„Bei Jahweh ist die Rettung“ Ps 3,9. „In deiner Hand sind meine Zeiten“ Ps 31,16.

Glaubensimpuls 121

Was wir in diesem Leben brauchen ist Geborgenheit. Die Geborgenheit ist gegeben wenn wir den Zuspruch der Sicherheit aus dem Leben mit Jahweh erhalten haben und daraus täglich bewusst leben. Diese Sicherheit erkennen und erhalten wir über sein Wort in der Bibel. Diese Gewissheit kann mir bei bestimmten schweren Situationen im Leben, durch Enttäuschungen und Zweifel, für eine kürzere oder längere Zeit, abhanden kommen. Wer aber gelernt hat aus den Zusprüchen Jahwehs allezeit mit Jahweh zu leben, wird diese Beziehung aber immer wieder neu finden und pflegen. Dies zeugt von der Sicherheit und Geborgenheit in Jahweh von der uns schliesslich nichts scheiden kann.

Zum Gedenken an den Tsunami in Thailand an Weihnachten 2011 werden jedes Jahr um diese Zeit Berichte von Überlebenden ausgestrahlt, die buchstäblich unter die Haut gehen. Als ich vor wenigen Tagen solche herzzerreissende Berichte von Geretteten hörte wurde mir neu bewusst wie vielen Gefahren wir täglich ausgesetzt sind. Wie schnell kann in meinem Leben alles anders sein! So wird schlussendlich unser Tod die Folge eine dieser lebensbedrohlichen Gefahren sein, die das menschliche Leben begleiten. Früher oder später wird jeder Mensch sein Leben darin vollenden. Bei den einen ist es ein plötzliches Geschehen, bei andern ein kürzeres oder längeres Leiden.

Jahweh, unser Schöpfer, bietet uns in diesem Leben, das voller Unberechenbarkeit ist, das Angebot seiner Gegenwart an. Dieses Angebot schenkt uns, inmitten aller Unberechenbarkeit, vor der niemand bewahrt bleibt, die Geborgenheit und Sicherheit, zu der wir immer wieder neu Zuflucht nehmen wollen: „Denn bei dir ist die Quelle des Lebens“ Ps 36,10. Allein aus dieser Quelle heraus beziehe ich alle Lebenskraft die mich immer wieder neu zuversichtlich leben lässt und mich an so manchen Dingen von Herzen freuen lässt.

Diese tiefere sichere Erfahrung durften unsere Glaubensväter im Umgang mit Jahweh machen. Sie bewahrten die Worte Jahwehs in der Thora. Diese Worte wurden zum sicheren Hort und zur unumstösslichen Lebenskraft für unzählige Menschen. Die Propheten bestätigen sie in aussergewöhnlicher Weise, ebenso die Schreiber der Psalmen. Die gerechtfertigten und treuen Juden trugen sie durch tausende von Jahren. Sie bezahlten lieber mit dem Tod, als dass sie sich jemals von den Worten aus dem Munde Jahwehs, der Thora, der Quelle des Lebens, hätten trennen wollen.

So hielt es auch Jahshua den Römern gegenüber, die die übrig gebliebenen gerechtfertigten und treuen Juden umpolen, hellenisieren oder ausrotten wollten. Dank dieser Zeugen, die aus der Quelle des Lebens alle Kraft für ihr Leben schöpften, kam diese Quelle des Lebens zu dir und zu mir.

Aus diesem Geist dürfen auch wir heute bekennen: „Bei Jahweh ist die Rettung (Erlösung)“ (Ps 3,9). „In deiner Hand sind meine Zeiten“ (Ps 31,16). Diese Worte aus den Psalmen fasst Shaul im Brief an die Römer folgendermassen zusammen: „Der aber (Jahweh) die Herzen erforscht, weiss, was der Sinn des Geistes (Haltung unseres Herzens) ist, denn er verwendet sich für die Ausgesonderten, die ihm (Jahweh) gemäss sind. Wir wissen aber, dass denen, die Jahweh lieben, alle Dinge zum Guten (Besten) mitwirken, denen, die nach seinem Vorsatz berufen sind“ (Röm 8,27-28).

Wir brauchen alle eine Rettung (Erlösung), d.h. eine Beziehung, die über alle irdischen Beziehungen hinausgeht und uns so Gewissheit und Sicherheit im Leben gibt. Sie macht uns so recht entspannt und mutig. In dieser Kraft Jahwehs vermögen wir alle Dinge anzugehen. Die irdischen Beziehungen leben sich – gespeist aus dieser Quelle – ganz anders.

