tun. Vor allem, wenn dieses Flehen, Beten und Fürbitten mit Danksagung getan wird. Die Danksagungen bei diesem Gebet entspringen oder sind gegründet auf der Tatsache, dass der himmlische Vater ein Erretter aller Menschen ist. Dies ist das unverkürzte Evangelium und das unverkürzte Gebet, nach dem Wohlgefallen des Vaters. Schliesst unsere Danksagung dem himmlischen Vater gegenüber nicht die Rettung aller Menschen mit ein, bleibt unser Gebet ein verkürztes, egoistisches und egozentrisches Gebet. Die wahre und echte Gottesfreude würde uns fehlen und damit die völlige Gottesruhe. Wir könnten bei all den Ereignissen, die die Menschen heute heimsuchen, kein ruhiges und stilles Leben mehr führen. Berauben wir darum den himmlischen Vater nicht seiner Ehre, indem wir seinen Willen einschränken und seine Heilsziele für alle Menschen und seine ganze Schöpfung beschneiden. Wir könnten dann zwar einen oberflächlichen und selbstdefinierten Frieden mit Jahweh haben, aber den wahren Frieden Jahwehs, der höher als alle menschliche Vernunft ist, könnten wir nicht geniessen!

In diesem frohen Evangelium lasst uns die Zeichen der Zeit wohl erkennen, aber über diese Zeichen hinaus das Ziel des himmlischen Vaters nicht vergessen.

Gregor Dalliard