„Und Jahweh hat uns geboten, alle diese Ordnungen zu tun, Jahweh, unserem Erlöser (Gott) zu gehorchen, damit es uns gut geht alle Tage und er uns am Leben erhält, so wie es heute ist“ (5Mo 6,24; 8,3; Mt 4,4; Jo 4,34; 2Tim 3,16-17).

Glaubensimpuls 104

Wer von uns möchte nicht, dass es ihm gut geht und zwar alle Tage seines Lebens – in Freud und Leid? Wer von uns möchte nicht auch in Tagen des Leids, in schwersten Stunden seines Lebens, in bittersten Auseinandersetzungen, so aus der innigen Gemeinschaft mit seinem Schöpfer Jahweh getröstet leben können und daraus gestärkt hervorgehen, damit es ihm gut geht? Wie oft hat das auserwählte Volk genau diese Erfahrung machen dürfen und müssen?

Wir sind unverdienterweise, durch die Gnade allein, d.h. ohne unser Hinzutun (vgl. 5Mo 7,6-8; 3Mo,26 u.a.m.), von Jahweh zu Söhnen (die Schwestern sind im Begriff Söhne mit einbezogen) gezeugt und geboren worden (vgl. 5Mo 32,18; Eph 2,4-10 u.a.m.). Als Söhne sind wir mit Aufgaben zu seiner Ehre und zum Segen der Mitmenschen, sowohl in unseren irdischen Tagen als auch für die zukünftige Herrschaft, für die Gerichte der Wiederherstellung, betraut und ausgerüstet worden (vgl. Dan 7,18.21.27; Offb 22,5; 20,4; 1Kor 6,2-7; Eph 2,7 u.a.m.). Wir werden in dieser Herrschaft, die wie gesagt, ein Dienst sein wird, jedes Knie zur Anbetung und Huldigung Jahwehs führen: „Aber die Heiligen (d.h. das auserwählte Volk, die Söhne) werden das Reich Jahwehs empfangen, und sie werden das Reich Jahwehs  besitzen durch alle Zeit, ja, bis zur Vollendung aller Zeitalter.. Sein Reich ist ein bleibendes Reich, und alle Mächte werden ihm (Jahweh) dienen und gehorchen“ (Dan 7,18.27; Röm 11,36; 1Kor 15, 20-28; Phil 2,10-11). Bis die Vollendung aller Zeitalter gekommen sein wird, liegt noch ein langer Weg vor uns!

Wir wollen doch darauf achten, dass es uns in dieser Stellung, dieser hohen Berufung entsprechend, gut geht? Der Volksmund sagt: „Jeder Mensch ist seines Glückes Schmied“. Wie viel mehr bewahrheitet sich dieser Ausspruch bei jenen, die Jahweh unverdienterweise befähigt seine Ordnungen zu erkennen, zu verstehen und mit grosser Hingabe und Treue darin zu leben. Wie nutzen wir diese Fähigkeit? Was machen wir mit der uns unverdienterweise geschenkten Berufung, Befähigung und Stellung? Wie verwalten wir das uns Anvertraute? Wie rüsten wir uns für die kommenden Dienste aus? Wie lassen wir uns zubereiten?

Von Herzen wünsche ich darum allen unverdienterweise Begnadigten und Berufenen ein reich gesegnetes Fest Jom Kippur, Versöhnungsfest, das Jahweh in seinem prophetisch geplanten Heilskalender für den siebten Monat verordnete (14. Sept.). Übrigens verrät uns die Bezeichnung September des staatskirchlichen Sonnenkalenders, zu Ehren des Sonnengottes Mithras, dass die von den israelitisch-jüdischen Ordnungen Jahwehs Abgefallenen einmal nach der Ordnungen Jahwehs lebten. Das Wort September stammt nämlich vom lateinischen Wort „septem“, sieben, ab. Aber der September ist im Staatskirchentum längst nicht mehr der September, d.h. der siebte Monat, sondern der neunte Monat! Jeder kann selbst nachzählen. Diese Verschiebungen traten ein als die von Jahweh Abgefallenen die heidnischen Feste wie Weihnachten und dergleichen mehr nach dem heidnischen Sonnenkalender gesetzlich einführten.

Nun, zurück zu Jom Kippur! Das Verhältnis der Söhne zu Jahweh und seinem Wort wird an diesem Fest überprüft, die hohe Verantwortung und der reiche Segen vertieft. Im Gim 54 bin ich auf dieses Fest eingegangen. Auch im letzten Gim 103 habe ich etwas über die von Jahweh verordneten Feste geschrieben. Für den Monat Tishri, bzw. September, den siebten Monat also, schenkte Jahweh seinem Volk, dem Gottesvolk, wie es allgemein genannt wird,  wichtige und tiefsinnige Feste. Jahweh gab uns seine Feste nicht einfach so aus einer Laune der Zeit heraus. Er hat einen genauen Heilsplan, der weltgeschichtlich bisher so abgelaufen ist und auch in Zukunft nach dieser Ordnung ablaufen wird. Das sind umwerfende Tatsachen, die jeder nachprüfen kann, denn die Geschichte bestätigt das prophetische Wort Jahwehs. Einfach gewaltig, einzigartig in seiner Weise!

