„Und wenn jemand nicht geschrieben gefunden wurde in dem Buch des Lebens, so wurde er in den Feuersee geworfen“ (Offb 20,15) Teil 1

Glaubensimpuls 102

Was ist das Buch des Lebens? Das Buch des Lebens ist zuerst das Buch des Bundes (vgl. 2Mo 24,7), aber dann auch das Buch in dem die Namen jedes einzelnen Menschen des Volkes Jahweh, des auserwählten Volkes (allgemein Gottesvolk genannt), enthalten sind (vgl. Offb 3,5). Das Gottesvolk ist das Zwölfstämmevolk. Die Bundespartner, Jahweh und die einzelnen Bundesgenossen, können und dürfen in der Heilsgeschichte nie voneinander getrennt werden! So wie der Name und das Wesen Jahwehs nie verändert werden darf.

Wollen wir Wesen, Sinn und Inhalt vom Buch des Lebens verstehen und unsere Herzen in Lobpreis und Danksagung zu Jahweh erheben, dann müssen wir auf die Anfänge, auf die Wurzeln unseres Glaubens, zurückgehen. Der Bundesschluss am Sinai, an dem zwei Seiten beteiligt waren, nämlich Jahweh und Israel, beruht auf dem früheren Bund, den Jahweh mit Abraham schloss und zwar einseitig. In 1Mo 15 und 17 ist uns davon berichtet. Jahweh vollzog den Bund nach den alten orientalischen Bundesriten. Abraham konnte die Bedeutung des Bundes durch das ihm angepasste Bundesritual verstehen.

Warum war dieser Bund mit Abraham einseitig geschlossen worden? Jahweh kennt das Wesen des Menschen. Er weiss um seine Schwachheiten und Brüche. Darum liess er vor dem Abschluss des Bundesschlusses einen tiefen Schlaf über Abraham kommen, den er zu seinen Bundespartner erwählt hatte und vollendete den Bundesschluss allein, d.h. einseitig (vgl. 1Mo 12-18), damit er von seinem Volk niemals gebrochen werden kann. Es war dies ein Schritt seiner grossen Liebe und Gnade, einer Hilfe für den Bundespartner und im weitesten Sinn für die ganze Menschheit. Das heisst, dass dieser Bund von keinem Menschen jemals gebrochen werden kann. Es ist und bleibt dieser Bund der Bund der Gnade allein, aus Gnade allein!, d.h. Jahweh allein ist der Initiator. Kein Mensch konnte diesen Bundesschritt Jehwehs beeinflussen. Darum kann niemand jemals das auserwählte Volk von Jahweh trennen oder das auserwählte Volk ersetzen und an dessen Stelle treten und sich als Gottesvolk bezeichnen. Selbst dann nicht, als Jahweh den Grossteil der zehn Stämme des Nordreiches und später die Juden (Juda, Benjamin und Leviten) in alle Himmelsrichtungen zerstreute. Selbst das auserwählte Volk kann sich nie von diesem Bund lösen, selbst wenn Juden aus unterschiedlichen Gründen heraus nicht mehr Juden sein wollen oder wollten und in der grossen heidnischen Welt auggehen wollen oder aufgegangen sind. Jahweh findet sie alle, wann und wie er will, zu welcher Zeit er wie viele von ihnen braucht, denn das auserwählte Volk ist und bleibt sein Sohn, mit dem er die Wiederherstellung aller Dinge vollziehen wird.

Diese Bundestreue Jahwehs mit seinem auserwählten Volk, seinem Sohn, bleibt auch über das irdische Leben hinaus bestehen. Shaul schreibt später, z.B. im Brief an die Römer: „Der Geist selbst bezeugt zusammen mit unserem Geist (durch die Beschäftigung mit dem Wort Jahwehs), dass wir Kinder Jahwehs (Kinder Gottes) sind. Wenn aber Kinder, so auch Erben, Erben Jahwehs und Miterben des Mashiach (Christus), wenn wir wirklich mitleiden, damit wir auch mitverherrlicht werden (d.h. zur Herrschaft der Heiligen kommen)“ (Röm 8,14-17).

