„So spricht JaHuWaH, der König Israels und sein Erlöser, JaHuWaH der Heerscharen: Ich bin der Erste und der Letzte, und ausser mir gibt es keinen Erlöser (Gott) (Jes 44,6). Beitrag zum Thema: Wen bezeichnet die Bibel als den kommenden Mashiach (Gesalbten, Christus)? Teil 1

Glaubensimpuls 142

Die Bibel spricht von verschiedenen Arten der Erlösung. Der Tanach, d.h. die Bundesschriften (BuS = AT) zeigen uns auf, dass jede Erlösung immer und ausnahmslos von unserem Schöpfer, dem Abba JaHuWaH, ausgeht. In den Bekenntnisschriften (BeS = NT) bestätigt z.B. der Autor des Briefes an die Hebräer diese wunderbare Ordnung unseres Schöpfers, die wir früher meistens überlesen oder im Kontext der Kirchenväter verstanden und ausgelegt haben.

In Hebr 3,1-6 wird das Werk der Erlösung durch Jahushua (sprich Jahushua) (Jesus) mit dem Erlösungswerk des Moshe (Mose) verglichen, besser gleichgesetzt. Was beide auszeichnet ist ihre Treue zu JaHuWaH, zu seinem Wort und zu seinen Ordnungen. Beide werden in ihrem Dienst der Erlösung an dem auserwählten Volk JaHuWaH als treu bezeichnet (vgl. V 1-2). Nach der Aussage des Schreibers ist Jahushua (Jesus) „grösserer Herrlichkeit gewürdigt worden als Moshe“ (V 3). Wir kommen auf den Zusammenhang dieser Aussage zurück.

Weil beide in ihrem Dienst der Erlösung an dem auserwählten Volk JaHuWaHs treu waren haben beide grosse Herrlichkeit empfangen. Beim Lesen dieser Verse, speziell des Verses 3, will der Autor also kein Missverständnis aufkommen lassen, als ob etwa das Werk der Erlösung von Jahushua an den verlorenen Schafen des Hauses Israel nicht von JaHuWaH selbst gewirkt wäre wie auch das des Moshe. Darum weist der Autor noch im gleichen Satz ganz schnell auf JaHuWaH hin, von dem allein jede Erlösung ausgeht, sowohl die des Moshe als auch die des Jahushua (Jesu): „..insofern grössere Ehre als das Haus der hat (JaHuWaH), der es erbaut hat. Denn jedes Haus wird von jemand erbaut; der aber alles erbaut hat, ist JaHuWaH“ (Hebr 3,4).

Diese Unterscheidung ist notwendig, um die einzigartige Stellung unseres himmlischen Vaters zu verstehen und um daraus die unumstösslichen Konsequenzen für unser Glaubensleben ziehen zu können. Ihm, dem Abba Vater, JaHuWaH, kommt darum noch die grössere Ehre zu, d.h. mit andern Worten: ausnahmslos ihm allein kommt die Anbetung zuteil, weil jede Erlösung allein von ihm ausgeht. Niemand ausser JaHuWaH darf darum angerufen oder angebetet werden. Allein von JaHuWaH aus wird dem auserwählten Volk, und auch allen andern, jede Erlösung, jede Hilfe, in jeder Angelegenheit des Lebens, zuteil.

Der Autor des Briefes bezeichnet jedes Werk der Erlösung als Haus. Doch unser Abba JaHuWaH hat alles erbaut, alles vorbereitet, damit die Erlösung durch Engel, Boten, Propheten, sein auserwähltes Volk und wen auch immer er dazu bestimmt, nach seinem Willen und zu SEINER Zeit geschehen kann. Fantastisch, nicht wahr?

Jahushua (Jesus) sah mit einigen seiner Apostel neben Moshe auch den Propheten Elijahu (vgl. Mk 9,4), der zur Zeit des König Ahab und Isebels das Haus (die Erlösung) JaHuWaHs baute (vgl. 1Kö 18,21ff). Es waren jeweils schreckliche Zeiten für die Treuen JaHuWaHs, voller Herausforderungen. Es ging um Leben und Tod. Sowohl die Zeit des Moshe, unter der brutalen Herrschaft des Pharao, die Zeit Elijahus unter Isebel, als auch die lange Zeit unter der Herrschaft der Römer in Jehuda (Juda) und viele Zeiten davor und danach forderten von den Treuen alle Kräfte zum Bau des Hauses (Erlösung) JaHuWaHs, unseres Vaters. Allerdings war die Zeit unter der römischen Herrschaft viel brutaler, perfider und viel zerstörerischer als die der fremden Herrschaften davor.