Er gab seine Festordnungen seinem auserwählten, begnadigten und gerechtfertigten Volk als jährlich wiederkehrende Besinnungs- und Freudentage und zwar aus seiner Leidenschaft für seine Geschöpfe heraus. Was heisst das? Jahweh rief das jahwehlose Volk, das er über Abraham, Isaak und Jakob aus dem Elend der Jahwehlosigkeit heraus erwählte (vgl. Jos 24,2), um es als sein Volk Erkenntnis des Heils zu lehren (Ps 94,10). „Aus seinem Mund (dem Mund Jahwehs) kommen Erkenntnis und Verständnis“ (Spr 2,6). Dazu gehören wesentlich die Feste Jahwehs, die das ganze Programm des Heils in wunderbarer Weise enthalten und darstellen.

Jahwehlose Menschen sind blind gemachte Menschen. Menschen, die ihr Leben ohne Jahweh, ihren Schöpfer, zu meistern meinen. Ihnen fehlt die Erkenntnis Jahwehs. Sie sind abhängig von Göttern, d.h. falschen Erlösern, die sie in jeder Weise niederhalten, missbrauchen und verkehrte Wege lehren. Sie versprechen Erfolg, aber lassen in die Finsternis fallen, verzweifeln (vgl. 1Mo 3; 11,1-9). Noch schlimmer sind jene jahwehlosen Führer, die vorgeben im Auftrag Jahwehs ganz bibeltreu ihren „Dienst“ zu versehen, aber sowohl wissentlich als auch unwissentlich als religiöse „Hirten“ verkehrte Erkenntnisse über Jahweh vermitteln und verbreiten. Schutzlos sind ihnen unwissende Menschen ausgeliefert. Diese falschen Erlöser ziehen massenweise Ahnungslose in ihren Bann. Ein so religiös gemachtes „verlorenes“ Schaf kann sich nicht mehr selbst befreien (vgl. Lk 15, 1-7).

Das tut Jahweh weh, wenn seine Schafe verführt, von ihm weggeführt werden und schliesslich wie eine Herde ohne Hirten dahinvegetieren und im Elend verkommen. Wann immer unter dem auserwählten Volk diese Gefahr auflauerte, bot Jahweh seine Propheten auf: „Mein Volk kommt um aus Mangel an Erkenntnis.. Denn sie haben es aufgegeben auf Jahweh zu achten.. So kommt das Volk, das keine Einsicht hat zu Fall“ (Hos 4,6.10.14). Mit andern Worten: „Meinem Volk ( meinem Sohn) geht es nicht gut, es löst sich von mir und nimmt falsche geistige Speise zu sich, das macht es kaputt, macht es in schweren Tagen trostlos und orientierungslos“.

Der von Jahweh begnadigte Mensch neigt dazu Jahweh, seinen Schöpfer, in seinem Alltag zu vergessen und eigene verhängnisvolle Wege zu gehen.  Mit seinen Festen will Jahweh erstens seinem Volk seine Heilswege und seine Zielsetzung laufend vor Augen führen. Seine Wege sind prophetisch-heilsgeschichtlich in den Festen vollumfänglich dargestellt. Zweitens halten sie die Verbindung zu Jahweh aufrecht und lernen uns das Wesen Jahwehs in seiner Tiefe mehr und mehr erfassen. Es ist das Wesen der Liebe, der Barmherzigkeit, der Wahrheit und der Gerechtigkeit. Drittens lernen wir seine Wege mit uns vertrauensvoll  zu gehen und zu verstehen. Dadurch schöpfen wir enorme Kraft und neuen Mut im oft so harten Alltag. Viertens wird dadurch unser Leben und das unserer Mitmenschen reichlich gesegnet. Unsere Ruhe und Geborgenheit in Jahweh, und zwar in allen Situationen, strahlt unwillkürlich ab.