Diese Bundestreue wird erstens in der künftigen Weltevangelisation (vgl. Sach 8, vor allem die Verse 21-23; Jesaja u.a.m.) und zweitens in der Herrschaft des auserwählten Volkes, von Zeitalter zu Zeitalter ihre Erfüllung finden und zwar schrittweise, also von Zeitalter zu Zeitalter (vgl. Dan 7,18.22.27; Offb 20,4; 22,5; 1Kor 6,2-3; 2Tim 2,12-13 u.a.m.).

Damit ist das auserwählte Volk in die Pflicht genommen. Es trägt eine hohe Verantwortung. Der Bund mit Abraham enthält immer die Aufforderung nach den Rechtsbestimmungen und Ordnungen Jahwehs zu leben: „Ich bin Jahweh, der Allmächtige (el shaddaj). Lebe vor meinem Angesicht, und sei untadelig! Und ich will meinen Bund zwischen mir und dir setzen..“ (1Mo 17, 1-2). Wie schon gesagt, die Sohnschaft, die Auserwählung Israels als Volk, war ein einziger Akt der Bestimmung und der Gnade Jahwehs. Aus der Gnade allein! Der allein durch die Gnade Jahwehs gerechtfertigte Sohn ist also aufgefordert nach den Rechtsbestimmungen und Ordnungen Jahwehs zu leben.

Einmal wird die ganze Welt, auch der ganze Himmel und der ganze Sheol (Himmelsberich der Verstorbenen), die Rechtsbestimmungen und Ordnungen Jahwehs erkennen und Jahweh anbeten und verherrlichen (vgl. Dan 7,27; Ps 22,28-30Phil; 2,10-11; Röm 11,36; 1Kor 15,20-28 u.a.m).

Das auserwählte Volk, der Sohn, ist der Erstling, der diese Rechtsbestimmungen und Ordnungen Jahwehs in seinem persönlichen Leben umsetzt, denn er soll ja einmal die Welt und die Engel nach den Rechtsbestimmungen, Ordnungen und Festen Jahwehs richten (d.h. herrschen), (vgl. Dan 7,18.22.27;1Kor 6,2-3).

Lebt der Erwählte und Begnadigte nach diesen Ordnungen hat er das Leben und den Segen Jahwehs (vgl. 3Mo 18,4-5). Das Buch des Lebens, die Thora, ist darum unantastbar, weil nur in diesen Rechtsbestimmungen, Ordnungen und Festen Jahwehs ein harmonisches und friedliches Zusammenleben möglich ist, letztlich für die ganze Menschheit, für alle Geschöpfe Jahwehs.

Darum gebietet der himmlische Vater nichts von dem Buch des Lebens, der Thora, wegzunehmen oder hinzuzufügen und weder zur Rechten noch zur Linken abzuweichen (vgl. 5Mo 4,2; 13,1; 5,29; 3Mo 19 u.a.m). Das Buch der Sprüche bekennt: „Alle Rede Jahwehs ist geläutert. Ein Schild ist er denen, die bei ihm Zuflucht suchen. Füge zu seinen Worten nichts hinzu, damit er dich nicht überführt und du als Lügner dastehst“ (Spr 30,6).

Neben dem Bund Jahwehs mit Abraham und seinem erwählten Volk wird es darum niemals einen neuen Bund geben in den jemand neu einzugehen haben sollte, weil der Bund mit Abraham aufgehoben wäre. Als verwegene Menschen nach der Zeit der Apostel von Jahweh und dem Glauben Jahshuas und der Apostel abfielen und sich dadurch vom auserwählten Volk lösten wurden sie von Jahweh ausgepfropft (vgl. Röm 11,22), buchstäblich dahin gegeben. So gründeten sie ein Gebilde, das sie Kirche nannten und nennen. Diese Menschen werden darum Kirchenväter genannt. Ihre Anhänger lehren bis heute in ebenso verwegener Weise, dass Jahshua ihre Kirche am Fest Shawuoth (Pfingsten) gegründet hätte. Dabei waren an diesem Fest nur Juden anwesend, die selbst dann noch Juden blieben, als Scharen von ihnen an die Sendung Jahshuas glaubten (vgl. Apg 5,14). Shaul hatte eindringlich vor dieser Kirche und ihren Führer gewarnt. Er nannte sie gräuliche Wölfe, die aus ihrer Mitte hervorgehen würden (vgl. Apg 20,30-32; 1Tim 4,1-3 u.a.m.)

