Aus der Gnade gefallen. Teil 13

Glaubensimpuls 425

Im letzten Gim wiesen wir auf einige Stellen hin, wie etwa auf Kol 1,16-20a; Phil 2,8-11 u.v.a.m. Auch im Brief an die Hebräer finden wir die paulinisch-griechische Logoslehre: “..hat er am Ende dieser Tage zu uns geredet im Sohn, den er zum Erben aller Dinge eingesetzt hat, durch den er auch die Welten gemacht hat (Hebr 1,2). Wie wir früher bereits angedeutet haben, unterwirft Paulus selbst die Verstorbenen der Herrschaft seiner neuen Gottheit Jesus Christus. Die zwei Petrusbriefe im “NT” gelten allgemein als Briefe des Petrus. Doch inzwischen besteht kein Zweifel daran, dass sie im Umfeld der paulinischen Nachfolger verfasst worden sind. Wie die meisten dieser Briefe, sind sie aus einem Mischmasch verschiedenster paulinischer Schriftstücke zusammengefasst worden. Von dem Juden Simeon (hebr. Schim’on), der im Christentum Petrus genannt wird, wissen wir nämlich, dass er nie paulinisch glaubte, weil er ein Eiferer für die Thora war (vgl. Apg 21,20), wie Jahushua von Nazareth auch (vg. Mt 5,17-19). Ein Eiferer für die Thora hätte niemals eine Erlösergottheit, neben JaHuWaH, angebetet. Er hätte auch nie an eine Erlösung durch jemand anderem, als durch JaHuWaH selbst, geglaubt.

Auch die Verstorbenen müssen sich also der Herrschaft der paulinischen Gottheit unterwerfen, wollen sie nicht verflucht werden: “In diesem ist er auch hingegangen und hat den Geistern im Gefängnis gepredigt, die einst ungehorsam waren, als die Langmut Gottes in den Tagen Noahs abwartete, während die Arche gebaut wurde” (1Petr 3,19-20). Seine fromme Phantasie nahm immer abstrusere Formen an. Nachdem sein Jesus Christus die Unterwelten erobert hatte, und zur angegebenen Zeit immer noch nicht zurückgekommen war, setzte ihn Paulus kurzerhand zur Rechten des trinitarischen Vater-Gottes, damit er sich auch in dessen Umfeld alles aneignen konnte: “Der ist zur Rechten Gottes, nachdem er in den Himmel gegangen ist, und Engel und Mächte und Kräfte sind ihm unterworfen” (1Petr 3,22). Damit sollte der Erlöser Israels, JaHuWaH, vollkommen zum Verstummen gebracht werden. Zum Schein, zur Täuschung, gebraucht Paulus immer wieder gerne den Namen JaHuWaH (Gottes), als verführerisches Anhängsel wie etwa: “zur Ehre Gottes, des Vaters” (Phil 2,11); “Darum hat Gott ihn auch hoch erhoben und ihm den Namen verliehen, der über jeden Namen ist..” (Phil 2,9). Das ist ein schändlicher Missbrauch JaHuWaHs, dessen Namen, und dessen Offenbarung durch die israelitisch-jüdischen Propheten.

Das fordert JaHuWaH, der Erlöser Israels, lehrt Paulus. Das fordert der entjudaisierte Jahushua von Nazareth, den JaHuWaH, durch die Auferweckung, entjudaisiert und zur Erlöser-Gottheit Jesus Christus gemacht hatte. Diese absurde Irrlehre pervertiert und verzerrt das biblisch-prophetische Bekenntnis und Zeugnis in einer unvorstellbaren Weise. Durch fromme Erpressung von seinen Mitarbeitern und Nachfolgern – und später von den paulinischen Bischöfen – wurde diese Irrlehre auf dem ersten Christenkonzil, das Kaiser Konstantin 325 in Nizäa einberufen hatte, allen aufgesetzt und als heilsnotwendiges Glaubensdogma für immer verankert. Nach dem Evangelium des Paulus ist dies der einzige Weg auf dem ein Mensch von seinen Sünden befreit und vor der immerwährenden Höllenqual befreit werden kann. Das ist das Grundbekenntnis aller Kirchen, aller christlichen Gemeinschaften und Denominationen – bis zu dieser Stunde.

Mit diesem Konzil versuchte der Kaiser die Christen unter einen Hut zu bringen. Wir erinnern uns: Die unterschiedlichsten Lehren über den paulinischen Jesus Christus führten im ganzen römischen Reich zu immer heftigeren Auseinandersetzungen. Schon im zweiten und dritten Jahrhundert nahmen sie ein gefährliches Ausmass an. Die Verfolgung der Christen in den ersten drei Jahrhunderten, durch die römischen Kaiser, hielt diese innerchristlichen Kämpfe allerdings etwas in Schranken. Bis dahin predigten die Christen tapfer und treu die gleich bevorstehende Wiederkunft und anbrechende Herrschaft des Christus-König. Paulus hatte diese Botschaft durch eine Offenbarung seines Jesus Christus mitgeteilt bekommen und auch so gelehrt.

