„Damit man auf der ganzen Erde meinen Namen (Jahweh) verkündigt“

Glaubensimpuls 10

Die Wege, die Gott Jahweh mit den Menschen dieser Erde geht, versetzen uns immer wieder in Staunen. Mit allem was er zulässt und tut, verfolgt er immer nur ein Ziel. Wir könnten es als das Fernziel bezeichnen. Dieses Fernziel ist: „Damit man auf der ganzen Erde meinen Namen (Jahweh) verkündigt“ (2. Mose 9,16) und, „von der Herrlichkeit Jahwehs die ganze Erde erfüllt werden wird“ (4. Mose 14,21). Mit seinem Handeln verfolgt Jahweh das Ziel, die Menschen von der Macht und Unterdrückung religiöser und weltlicher Herrscher und Diktatoren zu befreien. Sie sollen nach seinen Ordnungen glaubensmündig bzw. selbstständig werden und in Verantwortung vor ihm und den Menschen leben.

Als Jahweh sein erwähltes und geliebtes Volk aus der Hand der Ägypter befreite, sprach er durch Mose zum Pharao: „Lass meinen Sohn (Israel, 12 Stämme) ziehen, damit er mir dient!“ (2. Mose 4,23). Der Verlauf der schrecklichen Plagen bzw. der Gerichte, die Gott Jahweh auch mit seinen Naturkatastrophen verband, musste den betroffenen Menschen von damals durch Mark und Bein gegangen sein. Ihr Alltagsleben wurde völlig auf den Kopf gestellt, total durcheinandergebracht. Nichts mehr funktionierte.

Sowohl der Pharao, als Gott-König, d.h. als angeblich inkarnierter Gott-Herrscher, als auch sein Volk sollten durch das Volk Israel verstehen lernen, dass jede MenschenMacht, die sich als absolut darstellt und sich als absolute Darstellung eines Gottes auf Erden huldigen lässt, von dem einzig EINEN Gott Jahweh verworfen wird.

Über seine feierlichen Götzendienste und die Priester mit ihren TranssubstantiationsRiten, d.h. Verwandlungen einer Materie in etwas Lebendiges, oder Umwandlungen jeglicher Art, wie dies die heidnischen Kleriker, die Bischöfe des Pharao, ja auch zu tun vermochten (vgl. 2. Mose 7,22), schien der Pharao angeblich alles im Griff zu haben. Durch eindrucksvolle Gottesdienste und liturgische Feiern (GötterBesänftigungen) sicherte sich Pharao das Wohlwollen der Götter zu. Sie stellten ein perfektes Blendwerk für die über Gott Jahweh unwissenden und irregeführten Massen dar. So wähnte er sich vor dem Volk seiner Macht und seines Heiles sicher. Damit konnte er sich als oberster Priester-Gott zusammen mit seinen Klerikern das Volk gefügig machen, es niederhalten und ausbeuten. Er hinderte die allgemeine Entwicklung des Volkes und seinen Aufstieg zu einem menschenwürdigen Dasein vor dem einzig EINEN Gott Jahweh. Von seinem Schöpfer Jahweh her ist der Mensch zur Jahweh-Ebenbildlichkeit geschaffen. Das schliesst ein Leben in Eigenverantwortung vor Gott Jahweh mit ein. Jeder Mensch soll gemäss dieser Ebenbildlichkeit in Eigenverantwortung vor Gott Jahweh leben lernen.

Der Pharao raubte Jahweh, dem einzig EINEN Gott, die Ehre, die ihm allein zukommt. Er stellte sich gleichsam an dessen Stelle, obwohl er sich dessen nicht bewusst war. Von dieser alleinigen Ehre hängen Fluch oder Segen, Mündigkeit oder Gebundenheit, Freiheit oder Unterdrückung der Menschen ab. Nur in der Ebenbildlichkeit Jahwehs, d.h. der ihm gebührenden Ehre und Anbetung vermögen Menschen als Einzelne oder als Gemeinschaft ein menschenwürdiges und ruhiges Dasein zu leben.

Jahweh liess es zu, dass die Kleriker des Pharao bis zu einem gewissen Mass Transsubstantiations-Riten vornehmen konnten wie Mose (vgl. die Umwandlung des Stabes in eine Schlange, 2. Mose 7,9-12). Damit sollten der Pharao, seine Priester und die Götter Ägyptens erst recht herausgefordert werden. Auch bei der zweiten Plage machte es, bildlich gesprochen, die Reichs- oder Weltkirche Pharaos ebenso wie Gott Jahweh (vgl. 2. Mose 8,3)! Aber siehe da, bei der dritten Plage war ihre vermeintliche Allmacht zu Ende (2. Mose 8,14).

