Chanukka und der Wunsch der Kirchen und Freikirchen nach dem Untergang der Juden. Teil 2

Glaubensimpuls 276

Reden wir von Chanukka und feiern wir Chanukka, dann möchten wir auch immer von Jahusua von Nazareth sprechen. Jahushuas Wirken wäre ohne die Maccabi, die Makkabäer, undenkbar. Es gäbe im Prinzip keine Juden mehr. Sie hätten sich unter der Herrschaft des Antiochus Epiphanes vollkommen assimiliert oder wären langsam aber sicher ausgerottet worden. Im Zusammenhang mit dem Glauben und den Verheissungen an Abraham (1Mo 12,3 u.a.) dürfen wir uns mit den Juden über das Werk der Makkabäer, der Maccabi, freuen. Das Überleben der Juden ist untrennbar mit den Verheissungen und dem Segen für die ganze Menschheit verknüpft. Ohne die Juden wird also die Menschheit nie in JaHuWaH zur Ruhe und zum weltumspannenden Frieden kommen: “Nur auf JaHuWaH vertraut still meine Seele, von ihm kommt meine Hilfe. Nur er ist mein Fels und meine Hilfe, meine Festung..” (Ps 62,2-3).

Jahushua von Nazareth bekannte sich zu diesem prophetischen Zusammenhang, als er der Halbjüdin, der “Palästinenserin” von Shomron (Samaria), am Brunnen Jakobs, das Heil erschloss: “Ihr (Palästinenser) betet an, was ihr nicht kennt; wir (Juden) beten an, was wir kennen (über das prophetische Wort), denn das Heil ist aus (bei) den Juden. Es kommt aber die Stunde und ist jetzt, da die wahren Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden; denn auch der Vater sucht solche als seine Anbeter. JaHuWaH ist Geist, und die ihn anbeten, müssen in Geist (nach der Gesinnung JaHuWaHs) und Wahrheit (gemäss seinem prophetischen Wort) anbeten (Joh 4,22-24, siehe dazu die zweite Hälfte des letzten Gim). Das dürfen wir aus dem prophetischen Wort in einzigartiger Weise erkennen und verstehen. Darüber freuen wir uns herzhaft. Wie gesagt, im letzten Gim versuchte ich darauf hinzuweisen.

“Warum musst du immer wieder auf Jahushua von Nazareth hinweisen, ist das denn nötig?”, so fragt eine Gim-Leserin. Warum nehme ich Jahushua von Nazareth immer wieder in den Fokus? Warum tue ich das? Erstens unterscheide ich klar zwischen dem Juden Jahushua von Nazareth und dem entjudaisierten Jahushua von Nazareth, dem griechischen Christus-Gott, bzw. dem Jesus-Gott der Kirchengründer. Zweitens kommen die meisten meiner Gim-Leser aus einem festgefahrenen antijüdischen Hintergrund, wie auch ich. Wir sind von dem Jesus-Gott buchstäblich durch und durch durchsäuert. Ohne diesen griechischen Jesus-Gott geht in der christlichen Welt einfach nichts. Ich sehe es als eine Möglichkeit an, uns von dem Jesus-Gott schrittweise zu trennen, indem wir immer wieder auf den wirklichen Jahushua von Nazareth hinweisen und quasi über ihn, über seinen Glauben, zu JaHuWah und zu seinem Wort der Bibel finden.

Der griechische Jesus-Gott der Christen räumt mit seiner Kirche, seiner Ersatztheologie, den Juden nur im alleräussersten Fall eine kleine Chance des Heils und der Errettung ein, und das nur am Ende der Heilsgeschichte, wenn sie alle von JaHuWaH zu Christen gemacht sein werden, was ein völliger Unsinn ist. Die Entjudaisierung der Juden und der Untergang der Juden war nicht nur das unmissverständliche Vorhaben des griechisch geprägten Diktators Epiphanes. Das war der Wunsch fast aller Mächtigen und einflussreichen Menschen. Was uns aber erschüttern müsste ist der Geist der Kirchen und Freikirchen. In einer äusserst fromm getarnten Art und Weise ersehnen sie sich – wie Antiochus Epiphanes – den Untergang der Juden, indem sie aus ihnen Christen machen und sie damit dem griechisch-hellenistischen Glaubensdenken unterwerfen wollen. Das mag sich für manchen gutgläubigen Christen schockierend anhören. Was ist das Verführerische und Hinterhältigste an dieser Strategie? Sie reden und lehren den ganzen Tag, jahrein jahraus, in allen ihren Unterweisungen, Publikationen und Seminaren wie sehr sie die Juden mögen, sich zu ihnen bekennen. Sie halten Tagungen zum Thema Juden ab, sie sammeln und unterstützen sogenannte Israelwerke – aber sie wollen nicht erkennen wie sehr ihr Wirken zur Verbreitung des tödlichen Giftes der Ersatztheologie beiträgt und wie sehr sie mit diesem entsetzlichen Gift, diesem tödliche Gift, ihre Zuhörer von Generation zu Generation durchsäuern und besoffen machen. Es ist der gleiche Geist von dem Antiochus Epiphanes fromm besessen war. Antiochus Epiphanes war ein tiefreligiöser Mann, aber eben Opfer einer zerstörerischen religiösen Tradition.