Dem Propheten Daniel offenbarte JaHuWaH das brutale Wesen der römischen Herrschaft, die über die Kirchenväter nahtlos auf das Papsttum übergegangen ist (vgl. Dan 2,4; 7,7-12.25). Die Grausamkeit dieses Systems hat alle früheren Herrschaften in den Schatten gestellt! Aus diesem Zusammenhang heraus können wir verstehen, warum der Autor des Briefes an die Hebräer schreibt, dass Jahushua (Jesus) grösserer Herrlichkeit gewürdigt worden ist als Moshe (vgl. Hebr 3,3).

Er will damit die furchtbare und schreckenerregende Zeit und das aussergewöhnliche Leid unter der römischen Herrschaft, bzw. Besatzung, darstellen unter der Jahushua (Jesus) sein Haus bauen musste, d.h. sein Werk der Erlösung an den „Verlorenen“ des Hauses Israel ausüben musste (vgl.Mt 15,24; Mt 9,13 u.a.m.). Er will damit die Treue Jahushuas (Jesu) gegenüber den Verheissungen in der Thora und dem Wort der Propheten herausheben und zwar in einer Zeit der Verzweiflung, in einer Zeit, in der alles ausweglos schien, in einer Zeit, in der jede Hoffnung an die Erfüllung der Verheissungen und jede Menschenwürde, jeder moralische Wert, unterzugehen drohte.

Der Autor des Hebräerbriefes sagt darum korrekt: „Denn es geziemte ihm (dem Vater), um dessentwillen alle Dinge und durch den alle Dinge sind, indem er viele Söhne zur Herrlichkeit führte, den Urheber (Jahushua) ihrer Errettung (Erlösung) durch Leiden vollkommen zu machen. Denn sowohl der welcher aussondert (das ist mit „heiligt“ gemeint), als auch die, welche ausgesonderte werden, sind alle von einem (von dem Schöpfer Abba JaHuWaH und gehören alle zum auserwählten Volk), aus diesem Grund schämt Jahushua sich nicht, sie Brüder zu nennen, indem er spricht: «Kundtun will ich deinen Namen meinen Brüdern; inmitten der Gemeinde (Kahal oder Beit HaKnesset oder kehillah kedoschah = Gemeinde der Thora) will ich dir lobsingen«. Und wiederum: «Ich will mein Vertrauen auf ihn (den Abba Vater) setzen«. Und wiederum: «Siehe, ich und die Kinder, die JaHuWaH mir gegeben hat«“ (Hebr 2,10-13).

Wie alle Propheten so hatte auch Jahushua vor allem an den „Verlorenen“ des Hauses Israel einen bestimmten Auftrag der Erlösung zu erfüllen. Doch bei keinem der Propheten verlief die Erfüllung des Auftrages ohne Leiden. Sehr oft endete ihr Dienst mit einem qualvollen Tod.

Wie alle Propheten, so sühnte auch Jahushua die Schuld der von JaHuWaH Abgefallenen. Das mag uns im ersten Augenblick sonderbar erscheinen. Schauen wir aber tief in die Bibel hinein! So musste z.B. auch der Prophet Hesekiel die Schuld des abgefallenen Volkes sühnen. „So sollst du die Schuld des Hauses Israel tragen (sühnen) ..und trage (sühne) die Schuld des Hauses Israel“ (Hes 4,5-6). Jeder Prophet litt unsäglich an den Brüchen des Bundes. Er nahm alles Leid auf sich (d.h. sühnen) um die von JaHuWaH Abgefallenen wieder zur Umkehr zu JaHuWaH und seinen Bundesordnungen zurückzuführen. Das bezeichnet die Bibel als Werk der Erlösung, als Sühnung der Schuld. Dieses Werk wurde sehr oft mit dem Blut des Propheten besiegelt!

So gab auch Jahushua (Jesus) sein Blut für seine Brüder. Jahushua bezeichnet sie auch als Freunde. Im obigen Kontext sagt Jahushua darum zu den Jüngern, die der Vater ihm gegeben hatte (vgl.Jo 17,6.9): „Grössere Liebe hat niemand als die, dass er sein Leben hingibt für seine Freunde. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete“ (Jo 14,13).

Jahushua führte sie tief in den Reichtum des Tanach (Thora, Propheten und Schriften) unseres himmlischen Vaters hinein. Dieser Reichtum kann nur aus der grossen Fülle der Thora, den Propheten und Schriften geschöpft werden. Nur aus diesen Zusammenhängen vermögen wir nach dem Wohlgefallen unseres himmlischen Vaters ein sinnerfülltes Leben zu führen. Jahushua, alle Propheten und alle gerechtfertigten treu gebliebenen Menschen des auserwählten Volkes sind uns darin ein blühendes und befreiendes Vorbild.

In dieser Freude grüsse ich alle herzlich mit einem froh machenden Shalom.

Gregor Dalliard