Der verfinsterte religiöse Mensch beurteilt alles nach dem Äusseren, nach dem Machbaren, das was der Mensch sehen und zur Schau stellen kann. Der Geist oder die Gottheit will sich über die Religionsführer durch etwas Grosses, Beindruckendes oder Aussergewöhnliches ausweisen, um Menschen von sich abhängig zu machen. Ohne dieses fromme Blendwerk würde sie von den irregeleiteten Anhängern als unglaubwürdig ignoriert und abgetan. Dieses Verhalten finden wir in allen Götterkulten vor, so auch in Ägypten. Darum hatte Jahweh Mose und Aaron darauf vorbereitet, sich auf das Niveau der ägyptischen Machtdemonstration herabzulassen – entsprechend ihrer Macht: „Wenn der Pharao zu euch reden und sagen wird: Weist euch durch ein Wunder aus! – dann sollst du zu Aaron sagen, nimm deinen Stab und wirf ihn vor dem Pharao hin! – Er wird zu einer Schlange werden… Da rief auch der Pharao die Weisen und Zauberer; und auch sie, die Wahrsagepriester Ägyptens, machten es ebenso mit ihren Zauberkünsten…“ (2. Mose 7,9.11). Gott Jahweh hat es eigentlich nicht nötig sich durch äusserliches Blendwerk um Eindruck und Anhängerschaft zu bemühen. Dennoch lässt er sich auf die Ebene des irregeführten Menschen herab, um ihm mit solchen Vorgängen seine Allmacht verständlich zu vermitteln. Als die Macht der Gelehrten des Pharao bei der dritten Plage versagte, waren sie sehr betroffen und sprachen zum Pharao: „Das ist der Finger Jahwehs“ (2. Mose 8,15). Das ist bereits ein Fortschritt auf die Erkenntnis Jahwehs hin.

Während der Plagen- bzw. Gerichtszeit sagte Mose zum Pharao: „… damit du erkennst, dass niemand ist wie Jahweh unser Gott!“ (2. Mose 8,6). Bei der siebten Plage bzw. Gericht sagt Gott Jahweh zu Mose: „Mach dich früh am Morgen auf, tritt vor den Pharao und sage zu ihm: So sagt Jahweh, der Gott der Hebräer: Lass mein Volk ziehen, damit sie mir dienen! Denn diesmal will ich all meine Plagen in dein Herz, unter deine Hofbeamten und unter dein Volk senden, damit du erkennst, dass niemand auf der ganzen Erde mir gleich ist. Denn schon jetzt hatte ich meine Hand ausstrecken und dich und dein Volk mit der Pest schlagen können, so dass du von der Erde ausgetilgt worden wärst. Aber eben deshalb habe ich dich bestehen lassen, um dir meine Macht zu zeigen und damit man auf der ganzen Erde meinen Namen verkündigt“ (2. Mose 9,13-16).

Wir können bei diesem äusserst heilsgeschichtlichen Ereignis Folgendes festhalten. Alle Ereignisse in deinem und in meinen Leben, alle Gerichte Jahwehs in dieser Welt, sind Zeichen seiner Wiederherstellung in Liebe. Sie wollen Menschen aus dem Götzendienst, dem Atheismus, dem Irrtum u.a.m. zu der lebendigen ungeteilten Gemeinschaft mit Jahweh führen. Darum fordert er von uns ungeteilte Anbetung und Hingabe. Er allein lässt uns unter seiner Führung und Obhut als mündige Menschen in der Welt leben, frei von religiösen Führern, Kirchen und Einrichtungen. Jahshua unser Haupt, dem wir in dieser Haltung immer gleichförmiger werden sollen (vgl. Römer 8,29), lebte sein Leben in einer engen Beziehung mit dem himmlischen Vater Jahweh. Er lebte es in voller Verantwortung auf ihn hin, frei, innerhalb der vom himmlischen Vater gegebenen Ordnungen. Niemals lebte er als Sklave nach den Statuten oder Ordnungen irgendeines Religionsführers oder eines Kirchen- bzw. Gemeindegründers. Shaul (Paulus) hatte dieselbe Gesinnung. Er schreibt: „Also bist du nicht mehr Sklave sondern Sohn“ (Galater 4,7). „Werdet nicht Sklaven von (religiösen) Menschen“ (1. Korinther 7,23).

Die Söhne unterscheiden sich von den Ordnungen der Religionen und der Weltkirche wie Israel der Sohn (2. Mose 4,23) sich von dem Götzendienst des Pharao unterschied. Shaul war von diesen Aussprüchen Jahwehs ebenso betroffen. In der Einleitung zum Brief an die Epheser schreibt er zuerst von Jahshuas und unserer Erwählung vor Grundlegung der Welt: „wie er uns mit ihm auserwählt hat vor Grundlegung der Welt, dass wir heilig (ausgesondert von jeder Form des Götzensdienstes und der Gebundenheit an Religionsführer) und (darin) tadellos leben“ (Epheser 1,4). Denn darin leben wir: „zum Preise der Herrlichkeit seiner Gnade“ (Epheser 1,5). Dann folgt in dieser Einleitung zweimal noch: „Damit wir zum Preise seiner Herrlichkeit seien“ (Epheser 1,12.14). In dieser wunderbaren Freiheit im Angesicht des einzig EINEN Gottes Jahweh, freue ich mich mit allen, die sich nach dieser Glaubensmündigkeit ausstrecken: „damit man auf der ganzen Erde meinen Namen (Jahweh) verkündigt“ (2. Mose 9,16). Als solche, die „die Erstlingsgabe des Geistes haben“ (Römer 8,23) lasst uns darin mit grosser Freude, Treue und Dankbarkeit leben.

Gregor Dalliard