Nun, nach der christlichen Lehre bleiben die Juden dem griechischen Jesus-Gott gegenüber blind und verstockt bis sie am Ende der Tage, vor dem angeblichen Weltuntergang, den griechisch-hellenistisch definierten Jesus-Gott erkennen, den sie durchstochen, d.h. gekreuzigt, haben sollen. Sie sind unwiderrufbar verloren, wenn sie sich nicht zu der griechischen Jesus- oder Christusgottheit bekehren, die angeblich der Gott der Juden sein soll, den sich aber die Christen im dritten Jahrhundert selbst schufen. Sie halten sich blind an die Argumentationen des Judenhassers Paulus, der sich über jedes prophetische Wort hinweggesetzt hatte, und wenn er eines davon zitierte, dann tat er das in einer völlig verzerrten Weise. Wie konnte er seine Anhänger irreführen? Er sprach laufend von diesem und jenem Geheimnis das nur ihm von der Jesus-Gottheit geoffenbart worden war, das er nun lüften darf.

Seine Zuhörer haben daraus eine Theologie und eine Kirche entwickelt, die den Untergang der Juden besiegeln sollte. Selbst Hitler war von dieser Theologie begeistert! Sie plappern die Worte des Paulus als absolute Heilslehre nach, ohne sich bewusst zu werden, was sie an schrecklichem Leid schon angerichtet hat. So etwa: “Was nun? Was Israel sucht, das hat es nicht erlangt; aber die Auswahl (die Abtrünnigen) hat es erlangt, die übrigen jedoch sind verstockt worden, wie geschrieben steht: Gott hat ihnen einen Geist der Schlafsucht gegeben, Augen, um nicht zu sehen, und Ohren, um nicht zu hören, bis auf den heutigen Tag. Und David sagt: Es werde ihr Tisch ihnen zur Schlinge und zum Fallstrick und zum Anstoß und zur Vergeltung! Verfinstert seien ihre Augen, um nicht zu sehen, und ihren Rücken beuge allezeit! Das Heil im Blick auf Israel und die Nationen” (Röm 11,7-10).

Für seine Argumentation reisst er Worte aus dem Psalm 69, Verse 23-24, aus dem Zusammenhang. Das sind äusserst schlimmste Verzerrungen und Verdrehungen des Psalmes 69. Ein solcher Missbrauch kann niemals von dem Juden Shaul stammen, sondern von dem katholischen Kirchenvater Paulus, der nichts von dem prophetischen Wort verstand. Auch folgende Aussagen sind aus dem Zusammenhang gerissen: “Denn ich will nicht, Brüder, dass euch dieses Geheimnis unbekannt sei, damit ihr nicht euch selbst für klug haltet: Verstockung ist Israel zum Teil (für eine bestimmte Zeit) widerfahren, bis die Vollzahl der Nationen eingegangen sein wird (den Jesus-Gott angenommen hat); und so wird ganz Israel errettet werden (d.h.den griechischen Jesus-Gott annehmen), wie geschrieben steht: `Es wird aus Zion der Erretter kommen, er wird die Gottlosigkeiten von Jakob abwenden; und dies ist für sie der Bund von mir, wenn ich ihre Sünden wegnehmen werde. Hinsichtlich des Evangeliums sind sie zwar Feinde um euretwillen, hinsichtlich der Auswahl aber Geliebte um der Väter willen. Denn die Gnadengaben und die Berufung Gottes sind unbereubar. Denn wie ihr einst Gott nicht gehorcht habt, jetzt aber unter die Begnadigung gekommen seid (durch den Glauben an den griechischen Jesus-Gott) durch ihren Ungehorsam (weil sie den griechischen Jesus-Gott ablehnten), so sind jetzt auch sie eurer Begnadigung gegenüber ungehorsam gewesen, damit auch sie nun unter die Begnadigung kommen (wenn nicht vorher, so spätesten am Ende der Tage) (Röm 11,25-30).

Jahushua von Nazareth lehrte als gläubiger Jude das genaue Gegenteil von dem was die Christen von ihrem Jesus-Gott lehren, auch er lehnte jede griechische Jesus-Gottheit (Zeus-Gottheit) ab. Wir haben in der Vergangenheit auf viele Aussagen aus der Bibel der Kirchenväter, dem sogenannten NT, hingewiesen, die im Widerspruch zur Bibel, dem TaNaCH stehen. Jahushua lehrte gemäss dem Zeugnis der Thora und Propheten. Nach diesem Zeugnis kommt niemand unter die Begnadigung JaHuWaHs, es sei denn durch seine persönliche Umkehr zu JaHuWaH. Sehr eindrucksvoll lehrt er das in der Metapher von dem barmherzigen Vater JaHuWaH und von dem verlorenen Sohn, der zum Vater umkehrt (vgl. Lk 15,11-32). In Röm 11,26-27 missbraucht Paulus die Aussagen der Propheten in Jes 59,20-21 und Jer 31,34. Sie werden nicht den Jesus-Gott erkennen, sondern JaHuWaH.

Paulus zitiert aus Ps 69, 23-24 um die Verwerflichkeit der Juden zu untermauern. Doch wer diesen Psalm analysiert und in seinen Kontext stellt, kann mit Leichtigkeit erkennen, dass der Psalm überhaupt nichts mit einer griechischen Jesus-, bzw. Christus-Gottheit, zu tun hat. Wir wollen uns darum gerade in diesen Tagen von Chanukka bewusst und entschieden vom Geist des Antiochus Epiphanes, den die Christen weitertragen, lossagen, wenn uns das nicht unbedingt leicht fallen sollte. Wir tragen Verantwortung für das was wir unterstützen oder auch nicht unterstützen. Unser kurzes Leben ist kein Spaziergang.

“Dein Reich ist ein Reich aller künftigen Zeiten, deine Herrschaft dauert durch alle Geschlechter hindurch. JaHuWaH stützt alle Fallenden, er richtet auf alle Niedergebeugten. Aller Augen warten auf dich..” (Ps 145,13-15; Dan 7,27; Sach 14,9; 5Mo 6,4). Von Herzen wünsche ich allen weiterhin ein frohes Chanukka-Fest. Chanukka sameach! Shalom!

Gregor Dalliard