"Barmherzig und gnädig ist JaHuWaH" (Ps 103,8a).

Glaubensimpuls 300

Eine unermessliche Lebenskraft ist uns in den Psalmen geschenkt. Reden wir mit Menschen, die ihr Leben aus der Fülle der Bibel (TaNaCH) fit halten, dann zitieren die meisten von ihnen aus der reichen und bewährten Lebensfülle die uns in den Psalmen geschenkt ist. Im Leben geben sie uns entweder das was uns gerade mangelt oder motivieren uns zu guten Dingen oder erfüllen unsere Herzen mit Dankbarkeit. Niemand geht leer aus! Wir kommen zum Schluss: nicht ein Psalm darf in der Bibel fehlen, das wäre ein Verlust an Lebensweisheit, der nicht wieder gut zu machen wäre!

So nimmt uns auch der Psalm 103 mit ins Leben. Wie in vielen anderen so ist auch in diesem Psalm Wesentliches zusammengefasst, das die Menschenherzen Unzähliger aus dem israelitisch-jüdischen Volk erfahren haben und immer noch erfahren dürfen. Wir dürfen nun daran teilhaben, dafür sind wir jeden Tag neu dankbar. Der Ausspruch: “Barmherzig und gnädig ist JaHuWaH” (Ps 103,8a), ist als Bekenntnis über allem erhoben und zwar uneingeschränkt. Ich muss es noch einmal sagen: Selbst wenn dieser Psalm von David geschrieben worden ist – oder vielmehr – da er von David geschrieben worden ist, darum ist er ein Zeugnis, ein Bekenntnis, das uns zusammengefasst das wiedergibt was Unzählige in ihrem Leben als heilende Erfahrung erleben durften.

Die Gewissheit über die Vergebung unserer Sünden ist etwas äusserst Notwendiges. Dieses Wissen gehört hält ein Gemüt gesund, vielmehr richtet dieses Wissen unsere gesundheitliche Verfassung auf. Das Vergeben der Sünden gehört zum Wesen JaHuWaHs wie die Erschaffung des Menschen. Erst dann “gibt” JaHuWaH Ruhe, wenn er uns vergeben kann, wenn wir seine Vergebung annehmen. Wir denken an das Gleichnis in Lk 15,11-32. Hier ist uns von Jahushua von Nazareth das dargestellt, was auch David und Millionen von Israeliten und Juden in ihrem Leben erfahren durften.

Die Vergebung unserer Sünden vertreibt alle Betrübnis aus unseren Herzen. Wer macht keine Fehler? Oft sind es schwerwiegende Fehlverhalten mit Folgen die wir nicht voraussehen konnten. Ob schwerwiegende Fehlverhalten, Sünden oder kleine Bagatellen, wer von uns kann denn die Tragweite, die Auswirkungen eines Fehlverhaltens, einer Sünde, überhaupt ermessen oder abwägen? Das liegt einfach nicht drin. Aber da ist das Bekenntnis das im Laufe der Heilsgeschichte schon unzähligen den inneren Frieden zurückbrachte, selbst dann wenn sie begangene Fehler, bzw. Sünden oder die ihnen zugefügten Sünden, nicht ungeschehen machen konnten und können. Der Mangel an Sündenerkenntnis beschwert unmerklich unser Gemüt und kann uns im Laufe der Jahre zu verbitterten Menschen machen, die bei jedem Menschen und überall nur noch das Böse wittern und entsprechend reagieren.

Der Mangel an Sündenerkenntnis hat einen Zwillingsbruder! Es heisst die Unwissenheit. Die Unwissenheit darüber, dass JaHuWaH uns alle Sünden vergibt. Haben wir den Zugang zu JaHuWaH, dann haben wir die Zugänge zur Sündenerkenntnis und zur Sündenvergebung. Wir dürfen aus diesen geschenkten Gaben leben. Die Voraussetzung der Sündenvergebung ist natürlich Die Sündenerkenntnis und die Voraussetzung von beiden ist JaHuWaH. Der Psalm 51 vermittelt uns das in den Versen 18 und 19 so: “Denn du hast keine Lust am Schlachtopfer, sonst gäbe ich es; Brandopfer gefällt dir nicht. Die Opfer JaHuWaHs sind ein zerbrochener Geist; ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, JaHuWaH, nicht verachten” (Ps 51,18-19). Das heisst, dass ein Mensch um seine Fehlerhaftigkeit, seine Sündhaftigkeit, weiss und sich bewusst bleibt, dass gewisse Sündenmuster ihn immer wieder einholen, obwohl er sie lieber von sich weisen möchte.

Das geht wohl jedem Menschen so, mag er sich noch so anstrengen, noch so viele selbstauferlegte Kämpfe ausfechten um sie loszuwerden! Das ist es doch. Das wissen um diese Tatsache lässt uns den Nächsten immer wieder neu annehmen, denn letztlich geht es ihm genauso wie mir! Der ganze damalige Opferkult war schon zur Zeit Davids, in Bezug auf die Sündenvergebung JaHuWaHs, wertlos. Der Opferkult hatte eine andere Bedeutung auf die wir hier nicht eingehen können.

“Sollte ich das Fleisch von Stieren essen und das Blut von Böcken trinken? Opfere JaHuWaH Dank, und erfülle dem Höchsten deine Gelübde (d.h. halte ihm deine Treue); und rufe mich an am Tag der Not; ich will dich erretten (aufrichten), und du wirst mich verherrlichen!” (Ps 50,13-15). Also halten wir JaHuWaH die Treue, denn er hält uns seine Treue – trotz unserer immer wiederkehrender Versagen. Das ist Leben in Dankbarkeit. Die Verbitterung wird bei uns kein Eingang finden. “Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich JaHuWaH über die, die ihn fürchten (d.h. die ihm die Treue halten, denn sie sind die Profitierenden!!) (Ps 103,13). Das tut doch ein Vater, ein Leben lang! Herzlich grüsse ich alle mit einem durchgreifenden Shalom!

Gregor Dalliard