Fünftens handeln wir wie die gläubigen, gerechtfertigten Juden und erfüllen den Auftrag Jahshuas, der gekommen ist, uns, die „verlorenen“ Schafe des Hauses Israel, wieder zu den Ordnungen des Vaters und in die Gemeinschaft der gerechtfertigten und treu gebliebenen Juden zurückzuführen (vgl. Mt 15,24; Joh 10,16; 11,51-52; Lk 15; Röm 11,16-24; Eph 2; 3,6 u.a.m.). Letzteres mag uns anfänglich sonderbar, sogar als völlig abwegig erscheinen! Sollten wir damit Mühe haben, so werden wir auch hier bei gewissenhaftem, unvoreingenommenem Bibelstudium, Schritt für Schritt, die Erkenntnis Jahwehs erfassen, die Zusammenhänge verstehen und uns von Herzen freuen.

Viele Bibelleser sind von der äusserst verwerflichen Irrlehre der christlichen Ersatztheologie geprägt. Darin sieht sich die Kirche an die Stelle von Israel gesetzt, da Israel ihren angeblichen Gott am Kreuz getötet haben soll, was ein völliger Unfug ist, denn wer kann denn schon Gott töten? Darin macht sich die Kirche vor aller Welt lächerlich. Diese abscheuliche Irrlehre, die aus dem biblischen Zusammenhag gerissen ist, ist äusserst peinlich, denn viele Menschen lesen heute in der Bibel und können die biblischen Zusammenhänge mehr denn je verstehen. Die von Jahweh gerechtfertigten Juden, von denen Jahshua sagte, dass er nicht gekommen sei Gerechte (gerechtfertigte Juden) zu suchen (Mt9,13; Lk 5,32), die des Arztes nicht bedürfen (Lk 5,31), bleiben nach dieser niederträchtigen Lehre von Jahweh verdammt und vom Heil ausgeschlossen und zwar für immer, es sei denn sie „bekehren“ sich zur christlichen Kirche, d.h. letztlich zur katholischen, allein selig machenden Kirche! Eine wahnsinnige Ideologie! Darum schwatzen die meisten kirchlich geprägten Menschen diese aus dem biblischen Zusammenhang gerissenen verwerflichen Worte der antijüdischen katholischen Kirchenväter voreingenommen, blind und unüberlegt nach. Die Schuld, die sich die Kirchen dabei laufend aufladen ist unermesslich!

Mit diesem religiösen Wahnsinn verbunden ist natürlich die Entwertung oder versteckte Verwerfung der Bibel, d.h. der Thora, die Jahshua für aufgehoben erklärt haben soll, was er nie getan hat (vgl. Mt 5,17-19). Im Gegenteil, in einer äusserst schweren Zeit für die Heiligen – unter der grausamen und in jeder Hinsicht demütigenden Herrschaft der Römer – in der viele Heilige schier verzweifelten, wies Jahshua mit allen seinen Kräften und mit ganzer Hingabe an seinen und unseren himmlischen Vater hin, auf die Thora und die Worte der Propheten, die allein Hilfe, Trost, Orientierung und Schutz zu vermitteln vermochten. Unerschütterlich lehrte er, dass der Mensch Jahwehs von jedem Wort, das durch den Mund Jahwehs ausgeht lebt (vgl. Mt 4,4). In ihrer äussersten Not hörten damals die Volksmassen auf ihren Propheten (Lk 7,16; 24,19), ebenso eine grosse Menge der Priester (vgl. Apg 6,7).

Mit der Verwerfung der Thora sind natürlich auch die Feste Jahwehs, die in der Thora verankert sind, verworfen worden. Hole und leere heidnische Ersatzfeste traten darum ab dem 4. Jh. offiziell an die Stelle der wunderbaren Ordnungen Jahwehs. Sie haben heilsgeschichtlich und prophetisch überhaupt keinen Wert. Jahweh hatte vor allem durch den Prophet Daniel, im Zusammenhang mit dem vierten Tier, vor diesem Ungeheuer Kirche rechtzeitig gewarnt: „Und er (der röm. Kaiser, zusammen mit Kirchenvätern, Bischöfen und späteren Päpsten, die symbolisch als das vierte Tier, Babylon, bezeichnet werden) wird Worte reden gegen den Höchsten und wird die Heiligen (Juden) des Höchsten aufreiben; und er wird danach trachten, Festzeiten und Thora zu ändern..“ (Dan 7,25).

Manche haben grosse Mühe mit den Festen Jahwehs. Sie fühlen sich bei dem geringsten Gedanken daran gestresst. Sie denken an die in den Medien negativ verbreiten Eindrücke über die ultraorthodoxen Juden. Wir dürfen uns von den Gesetzen ultraorthodoxer Juden keinesfalls stressen und abschrecken lassen. Es gibt Juden und Juden und Juden. Es gibt gerechtfertigte bibeltreue Juden, die nach bestem Erkennen und Vermögen nach den Ordnungen des himmlischen Abba Vaters leben. Doch von diesen ist in den Medien wenig zu hören! Sie sind für den antisemitischen (antijüdischen) Geist von geringem Interesse.

