Aus der Gnade gefallen. Teil 5

Glaubensimpuls 417

Im Gim 415 sprachen wir darüber wie Paulus den Schriftgelehrten gegenüberstand. Ihnen sollte er anhand der Bibel, des TaNaCH, seine neue Lehre über seine neue Erlösergottheit Jesus Christus darlegen. Ihm aber gingen die Argumente aus. Er reagierte mit einem Wutausbruch, vielmehr mit einem Wutausspruch: “Wenn aber auch wir oder ein Engel aus dem Himmel euch etwas als Evangelium entgegen dem verkündigten, was wir euch als Evangelium verkündigt haben: er sei verflucht!” (Gal 1,8). In seinem religiösen Wahn stellte er das gesamte prophetische Wort auf den Kopf. Dabei berief er sich auf Erscheinungen, Visionen und Offenbarungen, die er von dem Juden Jahushua von Nazareth empfangen würde, von dem er aber erstaunlicherweise lehrte, dass er für ihn kein Jude mehr sei, sondern die einzig wahre Erlöser-Gottheit (analog zu den griechischen Gottheiten), die ihm erschienen sei und ihn berufen habe:

“Paulus, Apostel, nicht von Menschen her, auch nicht durch einen Menschen, sondern durch Jesus Christus und Gott, den Vater, der ihn aus den Toten auferweckt hat” (Gal 1,1). Solche Aussprüche allein schon zeigen uns sein krankes Wesen auf, das auf den heidnisch-griechischen Vorstellungen über Gottessöhne und deren Auferstehung gründet. ”..auf Grund der Totenauferstehung” (Röm 1,4). Um seinem religiösen Wahnsinn zum Durchbruch zu verhelfen gebraucht Paulus laufend das Mittel einer Auferstehungslehre. Der Jude, Pharisäer, Rabbi und Schriftgelehrte Jahushua von Nazareth, war aber - gemäss seinem Evangelium - nach der Auferstehung seltsamerweise kein Jude mehr, sondern ein völlig unbekanntes undefinierbares Geistwesen.

Mit seiner Lehre verwirft er das gesamte zusammenhängende biblisch-prophetische Wort. Er beruft sich auf die neue Gottheit Jesus Christus, die offenbar überhaupt nichts vom gesamten zusammenhängenden biblisch-prophetischen Wort weiss. “Ich teile euch aber mit, Brüder, dass das von mir verkündigte Evangelium nicht von menschlicher Art ist. Ich habe es nämlich weder von einem Menschen empfangen noch erlernt, sondern durch Offenbarung Jesu Christi” (Gal 1,11-12). Den Juden, Pharisäer, Rabbi und Schriftgelehrten Jahushua von Nazareth schaltet er vollkommen aus. “..wenn wir Christus auch nach dem Fleisch gekannt haben, so kennen wir ihn doch jetzt nicht mehr so” (2Kor 5,16). Aufgrund der Auferstehung ist Jahushua von Nazareth kein Jude mehr, sondern eine Gottheit für alle Menschen. Ohne den Glauben an diese neue Gottheit gibt es nur die Verdammnis, “der sei verflucht”. Uns ist inzwischen vollkommen klar geworden,Jahushua von Nazareth konnte er nicht mehr als Juden anerkennen und predigen, denn die Juden kennen keine einzelne Gottessöhne, wie das im griechisch-heidnischen Sinn üblich ist. Das prophetische Wort lehrt uns, dass ganz Israel zu den Söhnen JaHuWaHs gezählt wird und darum als Sohn JaHuWaHs bezeichnet wird, als Sohn, den er aus Ägypten führte: “Und du sollst zum Pharao sagen: So spricht JaHuWaH: Mein erstgeborener Sohn ist Israel,und ich sage dir: Lass meinen Sohn ziehen, damit er mir dient!” (2 Mo4,22-23; Hos 11,1).

Paulus hatte den jungen Jahushua von Nazareth, der als Rebell von den Römern grausam gepfählt worden war, diesen Thora treuen Juden, Pharisäer, Schriftgelehrten und Rabbi Jahushua von Nazareth, nie persönlich gekannt. Er predigte knallhart, er und alle die seinen Worten glauben, würden Jahushua von Nazareth nicht mehr als Juden anerkennen und akzeptieren, damit logischerweise auch den TaNaCH nicht mehr – aus und vorbei! Er pocht darauf, dass er – man höre und staune – von diesem Christus Jesus, der für ihn kein Jude mehr war, persönlich berufen worden sei.

Er lehrt eine Philosophie, die die Juden von JaHuWaH wegbringen soll – und das um jeden Preis. Das war schon immer die Absicht der griechischen und der meisten anderen Herrscher gewesen. Sie sollen den geoffenbarten und erfahrungsreichen Lebensschatz, den verheissenen Segen an und über den Glauben (Vertrauen Abrahams zu JaHuWaH) Abrahams, der der gesamten Menschheit zum Segen des Lebens gereichen soll, verleugnen, aufgeben. Wer nicht einwilligt, Paulus nicht glaubt und folgt, den TaNaCH nicht verleugnet, “der sei verflucht”!: “Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft worden seid, ihr habt Christus angezogen. Da ist nicht Jude noch Grieche, da ist nicht Sklave noch Freier, da ist nicht Mann und Frau; denn ihr alle seid einer in Christus Jesus”. (Gal 3,27-29). Da ist Kunterbunt!