Massen von Menschen liessen sich taufen, wurden Christen, denn es ging ihnen schlecht. Ihr Leben war mühselig und nicht lebenswert. Unter Christus dem König würden sie vom Sklavendasein befreit werden und mitherrschen können: “Das Wort ist gewiss. Denn wenn wir mitgestorben sind, werden wir auch mitleben; wenn wir ausharren, werden wir auch mitherrschen..” (2Tim 2,11-12). “Das Gegenbild dazu (zur Arche Noah) errettet jetzt auch euch, das ist die Taufe” (1 Petr 3,21). Eine solche Botschaft, ein solches Evangelium, schlug ein wie ein Blitz. Es trieb Massen von Menschen in die Arme der paulinischen Prediger. Parallel verbreitete sich im ganzen römischen Reich eine weitere paulinische Botschaft in Windeseile, die ebenso Massen von Menschen erfasste, vor allem Heiden, die in der ständigen Angst vor ihren Göttern lebten und zitterten. Die Götter hielten dauernd Ausschau nach Gericht und Strafen. Ihre Anhänger waren oft erschöpft und ohne jede Hoffnung.

Den i-Punkt bildete die Botschaft eines gleich bevorstehenden Weltgerichtes: “Nachdem nun Gott die Zeiten der Unwissenheit übersehen hat, gebietet er jetzt den Menschen, dass sie alle überall Busse tun sollen, weil er einen Tag gesetzt hat, an dem er den Erdkreis richten wird in Gerechtigkeit durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat..” (Apg 17,30-31), “.. und dann wird der Gesetzlose geoffenbart werden, den der Herr Jesus beseitigen wird durch den Hauch seines Mundes und vernichten durch die Erscheinung seiner Ankunft..” (2.Thess 2,8). Alle aber, die an die Auferstehung der Gottheit Jesus Christus glauben, sich auf den Namen Jesu taufen würden, alle diese Menschen würden dem Gericht entgehen. Sie würden entrückt werden um zu herrschen. Sie kämen nicht ins Gericht und würden herrschen. Ein solches Evangelium musste den Menschen der damaligen Zeit nicht zweimal gepredigt werden!

Doch diese Lehre entpuppte sich nach einigen Jahrzehnten als grosser Irrtum, den die Prediger zu vertuschen wussten. Der Jesus Christus war zur angesagten Zeit nicht wiedergekommen. Seine Herrschaft war zur angesagten Zeit nicht angebrochen. Das Messianische Reich war nicht angebrochen. Wie gesagt, die Prediger wussten sich perfekt aus dieser Schlinge zu befreien. Die römischen Kaiser glaubten in der ersten Zeit des Christentums, dass sich ein Christ irgendwo unter Christen verstecken und sich irgendwann zum Gegen-Kaiser ausrufen lassen würde. Das war für sie brandgefährlich, darum verfolgten sie die Christen in den ersten drei Jahrhunderten teils recht grausam. Doch dann verstanden sie, dass es sich, gemäss Offenbarung an Paulus und dessen Lehre, um die Wiederkunft eines Königs vom Himmel herab handeln würde, der aber nie gekommen war.

Nach der Lehre des Paulus hätte er nämlich schon zur Zeit der früheren Kaiser, der Kaiser des ersten Jahrhunderts uZ, wiederkommen müssen, also schon unter den Kaisern Nero, Cäsar, Tiberius, Vespasianus usw. Da sie aber inzwischen am Anfang des 4. Jahrhunderts angelangt waren, und dieser Herrscher gemäss seiner Ansage, immer noch nicht gekommen war, um seine Königsherrschaft aufzurichten, wurde ihnen klar, dass er gar nicht auferstanden war und darum auch nie wiederkommen konnte. Sie erkannten die Irreführung des Paulus, also versöhnten sie sich mit den Christen. Die paulinisch denkenden Bischöfe hatten den Irrtum auch erkannt, waren aber nicht verlegen. Also setzten sie ihn zur Rechten des Vaters im Himmel. Das Neue aber, das sie in die Texte ihres “Neuen Testamentes” schmuggelten und den Menschen für immer Angst machen sollte, um sie gefügig zu halten: Keiner würde wissen, wann Jesus Christus wiederkommen würde, aber er würde wiederkommen und Gericht halten. Diese Worte wurden später dem paulinischen Jesus in den Mund gelegt – so wird dieser Irrtum bis zu dieser Stunde weiter gelehrt. Der Bischof von Rom erklärte sich einerseits zum Apostel Petrus, anderseits zur Person Jesu Christi, und später zum Gott, zum Heiligen Vater. Er griff nach der Kaiserkrone. Er riss den Kaisertitel Pontifex Maximus (Oberster Brückenbauer zwischen den Göttern und dem Volk), durch fromme Intrigen an sich, und löste 476 uZ das westliche Kaisertum ab. Der Papst in Rom ist die Frucht eines pervertierten biblischen Glaubens durch Paulus.