Ihre Nachfolger sammelten die guten Bekenntnisschriften, d.h. Zeugnisse über  Jahshua von Nazareth und die Apostel. Diese guten Schriften wurden von ihnen zum Teil stark überarbeitet und inhaltlich verändert. Sie nahmen aus der Bibel, die allein aus den Bundesschriften (Thora, Propheten, Psalmen und Schriften) besteht, Zitate und wandten diese auf ihre neue Kirche und ihren neuen Jesus-Gott an. So schufen sie neben der Bibel (den Bundesschriften) ein neues zweites Buch, das sie Bibel nannten, das Neue Testament. Für sie stellt dieses Buch einen Neuen Bund dar, in den nun auch alle Juden durch ihren Jesus-Gott hineinzugehen hätten.

Sie erklärten damit frevelhaft und in lästerlicher Weise den Bund Jahwehs mit Abraham und seinem Volk für null und nichtig. Sie hoben ihn auf. Damit hoben sie auch die Auserwählung Israels und seine spezielle Sendung auf. Sie stellten sich an die Stelle von Jahweh und Abraham, bzw. Israel, und lehrten, dass sie nun das Volk Gottes seien. Die Juden seien im Bund Jahwehs mit Abraham für immer verflucht, es sei denn, sie würden diesen verlassen und in die Kirche eintreten. Das ist ein schändliches Werk und kann uns fassungslos machen, wenn wir der schrecklichen Blutspur der Kirche folgen. Darum wird die Kirche, bzw. die Kirchen, im Zusammenhang mit dem vierten Tier und Reich von Daniel, Jochanan (Johannes) in der Offenbarung, Shaul und andern, als das Babel oder das Babylon bezeichnet, mit der Aufforderung es zu verlassen, aus diesem Teufelsbund hinauszugehen.

Zudem fällt uns die nicht leichte Aufgabe und Pflicht zu, alle Aussagen in den Bekenntnisschriften (dem sog. NT) immer anhand der Thora, den Propheten, Psalmen und Schriften zu prüfen, denn von den vielen damaligen Evangelien, von denen Lukas berichtet (vgl. Lk 1,1), sind uns nur vier von der Kirche überarbeitete und zusammengefasste Schriften überliefert, alle andern sind verschwunden oder von der Kirche vernichtet worden, ebenso verhält es sich mit den Briefen des Shaul und anderen Bekenntnisschriften.

Nun, „..ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen“ (Joh 8,32), lehrt Jahshua. Er betont, dass er die Wahrheit redet, dass seine Worte die Worte sind, die er vom Vater gehört hat: „die Wahrheit, die ich von dem Erlöser (Gott) gehört habe“ (Joh 8,40). Die Wahrheit, die Jahshua von Jahweh hörte ist in der Thora und in den Propheten zu finden. Eine andere Wahrheit gibt es nicht. Darum weist Jahshua jede Versuchung in seinem Leben mit der Bibel ab, d.h. mit Zitaten aus der Thora und den Propheten (vgl. Mt 4,1-10). Wir werden nicht müde immer und immer wieder auf seine Worte hinzuweisen: „Es steht geschrieben: Nicht von Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jedem Wort, das durch den Mund Jahwehs ausgeht“ (Mt 4,4, Zitat aus 5Mo 8,3). „Denn es steht geschrieben: Du sollst Jahweh, deinen Erlöser, anbeten und ihm allein dienen“ (Mt 4, 10, Zitat aus 5Mo 6,13; 10,20; 1Sam 7,3 u.a.m.).