Gerade in den Sommer- und Herbstmonaten hält sich jedes Jahr eine grosse Zahl orthodoxer Juden in unseren Bergdestinationen auf. Obwohl die Einheimischen das Geld dieser Juden lieben, ärgern sie sich über die z.T. nicht nachvollziebaren Gesetzespraktiken einzelner Juden, die am Shabbat vom Gastgeber gelegentlich einiges an Grosszügigkeit abverlangen. Die hiesige Tourismusbranche versucht jeweils durch eine gut ausgewogene Information in der Presse Vorurteile abzubauen. Inzwischen gibt es bereits sehr gute langjährige freundschaftliche Beziehungen zwischen Einheimischen und orthodoxen Juden. Manche bewundern ihren festen familiären Zusammenhalt und ihre Treue zu Jahweh und zu ihrem Bekenntnis, obwohl sie rund um die Uhr von aller Welt, von der UNO, der EU, den Kirchen, heute vor allem von der Lutherischen Weltkirche und den arabischen Verbänden, mit allem Unflat beworfen werden.

Alles was mit Juden zu tun hat löst vor allem in der kirchlich geprägten Welt unweigerlich Abneigung aus. Wie sollte es auch anders sein. Erstens sind gläubige bekennende Juden nun mal von Jahweh ausgesondert. Sie können nichts dafür. Zweitens hat ihnen das Staatskirchentum, angefangen bei den Kirchenvätern bis hin zu Hitler unsägliches und unfassbares Leid zugefügt. Kirchenväter haben ihren jüdischen Propheten Jahshua von Nazareth bis zur vollkommenen Unkenntlichkeit verzerrt, verstümmelt, entjudaisiert  und die Juden mit dem neuen hellenistischen Jesus-Gott über 1.600 Jahre lang bis ins Unermessliche geplagt, schikaniert und terrorisiert, so sehr, dass sie in ihrer schierer Verzweiflung und Gegenreaktion sogar ihren jüdischen Jahshua völlig aus ihrem Gedächtnis und ihren Schriften verbannten. Der ihnen zugefügte Schmerz vonseiten der Christen war unerträglich geworden.

Doch in den letzten Jahren haben jüdische Wissenschaftler und Forscher die Sammlungen der Evangelien unvoreingenommen und gewissenhaft unter die Lupe genommen und auf ihren jüdischen Gehalt überprüft und gesondert. Seitdem erkennen immer mehr Juden wieder ihren jüdischen Propheten Jahshua, so wie er in den Anfangszeiten über Jahrzehnte von den Juden erkannt war.

Die Apostelgeschichte zeigt uns diese Tatsache bestens auf. Was war vor allem seit dem Fest Shawuoth (Pfingsten) geschehen? In der Zeitspanne von Shawuoth (Pfinsten) über die nachfolgenden rund dreissig Jahre erkannten Myriaden von Juden Sendung und Dienst Jahshuas (vgl. Apg 21,20; 4,4; 5,14; 6,7 u.a.m.).

Juden erkennen heute, dass jene Juden, die damals Jahshua als ihren Propheten erkannten und Jahshuas Sendung und Dienst verstanden, in Einheit mit den thoratreuen, gläubigen Juden, den Pharisäern, lebten, denn täglich gingen sie im Tempel ein und aus (Apg 2,46), allerdings zum Ärger der mit den Römern kollaborierenden und damit untergehenden Sadduzäern (Apg 5,17.40). Mehr und mehr erkennen Juden heute Jahshua als denjenigen, den ihre eigenen Propheten wie Mose und die Apostel als einen jüdischen Propheten bezeichneten (vgl. 5Mo 18,15.18; Joh 5,38-47; Apg 3,21-24). Die Apostel und Jünger verkündeten Jahshua eindeutig und unmissverständlich als einen jüdischen Propheten (vgl. Lk 24,19; Apg 3,21-23). Ja, sie erkennen aus ihren eigenen Schriften Jahshua als Prophet an, der sich selbst als thoratreuen Propheten bezeichnete (Mt 5,17-19; Lk 7,29; Mt 13,57; Lk 4,24; Jo 5,39-46 u.a.m.) und danach lebte.

Darum lasst uns mit viel Geduld und freudiger innerer Entschlossenheit den eingeschlagenen Weg der Versöhnung und damit Wiederherstellung der Ehre Jahwehs und des auserwählten Volkes weitergehen. Das ist Jom Kippur! Immer wieder möchte ich betonen, dass wir schrittweise die Wege Jahwehs gehen lernen müssen und nichts überstürzen dürfen. Alles ist wachstümlich. Das gereicht uns und unseren Mitmenschen zum Segen. Mit einem herzlichen Shalom zum Jom Kippur

Gregor Dalliard