Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn! (Mk 15,39b).

Glaubensimpuls 341

Im letzten Glaubensimpuls schrieb ich: “Als Folge davon wird eintreten was die biblischen Propheten im Namen JaHuWaHs verheissen. Von einem nie dagewesenen Aufbruch – auf JaHuWaH und seine Weisungen hin – werden die Völker dieser Erde erfasst werden.” Nun, wer kennt nicht das prophetische Wort aus Jeshajahu 45,23-45:

“Berichtet und bringt Beweise herbei! Ja, sollen sie sich miteinander beraten! Wer hat dies von alters her hören lassen, schon längst es verkündet? Nicht ich, JaHuWaH? Und sonst gibt es keinen Erlöser (Gott) ausser mir. Einen gerechten und rettenden Erlöser (Gott) gibt es ausser mir nicht! Wendet euch zu mir und lasst euch retten, alle ihr Enden der Erde! Denn ich bin Erlöser(Gott) und keiner sonst. Ich habe bei mir selbst geschworen, aus meinem Mund ist Gerechtigkeit hervorgegangen, ein Wort, das nicht zurückkehrt: Ja, jedes Knie wird sich vor mir beugen, jede Zunge mir schwören und sagen: Nur in JaHuWaH ist Gerechtigkeit und Stärke. Zu ihm wird man kommen, und es werden alle beschämt werden, die gegen ihn entbrannt waren. In JaHuWaH werden gerecht (wiedergeboren) sein und sich rühmen alle Nachkommen Israels.”

Nicht nur jedes Knie Israels wird sich vor JaHuWaH voller Dank und Jubel beugen, sondern jedes Knie dieser Erde. Auch die vielen Mitglieder der christlichen Kirchen und Gemeinschaften werden ihren heidnischen Jesus-Gott der griechisch-römischen Welt verlassen und im Glauben Jahushuas von Nazareth nach JaHuWaH und seinem Willen suchen: “Es segne dich JaHuWaH von Zion aus” (Ps 128,5). “Denn von Zion wird Weisung ausgehen und das Wort JaHuWaHs von Jerushalajim (Jes 2,2b). Und wenn wir schon den Glauben Jahushuas von Nazareth erwähnen, dann wollen wir einen wichtigen Hebraismus aus den Schriften der Kirchenväter erwähnen, der sich mit Ps 128,5; Jes 2,2b u.a.m. prophetisch deckt: “Ihr betet an, was ihr nicht kennt; wir beten an, was wir kennen, denn das Heil ist aus den Juden (kommt von den Juden)” (Joh 4,22). Der Wille JaHuWahs im Himmel wird hier auf Erden alles erfassen. Konkret: “..dein Reich komme; dein Wille geschehe, wie im Himmel so auch auf Erden” (Mt 6,10). Damit wird sich die Verheissung an Abraham langsam aber sicher in ihrem vollen Ausmass zeigen und erfüllen: “..und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde!” (1Mo 12,3b). Welch eine frohe Botschaft!! Welch ein Aufsteller im täglichen Leben!!

Doch bis es soweit ist, werden durch alle Jahrhunderte hindurch immer wieder – und überall auf der Erde – einzelne Menschen und kleine Gruppen von JaHuWaH und seinen Weisungen erfasst werden, so wie der römische Hauptmann in Mk 15,20-39. Die meisten von uns kennen das Ereignis des römischen Hauptmanns aus der früheren Osterliturgie und zwar im Zusammenhang mit der österlichen Judenhatz. Damals wussten wir nichts von dem Missbrauch dieses Ereignisses durch die Kirchengründer. Zur Zeit des Pilatus trieben die Römer jedes Jahr vor den grossen drei Wallfahrtsfesten – vor allem aber an Pessach – eine grössere Zahl an Juden, die ihnen gefährlich wurden, zur Stadt hinaus. Zur Abschreckung des jüdischen Volkes wurden sie grausam gepfählt. Meistens waren dies Männer die das Volk – offen oder auch versteckt – zum Einhalten der Gebote JaHuWaHs anhielten, wie das auch Jahushua von Nazareth tat. Pilatus sah darin eine grosse Gefahr, die schnell zu gewalttätigen Reaktionen gegen die Römer ausarten könnte.

Dann waren es Zeloten die bei solchen Massenansammlungen von Juden die Gelegenheit nutzten um in Jerushalajim Römer niederzustechen, die Dolchmänner (sicarii) oder gewaltvolle Aufstände gegen sie anzuzetteln. Zu ihnen wurde Simon “der Zelot” gezählt (Lk 6,15; Apg 1,13). Judas war ein Dolchmann (Sicarius). Ebenso Petrus, der später mit seinem Dolch, bzw. Schwert, dreinschlägt und den Knecht des römischen Hauptmannes (nicht den Knecht des Hohepriesters, denn der durfte wegen des Gesetzes der Verunreinigung gar nicht an solchen Festnahmen teilnehmen) ganz böse erwischt hatte (vgl. Joh 18,10; Lk 22,50). Ebenso die gewaltbereiten Söhne des Zebedäus, die für JaHuWaH vor nichts zurückschreckten. Jahushua gab ihnen darum den Namen “Donnersöhne” (Boanerges) (vgl. Mk 3,17; Lk 9,54). Jahushua forderte nun alle seine Jünger auf einen Dolch, bzw. Schwert zu tragen: “Er sprach nun zu ihnen: Aber jetzt, wer eine Börse hat, der nehme sie und ebenso eine Tasche, und wer nicht hat, verkaufe sein Kleid und kaufe ein Schwert” (Lk 22,36).