Der Bund Jahwehs mit Israel am Sinai, den Israeliten immer wieder gebrochen haben, enthält Segens- und Fluchbestimmungen (d.h. Bestimmungen zum Gericht, richten, auf den rechten Weg zurück richten). Mose kam lange nicht vom Sinai zurück. Das Volk war in der Wüste ohne Führer wie verloren. Es glaubte sich auch von Jahweh, seinem Erlöser (Gott), verlassen. Vermutlich waren es jahwehlose Führer, die unter den Ägyptern Vorteile genossen, die nun die Gunst der Stunde nutzten. Sie missbrauchten die grosse Angst und Not des Volkes. Schliesslich gossen sie sich das Himmelsgestirn des Stieres in Gold. Aaron wurde von verschiedenen Stammesführern äusserst heftig bedrängt. Darum gab er inmitten dieser Auseinandersetzung verzweifelt und widerwillig nach. Sie taten alles wie sie es bei den ägyptischen Priestern gesehen hatten. Viele übergaben sich diesem Gestirn und riefen dieses Gestirn, das sichtbar als gegossenes Himmelszeichen wie eine Statue vor ihnen stand, als ihren neuen Erlöser (d.h. Gott, als Führer in der Wüste) aus. Mit diesem Gestirn wurden auch die andern Gestirne mit einbezogen. Die Abgefallenen riefen: „Das sind deine Erlöser (Götter) Israel, die dich aus dem Land Ägypten heraufgeführt haben“ (2Mo 32,4).

Die Folgen dieses Bundes- bzw. Vertrauensbruches waren schrecklich. Mose betete fassungslos und am Boden zerstört: „Ach, dieses Volk hat eine grosse Sünde begangen: sie haben sich einen Erlöser (Gott) aus Gold gemacht. Und nun, wenn du doch ihren Bundesbruch (Sünde) vergeben wolltest! Wenn aber nicht, so lösche mich denn aus deinem Buch, das du geschrieben hast, aus“ (2Mo32,31-32). Aus dem Buch Jahwehs ausgelöscht werden heisst in die Jahwehlosigkeit gehen, weg vom Leben, seinem eigenen Weg überlassen sein, der in die „Vernichtung“ führt, in den geistigen Tod, d.h. in den Feuersee, in das Gericht. Mose bittet Jahweh ihn in den Feuersee, in das Gericht, zu nehmen. Jahshua gibt uns ein Beispiel im Gleichnis vom „verlorenen“ Sohn. Als er durch die Gnade Jahwehs – durch die Gerichte hindurch – zu seinem Vater zurückkehrte, sagte der Vater: „Denn dieser mein Sohn war tot (im Feuersee, im Gericht) und ist wieder lebendig geworden, war verloren (im Feuersee, im Gericht) und ist wieder gefunden worden. Und sie fingen an, fröhlich zu sein“ (Lk 15,24).

Liebe Gimleser, lasst auch uns an diesem Shabbat und allezeit fröhlich sein, denn auch wir waren als Söhne tot (im Feuersee, im Gericht), aus dem Buch des Lebens gestrichen. Allein durch die Gnade unseres Hirten Jahweh, dem lebendigen Erlöser und Hirten sind wir durch die Sendung und den Dienst Jahshuas wieder zurückgebracht worden: „Denn ihr gingt in der Irre wie Schafe, aber ihr seid zurückgekehrt zu (Jahweh) dem Hirten und Aufseher eurer Seelen“ (1Petr 2,25). Wir sind wieder im Buch des Lebens eingetragen. So bewahrheiten sich die Worte aus Ps 23: „Jahweh ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.. Auch wenn ich wandere in Todesschatten, fürchte ich kein Unheil, denn du bist bei mir“.

Mit einem herzlichen Shabbat Shalom

Gregor Dalliard