Im vierten Jahrhundert drohte das Christentum in Bürgerkriege auszuarten. Der römische Kaiser sah sich genötigt den Christen eine einheitliche Lehre über den Jesus Christus des Paulus zu verordnen. Nur auf diesem Weg konnte er die Einheit im Reiche aufrecht erhalten. Diese “Wahrheiten” wurden vom Kaiser als staatlich verordnete Gesetze verankert. Als die Trinitätslehre (Drei Gott-Personen) ausgearbeitet war, wurde sie 381, auf dem Konzil von Konstantinopel, von Kaiser Theodosius, ebenso als staatlich verordnetes Gesetz verankert. Diese Lehre wurde – im Zuge der Einheitsbestrebungen – ebenso in das Evangelium nach Matthäus aufgenommen: (vgl. Mt 28,19-20). Diese Gesetze aber brauchten die nötige Glaubwürdigkeit, damit sie von allen ohne Zweifel, ganz sicher, als Offenbarung des paulinischen Jesus Christus geglaubt werden konnten. Zwei Mittel waren dazu bestens und mit absoluter Nachhaltigkeit geeignet. Erstens die Lehre über den auferstandene Christus des Paulus, der nach seiner Auferstehung 40 Tage lang irgendwo im Zeug herumlebte, sich dauernd zeigte und laufend das Neuste mitteilte, bis er sich zur Rechten des Vaters setzte. Zweitens wurden neue Entscheidungen und Befehle der paulinischen Bischöfe als das geoffenbarte und unantastbare Wort dieses auferstandenen Jesus Christus gelehrt, der jetzt das Zepter der Offenbarung allerdings der neuen, der dritten Gott-Person übergab, die als Heiliger Geist das Neueste laufend vermittelte – und vermittelt.

“Die elf Jünger aber gingen nach Galiläa, an den Berg, wohin Jesus sie bestellt hatte. Und als sie ihn sahen, warfen sie sich vor ihm nieder; einige aber zweifelten. Und Jesus trat zu ihnen und redete mit ihnen und sprach: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden. Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern, indem ihr diese tauft auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und sie lehrt alles zu bewahren, was ich euch geboten habe! Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters” (Mt 28,19-20). Nun weiss aber jeder von uns, dass der Jude, Pharisäer, Rabbi und Schriftgelehrte Jahushua von Nazareth – wie alle Juden – nie jemanden tauften, also keine christliche Taufe kannte, auch keine Trinitätslehre, wie die Gründer des Christentums. Er gab auch nie einen Befehl alle Nationen zu Kirchenmitgliedern zu machen. Jahushua von Nazareth war ein Eiferer für die Thora. Er hat nie eine Kirche gegründet, auch kein katholisches Priestertum. Er hat auch nie ein christliches Abendmahl gestiftet. Er hat ganz einfach und feierlich Passah gefeiert. Denn hätte er das Abendmahl, in dem er Brot als seinen Leib und Wein als sein Blut bezeichnete, genossen, dann hätte er sein eigenes Fleisch gegessen und sein eigenes Blut getrunken. Zu absurd und zu makaber diese christliche Lehre von der Transubstantiation, der Verwandlung von Brot und Wein in den wahrhaftigen Leib und in das wahrhaftige Blut des Jahushua von Nazareth.

Allen wünsche ich mit der folgenden Verheissung einen gesegneten Schabbat. “Alle Nationen, die du gemacht hast, werden kommen und vor dir anbeten, JaHuWaH, und deinen Namen verherrlichen. Denn gross bist du und tust Wunder, du bist Erlöser (Gott), du allein” Ps 86,9-10). Shalom! Herzliche Grüsse

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Voranzeige: Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen (in der Nähe von Bern) ein: Sonntag, 15. Dezember, 14.00 Uhr. Übernachtungsmöglichkeiten sind gegeben.
Anmeldung: k.hunzinger@sunrise.ch / Tel.: 032 396 34 03 und frmazo@hispeed.ch / Tel.: 031 991 69 12.