Die römische Besatzungsmacht fürchtete nichts mehr als diese drei Wallfahrtsfeste, vor allem das sieben Tage dauernde Pessachfest. Pessach, das jüdische Fest der Befreiung aus der Unterdrückung und dem Sklavendienst der Ägypter bot für viele aufrichtige Juden die Plattform zum Aufstand gegen die grausamen Unterdrücker und Henker. Im Laufe der Jahre hatten viele Römer den Glauben der Juden kennengelernt. Sie erkannten die Nichtigkeit ihrer Götterkulte, vor allem ihrer trinitarischen Obergottheiten und der vielen Untergottheiten. Es mag im Laufe der Jahre manchen Austausch zwischen Römern und Juden gegeben haben. Die Beeinflussung dieser tapferen Juden und der Respekt vor dem Wesen JaHuWaHs hat auch diesen römischen Hauptmann tief beeindruckt und innerlich erfasst, vor allem als er im Auftrag des Pilatus, nach dem römischen Gesetz, der Lex Julia Majestatis, den Rabbi Jahushua von Nazareth, mit vielen anderen, als Staatsfeind Roms, pfählen lassen musste.

Wir fragen uns vielleicht, warum sind denn solche Römer nicht einfach zum Judentum, d.h. zu JaHuWaH übergetreten? Die Grausamkeiten, denen ein römischer Bürger und erst recht ein Hauptmann, der zum Judentum übertrat ausgesetzt wurden, waren äusserst qualvoll. Nach dem Gesetz der Lex Julia Majestatis stand einem solchen Rebell die grausamste Art der Pfählung (Kreuzigung) bevor. Unter den Römern gab es viele heimliche Anhänger der Juden. Jahushua lehrte nicht umsonst: “..und wer nicht sein Kreuz (d.h. die Pfählung durch die Römer) auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht würdig” (Mt 10,38). Das offene Bekenntnis des römischen Hauptmanns muss die übrigen Henker tief erschüttert haben: “Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn!” (Mk 15,39b). Dieser Hauptmann musste tausende Juden zur Pfählung geführt haben. Die unerschütterliche Treue dieser jüdischen Männer zu ihrem Erlöser (Gott) JaHuWaH, muss ihn tief berührt und erschüttert haben. Wir wissen nicht was mit diesem römischen Hauptmann geschehen ist.

Die Juden kannten und kennen den Begriff “Sohn Gottes” auf eine Einzelperson bezogen, wie später im Christentum, nicht. JaHuWaH bezeichnet das Volk Israel als Sohn Gottes, dazu einzelne Könige in Israel und einige Gerechte Israels. Erst lange nach dem Tode Jahushuas bezogen die Kirchengründer den Begriff Sohn Gottes auf eine Einzelperson. Das taten sie, nachdem sie auf den Konzilien im 4. Jh. den Juden Jahushua von Nazareth systematisch und offiziell entjudaisierten und aus ihm eine heidnisch-trinitarische Gottheit schufen. Nie nannten die Juden einen Propheten oder einen Rabbi Gottes Sohn. Jahushua von Nazareth wurde von niemandem mit Herr Gottes Sohn angesprochen.

Wenn nun der römische Hauptmann bekennt: “Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn!” (Mk 15,39b), dann wusste er noch nichts von einer christlichen Gottes-Sohn-Gottheit, weil diese, wie gesagt, erst rund dreihundert Jahre später von den Kirchengründern definiert wurde. Also muss er über den Glauben der Juden (die Thora) gut informiert gewesen sein und darunter klar verstanden haben, dass sich die Juden als Gottes Sohn verstehen (vgl. 2Mo 4,22-23), vor allem die engagierten Juden, die JaHuWaH folgten und darum auch bereit waren den Pfahl (das Kreuz) auf sich zu nehmen. Täglich nahmen sie den Pfahl (das Kreuz) auf sich. Was heisst das? Es war ihnen an jedem neuen Tag bewusst, dass sie heute von den Römern gepfählt werden könnten, d.h.: “Wenn jemand mir nachkommen will, verleugne er sich selbst und nehme seinen Pfahl (sein Kreuz) auf täglich und folge mir nach” (Lk 9,23). Er muss jeden Tag aufs Äusserste gefasst sein!

Allen wünsche ich tief verinnerlichte Pessachtage. Möge Pessach zu einer Quelle neuer Lebensfreude werden. Chag sameach, frohes Fest! Shalom!

Gregor Dalliard