Erstens einmal wusste in jenen ersten Jahrhunderten keiner genau wer denn diese Gottheit Jesus Christus eigentlich ist. Eine Phantasiegestalt, denn der Jude, Rabbi, Pharisäer und Schriftgelehrte Jahushua von Nazareth war es ja nicht. Die Nachfolger des Paulus haben sich drei Jahrhunderte lang heftig darüber gestritten wie dieser Jesus Christus zu sein hat. Erst Kaiser Konstantin setzte 325 auf dem Konzil von Nizäa, diesen oft blutigen und mörderischen Auseinandersetzungen, ein formelles Ende. Er entschied sich für jene Christuslehre, welche die griechisch-römischen Traditionen über die existierenden Gottessöhne am besten in sich vereinigte. Diese Gottheit ist dann als zweite Gott-Person in die Evangelienberichte eingeflossen. Um die Juden zu demütigen, und die Schwachen unter ihnen zu verunsichern, versetzte Paulus ihnen verschieden Dolchstösse, wie etwa mit der Aussage: “Wenn ihr aber des Christus seid, so seid ihr damit Abrahams Nachkommenschaft und nach Verheissung Erben” (Gal 3,29). Damit war die folgenschwere Ersatztheologie, die Enterbungslehre, geboren, die unweigerlich zum Holocaust führen musste. Das ganze Christentum ist davon beherrscht, alle seine Lehren, Predigten und Zeremonien sind davon beherrscht: “der sei verflucht” “Wenn jemand den Herrn nicht lieb hat, der sei verflucht! Maranatha!” (1Kor 16,22).

Zudem missbraucht Paulus in schändlichster Weise das biblisch-prophetische Wort, das auf das “Shma Israel” und das “Zehn-Wort” (10 Weisungen/Gebote) – und damit auf die gesunden Lebensordnungen JaHuWaHs basiert. Nirgendwo ist dort von einer Gottheit Jesus Christus die Rede, weder von deren Tod, noch von einem Verbrechen der Juden an den (einen) Messias, das den Tod zur Folge haben würde. Auch nirgendwo ist von der Auferstehung eines Jesus Christus, von dessen Wiederkunft und Königtum die Rede. Unwissende Menschen, die keine Kenntnis des TaNaCH besassen, wie Heiden, die zu JaHuWaH kommen wollten, aber auch Juden, die sich neu JaHuWaH zuwandten, konnte Paulus mit Leichtigkeit hinters Licht führen, umso mehr da er lehrte, dass der Vater seines Jesus Christus JaHuWaH sei: “..sondern durch Jesus Christus und Gott, den Vater, der ihn aus den Toten auferweckt hat” (Gal 1,1). Paulus schämt sich nicht zu sagen: “Paulus, Knecht Christi Jesu, berufener Apostel, ausgesondert für das Evangelium Gottes, das er durch seine Propheten in heiligen Schriften vorher verheissen hat” (Röm 1,1-2). Kein Prophet sprach jemals etwas von einer paulinischen Christuslehre, auch Jahushua von Nazareth nicht. In seinem blinden religiösen Eifer widerspricht er aber sich selbst.

In Röm 1,1-2 schreibt er: “ausgesondert für das Evangelium Gottes, das er durch seine Propheten in heiligen Schriften vorher verheissen hat.” Dann aber schreibt er, von seinem Evangelium, “das ewige Zeiten hindurch verschwiegen war.” “Dem aber, der euch zu befestigen vermag nach meinem Evangelium und der Predigt von Jesus Christus, der nach der Offenbarung des Geheimnisses, das ewige Zeiten hindurch verschwiegen war, jetzt aber geoffenbart und durch prophetische Schriften nach Befehl des ewigen Gottes zum Glaubensgehorsam an alle Nationen bekanntgemacht worden ist..” (Röm 16,25-26). Nichts davon ist wahr, doch wer das nicht glaubt, der sei verflucht! “Wie wir zuvor gesagt haben, so sage ich auch jetzt wieder: Wenn jemand euch etwas als Evangelium verkündigt entgegen dem, was ihr empfangen habt: er sei verflucht!” (Gal 1,9). In seinen Wutanfällen liess er sich laufend zu erpresserischen, angstmachenden Aussagen und Lehren hinreissen, wie etwa gegenüber Galatern, die ihn allmählich durchschauten und ihm nun vom biblischen Wort her widerstanden. Das war für ihn unerträglich. Also spricht er ein Angst einflössendes Urteil über sie aus: “Wer euch aber verwirrt, wird das Urteil tragen, wer er auch sei ..Meinetwegen können sie, die euch beunruhigen, sich auch verschneiden lassen” (Gal 5,10.12).

Allen wünsche ich einen gesegneten Shabbat. Ein herzliches Shalom!

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Voranzeige: Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen (in der Nähe von Bern) ein: Sonntag, 15. Dezember, 14.00 Uhr. Übernachtungsmöglichkeiten sind gegeben.
Anmeldung: k.hunzinger@sunrise.ch / Tel.: 032 396 34 03 und frmazo@hispeed.ch / Tel.: 031 991 69 12.