Wie wir aus den Bekenntnisschriften (NT) klar herauslesen können, lebte Jahshua aus diesem reichen Schatz der Thora, der Propheten und Psalmen. Dafür liess er sich sogar töten. Jahweh – und damit das Leben aus Jahweh und mit Jahweh – war für ihn ein und alles. Wie oft zog er sich darum in die Berge zurück oder suchte einen stillen Ort auf um Zwiesprache mit dem Vater zu pflegen. Wie oft wird Jahshua gebetet haben: „Jahweh lebt! Gepriesen sei mein Fels! Erhoben werde Gott (d.h. mein Erlöser), der Fels meines Heils (meiner Rettung)“ 2 Sam 22,47). „In deiner Hand sind meine Zeiten“ (Ps 31,16). „Bei Jahweh ist die Rettung (Erlösung)“ (Ps 3,9).

Doch auch Jahshua erfuhr in der äusserst dramatischen Zeit seines Lebens die Verlassenheit von Jahweh. Als die Römer ihn verhöhnten und an dem qualvollen Folterpfahl dem Tod preisgaben schrie er: „Mein Erlöser (mein Gott), mein Erlöser (mein Gott), warum hast du mich verlassen? ..Jahshua aber stiess einen lauten Schrei aus und verschied“ (Mk 15,34). Dies lesen wir in der Sammlung der ältesten Bekenntnisschriften nach Markus, die einige Jahrzehnte nach dem Tod Jahshuas aufgezeichnet worden sind.

Als schon viele Evangelien (Berichte) verfasst waren, schrieb auch Lukas Jahre später einen Bericht (vgl. Lk 1,1-4). Lukas beschreibt die letzten Minuten Jahshuas etwas anders als die zusammengetragenen Berichte nach Markus. Wir lesen: „Und Jahshua rief mit lauter Stimme und sprach: Vater in deine Hände übergebe ich meinen Geist! Und als er dies gesagt hatte, verschied er“ (Lk 23,46). Jahshua zitiert hier betend aus dem Psalm 31 wie das die meisten gläubigen Juden im Leiden oder Sterben heute noch tun. Diese zuversichtliche feste Glaubenshaltung, die dem tiefsten Verzweiflungsschrei gleich folgt, entspringt letztlich der täglich gepflegten lebendigen Beziehung mit Jahweh, aus seinem Wort heraus.

Wir erinnern uns an die Worte Jahshuas gegenüber jenen Geistesmächten, die das Wort der Thora, das Wort Jahwehs, aufheben oder ungültig machen wollten. Mit einer erfrischenden, klaren und deutlichen Bestimmtheit wies er sie mit den zentralen Worten aus der Thora zurecht: „Es steht geschrieben: Nicht vom Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jedem Wort, das durch den Mund Jahwehs ausgeht“ (5 Mo 8,3; Mt 4,4). Der Mensch Jahwehs soll täglich daraus leben. Welch eine Lebenshilfe! Forschen wir darum gerne in der Thora. Versuchen wir Zusammenhänge zu verstehen und das zeitbedingte Wort so korrekt wie möglich vom bleibenden Wort zu unterscheiden und einzuordnen. Das ist Leben. Um es einfach und verständlich auszudrücken: eine tragende Sicherheit und Gewissheit, die in Fleisch und Blut übergeht, vor der uns nichts und niemand scheiden kann, selbst der Tod nicht. Warum?

Shaul sagt es im Geiste der Thora so: „Wer wird gegen Jahwehs Auserwählte (Juda und Israel) Anklage erheben? Jahweh ist es, der rechtfertigt“ (Röm 8,33 aus 5Mo 7,6-7; 32,18; 2Mo 4,22-23 u.a.m.).

Die Thora bezeugt durchgehend den unumstösslichen Bundesschluss mit Abraham und damit die bleibende Erwählung der zwölf Stämme und deren Nachkommen. Sie bezeugt durchgehend dass beide von nichts und niemandem jemals widerrufen oder aufgehoben werden können. Darum bezeugt Shaul: „Denn ich bin überzeugt (ich weiss von der Thora her), dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, noch Mächte, weder Höhe noch Tiefe, noch irgend ein anders Geschöpf uns wird scheiden können von der Liebe Gottes (d.h. des Erlösers Jahweh). Diese Liebe (Gewissheit) war in dem Gesalbten Jahshua“ (Röm 8,38-39).

Mehrmals am Tag, was immer wir gerade tun, wenn wir unterwegs sind und auch nachts, wenn wir nicht schlafen können, lasst uns wie Jahshua und alle gerechtfertigten Juden gerne Psalmverse oder irgendwelche biblische Zusammenhänge beten. Lasset uns allezeit, bei jeder sich bietenden Gelegenheit, aus der Tiefe unserer Herzen, Lobpreis und Danksagung für unsere Erlösung und die Gemeinschaft mit dem Abba Vater zum Himmel aufsteigen, selbst inmitten quälender Fragen!

In dieser tragenden Kraft und Freude wünsche ich allen einen gesegneten Shabbat.

Gregor Dalliard